eignet einem Reisenden das Herz zu erwärmen. Das Innere Les Hauses stimmte auch ganz mit der Außenseite überein; Alles schlimmerte dem müden Wanderer mit jenem unbeschreiblichen Zauber von Sauberkeit und Bequemlichkeit entgegen und schien ihn mit freundlichem Winken einzuladen.
Die Glasfenster waren mit den weißesten Gardinen behangen, der Fußboden mit Sand bestreut, der Heerd frisch mit rother Lehmfarbe gestrichen und Tische und Stühle, wenn auch von dem einfachsten Material und ohne große Kunst verfertigt, so reinlich und das Ganze so gefällig geordnet, daß das Auge mit Vergnügen darauf ruhete. Es fehlten selbst manche Bequemlichkeiten nicht, die man in den übrigen Hütten dieser Art vermissen würde. In einer Ecke befand sich ein Huthalter, in einer andern Haken zum Aufhängen der Kleider. Ueber dem Kamin hing eine gewaltige Büchse und darunter, als der einzige Gegenstand, den man für werth gehalten, diesen Ehrenplatz einzunehmen, befand sich ein gewöhnliches Spiel Karten. Das war aber nicht aufgehängt, sondern an die Wand festgenagelt. Ein großer Nagel durch das ganze Spiel, dessen schwarzer Kops sich auf den durchbohrten Coeur-Aß besonders sichtbar abzeichnete. An diesen Karten hängt meine Erzählung; für jetzt ist es jedoch genüg, wenn ich bemerke, daß erst nach dem Abendessen meine Aufmerksamkeit auf diese merkwürdige Kaminverzierung gerichtet wurde.
An der Thüre der Hütte saß ein ehrwürdiger Greis von fiebenzig bis achtzig Jahren. Sein weißes Haar umgab in reicher Fülle sein Haupt, Kraft und Gesundheit dadurch verrathend. Sein Gesicht hatte wenig Falten und heiterer Humor sprach aus feinem klaren blauen Auge wie aus jeder Bewegung seiner Lippen. Er wcrr einer jener glücklichen Menschen, deren Winter, wenn auch kalt, doch freundlich ist. Seine Familie bestand aus drei Personen. Die erste war sein einziger Sohn, ein Mann von etwa achtunddreißig bis vierzig Jahren, der genugsam beschrieben seyn wird, wenn ich sage, daß ihm sein Vater in^der Jugend muß geglichen haben. Dann dessen Frau und ihr Sohn, ein kräftiger Knabe von zehn Jahren, der aber auf keine Weise dem Vater und Großvater ähnlich sah. Anstatt des klaren, heitern, blauen Auges seines Vaters hatte er Las schwarze melancholische der Mutter, seine Wangen waren nicht voll und mehr blaß wie rosig, sein seidnes Haar lang und schwarz. Eine kurze Beschreibung der Mutter wird hinreichen, das Interesse des Lesers für sie zu erwecken.
(Fortsetzung folgt.)
Aus Preußen.
Um ein anschauliches Bild zu geben von der Stimmung, welche gegenwärtig in einem großen Theile von Preußen herrscht, theilen wir als die beste Charakterschilderung den nachfolgenden Aufruf des „Preußensverein" mit. Er lautet:
An das Volk! Die Gefahr, die seit Monaten über uns schwebte, droht nun endlich hereinzubrechen und uns das Heiligste, das Theuerste zu nehmen, was wir haben. Nicht fürchten wir Anarchie, Republik, Reaktion zu Gunsten des Absolutismus, diese werden ohnmächtig zerschellen an dem gesunden Geiste des Volkes und an seinem kräftigen Willen. WaS wir, fürchten, ist der Untergang unseres Vaterlandes „Preußen". Alles, was je in unserem Vaterlande Großes gethan und geschaffen ist, soll ungeschehen sein, aller Ruhm unserer Vorältern in ewige Vergessenheit begraben werden und der Name Preußen auf immer verlöschen! Das ist es, was unsre Feinde wollen, was sie unter den Worten „Preußen geht fortan in Deutschland auf„ verstehen. Um unsere herrliche Monarchie zu gründen, bedurfte es der ganzen Kraft des größten Mannes aller Zeiten, des Einzigen Friedrich, und als diese Monarchie in furchtbare Bedrängniß gerieth, da erhob sich das ganze Volk und sagte: es soll nicht untergehen das Kleinod, das uns der große Mann hinterlassen, — und es ging nicht unter! Und jetzt, wo unser Land mächtig, groß und schön ist, jetzt wo es selbstständig der Welt gegenüber bestehen und stolz auf sich selbst das Haupt erheben kann, jetzt soll es zu Grunde gehen ohne allen Anlaß, ja sogar ohne allen Kampf? Was dem gewaltigen Kaiser Napoleon selbst nicht gelang, das sollen Phrasen und Phrasenhelden möglich machen? Und dies Alles zur Ehre und Kräftigung Deutschlands, wie die politischen Intriganten sagen, obgleich die ganze Welt weiß, daß Deutschland ohne ein sehr kräftiges Preußen gar nicht bestehen kann! Aber es ist abgesehen auf ganz Deutschland, denn ist erst Preußen zerstückelt und einer Chimäre zu Liebe aufgegangen oder vielmehr untergegangen, dann folgt Deutschland rasch nach. Und wir sind unserm Untergange näher als wir glauben! O wem^er-B bebt nicht das Herz vor Grimm und Zorn, wer sühlt nicht ti,ef die Scham über diese Schmach, größer als das Jahr 1806 sie brachte, größer als man je sie träumen konnte! Aber noch lebt das preußische Volk, noch sind in ihm die Erinnerungen des Ruhms nicht erloschen, und noch ist die Hoffnung nicht verloren, es werde dieses tapfere, ehrliebende Volk in der Stunde der Gefahr sich wieder wie Ein Mann erheben und Denen sein Donnerwort zurufen, die seine Ehre verpfänden und seine Unabhängigkeit antasten wollen! Berlin, 22. Juli 1848. Der Preußen-Verein für konstitutionelles Königthum.
Ans der Steiermark.
Erzherzog Johann in der Naturforscherversaminlung von 1843.
(Schluß.)
Der zweite, auf das Wohl seiner Gemahlin, wurde von ihm, nachdem er seines häuslichen Glückes mit einigen Worten Erwähnung gethan, durch ein Lebehoch auf die Frauen der anwesenden Gäste erwiedert. Der dritte galt dem Sohne