Sprechsaal für Stadt und Land.
Erklär n n g en.
Es sind den 3 ersten Kompagnien der hiesigen Bürgerwehr bei Besprechung der bekannten Vorgänge vom 17. und 18. Juli in offiziellen Berichten Widersetzlichkeiten, in der Nass. Allgemeinen Zeitung vom 20. Juli sogar offene Meuterei gegen ihren Obriften zum Vorwurf gemacht worden?)
Eine Meuterei setzt einen vorhergefaßten, verabredeten Plan voraus; gegen die Theilnahme an einer solchen Nichtswürdigkeit, sowie überhaupt an der jeder Gesetzlosigkeit, müssen wir Wehrmänner der 3. Kompagnie, die am Abend des 16. gegenwärtig waren, uns auf das Feierlichste verwahren. Eine einfache Darlegung des Thatbestandes mag einstweilen vor beendigter Untersuchung unsere Kompagnie, so weit sie von jener Anklage betroffen wird, vor dem Publikum rechtfertigen.
Wir hatten auf unserem Allarmplatze am holländischen Hofe, der gewöhnlichen Aufstellung gemäß, die 3. Kolonne eingenommen, etwa 25 bis 30 Schritte von der 1. Kompagnie entfernt, und mochten, ohne daß dem größten Theile wenigstens der Grund unseres Zusammentretens bekannt war, etwa 1 Stunde daselbst gestanden haben, als auf einmal Tumult und Geschrei vor der 1. Kompagnie entstand. Mehrere Wehrmänner unserer Kompagnie waren im Begriffe dorthin zu eilen, um zu sehen, was es gäbe, kehrten jedoch, vielleicht Einzelne (etwa 5 oder 6) ausgenommen, wieder auf ihren Standort zurück, als uns unser Hauptmann zurief, wir möchten im Gliede bleiben. Ob diese irgend einen Antheil an den Widersetzlichkeiten genommen haben, oder blos neugierige Zuschauer abgaben, wissen wir nicht.
Wir wurden darauf von mehreren Kompagnien des zweiten Bataillons umzingelt, die dem Vernehmen nach, wenigstens zum Theil von ihren Hauptleuten mit Munition versehen waren.
Wir hatten weder Patronen, noch irgendeinen Befehl zum Laden erhalten; es wurde im Gegentheile, als einige Wenige auf eigenen Antrieb (schon vor dem erwähnten Tumulte) luven , von unseren Hauptleuten diese aufgeforbert, es zu unterlassen. Wir müssen daher jeden Vorwurf der Widersetzlichkeit unserer Kompagnie um so entschiedener zurückweisen, als wir an dem erwähnten Abend
1) den Ober st en durchaus nicht, den Bataillons-Kommandeur nur nach jenen Auftritten gesehen haben,
2) weil von einer Aufforderung, dieWaffen niederzulegen, unsere Kompagnie nicht das Geringste gehört hat, und wegen der Entfernung auch nichts hören konnte.
Jeder anderen Compagnie der Bürgerwehr, hätte sie zufällig an jenem Platze gestanden, wäre daher mit demselben Recht oder Unrecht, jener Vorwurf gemacht worden; und, wäre mit Gewalt eingeschritten, so würde wahrscheinlich nicht nur ein sehr unnöthiges, sondern auch ein sehr ungerechtes Blutvergießen die Folge gewesen seyn.
Es mögen sich Einzelne in unserer wie in jeder Kompagnie befinden, die außerhalb derselben gesetzwidrige Handlungen begangen haben; dieses mag von den betreffenden Behörden untersucht und bestraft werden, daß sich aber unsere Kompagnie, als solche, nicht die geringste Gesetzlosigkeit, am allerwenigsten die einer Meuterei zu Schulden kommen ließ, das wird außerdem auch eine strenge Untersuchung, die wir recht bald und dringend wünschen, herausstellen.
Wir hoffen, daß eine solche öffentlich geführt werde, und erwarten, daß alsdann sowohl die offiziellen Organe, als auch die Zeitungsblätter, welche uns jene Vorwürfe gemacht haben, dieselben bereitwillig zurücknehmen. Unterdessen müssen wir es uns jedoch vor dem Resultate der Untersuchung ernstlich verbitten, auch nur einstweilen als Meuterer bezeichnet zu werden.
Wiesbaden, den 23. Juli 1848.
