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Italien.

Weldon hat Venedig von der Landseite eingeschloffen; damit ist aber noch wenig Gefahr für die Stadt vorhanden, da sie seewärts hinlänglich verproviantirt werden kann. In­deß ist. jetzt wenigstens durch die Eroberung der Terra Ferma für uns Ueberfluß an Lebensmitteln, und der Mangel, dem die Armee so lange ausgesetzt war, ist verschwunden.

Sprechsaal für Stadt und Land.

Wiesbaden, 25. Juni. Seit ein paar Tagen erscheinen in verschiedenen hiesigen Blättern Angriffe auf das Theater und einzelne Mitglieder desselben, die wohl schwerlich geeignet sind, im gegenwärtigen Zeitpunkte, wo nicht allein die Theaterfrage an sich, sonder^ auch für unsere Stadt eine bedeutsame geworden ist, das Interesse und die Achtung zu diesem Institute zu heben. Ein gewisser Herr Gödtke-Adlersberg hat sich auf diese Weise in Verdächtigungen und Angriffen gegen mehrere hiesige Bübnenmitglieder ergangen, in einer sogenannten Rüge in Nr. 80 des Volksfreundes, so wie in einem Ertrablatte, welches, wenn wir nicht irren, mit dem Volksfreunde ausge­geben wurde. Wir würden diese beiden Artikel, die von Un­wahrheit, Arroganz und Bornirtheit strotzen und den gänzlichen Mangel aller Logik verrathen , nicht einer Entgegnung für würdig halten, wenn wir es nicht den Mitgliedern des Theaters gegen­über, und insbesondere der Fräul. Kern, die durch ihre Lei­stungen sowohl als für ihre Bereitwilligkeit, selbst unbedeu­tende Rollen zu übernehmen, den Dank und die Zuneigung des Publikums erworben, als eine Schuldigkeit betrachteten, öffentlich auszusprechen, daß der größte Theil des Publikums über eine solche Handlungsweise indignirt ist. Wir halten dies um so mehr für eine Pflicht, indem Hr. G. A. sich gerirt, als habe er im Auftrage und Einverständnisse hiesiger Bürger jene Artikel geschrieben. Wir müßten, wenn es sich in der That so verhielte, diejenigen hiesigen Bürger bedauern, die eines Herrn Gödtke zum Dollmetscher ihrer Ansichten und Wünsche bedürften. Für diejenigen Leser, welchen etwa jene Blätter nicht zu Gesicht gekommen sind, sey nur bemerkt, daß der Inhalt darauf hinausgeht: Es sey unerhört, wie sich eine Direktion unterstehen könne, ihn, den Sohn eines alten nassaui­schen Staatsdieners, ihn, der dem Vaterlar.de im Jahre 1841, im Augenblicke der Gefahr, so wichtige Dienste geleistet (er scheint nemlich mehrere Monate als Freiwilliger gedient zu haben) , nicht für ein Gastspiel honoriren zu wollen (das zu gewähren der Direktion gewiß eben so große Ueberwindung kostete, als dem Publikum, es anzusehen), während doch die Theaterverwaltung im Falle einer Auflösung des Instituts in die Nothwendigkeit versetzt würde, die kontraktlich auf längere Zeit engagirten Mitglieder zu entschädigen. Dieser letztere Punkt, eine Rechtssache, die täglich im bürgerlichen Leben vorkommt und auch ganz außer dem allgemeinen Interesse liegt, da eine etwaige Entschädigung nicht von Seiten des Publikums, sondern lediglich aus der Privatkasse des Herzogs geleistet wird, scheint vorzüglich den Grimm des Hrn. Adlersberg erregt zu haben. Von der Unwahrheit der Behauptung aber, als fänden einhei­mische Talente keine Unterstützung von Seiten der Theaterver­waltung, hätte ihn ein einziger Blick auf die Bühne überzeugen können, aber Hr. G. A. findet eher in allen andern Dingen einen Grund seiner Zurücksetzung, als in seiner eigenen Unfä­higkeit. Schließlich sprechen wir noch, einzig im Interesse der Kunst, der verehrt. Theaterdirektion den Wunsch aus, dem Pu­blikum den Anblick etwaiger fernerer Gastspiele des Hrn. G. A. nicht weiter zummhen zu wollen.

Mehrere Theaterfreunde.

, Die unlängst in der Nassauischen Allgemeinen Zeitung veröffentlichte Erklärung mehrerer Bewohner von Teras soll von Manchen irrigerweise als eine Einsendung jener Gesell­schaft betrachtet worden seyn, welche die texanischen Besitzun­gen des s. g. Adelsvereines acquirirt hat.

