Kirchenrathes Wilhelmi nach Berlin zu nochmaliger Prüfung zurückzuweisen, wird genehmigt.
Hierauf führt die Tagesordnung zu Petitionsberichten.
* Aus Geisenheim geht uns die Nachricht von einem gestern ausgekrochenen Brande zu. Gestern Abend gegen 7 Uhr sollen bereits 13 Häuser in Flammen gestanden haben.
Frankfurt, 8. Aug. Wie ich höre, hat das Reichsministerium beschlossen, dem Streit mit Dänemark nunmehr eine entscheidende Wendung zu geben. Dies beweisen nicht blos die aufgebotenen Truppen, welche schon dieser Tage nach dem Kriegsschauplätze abgehen, sondern ein Mitglied des Reichsmini- steriumö sebst, Herr Heckscher, will sich als Bevollmächtigter der Zentralgewalt diese Woche noch nach Schleswig begeben, um für neue Vorschläge in der Nähe zu sein. — (D. Z.)
Schleswig-Holstein, 6. August. Die konstitnirende Versammlung für Schleswig-Holstein ist heute durch ein Patent der provisorischen Regierung nach Kiel berufen worden, welches somit über die Mitbewerbung der Städte Rendsburg und Schleswig den Sieg davon getragen hat.
Heute ist der Durchzug nassauischer Truppen in Altona angekündigt. Wrangel wird ohne Zweifel seinen Feldzug .in Jütland eröffnen, sobald die von der Zentralgewalt ausgeschriebenen Verstärkungen eingetroffen sind, um die Küsten zu decken.
Diensteid).
□ Paris, 7. Aug. Der Spectateur républicain, ein Privatorgan Cavaignac's, zeigte gestern Abend an, daß ein Kurier des Königs Karl Albert die Hülfe der Republik definitiv angesprochen habe.
Hören wir Hrn. Em. Girardin in La Presse, die bekanntlich deßhalb eingesperrt wurde,weil sie gegen „die Despotie des Säbels" geschrieben: „...Wenn wir das,Regime des Säbels als Despotismus schilderten, so stellten wir es in demselben Aufsatze als eine Wohlthat hin. Warum unterdrückte also der General Cavaignac die Presse?.... Doch lassen wir die Vergangenheit ruhen, berücksichtigen wir nur die Gegenwart und schauen wir in die Zukunft. Der Ernst der Umstände hat noch keineswegs nachgelassen. Den Gefahren sind die Schwierigkeiten gefolgt; sie bestehen leider ganz und gär. Der Krieg herrscht nicht mehr in den Straßen, aber ist
darum der Friede in die Gemüther zurückgekehrt? Die Arme sind entwaffnet, aber die Leidenschaften desto reger; das Mißtrauen wächst, der Privathaß nimmt überhand, die gesellschaftlichen Wunden eitern immer tiefer', ein Fehler, ein Irrthum, eine Ueberraschung, eine Verwickelung, etwas Unvorhergesehenes können von Neuem drohend über uns hereinbrechen. Die bestehende Staatsgewalt hat zwar die Stärke für sich, die für sie wacht; aber sie hat das Elend gegen sich, das Alles überschwemmt. Auch die Juliregierung von 1830 hatte ihre April-, Juni- und Maitage, aus denen sie drei Mal siegreich hervorging, waS sie aber durchaus nicht hinderte, daß sie bei dem vierten Anlaufe, am 24. Febr., stürzte. Drei Mal entrann die Republik glücklich den Gefahren, im April, Mai und Juni. Wird sie eS auch zum vierten Male? Wir wollen es wünschen; aber lasse man sich nicht durch zu großen Optimismus einschläfern, verschanze man sich nicht allzu fest hinter einem verhängnißvollen Egoismus. Das einzige Mittel, sich gegen die furchtbaren Folgen eines 24. Februar zu retten, besteht darin, sich gegen einen solchen 24. Febr., der in dem Siege der rothen Republik bestände, fortwährend gerüstet zu halten, diesen Sieg als nahe bevorstehend zu betrachten und Alles aufzubieten, um ihn zu beschwören, damit man sich, was auch immer eintreffe, wenigstens keine Vorwürfe zu machen habe. Wir wollen mit gutem Beispiele vorangehen. Wir wollen der Exekutivgewalt, deren erster Akt unsere Freiheit und Vermögen angriff, verzeihen und ihr mit allen unseren Kräften helfen, die großen Schwierigkeiten zu überwinden, gegen welche sie mühsam kämpfen. Das soll unsere einzige Rache für eine That seyn, welche uns größeren Schaden zuzog, als man vielleicht beabsichtigte; den wir aber dessen ungeachtet mit Stillschweigen übergangen haben würden, wenn er sich nicht auf mehr als dreihundert Familien erstreckt «hätte, die durch jene Maßregel brodlos wurden."
Die Blätter bringen heute die Beschreibung der nächtlichen Abfahrt des ersten Jnsurgententransports nach Havre. Wir hofften, heute im Moniteur eine Namensliste der Speditirten zu lesen. Aber keine Sylbe! Es kann nicht ausbleiben, daß sich energische Reklamationen gegen dieses mysteriöse Verfahren erheben.
Verzeichniß der in Wiesbaden täglich ankommenden Fremden.
