ksS aber etwa die Absicht seyn — heißt es dann weiter — daß Oesterreich ohne die Theilnahme Deutschlands die Unterhandlungen führe und zum Abschluß bringe, mit dem Vorbehalt der provisorischen Zentralgewalt und der Nationalversammlung hintendrein davon Kenntniß zu geben, so wäre das derselbe demüthigende Modus, der früher gegen den deutschen Bund eingehalten wurde, und der Deutschland in den Augen Europa's so tief herabgesetzt hat. Gegen ein solches Verfahren müßten wir uns mit aller Entrüstung erheben, und wir sind überzeugt, daß das gesammte Deutschland in diesen Ruf tinstimmen würde. Wir überlassen uns deßhalb auch der Hoffnung, daß die Zentralgewalt keinen Augenblick säumen werde, dieserhalb die geeigneten Eröffnungen nach Paris, London, Turin und Wien gelangen zu lasten. Als passendster Ort für Eröffnung der Friedensunterhandlungen wird schließlich Frankfurt vorgeschlagen.
Ueber den zweiten Tag deS Kölner DombaufestcS werden wir morgen das Ausführliche nachtragen. Vorläufig heben wir Folgendes heraus:
„Wer beschreibt den Jubel" — so berichtet die Köln. Z. — „als dem Könige, der über Deutz ankam, der Erzherzog- Reichsvcrwcser auf dem Rheinwerfte entgegentrat und Beide sich umarmten, sich herzlichst brüderlich in die Arme schlossen! Die Bürgerwehr hatte bis zur Wohnung des Reichsverwesers Spalier gebildet, durch welches der König zu Fuß ging, dem Reichsverweser die Rechte bietend, indem er rasch gewechselt hatte, als der Erzherzog ihm zur Linken getreten war.
Indessen hatten sich die Straßen zum Regierungsgebäude mit Menschen gefüllt, wie auch der Platz vor demselben. Auf der ganzen Strecke, wie auch im Regierungsgebäude hatte die Bürgerwehr alle Wachen besetzt, wobei sich das Schützenkorps besonders auszeichnete. Die zur Vorstellung beschiedenen Personen harrten in der Vorhalle.
Den Präsidenten v. Gagern an der Spitze, füllten nach und nach gegen hundert Abgeordnete der frankfurter Reichs- Versammlung den rothen Saal, der an die Gemächer des Königs ftofit Als dieser erschien, richtete Herr v. Gagern folgende Worte an Se. Majestät:
mit
„Königliche Majestät! Der Dombauverein von Köln hat die deutsche National-Versammlung eingeladen, einem bedeutungsvollen Feste beizuwohnen. Diese hat solcher Einladung entsprochen, und die hier anwesenden Mitglieder konnten sich überzeugen, daß es für den Ausbau auch dieses herrlichen Werkes der nationalen Einheit bedarf. Das Streben nach Einheit auch in diesem Werke ist durch Eure Majestät neu erweckt worden. Die Reichs-Versammlung vertraut fest auf die Unterstützung Eurer Majestät bei dem Baue der Einheit, der unternommen ist und den die Nation ausführen wird!"
Der König bemerkte: „Die Einheit Deutschlands liegt am Herzen; sie ist ein Erbtheil der Mutter!"
Präsident von Gagern: „Wir wissen, daß Eure Majestät der Pfleger dieses Gedankens sind!"
Der K ö n i g entfernte sich, kam zurück, ließ sich durch den Präsidenten die anwesenden Mitglieder der National-Versammlung vorstellen und sprach dann etwa folgende Worte:
„Meine Herren! Um recht gute Freunde zu seyn, ist es nothwendig , daß man sich von Angesicht zu Angesicht kenne; deßhalb freut eö mich wahrhaft, Sie hier gesehen zu haben. Mit vollem Herzen wünsche ich Ihrer wichtigen Aufgabe ein segensreiches Gedeihen. Seyen Sie überzeugt, daß ich nie vergessen werde, welch ein großes Werk zu gründen Sie berufen sind, wie ich überzeugt bin, daß Sie nicht vergessen werden, daß es in Deutschland Fürsten gibt und ich zu diesen gehöre. Ich wünsche Ihnen zu Ihrem schwierigen und großen Berufe allen Segen und alles Gedeihen von ganzem Herzen."
Ein lebhaftes, kräftiges Lebehoch war die Antwort auf
!?°st"' 4; August. (A. Z.) Die Nachricht von der Einverleibung unsrer Stadt und deS deutschen Theils unsrer Pro- fV?^ deutsche Reich, hat hier wider Erwarten f d" leiseste Störung der öffentlichen Ruhe zur Folge lbh^llt.®m^^ ward der Kaiser mit der Nachricht von der Mailand» überrascht. Der FeldmarschaUlieutenant . "Unstet» hatte daselbst den Kaiser erreicht, und ihm TtldmarschallS Radetzky die Schlüssel jener Mailand hat sich in sein Schicksal gefügt, ein» ^ ,. h eine Tugend gemacht, dem alten Feldmarschall «nb AMUEadrtffe zugcsteUt, an seine Großmuth apprllirt, das Haupt gebeugt.
