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Zweck dieser Operation leuchtet ein: man will durchaus die Verbindu ng mit Triest und den andern Provinzen Herstellen; die Stochte Treviso und Vicenza müssen daher genommen wer­den, zugleich wird man auch das Venetianische von den Ban­diten, welche sich Crotiati nennen und ihren Beruf zu Castel franco deutlich gezeigt haben, reinigen, die ruhigen Landbewoh­ner von dieser Geißel befreien. Heldmarschalllieutenant Baron "V. Weiden, der schon bei Treviso stehen soll, wird sich sodann mit der Hauptarmee vereinigen. Man sieht aus dieser kurzen Skizze, daß unsere Truppen ganz nach dem Ausspruch:der Erfolg im Kriege beruht auf den Beinen" bedeutende Ucbuugs- marsche machen müssen hoffen wir daher auf den Erfolg.

Sprechsaal für Stadt und Land.

Wiesbaden, 12. Juni. Wie außerordentlich die Er­rungenschaften und der Fortschritt der neuen Zeit die einzelnen Kreise unserer bürgerlichen Gesellschaft durchdrungen haben, da­von bat Einsender dieses neuerdings Gelegenheit gehabt, sich zu überzeugen. Einsender ging nämlich mit drei Studenten, unter denen sich auch Einer befand, der dermalen als Kanonier hier in Garnison steht, in den Kursaal, um dem in dem Neben­zimmer befindlichen Roulettspiele zuzusehen und gelegentlich Phy­siognomiken dabei zu fludiren. Als wir aber eintreten wollten, kam der an der Thüre stehende Aufseher auf uns zu und ver­wehrte dem Manne in der Uniform den Eintritt, indem er zu- gleicb bemerkte, der Pächter dürfe herein lassen, wen er wolle. Meines Wissens wird nun Niemanden, sobald er anständig ge­kleidet ist, der Eintritt verwehrt; es ist also anzunehmen , daß der Herr Pächter die Kleidung der Männer, die für das Vater­land die Waffen tragen, als eine unanständige und dem empfind­samen Augen des im Spielzimmer befindlichen Personals zu­wider seyende bezeichnet haben muß. Sapienti sat!

Es ist dies noch immerhin ein Stück vom alten Zopf, einem Manne in gewisser Kleidung den Zutritt zu öffentlichen Kreisen zu versagen, was gewiß nicht weniger heißt, als denselben aus­schließen von der öffentlichen Gesellschaft und somit auch von der öffentlichen Achtung. Wir möchten daher dem Herrn Päch­ter rathen, entweder Jedermann eintreten zu lassen, sobald er nur irgendwie anständig gekleidet ist, oder Niemanden, es seyen denn Solche, die sich verpflichten, zu spielen.

* * * Vom Westerwald , 12. Juni. Wenn über die von Deputaten unseres Volkslehrerstaiides jüngst in Oranienstein ab- gehaltene, die Wünsche des Volksschulwesens zum Gegenstand genommene Berathung öffentliche Blätter bereits Bericht erstattet und insbesondere beifällig erwähnt haben, mit welcher Begei­sterung Nassau's Lehrer für ihren Beruf erglüht seyen und welcher Sinn der Eintracht unter den Gliedern der Versammlung sich Heimath geschaffen habe, so sollen, dem Vernehmen nach, die deßhalbigen Berichte wirklich auf dem bcßten Grunde beruhen. Schreiber erhielt darüber sowohl von einzelnen, den Berathungen zugetheilt gewesenen Lehrern, als auch, was ihm sehr erfreulich war, von Bürgern der Stadt Diez die zuverlässigsten Versiche­rungen.

Eben so wahr soll es jedoch auch seyn, daß die Versamm­lung über die Trennung der Schule von der Kirche nicht zu dem voiü Rufe der Zeit gebotenen Beschlusse habe kom­men können. Es dürste dieses nun Erstaunen erregen, und gewiß auch zu einigem Mißtrauen gegen die angezogenen öffent­lichen Berichte Veranlassung geben, wenn nicht gleichzeitig cin- gestanden würde, wie denn doch weniger von einemNicht zum Beschlusse kommen sönnen /' als vielmehr von demAus Rück­sichten nicht dazu kommen wollen" die Rede seyn müsse. Man hat sich nämlich der Ansicht überlassen zu müssen geglaubt, daß noch zur Zeit hier und da in Nassau ertrem-kirchliche Bestrebungen zuviel Geltung besäßen, um von einem entscheidenden Auftreten gegen dieselben nicht vielleicht gewaltthätiges Entgegenkommen befürchten zu mögen. Mochten nun aber auch immer diese Rücksichten nicht ganz aus der Wagschale gelassen werden; mochten dieselben na­mentlich in der Lehrerversammlung- haben doch sogar bei die­sem Punkte ängstliche Stimmen mit das Wort geführt ein größeres Gewicht gewinnen; so durste bei dem Allen immer nur dem Geiste der frei gewordenen Zeit die entscheidende Stimme zugetheilt bleiben. Einsender gegenüber sprach man sich bis jetzt ganz in diesem Sinne aus.