Angekommen den 9. August.
In ESad- und Gasthäusern.
Adler (A 1’Aigle).
Hr. Eberhardt, Offizier, Diez.
Hr. Ebhardt, Hofgerichtrath, Dillenburg.
Hr. Dr. Kopp, Regimentsarzt, Weilburg.
Hr. Roth, Kfm., Frankfurt.
Hr. Breisach, Kfm., Frankfurt.
Hr. Siebert, Kfm., Hadamar.
ffr. Brentano, Kfm., Hanau.
Hr. Gutheim, Tech. Director, Neuschloss.
Hr. Pfeiffer, Kfm., Schweinfurt.
Hr. Keller, Kfm., Strasburg, yr. Dr. Herrmann, Prof., Erfurt. Mr. Duriche mit Gem., Rent., Paris. Hr. Miller, Kfm., Schneeberg.
Bären (A l’Ours).
Hr. Ackermann, Gutsbes., Creuznach.
Hr. Grimberg, Justizrath, Bochum.
Goldner Brunnen.
Hr. Fink, Mühlenbes., Weiher.
Hr. Zipp, Münster.
Cöln. Hof (A Vhötel de Cologne).
Hr. Weingarten mit Fr., Lamsfeld.
Hotel Düringer.
Revd. Mr. Wood, Geistl. <L Mr. Wood, London.
Hr. Grünenwald, Kfm., Paris.
Hr. Krug, Kfm.. Frankfurt.
Hr. Dorer mit Gem., Advokat, Baden.
Engel (A TAnge).
Mad. Schmidt sen., Mainz.
Mad. Schmidt jun., Mainz.
Englischer Hof (Hotel de l'Angleterre').
Mr. Collins mit Fam.. Gents, England.
Hr. Robinson mit Bed., England.
Mr. Hiller, Rent., Frankfurt.
Grünewald (A la Forét verte).
Hr. Hellerbach, Cand., Niederbrechen.
Mad. Hof, Braubach.
Hr. Schnabelius, Gastwirtb, Marienberg.
Hr. Kempf u. Hr. Müller, Schultheiss, Grossseifen.
Hr. Jäger, Kfm., Mürtenberg.
Host. Holland (A Vhötel de Hollande).
Hr. Stocks, Rent., London.
Hr. Marmot, Rent.. Namür.
Hr. Srenger mit Fam., Rent., Nymwegen.
Hr. Kertel, Kfm., Bingen.
Hr. Schrey, Kfm., Aschaffenburg.
Hr. Glasser, Hr. Wüst n. Hr. Ebbinghaus, Berg-Eleven, Siegen.
Hr. Bastgen mit Gem., Kfm., Wittlich.
Hr. Erhard, Bergverw., Weilburg.
Vier Jahreszeiten und Hotel Zais (Aux quatre Saisons.)
Mad. Daminet geb. Comtesse van der Bureb mit Drsch., Brüssel.
Mr. Nuppeneg, Apotheker, Andernach.
Mr. Pons, Prop., Paris.
2 Hrn. Deinhard, Kflt., Coblenz.
Mr. Maurice, Prop., Paris.
Goldene Krone (A la couronne d’orj.
Frl. Koch, Frankfurt.
Hr. Kremer, Frankfurt.
Fr. Kammerräthin Winter, Dillenburg.
Frl. Winter, Dillenburg. Frl. Fischer, Frankfurt.
Weisse Lilien (Aux (leurs des Lis blancs).
Fr. Geib, Gensingen.
Hr. Webrheim, Gonzenheim.
Nassauer Hof (A Vhotel de Nassau).
Hr. Bindrimb, Rent. Kaiserslautern.
Mr. Vere Jsham mit Fam. u. Drsch., Mr. u. Miss Wood u. Drsch., England.
Goldenes Ross (Au eher al ’dor).
Fr. Bruner mit Schwester u. Sohn, Frankfurt.
Rheinberg (Au monl du Rhin).
Hr. Windolf, Königsberg,
Hr. Anschütz, Kfm., Hettenrod.
Hr. Pritsch mit Gem., Kfm., Frankfurt.
Hr. Essner, Fabrikant, Frankfurt.
Hr. Fink, Bürgermeister, Godramstein.
Hr. Weiss, Kfm., Godramstein,
Reichsapfel (Au Globe imperial).
Mad. Eifer u. Mad. Nagel mit Fam.. Frankfurt.
Rose (A la Rose).
Hr. van Hope mit Drsch., Rent., Paris.
Mr. u. Mad. de Verneaux mit Sohn u. Bed., Paris.
Lady u. Miss Cardigan mit Bed., England.
Mr. Cockeslon, Rent., England.
Sonnenberg.
Hr. Schmidt mit Sohn, Gastwirtb, Bretzenheim Hr. Göbel mit Fr. Liniert.
Stern (A l’Etoile).
Hr. Dr. Dörr mit Gem., Regiments-Arzt, Weilburg.
Taunus-Hotel (A Vhötel du Taunus).
Hr. Niehauss, Kfm., Holland.
Hr. v. Schwarzer, Rent., Mecklenburg.
Hr. Remy, Kfm., Fupen.
Hr. Janasch mit Gem., Banq., Warschau.
Hr. v. Schill, Rent., Lüttich.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.