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ihres Heeres keineswegs. Die heutigeaktive Operations­armee" hat seit dem Ende des polnischen Kampfes keinem Feinde gegenüber gestanden, sie besteht also bis auf wenige Veteranen aus Kriegsneulingen. Unter den Waffen stand sie freilich vollzähliger, als die deutschen Kriegsheere, aber in einem Garnison-, Gamaschen- und Paradedienst, welcher das Soldatenleben überhaupt verhaßt machen mußte, indem er mit unnöthigen Plackereien die Kräfte der Menschen bald bis zum Uebermaß in Anspruch nahm und aufrieb, bald wieder in fauler Ruhe verharren und dadurch ermatten ließ.

(Fortsetzung folgt.)

):( Ein prophetisches Wort.

Der durch sein verdienstvolles Werk:Die deutsche Nationalliteratur seit dem Anfänge des 18. Jahrhun­derts, besonders seit Lessing bis auf die Gegenwart, historisch und ästhetisch-kritisch dargestellt rc." rühmlichst bekannte Pro­fessor Dr. Hillebrand tritt am Schluffe seines Werkes als ein Heller Seher künftiger Tage auf. Er fühlte, was Deutsch­land noth thut und was er ahnte und kräftig wollte, ist be­reits vor unser Aller Augen in Erfüllung gegangen. Hören wir seine Worte:

Es ist die Neigung zum objektiven Kommunismus des Staates, d. h. (um Mißverständnissen zu begegnen) die Nei­gung gegen die wahre und innerlich lebendige Einheit deS Staates und Volkes, worauf der Bau unserer Zukunft ruhen muß, wenn er fest und national-wohnhaft seyn soll. Gebt uns ein Volk, das der Staat ist, und einen Staat, der das Volk ist, und Deutschland wird jung seyn und groß und mächtig in sich, wie nach Außen, seine Literatur aber wird in eine neue kräftige Blüthe eintreten, die gleich­schön an sich, als fruchtbar für Bildung und Gesinnung zu seyn verheißt.

Wenn die Beamtenpraris , die leider in Deutschland, weil ihr das öffentliche Leben keine freie Aussicht gewährt, ost nicht viel weiter sieht, als daS Büreau reicht, in welchem sie sich abschreibt, unS hier, wie gewöhnlich bei den Fragen nach zeit­gemäßen Fortschritten, die Abstraktion der Theorie entgegen# wirft; so erlauben wir uns zu fragen, ob sie die Gesch i cht e kennt, oder ob sie diese etwa nicht für Praxis hält? Freilich liebt sie es, die Geschichte aufzufordern, um für ihre konser­vative Stabilität Zeugniß abzulegen; allein es will unS be- dünken, daß hierbei der Mangel an Studium oder an Verstand zu Grunde liege. Hätten wir denn überhaupt seit Adam und Eva nur eine Geschichte, wenn kein Fortschritt wäre, und beweist nicht gerade die Geschichte, daß der konservative Status quo eine schlechte Abstraktion ist, während ba6,. waS wir for- dern, die organische Einheit des Staats und Volks, seit der Zeit, wo Wilhelm III. nach DahlmannS

Worteden Eckstein der Freiheit in die Geschichte Europa'- vorgeschoben," in England mit jedem Tage sich mehr als daS wahrhaft Konkrete ausgewiesen hat? Wollte man uns fragen, wie solcher organisch-politische Kommunismus zu verwirklichen, um der Gefahr seiner abstrakten revolutionären Form zu ent­gehen; so antworten wir: durch das System einer mög­lichst vollständigen und umfassenden Repräsen­tation. Zu dieser Repräsentation, welche ungeachtet ihrer scheinbaren Mängel immer das Beste und das wahrhaft Ver­nünftige bleibt; weil sie die meisten Garantien der objektiven Freiheit gewährt, soll uns nun die Geschichte nicht sowohl alte und veraltete Mittel und Bauftücke liefern, als sie viel­mehr nur dienen muß, uns zu zeigen, daß und wie in der Entwickelung der zivilisirten Menschheit jede neue Zeit auch zu neuen politischen Umwandlungen vordrang, die vorausgehen­den Formen entweder überwinden oder in frische Lebensglieder umgestalten.

Die wahrste Lehre der Geschichte ist, daß derjenige Recht hat, der die Zeichen der Zeit kennt und ihren Forderungen Rechnung trägt.

Niemals aber dürfte eine Zeit ihre Zeichen so klar und lesbar an der Stirn getragen haben, als die unsrige, nament­lich in Deutschland. Wer das Streben unseres Volkes nach national-politischer Objektivität und öffentlicher Freiheit für Täuschung hält oder für bloße augenblickliche Aufregung, dem haben wir Nichts zu wünschen als gesündere Sinne und einen ernstlichen Willen, sie recht zu gebrauchen. Haben wir in Deutschland nach seiner Art erreicht, dessen sich England längst erfreut; ist die Regierung dem Volke gegenüber nicht länger mehr eine Abstraktion; fühlt sie erst ihren Lebenspuls kräftig schlagen, wenn er mit dem der Nation aus einem Herzen dringt; haben wir freie woh lgeordnete Par l a- mente, unterstützt von freier öffentlicher Meinung: so kann ein Deutschland auferstehen, das, im Bewußtseyn sei­ner reichen Quellen und seiner 40 Millionen Seelen, die be­fähigt sind, jene zu gebrauchen, eine Lebensgröße enttvickeln wird, die in sich selbst getragen, ihrer Zukunft sicher ist, nach Innen lund Außen und der außerordentlichen Klinik der Kon­gresse nicht bedarf."-- 8.

Die Sklavenfrage

Aus Virginien, im Juli. (D.-A.-Z.) Auch im Gebiete der vereinigten Staaten bereitet sich eine große Katastrophe vor, das Weltgericht ist gewaltig am Werke.

Es eristirt für einen Theil der vereinigten Staaten gar nicht der von Vielen vermeinte und gerühmte Kontrast mit dem gegenwärtigen Zustande Europas. In Europa gilt eS die Vergeltung der lange niedergehaltenen Massen der Weißen, in Amerika die weit furchtbarere der schwarzen und rothen