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entfernt und schwarz - weiße Fahnen an deren Stelle gesetzt. Volkshaufen zogen vor verschiedene Kasernen und vor das Ge­bäude der Artillerie - und Ingenieurschule und drohten mit Katzenmusiken und Fenstereinwerfen, wenn man die deutschen Fahnen nicht wieder an ihren Ort brachte. Es hatten sich in Folge dieser Vorgänge die Versammlungen an den Straßen­ecken mehr als sonst gehäuft. Die Versuche der Konstabler, sie zu sprengen, mißlangen, und gegen Mitternacht hin rückte Bürgerwehr vor, um die Haufen mit gefälltem Bayonnet aus einander zu bringen. Es sind dabei vielfache Verhaftungen vorgenommen worden. Auch haben einige, jedoch nicht erheb­liche Verwundungen stattgefunden.

Apenrade, 29. Juli 1848. (Vom Kriegsschau­plätze.) Ungeachtet ich mich hier in der Mitte zwischen den beiden Hauptabtheilungen des deutschen Heeres, dem 10. Ar­meekorps, welches großentheils im Sundewittschen und in der Nähe der Chaussee von Rendburg bis hierher liegt und den preuß. Truppen, die mit der Hauptäärke des schleswig-holst. Heeres vereinigt, den nördlichsten Theil des Herzogthums Schleswig besetzt halten, befinde, bin ich doch außer Stande, Ihnen irgend eine Neuigkeit von Belang mitzutheilen. Erst in der nächsten Woche werden wohl die Truppenbewegungen wieder beginnen und die erwarteten Verstärkungen (das 9. Armeekorps) hier auf dem Durchmärsche anlangen; dann erst dürfte sichs entscheiden, wann der Einzug in Jütland erfolgt. Jedenfalls kann Wrangel mit dem, mehr als 20,000 Mann starken Hauptkorps von seinem jetzigen Standquartiere (Ha­dersleben) aus in einem halben Tage die Königsau erreichen.

Die Zahl der Kr a n k e n ist, namentlich unter den Preußen, die das Klima nicht so gut vertragen können wie die Hanno­veraner, noch immer ziemlich bedeutend; doch treffen täglich Rekonvaleszenten und Reserven aus dem Süden ein und auch die Zahl der schleöw-holst. Rekruten so wie der von den auf­gelösten Freikorps in das reguläre Heer eingetretenen Freiwil­ligen vermehrt sich von Tage zu Tage merklich.

Aus Wien vom 29. Juli erhält die Allg. Ztg. einen Be­richt über eine Reichstagssitzung, die sich ausschließlich mit der Rückkehr d es Kaisers beschäftigt hat. Die Benach­richtigung durch den Minister v. Doblhoff, daß Se. Maj. be­reit sey, seinen Bruder den Erzherzog Franz Karl als Stell­vertreter abzusenden, sobald die Reichsversammlung diejenige Freiheil genieße, die zu Erfüllung ihrer gesetzgeberischen Pflich­ten so nothwendig sey, wurde nicht genügend gefunden, und einstimmig eine Adresse beschlossen, um den Kaiser zur unver­weilten Rückkehr dringend einzuladen.

Innsbruck, 24. Juli. Ich kann als ganz zuverlässig melden, daß der Hof noch im Laufe dieser Woche Innsbruck »erlassen und nach Wien zurückkehren wird. Es scheint, daß hie Erklärung der Minister, im Falle der Nichtrückkehr des Kaisers zur Bestellung einer Regentschaft zu schreiten, diesen plötzlichen Entschluß bewirkt hat. Ich sage plötzlich, denn noch Ivor ein paar Tagen sah es aus, als ob an eine Rückkehr lna$ Wien, mindestens an eine so schnelle Rückkehr, nicht im Ientferntesten gedacht würde. Die jungen Prinzen werden, wie p heißt, nicht sogleich mitgehen, sondern noch einige Zeit hier verweilen. (Pr. Z.)

I Innsbruck, 29. Juli. (Allg. Ztg.) Se. Maj. der Kaiser IM vom Feldmarschall Grasen Radetzky aus dem Hauptquar- IHer Valleggio am 27. Juli über die Operationen der Armee folgenden Bericht erhalten:Das zweite Korps unter dem »Befehl des Feldmarschall-Lieutenants Baron D'Aspre, hat 26. Abens und am 27. Früh bei Volta zwei hartnäckige «aber glänzende und siegreiche Gefechte bestanden, während »welcher ich das erste Korps nebst dem Reservekorps hinter sel- konzentriren ließ, um sie zur Unterstützung des zweiten »Korps zu verwenden. Allein dieß waren die letzten Gefechte, »welche, so blutig sie gewesen, von der Arrieregarde des Fein­des bloß unternommen wurden, um sich der Höhen von Volta W bemächtigen und dadurch den Rückzug des Gros der Armee ® decken. Feldmarschall-Lieutenant Baron D'Aspre und die Generale des zweiten Armeekorps, sowie die Offiziere und Mannschaft desselben, gleich jenen der Kavalleriedivision Fürst I^ris, haben sich mit Ruhm bedeckt, und ich habe mich Mit- dgs persönlich überzeugt, daß der Feind nun im vollen Rück- nach Cremona begriffen ist. Radetzky, m. p. Feldmarschall."

