zu begeben, wown aber Minister v. Patow abricth, da die meisten Abgeordneten von der Wasserseite in den Sitzungssaal zu gehen pflegen. Dort wurde der Prinz von dem Minister Grafen v. Schwerin empfangen und nach dem Sitzungssaal begleitet. Beim Wegfahren des Prinzen von der Singakademie ertönte von dem Publikum abermals ein Freudenruf.
Berlin, 7. Juni. (K. Z.) Bei unsern Domänen wird man die pachtloS werdenden Güter parcelliren, theils veräußern, theils in kleinen Abtheilungen verpachten, und dadurch den zablreicben Auswanderern der übervölkerten Theile des Staates Gelegenheit geben, an die Stelle der bisherigen großen, unverhältnißmäßig begünstigten Inhaber zu treten und die Kräfte die bisher dem Vaterland verloren gingen, durch kleinere Kultur auf höhere Verwerthung der Felder zu verwenden. Der Zuwachs der unserm National-Reichthum daraus erwachsen muß, wird ein doppelter seyn, denn die höhere Verwerthung wird nicht allein mancher jetzt brotlosen Familie ein genügendes Auskommen gewähren, sondern auch der Staats- Kasse zu Gute kommen.
Hamburg, 7. Juni. (Wes.-Ztg.) Bei Abgang des letzten Berichtes aus Flensburg dauerte das Schießen bei Ulderup (S. die gestrige Nummer) noch fort; General Wrangel befand sich selbst auf dem Kampfplatze; Halkett soll Verstärkung in Eilmärschen verlangt haben, doch ist letzteres unverbürgt. In Schleswig wurden 10 verwundete dänische Dragoner untergc- bracht, welche zu einem Detachement gehörten, das an die hannoversche Kavallerie 14 Gefangene verlor, darunter zwei Offiziere.
Schleswig, 6. Juni Wes.-Z.) Es verbreitet sich hier die aus guter Quelle kommende Nachricht, daß England die 3 Hauptford erung en unseres historischen Rechtes anerkannt habe, nämlich: die Herzogthümer Schleswig und Holstein sind selbständige Staaten, sie sind unzertrennlich mit einander verbundene Staaten, der Man ns stamm herrscht in den Herzogthümern. Jedoch scheinen die Frieden sv orsch l äg e von dem dänischen Ministerium zurückgewiesen zu seyn.
Am 4. Juni war bei Bedstedt (zwischen Lügumkloster und Apenrade) zwischen dänischer und hannoverscher Kavallerie ein Zusammentreffen vorges llen, dessen Resultat die Gefangennahme der genannten Anzahl Dragoner, die Erbeutung von fünf Pferden und einer Menge Waffen, Helme und Sattelzeug war. Einen sehr erfreulichen Eindruck macht hier die jetzt zur Gewißheit gewordene Nachricht von dem nunmehrigen Vorrücken der deutschen Truppen nach dem Norden; die Gjenner Bucht, nördlich von Apenrade, soll vom preußischen Kaiser-Alerander-Regiment besetzt sein.
AuS Kiel wird geschrieben, die schleswig-holsteinischen Soldaten, empört über das mehrfach erwiesene barbarische Benehmen der Dänen gegen Gefangene und Verwundete, sollen geschworen haben, keinem feindlichen Soldaten mehr Pardon zu geben. Die sanftere Stimme der Menschlichkeit wird jedoch über die einer freilich gerechten Erbitterung wohl noch den Sieg davomragen!
Wien, 6. Juni. Seit Aufhebung der Zensur können Bücher und Zeitungen aus allen Himmelsgegenden unbehindert bei uns einpassiren, aber die ff. oberste Hofpostverwaltung sorgt dafür, daß wir die fremden Zeitungen nicht benutzen können, indem sie die Preise derselben in das Unglaubliche steigert.
Wien, 6. Juni. Die Russen sollen an der bessarabischen Grenze über den Pruth gegangen seyn. Was ich außerdem von dieser neuen Komplikation erfahren konnte, besteht darin, daß man von hier aus durch Stürmer in Konstantinopel auf's Energischste dagegen protestirt hat.
Die neuesten Berichte aus Wien vom 6. Juni lauten beruhigend. Die Ordnung war in keiner Weise weiter gestört worden.
Frankreich.
