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Vor einigen Tagen dirigirte der Staatsbautenminister den Beschlüssen der Nationalversammlung über Auflösung der Na- tionalwerkstätten gemäß eine starke Zahl Proletarier deS Fau- bourgs St. Antoine nach dem Marenkanale, um sie bei den dortigen Wasserbauten zu beschäftigen.

Vor Lagny angekommen, schaarte sich die ganze Bevölke­rung zusammen, um der heranmarschirenden Kolonne den Ein­gang zu verbieten, da ihr das Gerücht vorangeeilt war, sie bestehe aus den ehemaligen Kameraden der Räuber, welche dort zu übernachten und zu rauben gedachten. Was thun? Ihr eine Schlacht liefern? Die Arbeiter sind nicht so blut­dürstig. Sie blichen vielmehr auf einer Wiese und bivouakir- ten auf freiem Felde. Abends begab sich eine kleine Zahl von ihnen einzeln und angeblich um Lebensmittel einzukaufen in den Flecken. Auf dem öffentlichen Platze angekommen, stimm­ten sie ein Lied (aus dem Orpheon) an. Die Einwohner lauschten den bezaubernden Tönen und eine Stunde später zog die ganze Karawane unter vollem Jubel in der Gemeinde ein, die sie dann gastlich bewirthete.

Briefen aus der Schweiz zufolge ist dieselbe in diesem Sommer ganz leer. In Genf und Lausanne sind Wohnungen, die früher enormes Geld einbrachten, für die Hälfte die Preises zu haben. Wo sind denn die Fremden?

I t a l i e it.

Armeebefehl des Feldmarschalls Radetzky am 7. d. M. aus dem Hauptquartier Mailand.Soldaten! Als ich die Ueberzeugung aussprach, daß an Eurer Treue und Tapferkeit die Versuche einer aufrührerischen Faktion wie Glas am har­ten Felsen brechen werden, stand mein Vertrauen in Euch un­erschüttert fest. Ihr habt es glänzend gerechtfertigt; Ihr seyd von Sieg zu Sieg geeilt, in dem kurzen Zeitraume von 14 Ta­gen siegend von der Etsch bis an den Ticino gedrungen; von den Wällen Mailands weht wieder das kaiserliche Banner; kein Feind steht mehr auf lombardischem Boden. Ihr habt einen Völker- und Fürstenbund gesprengt, der sich anmaßte, uns unsere Gränzen jenseits der Alpen anweisen zu wollen, uneingedenk geheiligter Verträge, uralter Rechte. Soldaten! Im Namen des Kaisers und des Vaterlandes danke ich Euch!. Ihr habt Euch um Thron und Vaterland wohl verdient ge­macht. Euere Siege werden den Frieden wieder zurückführen. Sollte aber der Feind in seiner Verblendung nochmals uns

anzugreifen wagen, dann werden neue Siege ihn lehre» wL Oesterreichs sieggewohntes Heer vermag, das treu seinem Kai ser, anhänglich seinem Vaterlande keine Mühseligkeiten scheut und dem Tode freudig in's Auge blickt, wenn man sein Höch stes und Heiligstes bedroht. Radetzky, m. p. Feldmarschall'

Ungarn

Pesth, 11. August. (D. A. Z.) Unerwartet ist Heuß der Erzherzog Stephan nach Wien gereist, worüber man sich mehrfachen Vermuthungen hingibt. Mit höchster Span- nung steht man hier der Bestätigung oder Widerlegung bd Gerüchts von der französischen Intervention in Italien èntg!- gen. Diese wird natürlich der jetzt wenig imponirenden Stel­lung Ungarns gegen Oesterreich eine furchtbare Seite verleihen, und die Dynastie sowohl, als das wiener Ministerium müßten sich ohne weiteres zur ausgedehntesten Nachgiebigkeit verstehen. Die Mitglieder des Landtags besprechen sich bereits in geheiw- nißvoller Weise, eine neue Ministerliste soll schon fertig sey und der erste Tritt, welchen die Franzosen in österreichfeind­licher Absicht auf italienischen Boden thun, wird wie ei« elektrischer Schlag Ungarn durchzucken.

