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ingsche Angelegenheit, hat derselbe so eben folgende Antwort ertheilt: „Wir Ernst re. freuen uns, dem Bürgerin zu Koburg auf seine an uns gerichtete Adresse vom g. d. M. unsere Uebereinstimmung mit den darin ausgespro- tzenen Ansichten erklären und hiermit die Zusicherung verbm- m zu können, daß wir, bei aller Bereitwilligkeit zu einer leichförmigen Gestaltung der Gesetzgebung in den Thüring- chen Staaten die Hand zu bieten, auch Vereinbarung zu gemeinsamen Staatszwecken zu gestatten, um Erleichterungen in er Staatsverwaltung anzubahnen, doch der Bildung ei- ies Gesammtstaates oder auch nur einer gemein- ^aftlichen Regierung von Thüringen sehr ent- chieden entgegen treten werden."
Berlin, 30. Juli. In der vom Geh. Rath Prof. Wolff Leiteten Abtheilung der hiesigen Charitè hat sich gestern ein hll der ausgebildesteu asiatischen Cholera gezeigt. Die Krankheit machte in einem kurzen Zeitraum den ganzen Ver- Imf durch und endete tödtlich. Die Sektion fand heute Mor- (iit statt und zeigte alle Veränderungen, wie sic durch die Holera in den verschiedenen Geweben des Körpers hervorge- Macht worden. Geheimerath Wolff hat den Behörden sofort liefen Fall angezeigt.
Schleswig-Holstein, 30. Juli. Auf dem Kriegsschauplätze ruhen die Waffen noch immer. Auch eine Depesche Halketts bis 29. Juli Abends besagt, daß sich in den Bezie- lungen des zehnten Armeekorps zum Feinde nichts wesentliches zeândert habe. Vielmehr ist immer noch die Hoffnung auf die Herstellung des Waffenstillstandes nicht ganz auszugeben.
„Die Berliner „National-Zeitung" meldet, daß die haupt- iichlichste Veranlassung zur Einstellung der Unterhandlungen ibe'r den Waffenstillstand mit Dänemark in der Wei- zerung Dänemarks bestehe, eine Ratifikation Seitens des 'Reichsverwesers anzuerkennen, da ihm eine selche Behörde offiziell nicht bekannt sey. Der General von Below ist daher von der preußischen Regierung nach Wien geschickt worden, um von dem Reichsverweser eine unbeschränkte Ratifikations-Vollmacht für Preußen zu erwirken.
Nachrichten mit dem Gothenburger Dampfschiffe zufolge, drohte in Kopenhagen das aufgeregte Volk die Regierung zur energischen Fortsetzung des Kriegs gegen Deutschland zu zwingen, da an einen für Dänemark ehrenvollen Frieden doch nicht zu denken sey. Es hatten wiederholte Volksaufläufe zu diesem Zwecke stattgefunden, und in der Hauptstadt nicht nur, sondern in ganz Seeland war man der bisherigen Waffenruhe und fruchtlosen Unterhandlungen überdrüssig. Die Regierung werde, wenn sie ihre Existenz nicht aufs Spiel setzen wolle, dem entschiedenen Volkswillen nachgeben und den Kampf aufs Neue beginnen müssen, durch den man mit Hülfe Schwedens, Rußlands und Englands, einen ehrenvollen Frieden zu erreichen hoffte. Man scheint zudem noch stark auf Uneinigkeit unter kn Deutschen zu rechnen, und soll sich in Kopenhagen nicht wenig über die bekannte Erklärung des Königs von Hannover gefreut haben.
Wien, 30. Juli (Allg. Z.) Die mit Ueberbringung der Adresse beauftragte Deputation reist noch heute nach Innsbruck ab, und auch der Erzherzog Johann verläßt heute Nachts Wien, um sich nach Frankfurt zu begeben. Der Umstand, daß der Erzherzog nicht wenigstens die Rückkehr der Deputation aus Innsbruck abwartet, ist uns eben kein günstiges Vorzeichen über die zu gewärtigende Antwort. Die Verzögerung der Rückkehr des Kaisers drückt nicht nur alle Gemüther und alle Verhältnisse zu Boden, sondern droht der Anarchie vollends Thür und Thor zu öffnen, und die Mißstimmung darüber ist so groß, daß selbst die in den letzten Tagen eingelaufenen Siegesnachrichten vom Kriegsschauplatz in Italien in den Hintergrund treten. Wir beklagen leider den Tod von 800 Tapfern, worunter 120 Offiziere. Die Ausdauer und der Muth, mit welchem unsere Truppen ihren alten Ruhm bewährt, ist über alles Lob erhaben.
Oesterreich. Das Verbot der Ausfuhr von österreichischen
- und Silbermünzen ist durch Zirkular vom 24. Juli bis dahin verlängert worden, daß der Reichstag, dem binnen kur- )em darüber eine Vorlage gemacht werden soll, diese Frag? entschieden haben wird.
Frankreich.
