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Beiblätter

jur Nassauischen Allgemeinen Leitung

für Literatur, Kunst und gemeinnützige Interessen.

M 131. Dienstag den 13 August 188^

Zur Geschichte des Kölner Dombaues.

(Fortsetzung.)

Möge also mit dem Zusammentreffen der beiden erlauchten Männer aus dem Hause Habsburg und Hohenzollern in Köln eine große und glückliche Zeit für die Heimath beginnen; möge bei diesem Nationalfeste die Eintracht und Einheit der deutschen Stämme und ihrer Fürsten einen kräftigen Anfang nehmen und bald zu beglückendem Gedeihen erstarken!

Nächst dem Könige von Preußen hat Niemand thätiger für den Dombau gewirkt, als der erste deutsche Kunstbeförde­rer, König Ludwig von Bayern. In zwei Handschrei­ben des Fürsten, an den Erzbischof Koadjutor v. Geissel ge-^ richtet (vom 8. und 22. Mai 1842), bemerkt man die Stellen: »»Ihnen wird bekannt seyn, wie auch Ich Mich des Ausbaues des Kölner Domes, des im Spitzbogenstyle unerreichten, thätig s annehme" j undrecht angelegen nehme Ich Mich des Kölner Dombauvereines an." In einem anderen Briefe an den­selben Kirchenfürsten (vom IQ. Januar 1843) heißt es:Ver- kündigen Sie dem Dombau-Ausschusse, daß Ich vorhabe, nicht ein, sondern alle vier neben einander befindliche neue Fenster der Südseite mit Glasmalereien auf Meine Kosten zu s versehen, aus hiesiger Manufaktur. Im Sommer 1844 können ; sie begonnen, in drei Jahren beendigt werden. Mir, wieder­hole es, liegt des Domes Vollendung recht am Herzen." ; Einige Monate später schrieb König Ludwig:Mit Freuden sehe Ich den Anklang, den der Ausbau des Kölner Domes gefunden; damit derselbe aber auch zu Stande komme, thut Beharrlichkeit noth; noth, daß der Eifer nie erkalte." Ferner f richtete dieser Monarch aus Aschaffenburg den 21. Juni 1843 ' nachstehendes eigenhändiges Schreiben an den Erzbischof von Köln.. .. Vorgestern erhielt Mein Gesandter in Frankfurt von Mir den Auftrag., seinen Kollegen ihn vorzulegen, näm­lich den Vorschlag zu einem Kölner Dombauverein der Teut­schen Bundesmitglieder, der Ich Mich verbindlich mache, wenn er zu Stande kommt (außerdem freilich nicht), so lange er bestehen wird, auf Meine Lebensdauer des Jahres 10,000 fl.

aus meiner Kabinetskasse beizutragen. Wohlverstanden, die von Mir zu geben vorhabenden vier Glasgemälde-Fenster werden nicht eingerechnet. . . Des Kölner Domes Ausbau ist Ehrensache für Teutschland.

Der König von Bayern, Ludwig."

Durch den Erzbischof Ferdinand August, Grafen Spiegel zum Desenberg wurde 1825 die Kathedralsteuer wieder einge­führt, wodurch dem Baufond 84,310 Thlr. zuflossen. Diese Steuer besteht darin, daß in der ganzen Diözese, gleichzeitig mit den Stolgebühren, bei jeder kirchlichen Kopulation 10 Sgr., bei jeder Taufhandlung 5 Sgr. und bei jeder Beerdi­gung 1 % Sgr. zu Gunsten des Dombaues erhoben werden. Im Allgemeinen wird aber bei der Erhebung sehr mild ver­fahren, und die nicht besteuerten Armen bilden in der Regel den dritten Theil der Gesammtzahl.

Die Dom-Kollekten führte man im Jahre 1833 ein; sie sind seitdem fast jährlich abgehalten worden, und haben in den letzteren Jahren ein günstigeres Ergebniß geliefert, als in den ersteren.

In der 41. Sitzung des Dombau-Vereins-Vorstandes (am 21. April 1845) benachrichtigte Hr. Regierungs- und Baurath Zwirner die Versammlung, daß der Prinz von Preußen zur planmäßigen Ausschmückung der Eingangshallen des Süd- Portals durch Bildwerke eine Summe von 10,000 Thlrn. mittels Schreibens vom 2. April 1845 zur Verfügung gestellt habe. Im Sommer 1845 machte der Kaiser von Oesterreich ein Geschenk von 8000 Gulden; der König der Niederlande sandle 1000 Florin niederländisch Kourant, die Königin von England 3500 Thlr., der Großherzog Leopold von Baden 2000 Gulden, Erzherzog Johann von Oesterreich 300 Dukaten, Fürst Metternich 100 Dukaten, der kölnische Gastwirth Hr. v. Thenen 1535 Thlr., die Aachener und Münchener Feuer- Versicherungs-Anstalt 800 Thlr., die oberschlesischen Bergleute 700 Thlr., der Rittergutsbesitzer Boismard 1500 Thlr., der Herzog Prosper von Aremberg in Brüssel jährlich 1000 Thlr., der souveräne Fürst von Liechtenstein 200 Dukaten, Freiherr von Spiegel 2000 Thlr. zur Herstellung eines gemalten Fensters