stoßen mächtig ins Horn. Es ist unverantwortlich, wie man diese im ganzen so ehrenhafte Klasse verhetzt und zu einer entscheidenden politischen Macht zu erheben sucht. Jene Presse gibt nicht undeutlich zu verstehen, daß man den Reichstagsbeschlüffen nur dann Geltung verbürgen könne, wenn sie sich mit den Volkswünschen in Uebereinstimmung finden. Man weist dabei mit bezeichnender Pantomime auf die Hacken und Sensen im Hintergründe hin, wogegen den 80,000 (?) Mann Nationalgarde die stumme Zuschauerrolle höflichst angewiesen wird.
Botzen, 11. Juni. (A. Z.) Heute langte kein Postwagen von Verona hier an; nur Briefe kamen, die man auf Umwegen über die Höhe des Gebirges brachte. Die Straße soll wegen der anhaltenden hitzigen Gefechte bei Rivoli und Dolce gesperrt seyn. "Man behauptet, die Piemontesen hätten mit Uebermacht sich auf unsern verhältnißmäßig schwachen reckten Flügel geworfen , und sich unserer Verbindungslinie zwischen Tprol und Verona bemächtigt. Lange schon fürchtete man von daher Gefahr. Wird es gehen wie mit Peschiera?
Vom Brenner, 12. Juni. (A. Z.) Rivoli ist für den Augenblick von den Piemontesen besetzt. Oberst Zobel zog sich von fünffacher Uebermacht angegriffen zurück, und überließ es dem Feinde. Dadurch ist die Kommunikation auf dieser Straße- unterbrochen. Unsere Militärs sind der Meinung, daß, wenn die Operation auf Vicenza gelungen sey, diese Vorrückung nach Rivoli von keiner großen, noch weniger entscheidenden Bedeutung seyn könne. Das Uebel aber ist immer, daß Radetzky mit einem halb so starken Korps zu operiren hat, da er überall Besatzungen zurücklassen muß, um sich Lebensmittel und Kommunikation zu sichern. Die Piemontesen haben ganz Italien, wir möchten sagen, selbst Trient für sich; sie erhalten täglich Verstärkungen aus allen Theilen der Halbinsel, während man diesseits kein Land der Monarchie von Truppen entblößen, noch mit Lieferungen in Anspruch nehmen kann. Man führt einen Krieg ohne Mittel, und hat auf nichts zu rechnen, als aus die Tapferkeit der Truppen, die freilich überall einer gegen zwei stehen!
Frankreich.
Strasburg, 14 Juni. (F.J.) Während allgemein bekannt war, daß gegen Louis Napoleon Bonaparte ein Verhaftbefehl erlassen war, hat uns heute der Telegraph die unerwartete Nachricht gebracht, daß die Aufnahme desselben in die Nationalversammlung gestern dekretirt und somit jede gerichtliche Verfolgung gegen ihn aufgehoben ward.
Rußland.
Eine Nachricht der Allg. Oberztg. aus Lemberg, 6. Juni, enthalt Folgendes: „Russische Truppen ziehen dem Pruth zu; es sollen dort schon über 100,000 Mann stehen. Den Soldaten wurde gesagt, sie gingen an die türkische Grenze, um die Türken als Freunde zu empfangen und in ihr Land (Rußland) hineinzuführen. Außerdem ist aus Podolien zu uns die Nachricht gelangt, der Czaar gedenke über die Donau zu gehen und nach Üngarn und Wien zu marschiren, und die Truppen ziehen an den Pruth, oberhalb der Gränze. In der Nacht überschreiten sie 'auf Pontons die Boh und Dniestr."
Aus Königsberg in Pr., 11. Juni, berichtet die „Ztgs.- Halle": „Wie mir so eben aus sicherer Quelle mitgetheilt wird, und zwar von einem Konsulats-Beamten, bewegen sich neuerdings 100,000 Mann Russen gegen das Großherzogthum Posen zu; die Garden konzentriren sich zirka 30 Meilen von der preußischen Grenze auf der Straße von Petersburg nach Warschau, und nach denselben Angaben dürfte sich die in Polen zusammen- gezogene mobile russische Macht auf 240,000 Mann belaufen. Ich darf behaupten, daß diese Angabe, trotz der vielen widersprechenden Gerüchte, die richtige ist."
Zugleich wird der „Zeitungshalle" aus Petersburg ge schrieben: „Die Petersburger Garde hat Befehl erhalten, am 15. Juni auszurücken, um'an die polnische Grenze zu marschiren. — Aus Ostrowo wird berichtet, daß zwischen Koscielnawies und Sczypiorno bei Kalisch 8000 Morgen Ackerlannes vom Getreide gesäubert worden sind, weil daselbst ein russisches Lager aufgeschlagen worden soll." Dazu kommt folgende Petersburger Nachricht: „Der Kaiser hat in Betreff des Unterhaltes der jetzt ohne feste Stütze gebliebenen Familien der zum aktiven Dienst einberuienen subalternen Krieger den Zivilgouverneurs und Adelsmarschällen den Wunsch ausgedrückt, wie es ihm angenehm wäre, wenn alle Stände im Lande nach den ihnen zu Gebote stehenden
Mitteln beitrügen, die Subsistenz der Familien dieser Krieg „„bis zu deren Rückkehr"" zu sichern."