Spanien.

-^ Madrid, 10. August. Aus Katalonien melden bk Blätter die Erneuerung neuer karlistisch-republikanischer Bewe gungen. Die Bande Tristanis zeigt sich wieder sehr bedrohlich

Türkei

Konstantinopel, 2. August. (D.A. Z.) Das Bedürsnii einer G esammtv ertretung Deutschlands im Aus lande läßt sich vielleicht nirgend lebhafter fühlen, als in Oriente. Nicht nur fehlt den bisherigen Vertretungen einzelmi Staaten in Deutschland dahier die Kraft, sondern sie arbeite« auch nicht selten gegen einander, und die hier wohnenden Un­terthanen der verschiedenen Staaten erben mehr oder wenige, von diesem Geiste. Die Donaufürstenthümer und ihr bevor stehender neuer Gährungsprozeß erfordern ein unmittelbare, kräftig ernstes Auftreten von Seiten des mächtigen Gesummt deutschlands. Am 30. Juli gab die Ankunft eines Dampf schiffs des Oesterreichischen Lloyd mit deutscher Flagge den hie sigen Deutschen Anlaß zu einer feierlichen Begrüßung uni Ueberreichung einer Krystallschaale mit einer Flasche Johan niöberger Weins.

Bekanntmachungen.

2681 ZBgdveepachtZmg.

Montag den 21. dieses Monats, Morgens 10 Uhr, wird die Jagd in der Gemarkung Naurod in dem dortigen Ge­meinde-Schulhaus an den Meistbietenden verpachtet.

Naurod, den 9. August 1848.

Herzog!. Schultheiserei.

Schreiner.

KMU ZI MM».

soll Heute, Samstag, den 19. August:

Abends 8 Uhr

Réunion dansante.

, In der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wies­baden ist zu haben:

Sieben Weissagungen der Ludmila Ghmel, Nonne im Kloster zu St. Francisci zu Prag, über die für Böhmen und das übrige Deutschland wichtigen bis zum Abschlusse dieses Jahrtausends sich ereig­nenden Weltbegebeuheiten: worunter der jüngst erfolgte, durch Mißdeu­tung des Orakels verunglückte Czechenaufstand. Aus einer im Stift Strachow zu Prag aufbewahrten böhmischen Handschrift aus dem 13. Jahrhundert, zum Erst enmal verdeutscht und mit historischen und poli­tischen Erläuterungen versehen. Preis 21 kr.

302] Ein weißer Pinscher, Rattenfänger, ist am 12. dieses aus der Krone in Biebrich entkommen. Wer über denselben Auskunft gibt oder hierher zurnckbringt, erhält 1 fl. Belohnung.

. âebrich, den 14. August 1848. Der Gastwirth Ehr. Schmidt.

Kursaal zu Wiesbaden.

Samstag den f». An gast, Abends 7 Uhr, Z O IT Z R T für

Mad. Friedersdors, gegeben von den Frl> Biern »< Biudrna. den Herren JPeez, Scliapkr. Klippel A' Kogler.

Sowohl der Zweck des Konzertes, wie die anerkannte Tüchtigkeit der mitwirkenden Kräfte wird demselben gewiss recht zahlreiche Theil­nehmer sichern!

Sa der L Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wies­baden ist zu haben:

Portrait

Sr. kaiserl. Hoheit des Reichsverwesers Erzherzog Johann von Oesterreich

Nach einer Photographie lithographirt von Schapper-

Preis auf gewöhnlichem Papier 42 kr.

chinesischem 1 fl.

Dieses Portrait darf von allen bis jetzt erschienenen mit Recht als M ähnlichste empfohlen werden.

299] Ein neu erbautes Landhaus nebst Garten in der Steinhohl und ' Wohnhaus nebst Hinterbau und Garten Taunusstraße Nro. 14 stehen freier Hand zu verkaufen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.