Mit denen von den Schiffen eingerechnet, ein mörderisches Feuer, so daß die tapferen Preußen zurückweichen mußten. Man konnte die Leichen nicht mitnehmen; das 2., 12., und 20. Regiment waren die Sieger und Leidenden, indem, wie es heißt, eine Schanze bereits genommen war. Die Hannoveraner sollen zu spät gekommen seyn.
— Ueber einen glücklichen Zug des v. d. Tann'schen Freikorps nach Nord-Schleswig liefert das „Tageblatt" folgende Beschreibung: Das Korps erhielt von dem General Wrangel die Erlaubniß, selbstständig in Nord-Schleswig zu operiren, und marschirte demnach am Montage, den 5. d. M., in einer- Starke von 400 Mann , ohne erst die von Rendsburg nachgesandten Verstärkungen abzuwarten, von Flensburg aus nach UdL Es wurde ausgestreut, daß ein Marsch nach Tondern beabsichtigt werde, und zu dem Ende 60 Wagen requirirt. Die Absicht war, dänische Korps, die in Hadcrsleben seyn sollten, zu überrumpeln; indessen stieß die berittene Spitze des Korps schon 2 und eine halbe Stünde über Uck hinaus auf eine dänische Reiter-Patrouille, welche von den 4 berittenen Freiwilligen geworfen und verfolgt wurde. Obwohl eine Ueberrumpelung nunmehr unmöglich war, beschloß der Major v. d. Tann dennoch, den Marsch nach Norden fortzusetzen. Mit Tages-Anbruch am 7. d. M. traf nordwestlich von Hadersleben eine Kompagnie von 60 Mann, welche die Avantgarde bildete, auf zwei feindliche Schwadronen Husaren (320—340 Mann) , welche sich sogleich auf sie stürzten. Die Kompagnie warf sich sogleich hinter die Hecken. Unter dem Feuer der Schützen stürzten die dänischen Husaren. Die beiden Schwadronen warfen sich in wilder Flucht zurück. Während dieses Gefechtes der Vorhut ordnete Major v. d. Tann die übrigen Kompagnien in Kolonnen und rückte mit denselben vorwärts. Die Vorhut, stieß auf 2 Kompagnien dänischer Kastelljägcr (350 Mann) ; hinter denselben auf einer Anhöhe standen 2 Kqnonen und 300 Schritt hinter diesen 2 Schwadronen Husaren. Die Kastelljäger wurden zeitig genug entdeckt. Hätten dieselben nicht viel zu früh geschossen, so stand dem Korps eine sehr ernstliche Gefahr bevor. Es entwickelte sich indeß frühzeitig genug ein Tirailleur-Gefecht, welches nach einiger Dauer dadurch beendet wurde, daß man mit einem Hurrah darauf ging. Die Kastelljäger hielten diesen Angriff nicht aus, sondern flohen.
Ohne sich mit ihrer Verfolgung auszuhalten, befahl Major Tann den Angriff aus die dänischen Geschütze, welche die tapfere Schaar mit Kartätschenfeuer empfingen. Im Sturmschritte drang die Kolonne mit dem Bajonette vorwärts und eroberte die beiden dänischen Geschütze; die Mannschaft wurde größten- theils zu Gefangenen gemacht. Die drei dänischen Schwadronen wagten es nicht, den Versuch zu machen, durch das Büchsenfeuer hindurch die Artillerie zn retten. Indessen hatten sich die beiden Kompagnien der Kastelljäger wieder gesammelt und drangen auf der linken Flanke des Majors Tann vor, und bald stürmten auch die drei Schwadronen ans das Häuflein der Unserigen herein. Aber unter dem wohlgezielten Feuer derselben stürzten Roß und Reiter zusammen, ein Knäuel der Verwirrung vereinte Nicdersinkende, Kämpfende und Heranstürmende. Der Angriff der Reiterei verwandelte sich bald in eine aufgelöste Flucht. Mit Leichtigkeit wurden nun auch die vorgedrungenen dänischen Jäger zurückgetrieben. Das Gefecht war entschieden. Die kleine Schaar tapferer Schützen hatte gegen Artillerie, Kavallerie und Infanterie, zusammen gegen 900 Mann Dänen, glorreichen Sieg erfochten, 50—60 todte Dänen bedeckten das Feld; die große Zahl der Verwundeten ward zum Theil von den Dänen gerettet, die anderen mußten auf dem Platze gelassen werden. Der eigene Verlust betrug 4 Todte und 19 Verwundete, 2 Kanonen, 29 Gefangene aller drei Waffengattungen, 2 Offiziere, 1 Munitionswagen und mehrere andere Wagen, endlich 22 Pferde fielen den Siegern in die Hände. Bei dem Mangel an Bespannungsgeschirr konnte nur eine Kanone mitgenommen werden.
Frankreich.
Paris, 9. Juni, 472 Uhr. Durch telegraphische Depesche hat die Regierung eben die Nachricht erhalten, daß die über Malta angekommene Post aus Indien einen allgemeinen Aufstand in Lahore meldet. Die englische Regierung traf kräftige Anstalten, um den Aufstand zu bewältigen.