Frankfurt a. M., den 15. Juni. Mittags 1 3
Oesterreich, 5 "/<> MetalliqueS .....
„ 4 „ „ ......
„ 2% % „ ......
„ 3 % Bankaktien o. D.....
„ 500 fl. Loose ........
„ 250 fl. Loose ........
Preußen,.50 Thaler Prämienscheine . . . .
„ 37, % Staatsschuldscheine â 105 kr. .
Bayern, 3'/, % Obligationen ....... Berba cher - Eisenbah n - Acticu..... Würtemberg, 3'/, % Obligationen.....
„ ‘ 4'/,% neue Obligationen . . .
Baden, 3'/,% Obligationen von 1842 . . . .
„ Lotterie-Ani. â 50 ff. bei G. u. S. . .
„ 35 fl. Loose vom Jahr 1845 . . . .
Darmstadt, 37- % Obligationen.....
„ 4 % „ .....
„ 50 ff. Loose ........
„ 25 fl. Loose .........
Kurhesse n, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien „ 40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .
Nassau, 37, "/o Obligationen bei Rothschild . .
„ 25 fl. Loose ..........
Frankfurt, 3 % Obligationen.......
„ 37,% „ von 1839 . . .
„ 3 7, „ „ von 1846 . . .
Taunus-Eisenbahn-Actien u 250 ff. . . . Holland, 27, 7° Integralen ....... Spanien, 3% Innere Schuld.......
„ 5 „ Ardoin incL 14 Coup.....
Polen, 300 fl. Lotterie-Loose .......
„ 500 fl. „ „ .......
Sardinien, 36 Frcs. Loose bei Gebr. Bethmann Disco n t 0..............
Papier.
55 46
29
92 58
847, 69
71 527, 71 %
87 69
38 23'/.
71 77% 547. 18 32% 21% 74
18 7, 76'/, 90'/, 85
264 42'/. 167»
85 60'/, 18
Bekanntmachungen.
1381 Water Los -Feier auf dem Neuen Geisberg.
Geir
950,
91
86
68
37V 22V 70 76^1
53V â 17^ »in 201 73 .
18 = 75V ' 891 84 , 261 -
41';, 161
17
2
1
1 j
Zur Feier dieses wichtigen Schlachtey-Tages laden wir unsere Kamen' und Freunde auf Sonntag den 18. Juni 1848 zur Erinnerung und Wit« Vereinigung hiermit freundschaftlichst ein.
Mehrere Vetcraâ *
137J Ein junges gebildetes Frauenzimmer, der deutschen und franjöiW Sprache vollkommen mächtig, wünscht als Gesellschafterin eine Stelle, würde dieselbe im häuslichen sich gerne mitbeschäftigen. Näheres in der
Jn der L. Scbellenberg'schen Huf-Buchhandlung in Wiß' baden ist erschienen:
Der
nordamerikanische Freistaat Tem
Ein Handbuch für Solche, die dahin, insbesondere aber nach dem der W schen Colonisationsgesellschaft für Teras angehörenden, in ber County BeS gelegenen Landbezirk auswandern wollen. Nachricht über die Geschik Verfassung, Lage, Klima, Beschaffenheit des Landes, Gewerbe, Ackers Viehzucht, Handel, Verkehr, Zinsfuß, Straßen, Liste der Postämter, Mil^ Abgaben, Bevölkerung, Staatsschuld, politische Eintheilung, sodann deutsche Colonisatiönsgesellschaft nebst ihrem Programme, sowie den die: aus nöthigen Belehrungen und Anweisungen der Auswanderer über I6
Vorbereitungen zur Reise, während derselben und im Lande selbst.
Von
Ludwig Martin,
Landbesitzer im Staate Teras und Mitglied« der deutschen Colonisationsgesellschaft für Teras.
Preis 18 kr.
Der Verfasser des obigen Merkchens hat seit mehreren Jahren jÄ nur alle über die vereinzelten Staaten, und insbesondere über den Texas erscheinenden Werke fludirt, sondern auch mit großer Umsicht^ möglichen Nachrichten gesammelt, wozu ihm in neuester Zeit noch »M. richte der Beamten des'Vereins zum Schutze deutscher Einwanderer in ^r“ aus der dortigen Registratur zu Gebote standen. ... <
Das Buch ist auf eine für den Gewerbs- und Saubmann recht
Weise geschrieben und enthält Alles, was der Auswanderer nur über M* Land zu wissen nöthig hât, insbej'ondere aber sind außer der kürzen schichte, Lage ünd allgemeiner Gesetzgebung des Landes, das dortige S'1' Beschaffenheit des Bodens, die Arten des Landbaueö und der Vreyzu , genau beschrieben. —. Zum Schluffe find auch alle Maßregeln augege^ die der Auswanderer vor und während der,Reise, z. B. auf dem ^48"%. j der Seekrankheit, besonders aber bei der Ankunft im Lande zu beobachten ?
Dieses Merkchen kann daher allen Auswanderern als ein nützliches und nothwendiges Reisehandbuch empfohlen werden, und ist au der Preis so billig gestellt, daß die Ausgabe dafür Niemandem fallen kann. _
Verantwortlicher Redakteur: W, H. Riehl. — Druck, und Verlag der L, Schellenderg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.