□ Paris, 8. Juni. Duclerc, Finanzminister, wohnte gestern dem Finanzausschüsse der Nationalversammlung, der sich mit der Eisenbahnfrage beschäftigte, bei. Der Ausschuß zeigte sich dem Erpropriationsplane günstig, jedoch hätte er gern wissen wollen, wie Duclerc die zum Rückkauf aller Bahnen nöthigen 600,000,000 Franken aufbringen wolle? Er interpellirtc den Minister ziemlich neugierig. Allein derselbe blieb schweigsam.
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag
Kaum daß er den allgemein bekannten ökonomischen Grundsatz lächelnd hinwarf: „Wenn der Staat Geld braucht, so stehen ihm drei Wege offen: „Kredit, Anleihe und Steuer." Welchen dieser drei Wege die Vollziehungsgewalt ergreifen werde, darüber verlor der Mysteriöse keine Sylbe.
Der Nationalversammlung ist eine Bittschrift überreicht worden, welche darauf anträgt: das Staatsgefängniß Mont-Saint- Michel zu schleifen und gleich der Bastille auf dessen Stelle za schreiben: „Ici Ton danse! (Hier wird getanzt.)
Viele Leute ärgern sich über den Luxus und das schwelgerische Leben, das die Glieder der interimistischen Regierung angeblich in den ehemaligen königlichen Palästen führen. Nichts als Erfindung! Lamartine wohnt höchst einfach und wird ein Sommerhänschen im Gehölz von Boulogne beziehen. Flocon lebt allerdings viel beneidcnswerther. Er raucht sämmtliche ächte Havannah-Cigarreu, die man in den Tuilerien gefunden..... Der Glückliche!
Paris, 8. Juni. Der „Commerce" meldet, daß eine gestern Morgen aus London angelangte hohe Person (angeblich Prinz Joinville) sofort von der Polizei aufgesucht und verhaftet worden sey.
Gestern Abend wiederholten sich die Volksaufläufe auf den Boulevards und ihre Auseinandertreibung durch die Truppen und Nationalgarde. Es wurde viel geschrieen, aber kein eigentlicher Erzeß verübt. — Ein Journal behauptet, der Herzog von Bordeaux habe feit der Februarrevolution drei Wochen in Paris zugebracht und sey in Bedientenkleidung der Polizei entwischt, die ihn festnehmen wollte.
Bekanntmachungen.
In der L. Schcllenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden iß zu haben:
Pharmacopoea borussica.
Sechste Auflage. Preis 3 fl. 18 kr. deren Einführung vom 1. Juli an im Herzogthum Nassau verordnet ist.
Protokoll und Beschluß der zur Auseinandersetzung der Festungs-Angelegenheiten von Mainz vereinigten k. k. österreichischen, k. preußischen und Großherzogl. Hessischen Kommission.
Vom 30. Juni 1816, ratiflzirt am 17. Dezember 1816. Preis 6 kr.
127] In meinem Verlage erschien:
Uebersicht der geologischen Verhältnisse des Her- zogthums Nassau von Dr» Fridolin Sandberger. Als Anhang eine Skizze des Berg- und Hüttenwesens und der Bergverwaltung von H. Grandjean. Nebst einer geognostischen Uebersichtskarte. Preis 1 fl. 36 kr.
Die Schrift hat bereits im In- und Auslande Anerkennung gesund» und bereits drei günstige Recensionen erfahren, wir wollen nur aus der au«' führlichen Anzeige von Oberbergrath Burkart in Bonn in den Jahrbücher« des Rheinpreusflschen naturwissenschaftlichen Vereins bas Endurtheil hier a«: führen: Somit liefert uns der Verfasser, der mit Vorliebe und Gründlich' seit seinen Gegenstand behandelt hat, einen sehr willkommenen Beitrag zur Erkenntniß der interessanten geologischen Verhältnisse des nassauischen Landet, der seinen Lesern gewiß volle Befriedigung gewährt.
Gegenwärtig geht man mit Recht alles Ernstes an die Benutzung der materiellen Hülfsquellen des Landes, von denen für Nassau der Bergbau eine der bedeutendste ist. Es wird daher Manchem erwünscht sein, aus den geez« nostischen Betrachtungen und den technischen lehrreichen Winken in der Schrift sich über den gegenwärtigen Stand der Kenntniß und Benutzung derseibei«
111] In dem Landhaus am Mühlweg vis-a-vis dem Hrn. Regierungsrach von Trapp, ist ein nioblirteS Logis zu vermiethen.
Wegen des Pfingstfestes wird die Nass. Allg Ztg mit ihren Beiblättern morgen nicht ausgegeben.
der L. Schellen ber g'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.