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Nassauische

Allgemeine Zeitung.

150» Mittwoch deu G. September L8L8.

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Die Nass. Allg. Ze ^ung mit ihrem belletristischen Beiblatt erscheint täglich. Der vierteljährige PrânumerationSpreis ist in Wiesbaden 8 fl.r

« Umfang des ^errogthnmS Nassau, des GroßherzogthumS und KurfürstenthumS Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg und der freien Stadt Uran rsurt 4 30 fr in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und Tarisschen Berwaltun gSgebietes 8 fl. 40 fr. Jnsera te werden die dreispaltige

i r ob'ren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden'in der L. Schellenderg'schen Hof-Buchhandlung, aus- würls bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.

u e b e r s i ch t.

Die Sitglisch-französisc-e Vermittlung in Italien.

Deutschland. Wiesbaden (Landtag). Mainz (Der Reichsver- wescr erwartet). Frankfurt (Reichstag. Französisches Ehrenzeichen bei einem würtenibergischen Reiterregiment. Offiziöser und offizielles Ge- sandtschastsverkehr). Vom Main (Das Verderbliche des 2L-affenstill- ßandS). Mannheim (Unruhess). Berlin (Die Waffenstillstands­angelegenheit in der Nationalversammlung. Der permanente Bürger­wehrausschuß. Die Cholera. Die Obligationen des Königsreichs West­phalen). Altona (Die neue Stellung der Truppen). Wien (TageSnachrichten. Die Cholera). Triest (Französische Dampfregatte.

Die Ungarn in Fiume).

Frankreich. Paris (Antrag einer auswärtigen Macht auf Ausweisung der politische» Flüchtlinge. Die Ruhe in Montpellier wieder hergestellt.

Vermischtes.

Die englisch - französische Vermittlung in

Italien.

(Aus der Rheinischen Zeitung.)

Die in auswärtigen Angelegenheiten gewöhnlich sehr wohl unterrichtetePresse" enthält über den Stand der Friedens­unterhandlungen zwischen Oesterreich und Sardinien folgende interessante Mittheilungen :

Am 28. l. M. hat unsere (die französische) Regierung Depeschen auS Wien, datirt vom 23., erhalten; Herr Raizet erstattet Herrn Bastide darin Bericht über eine Konferenz, die er am Tage vorher mit Hrn. v. Wessenberg gehabt in Gegen­wart von Lord Ponsonby. Bei Erörterung der von den beiden vermittelnden Ministern gemachten Vorschläge antwortete Ba­ron Wessenberg:Die kaiserliche Regierung betrachte die von Frankreich und England vorgeschlagene Vermittlung als eine neue und mächtige Garantie der Erhaltung des allgemeinen Friedens. Sie nimmt Akt von den durch diese beiden Groß- mächte angebotenen Dienste. Es ist aber ihre Pflicht, densel- ben die Hoffnung mitzutheilen, welche das Wiener Kabinet hege, auf dem Wege direkter Unterhandlungen mit dem Könige Karl Albert zu einem noch schleunigeren Friedensschlüsse zu kommen." Baron Wessenberg bat sonach die Gesandten, ihn für den Augenblick zu keiner Erörterung der Grundlage der angebotenen Vermittlung zu nöthigen, bis er von Marschall Radetzky nähere Details über die mit dem König angeknüpften Unterhandlungen erhalten haben werde, weil, falls dieselben einen günstigen Erfolg versprechen, jede andere Diskussion müßig seyn würde. Mit andern Worten: er hat nicht, wie behauptet worden, die englisch-sranzösische Vermittlung geradezu ausgeschlagen, sondern er,hat sich vorläufig die Befugniß, mit Karl Albert direkt zu unterhandeln, vorbehalten, unbeschadet seiner Absicht, später denn doch noch der Vermittlung sich zu bedienen, deren Bedingungen er alsdann prüfen würde.