Triest, 9. Aug. Aus Venedig erhielten wir gestern mit, telst des englischen Dampfers Locust Briefe und Zeitungen bis zum 7., aber wenig bemerkenswerthe Neuigkeiten. Die provisorische Regierung erläßt Dekrete über Dekrete, aus welchem einerseits hervorgeht, daß dort der größte Geldmangel und steigende Noth der unbemittelten Klassen herrscht; andrerseits, daß sie einen Ausbruch von Unordnung befürchtet, da sie die im Strafkoder enthaltenen Bestimmungen in Betreff der Zusammenrottung u. s. w. in Erinnerung bringt, und allen Nichtvenezianern, welche ihren Aufenthalt in Venedig nicht motiviren können, befiehlt binnen 24 Stunden die Stadt zu verlassen.
(Allg. Ztg.)
Ungar n.
Ofen, 5. August. Aus Privatnachrichten erfahre ich eben, daß polnische Bauern in großer Menge unsere Gränze überschritten haben und die Gegend bei Kaschau und Unghvar bereits verheeren. Dagegen erhielten wir aus verläßlicher Quelle die Kunde, daß polnische Edelleute zu uns kommen wollen, um gegen die Raizen mit uns gemeinsam zu kämpfen. (P. 3 )
Ital i e n
Cavalcasello, 10. Aug. 9‘/4 Uhr. So eben ist ein Kurier aus Mailand hier im Hauptquartier der Peschiera belagernden Armeeabtheilung augekommen; er ist Ueberbringer eines Befehls des Marschalls zur Einstellung aller Feindseligkeiten gegen diese Festung. Schon reitet ein Jägeroffizier mit einer weißen Fahne, hinter ihm ein Trompeter mit einem durch obigen Kurier eingelangten Befehl Karl Alberts an den Kommandanten in Peschiera — wahrscheinlich wegen Uebergabe der Festung. (Allg. Ztg.)
Verona, 11. Aug. Gestern Nachts gegen 12 Uhr ist der Parlamentär zurückgekommen. Die Festung wird Sonntag den 13. d. M. geräumt. Ein Waffenstillstand ist auf sechs Wochen abgeschlossen, während dessen der Friede mit Karl Albert unterhandelt werden soll. Binnen drei Tage müssen die Plätze, wo sich noch picmontesische Truppen befinden, vom Be- kanntwerden des Waffenstillstandes an geräumt werden und die Gefangenen zurückgegeben seyn. Das blutige Poffcnspiel italienischer Leichtgläubigkeit nähert sich seinem Ende.
èt 11 # l a ei d.
Petersburg, 23. Juli. (D.A.Z.) Zum 21. Juli waren 1785 Cholerakranke in Behandlung verblieben; im Verlaufe dieses Tages kamen hinzu 92, genasen 119 und starben 51 (darunter 29 in den Wohnungen). Zum 22. Juli verblieben 1707 Kranke in Behandlung. Unser orientalischer Gast hat plötzlich sich zum Bessern bekehrt und die Krankheit vermindert sich auffallend, wie Sie aus obigem heutigen Bulletin ersehen. Mehr noch als die Zahlen spricht der Umstand, daß man vorgestern vier Hospitäler wieder aufgehoben hat, da sie leer und unnöthig und die noch bestehenden hinreichend waren. Unsere Aerzte besorgen jedoch, daß die Zahl der täglichen Erkrankungen wieder steigen werde, da mit dem 13. August die Fasten der Russen beginnen, während welcher die Lebensmittel von der Art sind, um die Erkrankungen zu befördern; auch die höher.« Klaffen sind sorgloser geworden und erlauben sich jetzt schon wieder kleine Abweichungen von der Diät, während doch nichts besser schützt alö strenge Dkät. Fast bei jedem Todesfall kann man einen starken Diâtfebler nachweisen. Im Innern deS Reichs breitet sich die Krankheit immer mehr aus. In Riga ist sie sehr bösartig; eS sterben täglich an 100, bei einer Bevölkerung von 40- 50,000 Einwohner. ES ist ausgefallen, daß die Aeltern von Vielen, welche jetzt an der Cholera gestorben, 1831 auch von dieser Krankheit hingerafft worden.
Petersburg, 3. August. Gestern traf hier der Bericht deS Oberbefehlshabers deS abgesonderten kaukasischen KorpS über die Einnahme des befestigten Auls Gergebil durch die Truppen deS daghestanschen Detachements, unter Anführung des Gene- rallieutenantS Fürsten ArgutinSki ein. Schemil war Zeuge der Eroberung der von ihm für unnehmbar erklärten Festung und der Vernichtung oder Flucht bei Garnison, die eidlich gelobt hatte, Gerbeli den Russen nicht zu übergeben.
Sprechsaal für Stadt Hub Land.
An den Redakteur der Rass. Allg. Zeitung.
Die Nr. 131 Ihres Blattes veröffentlicht gegen mich einen Angriff, dem in gleicher Weise zu entgegnen ich genöthigt bin. Zur Wiederlegung theile ich die Art meines Austrittes aus Militärdiensten hur mit und erwarte von Ihrer Unparteilich- feit, daß Sie dieselbe in Ihre Spalten aufnehmen.