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liche Dombauverein, der Fröhliche Dombauverein und der Bürgerliche Dombauverein. (Schluß folgt.)

Der Geist im russischen Heer.

(Schluß.)

Ein anderes Gesetz verfügt: beschädigen durchgehende Pferde einen Menschen an seinem Leibe, so verfallen die Pferde der Löschkompagnie, der Kutscher aber wird in die Armee gesteckt. Wie oft dies bei der russischen Art der Pferdeführung geschehen muß, ist einleuchtend. So sehen wir denwallein durch jene Will­kür der Leibherren und bereits durch dies einzige Gesetz alljährlich Hunderte als Sträflinge in das Heer eingereiht. Ihnen bleibt zur Erlangung besserer Zustände kein anderes Mittel als brave Soldaten, tüchtige Krieger zu seyn. Sie kämpfen um das Entweder-Oder. Entweder ewig Soldat im grauen Mantel, oder Unteroffizier, Feldwebel, Offizier auf dem Schlachtfeld- Auch schlägt sich wohl mancher von jenen Strafsoldaten schlech­terer Gattung zu ihnen. Denn dies Eine hat er wenigstens mit den übrigenUnglücklichen" gemein, daß seine bürgerliche Laufbahn mit dem Eintritt in des Kaisers Dienst abgeschlossen hinter ihm liegt, daß nur soldatisches Verdienst ihm wieder die Möglichkeit besserer Lebensstellungen öffnet.

Wir haben die Armee durchmustert, wir lernten ihre Be­standtheile und den aus deren Lebensverhättnissen hervorgehen- den Geist des Heeres kennen. Wir sahen, welche Beweggründe für oder wider die Tüchtigkeit im Felde sprachen, und es bleibt noch übrig dem Einfluß nachzufragen, welcher gewisse Schlag­worte als allgemeine Schibolethe geltend zu machen strebt. Es sind dieselben Worte, welche Preußens Krieger durch Jahr­hunderte begeistert haben: für Gott, König und Vaterland. Aber den Begriff deS beleidigten Gottes und Herrschers ver­webt hier die Popenschaft zu einem untrennbaren Begriff. Wenn sie das eine angegriffen schildert, so predigt sie auch das andere verletzt. Gerade zu dem bevorstehenden Kampfe gegen Westeuropa hat sie nun diesen Weg eingeschlaqen. Gottesschänder sind die da draußen, deren Freiheitsruf euch zu den Ohren klingt so haben sie gesprochen. Die Altäre ha­ben sie hohnlachend niedergerissen, die Kirchen plündernd ver­wüstet, die Heiligthümer räuberisch zerstört. Ihre Fürsten ha­ben sie herabgerissen von den Thronen, und nun wollen sie ankämpfen gegen unsere Gränzen, um ihre Gottlosigkeit herein- zutragen in unser heiliges Land. Die Kirchen ihrer Schätze zu berauben, eure Dörfer niederzubrennen und unter Verwü, stung und Greueln Hinzustürzen nach dem Sitze des Zaren, eures Vaters, Gottes Statthalters auf Erden, des mächtigen Herrschers der Welt, um auch in seiner Krone, euch eures Vaters und eures Vaterlandes zu berauben das ist ihr Ziel und Zweck. Darum hat er euch gerufen, seine Kinder, damit ihr die heidnischen Horden niederschlaget mit der Schärfe des Schwertes, damit ihr, die Gotteskämpfer, die heiligen Altäre wieder aufrichtet, und euern rechten, ächten, wahren

Glauben geltend macht in allen Landen! Mit euch ist Gott und darum Euer der Sieg. Draußen stehen auch noch Mil­lionen eurer Brüder geknechtet von den Heiden, harrend eurer Heere. Sie werden den Aufrührern in den Rücken fallen, während ihr ihnen ins Angesicht schlaget; so werden diese zer­malmt und ihre Seele des Teufels Beute. Dann wird euer Vater, der Czar, die ganze Welt beherrschen, deren Herrschaft ihm von Gott bestimmt ist. Ihr aber, seine Kinder, steht sei­nem Throne zunächst und werdet von dem unrecht erworbenen Gute der feigen Feinde glückliche Tage haben; ihr werdet Grundbesitz erhalten und werdet dastehen, als die Leuchte aller Völker. So schwingt die Waffen gegen die Heiden, denn mit uns ist Gott!*)

Solche Worte verhallen nicht ungestört. Sie schrecken den Schwachen, ermutigen den Nachlässigen, entflammen den Kampfgerüsteten. Alles, alles was dem Russen lieb und werth ist, nennen sie ja bedroht; alles, was ihn lockt, verheißen sie ihm als Siegeslohn. Dazu kommen die kleinen Gewährungen besserer Kost und erhöhten Soldes, dazu die Mahnungen der Soldatenkinder und Offiziere. Die Offiziere selbst aber dieß dürfen wir nicht vergessen sind großentheils krieggeübt. Man darf sogar ohne Uebertreibung sagen, daß vom Major aufwärts mehr als die Hälfte längere oder kürzere Z^t dem Feinde gegenübergestanden hat sey's in den älteren türkischen und persischen Kämpfen oder im polnischen Kriege oder endlich im Kaukasus. Auch sind sie großentheils kampflustig. Theils wurden sie selber von den ausländischen Sachlagen nicht an­ders unterrichtet, als ihre Soldaten, theils leuchtet ihnen in das starre Einerlei des Garnisonsdienstes oder in die zwecklosen Strapazen der jährlichen Heerschauen und Scheinkriege verlok- kend die Erinnerung des wildfreien Lebens früherer Kricgszei- ten, theils wirkt die Hoffnung auf Beute, Beförderung und Befriedigung des Hasses gegen das Ausland, theils endlich ruft sie ein wirkliches Bewußseyn ihres Berufes.

Verhehlen wir es uns nicht, der erste Zusammenstoß mit den russischen Heeren wird ein furchtbarer seyn. Der Fana­tismus kämpft in ihren Reihen, der Haß treibt sie vorwärts, die Beuteluft lockt sie. Aber es fehlt ihnen das Selbstbewußt­seyn der Freiheit, die unbesiegbare Macht des höheren Vater­landsgefühles und die Berufung auf das ächte, wahre Recht. Dieß trägt unsere Banner und trägt sie zu siegreichem Ende.

Strafbestimmungen eines republika­nischen Preßgesetzes.

In der Sitzung der französischen Nationalversammlung vom 10. August standen dieStrafgesetze gegen Preß­vergehen" auf der Tagesordnung.

*) Wörtlich aus der Ansprache eines Popen im Kiew'schen nach schrift­licher Mittheilung. D. Eins.