Damit man Karl Albert nicht ohne Weiteres des Verraths an der italienischen Sache beschuldige, bemerken wir, daß die deutsche Zentralgewalt, gleich nach der Einnahme von Mailand, . eine Kommission nach der Lombardei geschickt hatte, um eine Annäherung zwischen den kriegführenden Theilen zu bewirken. »Auf diese Weise hofft Oesterreich den König zu Unterhanvlun- gen mit Radetzky zu veranlassen. Schon hat Karl Albert die Ernennung des Erzherzogs Johann zum Reichsverweser offiziell anerkannt (??). Herr Stadion hat am 23. sein Kreditiv als

sardinischer Repräsentant der Zentralgewalt überreicht (D- Er ist die erste Macht, welche die Zentralgewalt anerkennt, wäh­rend Frankreich der Rezeption des Herrn v. Raumer als deut­schen Gesandten aus Gründen, die wir später mittheilen wer­den, Schwierigkeiten entgegensetzt. Wie dem auch sey, jeden- salls will Karl Albert, indem er sich Deutschland nähert, einen ehrenvollen Frieden damit bezwecken."

D e n t f ch l a n d.

* Wiesbaden, 5. Sept. (Ständeversammlung.) Profi Bellinger interpellirt die Regierung wegen des Nichtbeginns der neuen Chausseebauten, Wenckenbach I und Müller II stimmten dem bei. Wenckenbach I wünscht das Resultat der Untersuchung wegen der konfessionellen Trennung in der Blei- denstadter Schule zu erfahren, da dort vor kurzem sogar ein förmlicher Religionskampf stattgefunden habe.

Die Tagesordnung führt zur Fortsetzung der Berathung des Gemeindegesetzes.

8. 8. lautet: In den größeren Städten und Ortschaften, welche über 1500 Seelen haben, werden 6 bis 18 Distrikte oder Viertel gebildet und die Bürger eines jeden dieser Viertel besonders zusammenberufen, um einen Gemeinberath zu wäh­len. Es ist nicht erforderlich, daß der Gewählte in dem Viertel wohnt, worin die Wahl stattfindet.

Die Abstimmung über die Wahl des Bürger meistert wird in solchen Städten oder größeren Ortschaften gleichfalls distrikts­weise vorgenommen.

Der Ausschuß empfiehlt den Paragraphen zur Annahme mit dem Zusatz:DaS Wahlrecht kann nur persönlich und nicht durch Vertretung vorgenommen werden."

Bertram findet den Ausdruckeinen Gemeinderath" un­passend, da bei Wiesbaden ja mehr als 18 Gemeinderäthe zu- gestanben sind. Er schlägt also vor:die Gemeinderäthc." Reg.-Komm. Werren hält es dann für praktisch, die Zahl­bestimmung der Distrikte ganz auszulassen. Wimpf findet die ganze Distriktseintheilung ungeeignet, während bei einem Durchzählen der Stimmen die Majorität der ganzen Bevölke­rung sich viel entschiedener ausspricht. R.-Komm. Bertram verweist auf die bereits erfolgte Bewährung der Zweckmäßig­keit der Viertelswahlen, die auch dem demokratischen Prinzip weit entschiedener entsprechen. Keim. Das Durchzählen der Stimmen hat nur dem Scheine nach etwas für sich, indem viele Theile einer größeren Stadt dann schwerlich ihren Mann werden durchsetzen können.

LotichiuS spricht sich dafür aus, daß halb so viel Distrikte gebildet werben als Gemeinderäthe zu wählen sind. Wimpf. Die Erfahrung hat an manchen Orten für das Durchzählen gesprochen. Es waren sogar Deputationen in dieser Absicht bei der Regierung. Fresenius. Die Berathung über 8. 8 wird nicht zum Ziele führen, wenn der 8. 6 in der beschlossenen Fassung bleibt. Die gesetzliche Feststellung der Zahl der Gemeinderäthe ist nur im Interesse der Ordnung. Der Abg. fragt daher, ob die Kammer noch Erörterungen über 8. 6 zulassen will. Großmann unterstützt dieß. Raht spricht dagegen. Die Kammer lehnt es ab und Fresenius stellt demnach den Antrag, auch den §. 8 auszusetzen biS zur zweiten Berathung. Uebrigens spricht der Aba. für die Bler- telS-Eintheilung. Folgerichtig müßte man sonst auch fesssetzen, daß bei Abgevrdnetenwahlen jeder Nassauer die 40 Zbgeordm-