Man hegt daher die Hoffnung, in der bevorstehenden Ver­sammlung 3 u Wiesbaden, die, der bereits gegebenen Tages­

ordnung gemäß, den Theil nehmenden Volkslehrern schon ant ersten Nachmittage Besprechungen unter sich gestattet, den Gegen­stand wiederholt aufgegriffen und anderweit zum Beschlusse ge­bracht zu sehen.

Die bei Weitem überwiegend große Mehrzahl der Geist­lichen hat, was von der Oraniensteiner Versammlung in dürren Worten ausgesprochen worden ist, das Zutrauen der Lehrer und Schulen so weit verwirkt, um es als Schulaufseher nie wieder zu gewinnen.

Steht hierneben fest, da

1) die Geistlichen nur mit äußerst seltenen Ausnahmen seither einiges Interesse am Schulwesen bekundeten;

2) denselben der Vorurtheilsfreie wird hier nicht an Her­absetzung denken in der Erziehungs- und Unterrichtskunde nothwendig die Umsicht abgehen muß, welche am Vorgesetzten des Lehrers mit Recht zu fordern ist;

3) die Geistlichen naturgemäß Liebe und Interesse für dieselbe zur Schule geradezu gar nicht haben können, weil sie in ihr nie sich plagten, und das eigenthümliche Wesen des Lehrers in ihnen nicht aufging;

4) die Geistlichen vermöge ihres fortan noch schärfer abge- gränzten Standpunktes einzig Kirchliches zu bedienen haben dür­fen, wenn nicht nach wie vor der Staat unausgesetzt mit ihnen im Konflikte stehen will;

5) die Schule, als Erziehungs- und Bildungsanstalt für Staatsbürger der verschiedenen Religionen und Konfessionen, zum kirchlichen in keinerlei Beziehung zu bringen ist; und läßt sich endlich

6) mit zuversichtlicher Gewißheit voraussagen, daß, sobald die projektirte Trennung der Kirche vom Staate durchgeführt seyn wird, die Schule, bei einer nicht vollständigen Scheidung von der Kirche, fernerhin immer der Ort seyn wird, an wel­chem die Diener des Staates und der Kirche sich feindselig be­gegnen ;

so sollten, meint Schreiber, die Drohungen der Neber- Kirchlichen in Nassau um so eher unbeachtet bleiben können, als ja die neuere Zeit diesen Feinden des Guten nur Niederlagen gebracht hat.

ScfamstmcHiwiigcai.

Ium Pesten der deutschen Kriegsflotte ist in der V. Tchcllenberg'scheu Hof-Buchhandlung in Wies­baden erschienen:

Predigt, am Tage der Eröffnung des Deutschen Parlamen­tes, den 18. Mai 1848, gehalten und auf Verlangen in den Druck gegeben von K. DZ. Schultz, Kirchenrathe, Decan und evangelischem Pfarrer zu Wiesbaden.

Preis (» kr.

134] Die Unterzeichneten laden ihre Wahlmänner und die sich sonst für die Sache Jnteressirenden zn einer Besprechung über den Entwurf des Gemeinde­gesetzes auf Donnerstag den 15. Juni, Abends 8 Uhr, in den Saal auf dem neuen Geisberg ein.

Wiesbaden den 13. Juni 1848.

Franz Bertram.

R Fresenius.

1331 ®tll;èt 18 11 g.

Das Sicherheits-Komite und der Stadt-Vorstand von Limburg erklären hiermit, daß die in Nr. 55 der freien Zeitung d. d. Wiesbaden den 27. April enthaltene Nachricht, als habe eine Deputation aus hiesiger Stadt die Entfernung unseres Hochwnrdigsteu Herrn Bischofs von hier bei der Regierung beantragt, eine der vielen niederträchtigen Lügen und Vcrlâum- dungen ist, wodurch dieses Blatt während seines kurzen Bestehens die Ver­achtung jedes Ehrenmannes, gehöre er zu einer Konfession zu welcher er wolle, sich zugezogen hat. Jeder Limburger weiß, welch hohe Achtung unser Herr Bischof hier genießt, und daß darum ein solcher alles religiöse und Rechts- Gefühl der hiesigen Bürger auf's tiefste verletzende Schritt, wie er in der erwähnten Nachricht mitgetheilt wird, von irgend einer Behörde unserer Stadt weder geschehen ist, noch geschehen konnte.

Zweck dieser Erklärung ist deshalb einzig und allein, unserem Herrn Bischof für die von einem Verläumder in jenem Artikel von Wiesbaden ihm rugefügte Beleidigung Satisfaktion, und den katholischen Nassauern außerhalb Limburg die Versicherung zu gebens daß, wie die eben gerüchte Nachricht, auch alle bisher böswilligerweise ausgestreuten Gerüchte von feindseliger Ge­sinnung gegen unseren verehrten Obèrhirten, oder der verschiedenen Konfes­sions-Genossen gegen einander falsch und erlogen sind.

Limburg, den 4. Mai 1848.

Für den Stadtvorstand: Für das Sicherheits-Komite:

Hartstein. H. Trombetta.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.