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(Btzwohtter von Bojâ, Baia> BaierH bewohnt, daher der Name Bojerheim, Böheim. Alle Völker, die dort hausten, die Markomannen, Hermunduren, Quaden, später Thürinqer Und Franken, alle Boyer waren Deutsche. In das sechste Jahrhundert erst fällt die Ankunft der Czechen aus dem Osten; vorder war Böhmen nie mit einem slavischen Reiche verbun­den. Die Czechen bemächtigten sich zwar des größten Theils des Landes, wurden aber schon im Jahr 817 von Karl dem Großen, der ihre Herrschaft für unrechtmäßig und ungültig ansah, zur Anerkennung seiner Oberherelichkeit gezwungen und Deutschland zinsbar. Ohne seinen ursprünglich deutschen Cha­rakter durch die czechische usurpatorische Besetzung eingebüßt zu haben, ward Böhmen nun dem deutschen Reiche wieder vereint, zuerst als zinsbares, dann als lehenöpflichtiges Land, bildete Jahrhunderte lang das erste deutsche Kurfürstenthum, auch seit 1815 einen integrirenden Theil des deutschen Bundes­gebiets. Während zweier Jahrtausende war Böhmen nur vorübergehend mit dem slavo - mährischen Reiche verbunden, welches bald damit endete, daß Mähren zu einer Provinz Böh­mens gemacht, so von dem Slavenreiche abgerissen und mit dem ursprünglich deutschen Böhmen vereinigt ward. Die ge- Waltthätige Besitznahme der Czechen aber ward rechtsgültig erst durch die Vertragung mit Karl dem Großen, welche zu­gleich Böhmens frühere Eigenschaften eines deutschen Gebiets vertragsmäßig wieder herstellte.

Indem die Czechen in einem deutschen Lande mitten unter Deutschen sich eine neue Heimath gründeten und politisch in Deutschland aufgingen, hörten sie, ungeachtet ihrer slavischen Herkunft, auf, ein slavisches Volk zu seyn, wie feder Einzelne und fede Gesellschaft, die sich unter einem anderen Volke seßhaft macht, zu ihrem Stammvolke zu gehören aufhört und ein neues Volk zu bilden beginnt, ohne deßhalb in Sprache und Sitte die Abstammung zu verlâugnen. Oder bleiben die Ansiedler eng­lischer, deutscher, holländischer Abkunft in Nordamerika denn Engländer, Deutsche, Holländer, bilden sie nicht vielmehr ein eigenes Volk? Beim Eindringen der Czechen blieb natürlich gleich deutsches Element in Bevölkerung und Anbau überall zerstreut unter ihnen zurück das Gegentheil wäre schwer denken und daß es zu keiner Zeit aufgesogen ward, da­für sorgte der materielle und politische Verkehr mit dem übri­gen Deutschland. Für die frühzeitige Vermischung beider Volköelemente, wodurch die Czechen bald aufhörten, reine Slaven zu seyn, sprechen die vielen deutschen, nicht bloß an den Gränzen, sondern auch im Innern zerstreuten Namen einflußreicher Geschlechter fester Burgen schon in der ältesten Geschichte, wie;. B. Neuhauö, Hersenbcrg, Rosenberg, Stern­berg, Trauttenberg (schon unter Herzog Udalrich im ersten Viertel des 11. Jahrhunderts waren Trauttenberge :c. aus Baiern nach Böhmen übergesiedelt) und die Burgen Baiereck, Geiersberg, Hasenberg, Engelhaus, Riesenburg, Lichtenburg,

Schazler, Waldeck, Tollenstein w. Die deutschen Namen neh­men im Verlaufe der böhmischen Geschichte fortwährend an Zahl und Wichtigkeit zu. Ueberdem sind die Namen der mei­sten und wichtigsten Bergstädte Böhmens deutsch, oder der czechische Name ist nur der übersetzte deutsche; ihre Bewohner sind Abkömmlinge meist ihrer urdeutschen Bevölkerung. So Eule, Joachimsthal, Bergreichenstein, Kupserberg, Schönfeld, Schlackenwald, Gottesgab u. a. m. Der vielseitige Verkehr zwischen Czechen und Deutschen, die politische Verbindung Oesterreichs mit Böhmen, die Einverleibung des heute noch reindeutschen Egerlandes (beides unter König Premysel Otto­kar II.), ferner die während eines Jahrhunderts fast ununter­brochene Herrschaft der Lützelburger Könige über Böhmen, ihr Hsrbeiziehen deutscher Gelehrten, Künstler, Handwerker/ die Stiftung der Universität Prag, der ersten deutschen, wo tau­sende deutsche Jünglinge deutschen Lehren zuhörten das Alles verschaffte dem deutschen Volksclemente auf naturge­mäßem Wege Eingang in Böhmen.

(Fortsetzung folgt.)

Miszellen.

Köln, 5. Juni. Gestern sahen wir nicht ohne Verwnndernng eine« großen militärisch geordneten Zug die Straße heranfkommen. Eine schöne schwarz-roth-goldne Fahne mit der Inschrift: Arbeiterverein zu Köln, belehrte uns über die Beschaffenheit des Zugs. Die Leute zogen nach dem Gürzenich, wo Herr Gottschalk und seine Arbeiter eine Zusammenkunft hielten. Der große Saal war angefüllt mit aufgeregten Menschen. Die Sprache der Redner war möglichst deutlich. ward eine Adresse an die Nationalversammlung beliebt, um ihr die Sache der Arbeiter dringend zu empfehlen. Sie ahnen schwerlich, wer diese Versammlung mit seiner Gegenwart zierte. Ferdinand Freiligrath, der jetzt auf den höchsten Zinnen der Partei steht! Er las der Versammlung ein Gedicht vor. Er hat sich mit seiner Frau und zwei Kindern in Düsseldorf niedergelassen, und beabsichtigt, seine politische Lieder gesammelt herauszugeben. Die Versammlung ging ruhig auseinander; beim Ausgang ward gesammeltfür den edlen Willich und die armen deutsches Republikaner in Frankreich."

Die Arbeiter haben leider viel Zeit, sich mit Politik zu beschäftigen: es gibt wenig zn thun; Handel und Wandel sind gelähmt, im Hafen ist eS traurig leer. So schlechte Zeiten haben die Gastwirt he nm Rhein seit lange nicht erlebt. Der Ehre ihrer Hotels wegen verfassen sie, wie man sagt, selbst Listen von Grafen, Rittergutsbesitzern und Rentnern aus London, diè bei ihnen abgestiegen seyn sollen,aber seyen Sie wenigstens so gut," sagte ein Polizeibeamter zu einem Gastwirth,und machen Sie keine polnische Namen; denn ich bin dann immer genöthigt hinzugeherz, und mich nach diese» fabrizirten Polen von Amts wegen zu erkundigen."

Der bejahrte Dichter Beranger hat angeblich seine Magd Judith geheirathet, die seit vielen Jahren in seinen Diensten stand.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.