einem Stücke Fleisth bestand, hinab ließ, bemerkte man, daß er fich nicht auf seinem Posten befand und daß der Korb immer voll blieb. Man hörte nichts von ihm diesen und den folgen# dm Tag ; als man aber am nächstfolgenden ihn rief, antwortete eine fremde Stimme mit einem traurigen Tone, daß er todt sey.
(Fortsetzung folgt.)
und in der Verfassung des deutschen Vaterlandes zu er theilen.
Da bekanntlich diè Verfassung unserer evangelischen Kirch eine freie werden wird, so wäre in diesem Falle für daè Schulwesen kein hierarchischer Einfluß zu befürchten, besondere da die große Mehrzahl der evangelischen Geistlichen entschie- dene Gegner aller Hierarchie sind.
H. Die Hebung unserer Volksschulen.
(Schluß.)
Demnach würde auch die Emancipation der Schule von der Kirche keineswegs eine Trennung beider Anstalten her- beiführen, von denen die eine die andere nothwendig bedingt. Schon darum würde nach der Emancipation der Schule von der Kirche die daraus entspringende Veränderung nicht so groß seyn, als es manchem scheint. Noch viel kleiner ist die Veränderung, welche durch die Vergrößerung der Schullehrerbesoldungen hinsichtlich der Schulen sich ergäbe. Der Lehrer könnte allerdings mit einer größeren Freudigkeit wirken, aber dieß allein wäre nicht genug, da auch größere Kenntnisse erforderlich sind, als man bisher von den Lehrern verlangte. Man richtete eben die Kinder bloß zum Lesen, Schreiben und Rechnen ab und weil man dieß mit den Volksschulen beabsichtigte, so war auch die Ausbildung der Lehrer durch das Seminar zu Idstein nur hierfür berechnet. Fehlte doch der so nothwendige Unterricht in Geschichte und Mathematik ganz. Wenn sich dieß nun auch ändert, wenn man jetzt größere Ansprüche an die neu anzustellenden Lehrer macht; so bleiben doch die bereits angestellten wie sie sind. Was bleibt dem Staate nun übrig, als die anderweitig vorhandenen Lehrkräfte aufzusuchen, denen nach den jetzigen Verhältnissen keine Gelegenheit gegeben wurde, sich zu zeigen?
Die meisten der jüngeren evangelischen Geistlichen, mit Ausnahme der in der allerneuesten Zeit angestellten, haben längere Zeit Schule gehalten und sich nicht bloß mit den alten und neuen Sprachen befaßt (was für das Volksschulwesen weniger in Anschlag zu bringen ist, als für die Realschulen) sondern auch mit dem Vortrage der Geschichte, Geographie und Mathematik. Nun will ich keineswegs sagen, daß sich alle ausgezeichnet hätten, aber das ist doch sicher, daß sich viele auszeichneten und auch' als Schulmänner Tüchtiges leisteten. Wer nun den Beruf und die Kraft in sich fühlt, neben seinem geistlichen Amte noch ein Schulamt zu übernehmen, der müßte sich einer Prüfung unterwerfen. Wer aber diese Prüfung bestanden hätte, der würde auch zugleich als Schulmann betrachtet werden können, und könnte an dem Orte, wo er als Geistlicher wirkt, auch als erster Lehrer gewählt werden, um den Unterricht in Geschichte, Geographie, Naturlehre, Mathematik
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag
Miszellen.
Das Br iti sh Museum in London hat Auftrag gegeben, eine Sammlung aller Flugschriften, Karrikaturen u. f. w., die unter den Linde« und anderswo in Berlin seit dem März verkauft werden, zu veranstalten und dem Museum zu übersenden. Dasselbe geschah in Paris. Man weiß, daß das Museum sämmtliche Broschüren besitzt, die seit den Religionskriegen in England erschienen sind.
Vom Rhein, 20. Juli. Die regelmäßigen wöchentlichen Deklamationen der verschiedenen KlubbS finden, seit daS Interesse der Neuheit abge- strcift ist, ein immer kleineres und undankbares Publikum, die Arbeitervereine scheinen sich noch immer nicht von dem Schlage erholen zu sönnen, der sie in der Verhaftung ihrer beiden Häupter betroffen. Volksversammlungen gehören, während wir vor einigen Wochen schon bis zu einer „Versammlung der Ladenmädchen zur Berathung ihrer Interessen" gediehe« waren und eine „Versammlung aller, welche sich bisher noch nicht versammelt haben", in Aussicht stand, Volksversammlungen gehören jetzt zu de« Ausnahmen und Seltenheiten.
Und schon erwacht von Neuem der heitere Sinn des RheinlandeS. Koblenz hat so eben in Eintracht und Jubel die Wahl des Reichsverwesert gefeiert, Aachen sieht seine gewöhnliche Langeweile durch eine unverhoß glänzende Badesaison unterbrochen, Düsseldorf hat seit einigenKMi K- Schützen von Nah und Fern zu seinem schönen Volksfeste, dem Rheinisch-Westfälischen Preisschießen, in seine Mauern versammelt, Köln endlich geht mit Festlichkeiten schwanger, die es seinem von Wien zurnckkehrenden Abeordnete« zugedenkt — das bereits erschienene Programm, dessen Verfasser freilich ein Dichter, bei beni man cs als solchem nicht zu genau nehmen darf, nennt $» Raveaur „eine der mächtigsten Stützen von Deutschland" — und es rüstet sich vor allen Dingen glänzend zu der großen Dombaufeier des nächsten Monat«, zu welcher es den Reichsverweser und die Frankfurter Nationalversammlung, König Friedrich Wilhelm IV. und die Könige Mar und Ludwig von Baier- feierlich geladen hat. An dieser Feier zumal wird in der nächsten Zukunft alle Politik scheitern,; wer den Charakter der Rheinländer kennt, ist darüber im Klaren. Das werden glorreiche Tage für die Bürgerwehr, die dann Zweifel schon, sammt ihren neuen Kitteln unv Patrontaschen, der jetzt noch im Entwurf vorliegenden Bürgerwehrordnung unterworfen ist, welche unter anderen Kuriosen auch die Möglichkeit unterstellt, man könne die Bürger- wehr mit-bem Militär verwechseln, wenn sie nicht durch ihre Uniformir« sich von denselben unterschiedet
— Die Neue Preußische Zeitung veröffentlicht als Kennzeichen eine! echten Preußen: Die Ukermärkev sind noch echte Preußen; es ist bief» ^agc vorgekommen, daß man, um sich als echte Preußen zu zeigen, schmah roth-goldene Taschentücher, die in einem Orte verkauft worden waren, f1 viel man habhaft werden konnte, ins Feuer warf.
der L. Sch ellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.