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nach drei Tagen ihn nicht heirathe, so würde er gar keine Gnade und Schonung mehr mit mir haben. Ach, lieber Peter Andrejitsch! Sie sind mein einziger Beschützer. Nehmen Sie sich der armen Waise an. Bitten Sie den General und alle Kommandeurs, uns schnell Sukkurs zu schicken, und kommen Sie selbst, wenn es möglich ist. Ich verbleibe Ihre ergebene Marie Mironow."

(Fortsetzung folgt.)

Die Gold-Sucher

(Novelle nach dem Französischen von A. F.)

(Fortsetzung.)

Jedoch," antwortete sie mit Festigkeit,wenn Gontran Euch so vernichtet sähe von den Stichen der Sonne, er würde Euch selbst den Krug bringen. Thue ich Unrecht, ihm unge­horsam zu seyn, so falle die Strafe auf mich!"

Und sie entfernte sich, um den Krug zu füllen.

Herr von Favieres hatte mit verhaltenem Grimm als ge­heimer Zuschauer dieser Szene beigewohnt. Verborgen hinter den Nankengewächsen, die eines der Fenster verdeckten, sagte er dann zum Mohren:

Ich wundre mich nicht, daß dieser Bube eine solche Miene der Großsprecherei und Unabhängigkeit annahm. Die Frau des Herrn macht sich zur barmherzigen Schwester der Knechte. Ich will einmal sehen, wie weit dieser Signor Ter- ral die Vertraulichkeit treibt!"

Elisabeth kehrte in den Hof zurück mit dem schweren Krug, den sie mit einer wahrhaft biblischen Anmuth an die ausgetrockneten Lippen des jungen Mannes brachte, dessen Gesicht sich in freundlichem Lächeln erhellte.

Das ist wahrhaft rührend," spöttelte der Edelmann.

Nachdem Terral in langen Zügen in dem eisigen Wasser seinen Durst gelöscht hatte, hob er ermuntert den Kopf und sagte zu seiner Gebieterin:

Glauben Sie im Ernste, daß die Armuth allein Ihren Gatten so unerbittlich gemacht hat?"

Ich bin dessen gewiß," antwortete sie überrascht.Aber wozu diese Frage?"

Glauben Sie," fuhr der Knecht fort,daß er, wenn Sic plötzlich ihm ein Vermögen geben könnten, Sie wieder lieben würde, und gut und sanft gegen Sie wäre?"

Gewiß! von dem Augenblicke an, wo er mich schmücken könnte wie eine Fürstin, eitel seyn auf meine Schönheit vor den Augen der Welt; von dem Augenblick, wo ich den Glanz theilte, mit welchem er die Menschen blenden würde und um Ren sie ihn beneideten, von dem Augenblick an würde er mich lieben," sagte Elisabeth mit bitterem Lächeln.Nun ja! es ist schmählich, es zu gestehen, aber ich würde glücklich seyn über diese eitle Liebe, glücklich, ihn von mir eingenommen zu

sehen! Doch was sollen diese Träume! Jetzt bin ich für Gon­tran nur eine Last, ein Hinderniß !"

Ihre Wünsche sind keine Träume," erwiederte der Knecht mit fester Stimme,und da man mit Geld Ihnen das Glück erkaufen kann, so sollen Sie glücklich seyn !"

Elisabeth, wie Herr von Favieres und Acacia, sahen Terral an, sich fragend, ob die verzehrenden Strahlen der Sonne ihn wahnsinnig gemacht hätten.

Er verstand den Blick der jungen Frau, lächelte und führ fort:

O! ich sehe, Sie glauben mich verrückt. Beruhigen Sie sich. Ich besitze meine volle Vernunft. Und doch wird Alles was ich sagen will, Ihnen wie ein sonderbarer Traum vor­kommen, da Sie nicht bekannt sind in unsern Wüsten, die so viele Zauber bergen, neben so großen Schrecknissen. Sie sind erstaunt, nicht wahr, einen armen Teufel im Solde Ihres Gemahls, gekleidet in Lumpen, sterbend vor Durst und Hun­ger, so von Reichthum sprechen zu hören? Aber Sie kennen die wunderbaren Zufälle nicht, die manchmal auf dem Kamme eines Berges, oder in dem Bett eines Flusses, Deßjenigen warten, der unerschrocken die Wälderund SandwüstenMeriko's durchstreift. Ich werde die Kühnheit haben, Ihnen das Ge­heimniß meines Lebens zu sagen. Als ich Sie den Todes­kampf meiner alten Mutter habe bewachen sehen und ihr Be- gräbniß ehren, da habe ich geschworen, daß meine Tage Ihnen gehören. Ich wußte, daß Ihr Mann ein französischer Auswanderer sey, zu Grunde gerichtet oder beinahe so weit, und daß Sie unter einem so schrecklichen Wechsel der Verhältnisse leiden mußten. Ich sah Sie immer im Geiste so schön und so strahlend von Güte, knieen und beten neben dem elenden Bett von getrocknetem Laube, wo meine Mutter starb, als ich in ihre Hütte kam und vier wilde Pferde mitbrachte, die ich in der Wüste gejagt und gebändigt. Als wildes Kind der Wüste hatte ich niemals ein so schönes und wohlwollendes Geschöpf gesh-n, und während einer Stunde glaubte ich an eine der himmlischen Erscheinungen, an melche mich die Priester zu glauben gelehrt haben. Verstehn Sie nun, warum ich seit­dem das Bedürfniß fühlte Sie, wiederzusehen, in Ihrer Nähe zu seyn, um Ihnen ein Schild gegen die Gefahren der Wüste zu werden? Bis zu diesem Augenblick war ich bei meinem ' freien und tapfern Leben glücklich gewesen. Es ist so schön frei zu seyn!

(Fortsetzung folgt.)

Die Lebensgeschichte eines Mannes aus dem vorigen Jahrhundert.

Von seinem Urenkel erzählt.

(Fortsetzung.)

AlsI er noch ein zwölfjähriger Junge war, hatte er das PfarrerstöchterlkiN einmal auf dem Teiche des Parkes im