0 Paris, 1. August.
Nat ionalversammlung. Sitzung vom 31. Nachmittags 4 Uhr. Proudhon sprach oder las vielmehr zwei »olle Stunden, und wurde unzählige Male unterbrochen. Er begann damit die Zohlheit der Vorwürfe im Bericht« des
Herrn Thiers gegen seinen Antrag rückfichtlich des Drittels- aller Schuldposten, nachzuweisen, um zu zeigen, daß derselbe weder anarchische, noch artheistische, noch Familien feindliche Grundsätze enthalte.
Die Liquidation der alten Gese llschaft habe am 24. Februar begonnen (Lärm). Er sey nicht anarchisch, er wolle die Reaktion des Vorrechts auf friedlicher, nicht gewaltiger Weise. Setzt Ihr diese Liquidation nicht fort, so wird sie das Volk ohne Euch vollenden (Tumult). Dieser Tumult wundere ihn nicht, da er sich mit dem Proletariat, die Versammlung aber mit der Bourgeoisie identifizirt halte.
Der Redner liest dann seine Mittel und Wege vor und schlägt die dreifachen Irrthümer des Berichterstatters durch ein Meer von Zahlen, dahin wir ihm nicht folgen können. Die Millionen und Milliarden drängen sich auf jeder Seite. Der Redner zeigt den Thiersschen Bericht als ein Meisterwerk von Widersprüchen und Sophismen. Nach 6 Uhr schließt der Redner seinen Vortrag ungefähr wie folgt:
„Alle Verträge sind gelöst" (Lärm).'
Larochejaquelin: Jedermann hat also das Recht zu stehlen? (Zur Ordnung! Zur Ordnung!)
Das Vertrauen ist für immer hin und das Kapital wird nicht mehr zum Vorschein kommen. Der Belagerungsstand wird auf immer auf dem Lande lasten. Das Kapital leiht sein Geld nimmermehr auf Eure Bayonnette; das Recht des Stärkern schickt Euch hin. (Unter fürchterlichem Tumult verläßt der Redner die Bühne.)
Senard, Minister, drückt im Namen der Regierung seine Entrüstung aus.
Marrast liest eine motivirte Tagesordnung vor, welche den Druck dieser Rede verbietet... (GroßeAufregung. 7Uhr.)
Großbritannien.
London, 1. Aug. Die „Times" melden in einer zweiten Ausgabe Folgendes: Wir haben durch den elektrischen Telegraphen von Liverpool untenstehende Nachrichten unseres Korrespondenten, datirt Dublin, Montag Abends, erhalten:
„Zehn Leute, im Geschäfte von Prim u. Komp., wurde» heute Morgen verhaftet und im Kilmainham - Gefängnisse verwahrt. Man fand bei ihnen amtliche Ernennungen zu Stellen im Heere der Rebellen. General M'Donald steht in Ballin- ßarry. Von Smith O'Brien hörte man zuletzt zu Johnstrown in der Grafschaft Kilkenny. Neun Grafschaften sind heute proklamirt."
Die Gesellschaft des elektrischen Telegraphen hat von Dublin, Montag 57» Uhr Nachmittags, folgende Nachricht erhalten:
„Das ganze Land längs der Eisenbahn ist ruhig. Das 75. Regiment, 2 Kanonen und Bedienung gingen heute Morgen von Dublin nach Turkes ab. Das 35. Regiment, 1100 Mann stark, ist heute Morgen in den Kriegs - Dampfschiffen „Driver" und „Cyklops" in Kingstown angekommen; auf dem „Royal William" trafen 45 Artilleristen, Pserde und 2 Kanonen ein."
Italien.
Vicenza, 26. Juli. (D. Z.) Das Zentrum des Feindes ist gesprengt; der linke Flügel bei Rivoli vernichtet; Karl Albert hat sich in wilder Flucht nach Peschiera und Brescia gezogen. Das ganze rechte Ufer des Gardasees ist vom Feinde gesäubert. — Heute war ich in Lazite am See, und habe bei Ponton, wo ich auf einen Offizier des Thurn'schen Korps stieß, die Kommunikation wieder hergestellt. — Wir stehen bei Kastelnuovo und überschreiten morgen den Mincio. Das erste Korps und die Reserve haben ihn bereits passirt. Ponti ist besetzt; in der Lombardei stehen nur 4 Brigaden. Unser Verlust beläuft sich auf 200 Todte und 4 Offiziere. Nie sind solche Vortheile mit so geringen Opfern erzielt. Die Brigade Savoyen, die Kerntruppen Karl Alberts standen uns gegenüber und sind theils gefangen, theils zersprengt.
Verona, 28. Juli. (A. Z.) Am 23. war ein heißer Tag( es wurde die Stellung der Piemontesen bei Rivoli angegriffen und genommen, jedoch wagten wir uns zuweit voraus, und waren in Gefahr, selbe wieder zu verlieren, und selbst der Angriff auf Sommacampagna gelang nicht gänzlich. Am 24. schwankte die Schlacht; am 25. und 26. wichen die Piemontesen aus allen ihren Positionen, die sie seit zwei Monaten inne hatten und befestigten. Unser Verlust in diesen Tagen mag bedeutend seyn an Todten der unerträglichen Hihe und der Anstrengung wegen. Osfiziere fielen viele, da sie in den ersten Reihen standen. Selbst mögen die Piemontesen Gefangene gemacht haben, indem wir vorwärts schritten und sie