D Paris, 10. Juni. Die sämmtlichen Klubvorständc sind heute Abend für eine Generalversammlung in den Klub der Menschenrechte gerufen, um wegen des Banguet du Peuple einige Mittheilungen zu erhalten. Es scheint in der That als habe dasselbe zu einem Reaktionsversuche ausgebeutet werden sollen. Dem Banketausschusse gingen z. B. Subscriptionen
â 25,000 Franken zu und als man dieser Edelherzigkeit nachspürte, ergab es sich allerdings, daß man von gewisser Seite her den Volksjubel zinsbar machen wollte. Hierin lag ein nächster Grund der Verschiebung des Bankets, das soviel von sich versprechen macht.
Je mehr Marrast und Thiers gegen Lamartine und Ledru- Rollin, als Träger des Augenblicks, konspiriren, desto inniger schließen sich diese beide Letzteren an einander.
Heute trifft der Prinz Napoleon Louis Bonaparte in An- teuil (im Gehölz von Boulogne ein.
□ Paris, 11. Juni. Die Versammlungen an der Porte St. Denis und Martin waren gestern Abend nicht minder zahlreich, jedoch weniger stürmisch als an den früheren Abenden. Bis 11 Uhr ließ die Polizei die Gruppen ruhig beisammen. Nach 11 Uhr aber umstrickte sie mittels einer ungeheuern Waffenmacht, aus Bürgerwehr und Linie bestehend, sämmtliche Straßen, die zum mißbeliebigen Volksparlament führen, und nahm wohl an die zweitausend Menschen gefangen. Die Polizeikommissäre sichteten indeß die Böcke von den Schafen, d. h. die Neugierigen von den Revolutionären, und begnügten sich, zwischen starken Spalieren etwa 500 Blousenmânner davon in Gewahrsam zu führen. Der Rest der Nacht verlief ruhig.
Alle unsere Stadtgesängnisse sind zum Ersticken voll. Am Donnerstag wurden 80 und am Freitag 117 Personen von den Boulevards eingebracht. Die Zahl der gestern Nacht Arretirten läßt sich bis zur Stunde noch nicht genau angeben. Aber die obige Sichtung dauerte volle zwei Stunden nach Angabe der Gerichtszeitung von diesem Morgen.
Der (Prinz) Louis N. Bonaparte ist in Anteuil eingetroffen. Das Abendblatt „Patrie" zeigte diese Ankunft mit folgender Note an: „Wir erfahren im Augenblicke, wo wir unter Presse gehen, daß die Vollzichungsgewalt unter Beistand sämmtlicher Glieder der verschiedenen Ministerien sich diesen Vormittag im Luremburg in außerordentlicher Sitzung versammelt und beschlossen Hak, in der Montagssitzung der Nationalver- vcrsaininlung eine Dringlichkeitsmaßregel gegen den Bürger Napoleon Louis Bonaparte vorzulegen." Wird sie ihn arretiren lassen?
Großbritannien
London, 9. Juni. Die Chartisten berathschlagen, da die Polizei ihre öffentlichen Versammlungen genau überwacht, in ihren Versaminlungshäusern, indem sie die größte Sorgfalt anwenden, daß kein Uneingeweihter sich eindrängt. Es handelt sich darum, ihre angeklagten Häuptlinge, vor Allen Ernst Jones, aus den Händen der Gerechtigkeit zu befreien. Vorläufig ist mehr Aussicht, daß Jones, als daß Lord John, wie jener gedroht, nach Botany-Bay abgeführt werde. Auch in England drohen die Chartisten mit einem allgemeinen Aufstande am Pfingst- Montage. Eine Gesellschaft, ausschließlich aus Frauen bestehend, welche sich die „weibliche Chartisten-Gesellschaft" nennt, hat sich in Bethnal- Green eingerichtet und zählt bereits 1500 eingeschriebene Mitglieder. Sie halten wöchentliche Zusammenkünfte, wo bloß Frauen reden dürfen, und wollen eine Bittschrift zu Gunsten der Charte in geordnetem Zuge nach dem Buckingham- Palaste tragen, um sie der Königin zu überreichen.
Gestern ward das Jahressest der Armen-Kinder in der Paulskirche gefeiert, und gewährte dies Mal noch mehr als sonst eines der großartigsten Schauspiele der Welt. Unter der gewaltigen Kuppel in der Mitte der Kathedrale sind ringsum hohe aufsteigende Gerüste ausgeschlagen, auf welchen, festlich gekleidet, die Knaben und Mädchen der mehr als fünfzig Armenschulen in ihren verschiedenfarbigen Trachten saßen. Wenn aus mehr als 5000 Hellen Kehlen die frommen Gesänge erschallen, so mag man wohl einen Himmel mit Engelschaaren zu erblicken meinen. Der Bischof von Lichfield hielt die Predigt. In den weiten Räumen der Kirche waren mehr als 15,000 Menschen zusammengedrängt.
Italien.
Verona, 7. Juni. (A.Z.) Nach dem siegreichen, Gefechte am Cürtatone wurde ein konzentrirter Angriff auf Goito beschlossen, der dem Plane nach sehr gut und schön ausgedacht war, in der Ausführung jedoch an der Disharmonie der Bewegungen scheiterte. Da zu gleicher Zeit die Kunde des Falles von Peschiera eingetroffen, daher dieser Fehler n cht mehr gut gemacht werden konnte, so wurden alle ferneren Angriffe auf die, bis an die Zähne verschanzten Piemontesen aufgegeben. Das Reserppkorps ist bereits gestern wieder in Verona eingerückt, während sich die Hauptarmee etwa 25,000 Mann stark über Legnago, Moutagnana, Este gegen Vicenza bewegt. Der