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ständigkeit der einzelnen Staaten nicht in dem gehörigen Maße gewahrt werden könne, er sich nicht verpflichtet halten würde, in seiner Stellung zu beharren.

Wien, 6. Juli. So eben ist hier folgende Proklamation veröffentlicht worden:Die deutsche Nationalversammlung in Frankfurt hat mich zum Reichsverweser erwählt und durch ihre Abgeordneten aufgefordert, diesem ehrenvollen Rufe ungesäumt -u folgen. Oesterreicher! Ihr kennt meine unveränderte Gesin­nung für unser gemeinsames deutsches Vaterland; Ihr kennt meine heißen Wünsche für sein Wohl, seine Macht und Ehre. Diese Wünsche, ich weiß es, stehen mit Elleren Gefühlen m vollkommenem Einklänge, und ich habe es daher als eine heilige Pflicht erkannt, das Amt zu übernehmen, welches mir Euere Vertreter in Frankfurt und mit ihnen alle Euere deutschen Brü­der anvertrauten. Daffelbe wird, gestützt von der Nationalver­sammlung und befestiget durch das gestimmte deutsche Volk, den Gedanken der Einheit Deutschlands zur That gestalten, es wird für die Freiheit und für das Recht des deutschen Volkes, für das Gesetz und die Ordnung in dem ganzen deutschen Ge­biete eine neue Gewähr darbieten. Ich glaube daher die mir von unserem Kaiser für die Zeit seiner Abwesenheit übertragenen Regentenpflichten nicht zu verletzen, ich glaube sie vielmehr mit hoffnungsreicherem Erfolge zu erfüllen, indem ich glerchwlchtrge und innig verbundene Sendungen annehme. Ich werde mit der an mich gesendeten Deputation nach Frankfurt gehen, um das hohe Amt des Reichsverwesers anzutreten, und dann wieder zu Euch zurückkehren, um als Stellvertreter des Kaisers am 18. Juli den Reichstag in Wien feierlich zu eröffnen. Erzherzog Johann m. p."

Frankreich

Paris, 9. Juli. Dem Baron v. Triddain, Geschäfts­träger Siziliens, und dem Dr. Furnari, erstem Legationsse- kretar, ist das Recht ertheilt worden, mit der Behörde der Re­publik amtlich zu verkehren. Erste Anerkennung Sizi­lien s.

Abbe Sibour, Bischof von Digne und Bruder des Re­präsentanten gleichen Namens, geboren 1792 wird als N a ch- folger des Erzbischofs von Paris bezeichnet. Der Moniteur werde dieser Tage die Ernennung bringen.

Der Moniteur steht sich heute genöthigt zu erklären, daß die Haussuchungen in den Wohnungen der Exkönigin Chri­stine und beim spanischen Generalkonsul aus Versehen ge­schehen seyen, und zu keinem Resultat geführt hätten. ,

General Duvivier, der am 23., 24. und 25. Juni die Mobilgarde befehligte, ist an seiner Fußwunde gestorben. Die­selbe war nicht lebensgefährlich, wurde aber vom General anfangs so vernachlässigt, daß der Brand dazu trat und der Tod folgte. Zwei Tage vor , seinem Ende verfiel der Kranke in furchtbares Delirium.Sie sagen, Herr Doktor, daß ich die Augen geschlossen habe rief er mehrere Male aus aber ich sehe Alles, was dort auf der Mauer geschrieben steht." Cs bleibt immerhin ein sonderbares Verhângniß , das die be­sten Generäle Asrika's, die Sieger der Wüste, auf dem Pariser Steinpflaster elendiglich umkommen läßt. Der Herzog von Orleans hatte Recht, als er 1840 zu Louis Philipp in zorni­ger Aufwallung sagte: ich will lieber am Rhein sterben , als an einem Pariser Rinnsteine. Duvivier ist der sechste Gene­ral, der gestorben.

In der Bank herrscht Schrecken. Es wurde ihr in deu letzten Tagen eine solche Menge falscher Billets präsentirt, daß sie heute im Moniteur und den übrigen Blättern eine vollständige Beschreibung dieser Kontrebande zur Warnung be­kannt macht.,

Die Blätter melden: während der Junitage wurden zwei Millionen Kartuschen und 3000 Kanonenkugeln aus den Staatszeughäusern gegen die Insurgenten verschossen.

