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Tert des im v. I. zwischen dem päpstlichen Stuhle und Ruß­land geschlossenen so viel besprochenen Vortrabes. Derselbe Wirft einiges Licht auf die katholischen Verhältnisse Rußlands. Er zählt 31 Artikel und setzt die Zahl der römisch-katho­lischen Bisthümer auf 7 (1 Erzbisthum und 6 Bisthümer) fest. Diese 7 Bischofsitze sind: 1) Mohilew; 2) Wilna; 3) Telsea in Samogitien; 4) Minsk; 5) Luceovin; 6) Kaminich; 7) Chersoncsien.

Die Verhandlungen, die dem Vertrage voran gingen, dauerten den 19., 22., 25. Juni und 1. Juli 1847. Der Vertrag selbst wurde zu Rom am 3. August ejus, von A. Lambruschini, Graf L. v. Bloudoff und A. v. Boutenieff unter­zeichnet. Wir haben keinen Raum für dessen wörtliche Mit­theilung, können uns jedoch die Uebersetzung des Art. 18 nicht versagen, der also lautet:Die Lehrprogramme für die Seminarien der Schullehrer und Priester werden vom Erz­bischöfe selbstständig entworfen. Diejenigen für die Akademien (Hochschule) sind der Approbation der akademischen Senate vorzulegen u. s. w."

Wer sollte glauben, daß Rußland sich dem römischen Stuhle gegenüber so willig zeigen würde?

Großbritannien

Aus Dublin wird unterm 19. Juli berichtet: Zahlreiche Volksmassen durchwogten gestern Abend aus Anlaß der überall angeschlagenen Proklamation, welche die Stadt unter die Zwangs-Akte stellt, bis spät die Straßen, ohne daß jedoch der geringste Ruhestörungs-Versuch vorfiel. Alle Klubs hielten im Lause des Abends Versammlungen, und man sah die Führer ves Bunves von einem Klubzunmer zum andern eilen, um vermuthlich über die nächsten Schritte gegen die Regierung zu berathen. Heute Abend hielt nun die irische Ligue in der Musikhalle eine äußerst zahlreiche Versammlung, welcher auch eine Deputation des Gemeinderaths von Kilkenny beiwohnte.

Illyrien

Werschenz, 11. Juli. (A. Z.) Der gejammte bei 5000 Manu starke Heerhaufen i l lyrisch er Insurgenten, unter Anführung des Woiwoden Stanimirovics, traf heute Mittags in unserer Nähe mit unseren und den zu unserer Hilfe hier stationirten TemeSwarer, Arader und anderen fremden Natio­nalgarden sowohl, wie mit den hier garnisonirenden Husaren- und' Uhlanendivisionen zusammen, und ward Nach kurzem Ge­fecht total geschlagen und in die Flucht gesprengt. Mehr als 300 Todte/ bei 1Ö0 Gefangene, dann 5 Kanonen und 3 Fah­nen verloren die Besiegten, deren Woiwode ebenfalls in die Hände der ungarischen Truppen fiel. Der ganze illyrische Heer­haufen ist gänzlich zerstreut. Merkwürdig ist, daß die Insur­genten anfangs unter der dreifarbigen illyrisch-serbischen Fahne fochten, dann aber beim Zusammentreffen mit den Truppen plötzlich die k. k. schwarz-gelbe Fahne, aber ohne allen Erfolg entfalteten. Die Truppen sowohl, wie die Nationalgarben, deren 48 ihren Tod fanden, fochten in vollem Bewußtseyn ihrer gerechten Sache mit Muth und Begeisterung.

Rußland.

Petersburg, 13. Juli. Am 10. Juli erkrankten an der Cholera 693 und starben 379 Personen, in Behandlung blieben 3935.

Donaufürstenthümer

Bucharest, 2. Juli. Gestern um i2'/a Uhr Mittags ist hier eine blutige Gegenrevolution ausgebrochen, die aber glücklicherweise dießmal vom Volke selbst unterdrückt worden ist. Odobesku, gewesener Chef der Landesmiliz, und Solomon, Oberster des 3. Infanterieregiments, stürzten mit 400 der ent­schlossensten Soldaten, welche gehörig mit Branntwein betäubt waren, auf die versammelten Mitglieder der Regierung, um sie gefangen zu nehmen. Aber in demselben Augenblick ver­sammelte sich das Volk größtentheils unbewaffnet und suchte die Reihen des Militärs zu durchbrechen. Das Volk wurde wüthend, mußte sich aber, da eS keine Waffen hatte, {urückziehen. Viele ließen den Muth sinken und fürchteten den Intergang der erst vor wenigen Tagen errungenen Freiheit. Die Verzweiflung hatte schon einen hohen Grad erreicht, da stürzte wie aus den Wolken herunter eine Heldin von Podul Mogoschai mit zwei Pistolen in den Händen und rief aus allen Kräften:Tod den Verräthern! Ihr jungen Männer fasset Muth und rettet die Freiheit!"

