des Ankers zu arbeiten, in welchem die Kette befestigt werden sollte.
ES waren nicht weniger als zwölf Mann dabei angestellt. Ein Paar zum Zuschlägen, einige, um den Anker an der Maschinerie, in der er hing, zu drehen und festzuhalten, ein Kommandant der ganzen Operation und einige noch in andern Funktionen.
ES dauert fünf Minuten, bis man die plumpe glühende Masse in die rechte Lage gebracht hat. Kaum hat man ihr ein Paar Schläge beigebracht, so ist sie schon wieder erkaltet und muß sofort wieder mit großer Umständlichkeit, mit Aufwendung manches Hallos und Kommandos herabgelassen und ins Feuer gebracht und unter den Kohlen verscharrt Werdern
Da muß man eine halbe Stunde lang darüber blasen und schüren, bis sie wieder so weit ist, daß ihr ein Paar Schläge versetzt werden können und das Loch etwas geweitert werden kann. Jeder einzelne Schlag hat keinen merkbaren Effekt, und die Leute fühlen wohl alle Mühe, aber sehen kaum einen Erfolg ihrer Beschäftigung. Erst die ganze unzählige Menge von Schlägen, die das Unding im Laufe von Wochen erhält, bringen die Löcher, die Arme und die ganze Gestalt zuwege. Es macht Einem schon übel, wenn man diese mühselige Arbeit mit ansieht. Die Menschen erscheinen dabei wie Lilliputer. Auf einem andern Ambosse hatten sie eins der großen eisernen Kniee vor, welche jetzt statt der ehemaligen Kniehölzer in den Schiffen gebraucht werden, um die Decks der verschiedenen Schiffsetagen zu tragen.
(Fortsetzung folgt.)
Der Instizminèster Mirrie über die Zeitungskantiorr
In der zweiten Sitzung, welche die französische National- Versammlung über die Kautionöleistung der Journale hielt, sprach der Justizminister Marie folgende gewichtige Worte: »Das Gesetz über die Kautionsleistung, welches vorgeschlagen wird, soll kein bleibendes, sondern nur ein vorläufiges seyn; die Regierung wünscht dringend den Augenblick herbei, wo die Nationalversammlung dauernd einen Preßgesetzkoder erläßt. Ich liebe die Freiheit, aber noch höher als sie stelle ich das Vaterland; dieses will ich gegen die Ausschweifungen Zügellosigkeit vertheidigt sehen. Absolute Ideen von Freiheit u. s. w. sind eine schöne Sache, aber sie allein regieren nicht.. Die Aufgabe einer Regierung besteht weder Mrin den Thatsachen zur Herrschaft über die Ideen, noch darin den Ideen zur Herrschaft über die Thatsachen zu verhelfen. Ihr Zweck ist, jene durch diese, diese durch jene zu beaufsichti- tzen, sie mit einander in versöhnende Berührung zu bringen, lud sich nicht in absolute, wenn auch edle Ideen zu verlieren,
die sich zwar für eine beredte Rede eignen, aber der Regierung, der ernsten Geschäftsbehandlung schlecht anstehen.
Man hat gesagt, wenn die Republik nicht mit der Freiheit leben könne, so solle man es offen sagen, man würde dann schon seine Maßregel zu treffen wissen. In diesen Worten lag eine Drohung, der ich nicht mehr Gewicht beilege, als sie haben muß, die ich aber aufdecken muß. Die Erfahrung liefert auf diesen Einwand eine energische Erwiederung.
Ja, auch wir, als wir in die Regierung eintraten, hegten diese — man erlaube mir den Ausdruck— mehr ritterlichen als gründlichen und wahren Ideen, deren sich unsre Gegner gestern auf der Rednerbühne bemächtigten. Ja, wir haben geglaubt, oder wenigstens ich für meinen Theil habe geglaubt die Bildung sey in der Welt so weit vorgeschritten, daß an ihrem glänzenden Licht sich die Geister erhoben, sich die Herzen gemildert hätten. Wir hatten gedacht, ich dachte, gleich den ehrcnwerthen Rednern von gestern, daß die Irrthümer der Presse leicht durch die Wahrheiten der Presse verbessert würden, daß die Vernunft einzige Herrin des Menschen sey, und daß aus lebendigem Streiten und Ringen die Eintracht emporsteigen werde.
Von diesen Ireen geleitet, haben wir wirklich alle Gesetze der Restauration und der jünger» Bourbonenlinie bei Seite gesetzt; wir haben im Geist dieser Ideen alle Garantien, welche nicht blos gegen die Freiheit, sondern auch gegen das Uebermaß der Freiheit gegeben waren, in Staub getreten. Wir haben nicht gewollt, daß unter dem republikanischen System irgendeines der alten Gesetze angerufen oder angewandt werden könne. Und was war die Folge?
Von den Angriffen auf die Personen will ich nicht reden; diese weiß ein edles und erhabenes Herz leicht zu verachten, sie wollen wir mit verdienter Verachtung erdrücken. Aber sie gingen noch höher hinauf. Die regierende Gewalt wurde angegriffen, alle Ueberlieferungen der Vergangenheit wurden auf freche Art in Frage gestellt; die granit- nen Säulen auf denen die Gesellschaft ruht, wurden täglich durch die Angriffe der Presse, und Gott weiß welcher Presse, erschüttert. Das haben wir gesehen, deß waren wir Zeugen. Statt der absoluten Freiheit, der wir die Thore weithin geöffnet hatten, drang die Anarchie auf uns ein. Sie verleugnete alles, was geachtet ist; sie verspottete aller Verehrte und wollte aus der Republik eine namenlose Macht machen, welche ohne Zukunft seyn mußte, weil es ihr an einer Ueberlieferung aus der Vergangenheit fehlte.
Unter dem Eindruck dieser Thatsachen, fuhr der Redner fort, sey er zur Ueberzeugung gelangt, daß vorläufig ein Präventivgesetz gegen die Presse erlassen werden müsse. Eine Kautionsleistung von 24,000 Fr. sey keine Ungerechtigkeit. Eine Zeitung ist nicht der Ausdruck eines einzelnen Menschen, sondern eine Sammlung vieler Menschen, vieler Meinungen, sie ist der Ausdruck einer Partei. Wer aber glaubt in Frank-