Ducos, in seinem Bericht über die von der Nationalver­sammlung zu bewilligende halbe Million Geheimer Polizei^elver gibt interessante Ausschlüsse. Er sagt unter Anderem: !.... Unter Duchatel gab es zwei Sorten Rechnungstabellen. Die Eine wies nur die gezahlte Summe und die bloßen Namen der Empfänger nach; diese hat man am 24. Februar gefunden. Die andere dagegen wies nach, wofür sie gezahlt wurden? Diese ist leider entwischt.....aber aus dem Nachweis der Mandate geht hervor, daß am Vormittage des 24. Februar allein 121,000 Franken aus der Staatskasse geholt wurden, auf Mandate zu 12, 13 bis 14,000 Franken. Es herrschte also ein wahres Wettrennen zu den Geldsäcken an jenem Tage.

Die innerhalb Paris liegende Garnison beträgt achtzig­tausend Mann. Außerhalb der Stadt kampiren oder kan- toniren noch 50,000 Mann.

Aus der Tiefe seines Gefängnisses hat ein Insurgent an den Repräsentanten A. Thouret einen Brief gerichtet, in welchem er erklärt, daß er ihm das Geheimniß der Junirevo­lution enthüllen wolle, wenn er ihn in Freiheit setze. Thouret hat statt aller Antwort diesen geheimnißvollen Brief der Unter­suchungskommission übergeben.

Diesen Morgen (erzählt ein Amtsblatt) glaubten wir uns Alle in die Luft gesprengt. Am Bastillenplatz fingen nämlich die im Schrank eines Wachtpostens befindlichen 600 Kartuschen Feuer und verursachten eine starke Explosion. Der Offizier und einige Mann des 34. Regiments, unter Andern auch ein Dach­decker, wurden beschädigt, jedoch Niemand getödtet; die Mauern stark erschüttert.

In Paris wie überall gibt es eine Unzahl Miether, die ihre Miethe nicht bezahlen können. Bei Vielen ist cs böser Witze. Mehrere derselben standen gestern vor der 8. Kammer des hiesigen Zuchtgerichts, das sie zu mehrmonatlicher Gefäng­nißstrafe verurtheilte. W

Gro ß b r i tannie n

-f London, 8. Juli. Die vier Chartisten-Ch esss sind von der Jury des Verbrechens der Aufreizung zum Aufruhr schuldig erklärt worden. Diese Schuldig- keitserklärung unterlag keinem Zweifel.

Wl«

Heute, Mittwoch, deu 12. Juli-

Erste Kéunion dansante

Abends 8 Mr. 1931

Verzeichniß der in Wiesbaden täglich ankommenden Fremden.

Angekommen den 11. Juli.

In Bad-und Gasthäusern.

Adler (A 1Aigle).

Hr. Muth nebst Frl. Nichte, Oberschulrath, Weilburg.

Hr. Schneider, Buchhändler, Leipzig.

Hr. Baumann, Kfm., Düsseldorf.

Hr. Scbeuernagel, Kfm., Nürnberg.

Hr. Baror v. Keudell mit Gem., Kammerherr, Schweden.

Hotel Düringer.

Hr. Schmitz, Kfm., Remscheid.

Hr. Gebürsch, Part., Rüdesheim.

Hr. Scbliessmann, Part, Rüdesheim.

Hr. testen, Part., Breslau.

Hr. Clemens, Banq., Coblenz.

Hr. Dietz, Kfm., Coblenz.

Englischer Hof (A lhötel dAngleterre).

Hr. Neuberger, Rent., Alzey.

Europäischer Hof (A lhötel de lEurope/

Mad. Paul mit Frl. Tochter, Frankfurt.

Hr. Grein, Peterweil.

Hr. Weyand, Homburg.

Hr. Stölting, Celle.

Hof s. Holland (A lhötel de Hollande).

Hr. Klöber, Oekonom, Hofheim.

Hr. Biliritbner, Oekonom, Hofheim.

Hr. Crismann, Oekonom, Hürterhof. Hr. Unzicker, Oekonom, Henriettenthal.

Vier Jahreszeiten und Hotel Zais

(Aux quatre Saisons.)

Mr. J. Mendelson mit Fam. u. Drsch., Banq., Berlin.

Hr. Prof. Mendelson mit Gem. u. Drsch., Bertin.

Mr. Burckhardt, Kfm., Basel.

Mr. G. Zamponi, Rent., Italien. Mr. G. Tonolli, Rent., Italien.

Goldene Krone (A la couronne dor).

Hr. Major von Peyr-Imhoff, Essen.

Weisse Lilien (Aux fleurs des Lis blancs).

Hr. Bair u. Hr. Helmerling, Oberolm.

Frau Gerhardt u. Frl. Breitscheit, Grosswin- ternheim.

Rose (A la Rose).

Hr. Nathan mit Familie, Fabrikant, Luneville.

Sonnenberg.

Fr. Haas mit Tochter, Fr. Feldmann u. Fr. Oberst, Winzenheim.

Hr. Aulmann mit Fr., Lautert.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Drutt und Verlag der L. Sch ellenbergischen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.