, Die Redaktion der Nass. AUg. Ztg. glaubt daher öffent- Uch bestätigen zu müssen, daß ihr jene Erklärung durch den Landtagsabgeordneten, Herrn Prokurator F. D. v. Schütz aus Rüdesheim und zwar mit dem Bemerken zugesendet wor­den ist, daß er selber sie von seinem mitunterzeichneteu Bru­der in Teras erhalten habe und sich erbiete, das Original Je­dermann zur Einsicht vorzulegen.

Frankfurt a. M., den 26. Juni.

Mittags 1 Uhr.

Papier.

Geld.â

Oesterreich, 5^ Metalliques.....

2%% ......

3 % Bankaktien o. D.....

500 fl. Loose........

250 fl. Loose........

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine .... 3 7a % Staatsschuldscheine â 105 kr. .

Bayern, 37, % Obligationen....... Verba Hèr- Eisenbahn-Actien..... Würtemberg, 37i % Obligationen.....

4% % »eue Obligationen . . .

Baden, 371 % Obligationen von 1842 .... Lotterie-Anl. â 50 fl. bei G. u. S. . .

35 fl. Loose vom Jahr 1845 ....

Darmstadt, 37a °/o Obligationen.....

4 % .....

50 fl. Loose........

25 fl. Loose.........

Kurhessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Aetien

40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

Nassau, 3'/,"/ Obligationen bei Rothschild . .

25 fl. Loose '..........

Frankfurt, 3 % Obligationen.......

37, % von 1839 . . .

37, von 1846 ...

Taunus-Eisendahn-Actien â 250 fl. . . . Holland, 2'/,°/« Integralen....... Spanien, 3% Innere Schuld.......

5 Ardoin incl. 14 Coup.....

Polen, 300 fl. Lotterie-Loose.......

500 ff. .......

Sardinien, 36 FrcS. Loose bei Gebr. Bethmann D isconto..............

58

47

1040 937, 59

84

85

71 53%

71

83

69 377, 23

71 767, 53% 187< 33% 207a 74

187, 77

00% 84%

262 43

167s

577a 22

57

46

1030 927a 58

83

70 527s 70 82 68

37 227a

70 76 537a 177* 337* 20%

73

' 177* 76

897. 837*

258 427, 167.

567, 21

2

Bekanntmachungen.

In der L. Schellenberg'schen Hofbuchhandlung in Wiesbaden ist wieder zu haben:

Hi-chst merkwürdige Prophezeihungen eines alten Mönchs in Polen, welche vom Jahre 1790 bis zum Ende der Welt im Jahre 2000 in Erfüllung gehen sollen. Aufgefunden in einer alten Kloster-Chronik. Preis 10 kr.

Danksagung

154]

für meine an der DrustKrnnKheit leidenden

Mitmenschen.

(Aus dem Bautzener Wochenblatte.)

Mehrere Jahre hatte ich mit einem Brustübel zu kämpfen, das endlich in die völlige Lungensucht überging. Obgleich nun alle ärztliche Hülfe da­gegen angewendet wurde, so ging ich doch einem gewissen Tode entgegen. Noch zu rechter Zeit hörte ich von dem vortrefflichen Mittel gegen die Lungen- und Schwindsucht, welches bei dem Kommissionär, Herrn Friedrich Winther, Schulterblatt Nro. 15 vor Hamburg, für einen holländischen Dukaten und 8 gute Groschen für Emballage zu bekommen sei. Um nichts unversucht zu lassen, was mich vielleicht noch retten könnte, ließ ich mir eiligst eine Flasche von dieser Medizin schicken und da ich nach Ausbrauch derselben schon merkliche Besserung spürte, so ließ ich mir noch zwei Flaschen kommen. So nun hat der Herr durch diese köstliche Medizin wieder völlig geholfen. Dies meine Empfehlung dieses Trankes an alle Brustkranke.

Göda, bei Bautzen.

H A M Schmidt,

Schullehrer.

155]

Gesellschaft für

Die Mitglieder^ unserer Gesellschaft resp. die Unterzeichner derZu­schrift an das Nassauische Volk" vom 10. und 15. Juni, werden benach­richtigt, daß künftigen Donnerstag den 29. dieses eine Zusammenkunft im Alleèsaal dahier, Abends 7% Uhr stattfindet. Für später ist der Montag als wöchentlicher Versammlungstag der Gesellschaft bestimmt worden. Der Ort der Zusammenkunft wird jedesmal vorher angezeigt. Nichtmitglieder die jedoch an den förmlichen Debatten nicht theilnehmen, können durch Mit­glieder eingeführt werden.

Wiesbaden den 24. Juni 1848.

Der Ausschuß

der Gesellschaft für Freiheit, Gesetz und Ordnung.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellend erg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.