_______— Die Wehrmänner der 3. Kompagnie.
*) Von „offener Meuterei der drei ersten Kompagnien" ist in der Nro. v. 20. keineswegs die Rede, sondern von offener Meuterei i n den 3 ersten Kompagnien, was doch wohl zwei grundverschiedene Dinge sind. Bevor man sich verwahrt, sollte man doch erst einmal Dasjenige genau lesen, wogegen man sich verwahren will! Daß die Widersetzlichkeiten, deren Einzelne bezüchtigt werden, eine Meuterei in den Kompagnien zu nennen sind, wird schwerlich Jemand in Abrede stellen. Die Red.
Erklärung.
Wegen der in No. 138 der „Freien Zeitung" enthaltenen Injurien gegen meine Person habe ich gegen den Redakteur jenes Blattes, Hrn. Divisionsarzt Dr. Möller, nachdem ich denselben durch einen Abgeordneten und einen Offizier zum öffentlichen Widerruf, jedoch erfolglos, hatte auffordern lassen, eine Klage bei dem Militärgericht des Herzog!. II. Regimentes anhängig gemacht, dessen Erkenntniß ich demnächst veröffentlichen werde. AlS Abgeordneter muß ich mir jede öffentliche Beurtheilung meines parlamentarischen Auftretens, daher auch den Tadel Andersgesinnter gefallen lassen, bin aber berechtigt zu verlangen, daß der Tadel in anständiger Weise und nicht mit Schmähungen ausgesprochen werde.
Wiesbaden, 26. Juli 1848.
Frankfurt a. M., den 25. Juli.
Mittags 1 Uhr.
Oesterreich, 5 "/, Metalliques.....
» 2 %% " ......
„ 3 % Bankactien o. D.....
„ 500 ff. Loose ........
„ 250 fl. Loose ........
Preußen, 50 Thaler Prämienscheine ....
„ 37i% Staatsschuldscheine â 105 kr. .
Bayern, 3'/, % Obligationen....... Bcrba cher - Eisenbahu - Actien..... Würtcmberg, 3'/, % Obligationen.....
„ 4% % neue Obligationen . . .
Baden, 3'/, % Obligationen von 1842 .... „ Lolterie-Anl. ü 50 fl. bei G. u. S. . .
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....
Darmstadt, 3'/, % Obligationen.....
„ 4 % „ .....
„ 50 ff. Loose ........
„ 25 fl. Loose .........
Kurhesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau, 37,°/° Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose ,..........
Frankfurt, 3 % Obligationen ........ „ 3% % „ von 1839 . . .
„ 3'4 „ „ von 1846 . . .
Taunus-Eisenbahn-Actien â 250 fl. . . . Holland, 2'/»"/» Integralen....... Spanien, 3 % Innere Schuld . ... ....
„ 5 „ Ardoin incl. 15 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose....... ,, 500 „ „ .......
Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann D isconto..............
Papier.
68 56 35%
1200 110'4
74 88%
76
68% 79% 94'4
77 48% 27%
79 88% 64'4
22 40% 26%
83 22 82'4 94% 89'4
288
46 18% .
64 24%
Geld.
67
35'4
1190
109'4 73 87% 75
76 68% 78%
94
76 % 48'/. 27%
78 87% 64 21'4 39% 26%
82 21%
94
88% 284
45'4 187,
88 63
24'/.
2
Gold.
Pistolen......
Pr. Friedrichsd'or . Holl. 10 fl. Stücke Raud-Ducateu . . .
20 Francsstücke . .
Engl. SouverainS .
fl.
9
9
10
5
9
12
kr.
54'4
56
4
36
37
2
Silber.
Gold al Marco . . . Laubth., ganze. . . . Preuß. Thaler. . . . 5 Frankenthaler . . . Hochhaltig Silber. . Gering u. mittelh. .
fl.
382
2
1
24
24
kr.
43’4
45
24
18
Bekanntmachungen
Montag, den 3L Juli 1848.
Lum Vortheil der Fräulein Rummel.
Nobert der Teufel.
Große Over in fünf Akten na$ dem Französischen des
195]
Scribe. Musik von Meyerbeer.
221] Am 21. d. M. wurde zwischen Biebrich und Wiesbaden eine w* Perlen gestickte Brieftasche mit dem Namen von Hassel verloren, dicstl" enthielt einen Reisepaß und ein Billet für 7 Personen von Köln nach Biebr>>v und zurück für die Schiffe der Kölnischen Gesellschaft.
Der redliche Finder wird gebeten, die Brieftasche gegen eine angemessen Belohnung an mich abzuliefern.
Wiesbaden den 25. Juli 1848. E. Speck
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Niehl. — Druck und Verlag der L. S ch el le n berg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.