Frankreich

. Paris , 31. Juli. Lucian Murat, Sohn des Wannten Exkönigs von Neapel, hat seine diplomatische Sen- Mg bereits angetreten.

Im Hafen von Toulon herrscht große Bewegung. Der

Telegraph bringt ihm täglich neue Befehle, welche Staats­dämpfer an den Vizeadmiral Baudin weiter befördern.

Aus dem Ministerium des Herrn Senard ist folgende Depesche an alle Präfekten abgegangen:Der Minister hat in Erfahrung gebracht, daß viele Arbeiter der Nationalwerkstätten wieder auf der Rückkehr nach Paris begriffen sind. Es wird den Präfekten soweit in Erinnerung gebracht, daß kein Glied dieser Werkstätten weder nach Paris noch in seine Umgegend zurückkehren darf. Die Rückkehrenden sind also festzuhalten 2t.

In Narbonne (Gerault Departement) hat ein Arbeiter- Bankett stattgefunden, an dem auch viele Bürger theilnahmen. Am Schluffe desselben erschallte der Ruf: Es lebe Barbes! Nieder mit Cavaignac! Dieses Bankett gibt zu vielen Reklamationen Veranlassung.

Die russische Regierung hat in hiesigen Werkstätten eine bedeutende Zahl Waggons für ihre russischen Eisenbahnen be­stellen lassen.

In den Konferenzsäälen war stark die Rede davon, die Nationalversammlung vom 25. August zum 25. Septbr. zu vertagen. Nur ihr Bureaupersonal würde permanent bleiben. Am 1. Oktober würde sie dann wieder zusammentreten, um das neue Verfassungswerk zu berathen.

Die Ereignisse in Italien und an der Donau dienen heute fast allen Journalen zum Gegenstand ihrer leitenden Artikel. Am gründlichsten beurtheilen natürlich dieDebats" jene Er­eignisse aus alter Erfahrung. Nachdem sie die bekannten Er­eignisse in ihrer Weise erzählt, erheben sie sich mächtig gegen die Idee der Errichtung eines Freistaaten-Bundes an den Donauufern.

In den Donaufürstenthümern, schließen sie, hat Frankreich nur Ein Interesse, nämlich die Erhaltung des europäischen Gleichgewichts. Nur ein Mittel zur Handlung, nämlich Oesterreich zu unterstützen. Ehemals würde man nur darauf geantwortet haben: Oesterreich zu unterstützen, heißt dem Despotismus das Wort reden. Der Despotismus hat heute weder eine Partei in Oesterreich noch in Deutschland. Indem man die Donaufürstenthümer an Oesterreich schließt, schließen wir sie an den Liberalismus. Und heißt das nicht das wahre Interesse und Gefühl Frankreichs vertreten?"

In diesem Augenblicke finden durch die ganze Republik die G e m e i n d e w a h l e n statt, welche so vortrefflich ausfallen, daß alle Freunde der Ordnung und Freiheit vollkommen da­mit zufrieden sein können. Fast überall haben die Anhänger der honetten und moderirten Republik im Skrutin den Sieg davon getragen.

Grostb ritannierr.

London, 31. Juli. Es ist in Irland nicht ohne Blutvergießen abgegangen, aber der Aufstand scheint im Keime erstickt. Die neuesten Nachrichten der Times", welche sie um 10 Uhr Vormittags erhielt, sind solgende:

Unser Berichterstatter schreibt Sonnabend Nachts von Willmount bei Ballinghy, daß die Rebellion, welche am Mor­gen jenes Tages wirklich anfing, durch 50 oder 60 Polizei­diener völlig unterdrückt ist. Auf der Gemeindeweide von Bon- lagh bei Ballinghy fand ein Zusammentreffen statt; drei der Aufständischen wurden erschossen und mehrere verwundet. Smith O'Brien, der in Person anführte , ist völlig verlassen von den Rebellen nach Urlinglinford geflohen, und man er­wartete, daß er vor Anfang der Nacht gefangen genommen werden würde. Doheny, Reilly und Dillon waren gleichfalls auf dem Plan; der letzte ist getödtet worden. Beim Abgänge unseres Kuriers aus Dublin war Alles ruhig in der Stadt. Ueber Smith O'Brien's Verhaftung war noch keine Nachricht eingegangen."

Gestern Morgen 6 Uhr ward aus Dublin durch den elek­trischen Telegraphen gemeldet, daß das Land auf der ganzen Strecke der quer durch das Land laufenden Eisenbahn ruhig gewesen. Doch verbreitete sich nach der Ankunft des Zuges, 374 Uhr, das Gerücht, 50 Konstabler unter der Anführung des Hrn. Trant wären bei Kilcooly umringt worden, und hätten sich in ein Haus geflüchtet. Hr. Trant hätte einen Boten abgeschickt, um zu seiner Befreiung aufzufordern.

Schweden

Aus dem mittleren Schweden geht uns die Nachricht zu, daß trotz der Quarantäne die Cholera eingedrungen ist, und daß sie nicht nur in Stockholm wüthet, sondern auch bereits «in das Innere gezogen ist und in Finnland und Aaland sich mit einem äußerst bösartigen Charakter verbreitet.