Berlin, 29. Juli. Mit dem heutigen Morgenzuge von Potsdam kam der König in Begleitung deS Generallieutenants v. Neumann hier an und fuhr nach dem Schlosse Monbijou. Er begab sich zuerst nach dem neuen Museum, von Dort nach Monbijou, nahm spater die Reiterstatue Friedrichs Des Großen in dem Atelier auf der Münzstraße in Augenschein, und arbeitete dann mit den Ministern auf Bellevue. — Gestern ist von Seiten Dänemarks die offizielle Erklärung eingetroffen, daß es fortan den Krieg gegen Preußen speziell fortsetzen werde. (Nat. Z.)
Berlin, 30. Juli. Der König hat wegen Errichtung der Provisorischen Zentralgewalt in Deutschland, zu welcher der Erzherzog Johann von Oesterreich durch seine Ernennung zum Meichsverweser berufen worden, den nachfolgenden Armeebefehl erlassen:
Armee-Befehl.
„Zur Kräftigung der Einheit des gemeinsamen Vaterlandes ist die Führung der deutschen Zentral-Angelegenheiten einem Reichsverweser anvertraut worden. Ich habe Mich für die Wahl Sr. kaiserl. königl. Hoheit des Erzherzogs ausgesprochen, nicht nur, weil dieser Fürst Mein persönlicher Freund ist, sondern auch weil er in Krieg und Frieden einen glorreichen Namen erworben hat.
„Preußen weiß, daß die Kraft Deutschlands zugleich feine eigene ist. Preußen weiß, wie sehr Deutschland der erprobten Tapferkeit der preußischen Truppen vertraut. Es weiß, daß die Geschicke Deutschlands wesentlich auch auf seinem treuen Schwert beruhen. Für alle gemeinsamen Zwecke Deutschlands wird es daher aufrichtig seine Ehre darein setzen, den Frieden, die Freiheit und die Unabhängigkeit der deutschen Nation durch seine Armee mit allen deutschen Brüdern nachdrücklich zu schützen!"
„Soldaten! Ueberall, wo preußische Truppen für die deutsche Sache einzutreten und nach meinem Befehl Sr. kais. königl. Hoheit dem Reichsverweser sich unterzuordnen haben,
werdet Ihr den Ruhm preußischer Tapferkeit und Disziplin tr bewahren, siegreich bewähren!" „Bellevue, 29. Juli 1848.
„ (gez.) Friedrich Wilhelm.
„(gez.) Freiherr von Schreckenstein."
Die kommandirende Generale sind beauftragt worden, d sen Befehl den Truppen bekannt zu machen.
Wien, 27. Juli. (A. Z.) Jellachich ist diesen Morge um 9 Uhr hier eingetroffen — allein nicht, wie ich Jhner wenn ich mich nicht irre, gestern schrieb, auf Einladung sondern auf Befehl des Erzherzogs Johann. Der Erzherzöc Reichsverweser ließ dem aufrührerischen Banus diesen Beses nicht etwa als Bevollmächtigter des Kaisers zugehen, was sic mit seiner neuen Stelle wohl schwer vertragen haben würd! sondern, wie man mir sagt, kraft seiner höhern Stellung i der Militärhierarchie. Die Verhandlungen werden bereit heute Abend beginnen, und es scheint zweifellos, daß es dabc zu einem entscheidenden Resultate kommt, da man von ungari scher Seite wenigstens mit aller Offenheit und Kürze vorzu schreiten denkt.
Wien. Aus Innsbruck soll ein Kurier die Nachricht über bracht haben, der Kaiser werde nicht kommen, worübe Kabinetsrath abgehalten worden sei. — (W. Z.)
Innsbruck, 29. Juli. (Allg. Ztg.) Die Schlacht be Custozza, welche die Oesterreicher am 25. Juli erfochten haben ist die glänzendste Waffenthat des dermaligen Kriegs in Italien beweist das Feldherrntalent des Feldmarschalls Radetzky uni die Tapferkeit seiner von Heldenmuth begeisterten Truppen. Es mögen wohl 80,000 Mann in dieser neunstündigen Schlach bei afrikanischer Sonnengluth gekämpft haben. Noch sind keim Einzelheiten des beiderseitigen Verlustes bekannt. Die Oester reicher machten große Beute an Kanonen und Kriegsmaterial Sicher ist, daß' das Schwert von Italien eine starke Schart bekam, da die Sieger bedeutend in die Lombardei vorrückten
Bekanntmachungen.
231] Wer noch Etwas für Lieferungen oder Leistungen an die hiesige Theaterverwaltung zu fordern berechtigt ist, wird ersucht, die Rechnungen darüber ungesäumt und jedenfalls bis Ende des Monats August l. I. einsenden zu wollen, indem im Unterlassungsfälle spätere Reklamationen nicht berücksichtigt werden können.
Wiesbaden, den 31. Juli 1848.
Herzog!. Theater - Intendanz.
v. Syb erg.
2381 Bekanntmachung.
Mittwoch, den 14. August, Nachmittags 2 Uhr, wird zu Weilbach bei dem Herzog!. Schultheißen die Jagdberechtigung auf 3000 Morgen Feld unter annehmbaren Bedingungen meistbietend versteigert.
Weilbach, 31. Juli 1848.
Herzogliche Schultheiserei.
Industrie-Halle in Wiesbaden.
Die Ausspielung der in der Industrie-Halle angekauften Gewerbegegenstände findet unwiderruflich
am 21. August c.
Der Loosen-Verkauf währt noch bis zum 14. August.
Wiesbaden den 28. Juli 1848.
224] Wie In-ustriehalle-Kommisfilm.
Gesellschaft für „Freiheit, Gesetz und
Ordnung."
Mittwoch den 2- August, Abends 7% Uhr, Versammlung im Taunus - Hotel zur Berathung einer Adresse an den Reichstag. Zu zahlreicher Theilnahme ladet ein
240] Der Ausschuss.
Wiesbaden.
Mittwoch, Donnerstag u. Freitag, den 2., 3. u. 4. Augu Abends 7 Uhr wird
Herr Müller (ein Mann von zweiund achtzig Jahren) mit seiner
Seiltänzer Gesellschaft auf dem sogen, hohen Schwungseile seine Kunst produziren.
Der Schauplatz ist auf dem Markt vor dem Palais.
Preise: Erster Platz 12 kr., zweiter Platz 6 fr., außel
dem Kreise nach Belieben. 239]
In der unterzeichneten Buchdruckerei werden mehrere tü^ tige und solide Setzer unter den vorerst noch bestehenden A dingungen aus dauernde Beschäftigung in Kondition gefuM mit dem Bemerken, daß die durch die demnächst in Frankfurt a.M zu erwartende Vereinbarung zwischen Prinzipalen und Gehülst festgesetzten Bestimmungen sofort in Kraft treten.
Wiesbaden, den 1. August 1848.
L. Schellenberg'sche Hofbuchdruckerei.
In der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wi^ baden ist zu haben:
PVlktkâit
des
Erzherzogs Johann von Oesterreich
Preis eines Exemplars auf gewöhnlichem Papier 12 kr-' auf chinesischem Papier 18 kr.
Dies Portrait ist sowohl der hübschen Ausfuhr"^ als besonders des enorm billigen Preises wegen besondO' 511 empfehlen.
Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.