Die Worte dieser jungen Heldin, welche die Gattin eines Beamten ist und sich Anna Jpatesku nennt, elektrisirten die

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag

Masse; cs wird gegen das Militär angestürmt und dasselbe gezwungen, sich eiligst in die alte Kaserne zurückzuziehen. OdobeSku wurde gefangen. Das Volk rückte im Sturmschritt nach und war entschlossen, Alles auf's Spiel zu setzen, um die Kaserne zu nehmen. Glücklicherweise aber ging die Sache friedlicher von Statten. Das Militär erklärte, daß et nicht mehr auf seine Brüder schießen werde, und daß man es auch früher nur durch Betrug dazu gebracht hätte. Solo­mon wollte flüchten, ward aber von der Nationalgarde an der Barriere ergriffen und festgesetzt. Odobesku erklärte gleich bei seiner Gefangennehmung, daß er den Handstreich gegen die errungene Freiheit im Auftrage Rußlands über­nommen hätte. Der General Kotzebue war einstweilen nur nach Fockschan gegangen, um von dort aus die Gegenrevo­lution in Bucharest zu leiten. Diesmal ist der schlaue Diplo­mat aber geschlagen!

Spreehsaal für Stadt und Land.

Erklärung.

Obgleich ich der festen Ueberzeugung bin, daß Jeder, der mich nur im Entferntesten kennt und namentlich die Redlich­denkenden von Diez, gleichviel, welche politische Farbe sie tra- , gen und wären sie meine entschiedensten Gegner, mir nicht zutrauen, daß ich, wie in einem von Diez datirten in No. 105 dieser Zeitung enthaltenen Korrespondenzartikel die kürzlich hier stattgefundenen Vorfälle betreffend, worin sehr unzweifelhaft i | meiner Person erwähnt wird und worin ich mit noch andern , < Personen als Ruhestörer, nächtlicher Skandalmacher u. dgl. , bezeichnet bin, nur irgendwie zu solchen mir zur Last gelegten , j Gesetzwierigkeiten die Hand geboten habe, im Gegentheil j habe ich immer, wie mir viele meiner Mitbürger bezeugen < müssen, bei allen Gelegenheiten zur gesetzlichen Haltung ermahnt j und bin jeglichem Uebergriff aus den Schranken des Gesetzes ; f und der Sitte, wie es meine Pflicht als Hauptmann der Bür- s gerwehr gebietet und so weit es in meinen Kräften stand, ent- f gegengetreten, so glaube ich dennoch im Interesse meiner ] Ehre und zur Vermeidung ferneren Ausbeutens solcher un- l wahren Denunziationen die öffentliche Erklärung geben zu t müssen, daß dieser Artikel die erwähnten Diezer Ereignisse gänz- e lich entstellt und voller Unwahrheiten ist, wovon man sich sei- f ner Zeit durch Veröffentlichung der bereits deswegen einge- j leiteten Untersuchung überzeugen mag. Ich fordere daher den s Verfasser jenes Artikels hiermit auf, sich mir ungesäumt^u nennen, *) widrigenfalls ich ihn, soweit mich derselbe persönlich $ betrifft, für einen feigen Lügner und niederträchtigen Verläum- j der erklären muß. * «

Sollte diese Aufforderung vorläufig erfolglos bleiben, so , werde ich alle mir zu Gebote stehenden Rechtsmittel zur Ent- j larvung jenes Diezer Q Korrespondenten anwenden und sei- j ner Zeit über meine Bemühungen und deren Resultat öffent- j liche Mittheilung machen. ,

Diez, den 19. Juli 1848. ,

, Born, Bergmeisterci-Akzessist. i

*) Dazu wird sich unser Herr Korrespondent wohl schwerlich verflicht^ ' suhlen. Denn es handelt sich (Siehe den ArtikelDiez" in der heutigen Nummer) gar nicht um eine geflissentliche Unwahrheit, son­dern nur um die Frage, ob dasAbsetzung" eines Bürgerwehrhaupt- mannS zu nennen ist," oder nicht, wenn ihm die Kompagnie den Ge­horsam aufkundigt. Aus demselben Grunde dürfte eine gerichtliche Klage für Herrn Born schwerlich einen Erfolg haben. klebriges können wir bei diesem Anlässe nicht umhin, unsere Herren Korrespon­denten um Vorsicht und Prüfung bei dem Bericht von Thatsachen zu bitten; denn es wäre unS sehr leid, wenn ohne unsere Schuld durch das gegenteilige Verfahren der Berichterstatter auch unser Blatt ge­legentlich zu einerGerüchte-Zeitung" würde. Die Red.

217] In eben so ernsten alö besorglichen Momenten hierher berufen, um den von der Reichsgewalt ausgesprochenen Grundsätzen Gehorsam zu verschasfeiu gereicht eS mir zur großen Freude, diesen Zweck im Verein mit dem Herzoglich Nassauischen Militär, nicht nur ohne ein strenges Einschreiten mit den meint« Befehl untergebenen Kaiserlich Oesterreichischen und Königlich Preußisch^ Truppen, welche stark genug waren, selbst einen ernstlichen Widerstand zn bewältigen, erreicht zu haben, sondern auch, durch das bereitwillige Entgegen­kommen aller hiesigen Behörden und des größten Theils der Einwohnerschost zu der Ueberzeugung gelangt zu fein, daß auch hier die Anarchie wahrh-w verabscheut wird, und jeder redlich Gesinnte gerne bereit ist, selbst größer Opfer zur Wiederherstellung der Ruhe und Ordnung zu bringen. ,,

Die schwere Pflicht, welche mir und meinen Untergebenen jener Beseo aufzulegen drohte, ist uns dadurch und durch die gastliche Aufnahme zu einer angenehmen Aufgabe geworden, welche in uns allen eine freundliche innerung an Wiesbaden erhalten wird.

Wiesbaden den 25. Juli 1848.

v. Brandenstein, Oberst und Kommandeur des Siönigl. Preuß. 38. Infanterie-

Regiments und Detachements-Kommandeur. ___* der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.