Nassauische
Allgemeine Zet
M 7» Montag den 12. Juni 1848.
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Pie Expedition der Naß. Illg. Ztg.
Die Nass. Allg. Zeitung mit ihrem belletristischen Beiblatt erscheint täglich. — Der halbjährige PränumeraUonsyreis ist in Wiesbaden 4 fl., für bm Umfang des Heezogthnms Nassau, des Großihrrzogthums und Kurfürstenthnms Hessen, der Landgrafschaft Hessen-Homburg und der freien Stadt Frankfurt 5 fl., in den übrigen Ländern des fürstlich Thurn- und TariSschen Verwaltungsgebietes 5 fl. 20 fr. — Inserate werden die dreispaltige Petitzeile oder deren Raum mit 3 fr. berechnet. Bestellungen beliebe man in Wiesbaden in der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung, auswärts bei den nächst gelegenen Postämtern zu machen.
Uebersicht.
Zuschrift mehrerer Wiesbadener Bürger an das nassauische Volk.
Siegreiche Schlacht der Deutschen gegen die Dänen.
Deutschland. Wiesbaden (Rückkehr des zweiten Bataillons vom zweiten Regiment. Fortsetzung der Landtagsverhandlungen über die Hypothekenbank). — Frankfurt (Reichstagssitzung. Die Parteien. Ruge als moderner Heidenbekehrer). — Bamberg (Lynchjustiz statt Preßfreiheit). — Stettin (Verzweifelte Lage). — Hamburg (Das drohende Bombardement von Flensburg). — Kiel (Erzesse). — Wien (Neues Ministerium. Wechselnde Residenz des Kaisers).
Ungarn. Pesth (Die Cholera).
Italien. (Einzelheiten über den Fall von PeSchiera).
Norwegen. Christiania (Der Storthing über die Kriegshülfe für Dänemark).
.Rußland. Petersburg (Die Cholera).
Nachschrift. Paris (Neue Unruhen. Das Aufrührgesetz verlesen.
Einschreiten der Truppenmacht. Die Anfänge zu neuen Barrikaden Die Staatsgefangenen. Das Arbeiterbankett.
das Mögliche geschehen ist, um jene Verheißungen zu erfüllen, und wollen also an der in öffentlicher Volksversammlung gelobten Treue nicht minder festhalten.
Auch ist uns nach unserm besten Wissen nicht bekannt, daß bisher irgend eine Maßregel des Rückschritts von dem Ministerium Hergenhahn ausgegangcn ftp; wir haben vielmehr dasselbe stets eifrig erfunden in der Verwirklichung der gewährten Volksforderungen. Wenn man einen Mann des Volkes blos deßwegen zu verdächtigen und zu verunglimpfen sucht, weil er an die Spitze der Verwaltung des Landes gestellt ist, so halten wir dies für eine arge Verblendung. Wenn ein Mann des öffentlichen Vertrauens, indem er die Leitung der Staatsangelegenheiten übernimmt, dadurch sofort ein Mann des Mißtrauens wird, dann wird dem Lande niemals geholfen werden können.
Wir Alle, welche bei dem Bekenntniß vom 7. April und der spätern Zuschrift an den Fünfziger-Ausschuß unsere Namen zu Tausenden unterzeichnet hatten, erklären in gleichem Siklne auch hier, der guten Sache Nachdruck zu verleihen, als Männer, welche nur auf dem Wege der Ordnung und des Gesetzes die Verwirklichung der wahren Freiheit herbefführen wollen."
Zuschrift mehrerer Wiesbadener Bürger an das nassauische Volk
* Wiesbaden, 10. Juni. Das folgende, von einer Anzahl hiesiger Bürger ausgegangene Schreiben liegt in verschiedenen Lokalen zur Unterschrift auf:
„Wir unterzeichnete Bürger und Einwohner Wiesbadens sprechen es hiermit öffentlich aus, daß wir die bisherige Wirksamkeit der großen Mehrheit unserer Volksvertreter aus voller Ueberzeugung gutheißen und jeden Versuch, dieselbe von Außen her zu Gunsten einer kleinen Minderheit einzuschüchtern, auf's Entschiedenste mißbilligen.
Die Kammer ist aus einer freien Wahl hervorgegangen, vom ganzen Volke gewählt; es steht Keinem zu, die Beschlüsse, welche sie in ihrer Mehrheit faßt, anzutasten, und wer cs wagt, unsern Volksvertretern durch mittelbare oder unmittelbare Einwirkung einen moralischen Zwang anzuthun, der vergreift sich an der Souveränität und Majestät des Volkes.
Wir haben es unlängst in einer Zuschrift an den Fünfzigerausschuß ausgesprochen, daß wir den Reichstag allein als die höchste Verfassung- und gesetzgebende Gewalt Deutschlands anerkennen und wollen in Ruhe und Zuversicht Dem entgegensehen, was er beschließt. Wir haben in den Verhandlungen der zu Frankfurt versammelten Männer unser Vertrauen vollkommen gerechtfertigt gesunden und erklären Jeden, der des Reichstags freies Berathen und Beschließen durch irgend welche Mittel zu beeinträchtigen sucht, für einen Verräther am Vaterlande. ■
Wir haben auch in unserem Bekenntniß vom 7. April versprochen, dem Herzoge zu vertrauen, so lange er uns vertraut und an der Erfüllung dessen sesthält, was er am 5. März verheißen. Wir bekennen, daß nach unserer freien Ueberzeugung, in Erwägung der vorgefundenen maßlosen Verwirrung, bisher
Siegreiche Schlacht der Deutschen gegen die Danen
Ulderup (Dorf zwischen Sonderburg und Apenrade), 6. Juni, 4 Uhr Mittags. Behufs der Feier des Geburtöfestes des Königs von Hannover sollte sich das gesammte Korps am 5. Juni, 9 Uhr Morgens, in der Gegend von Hollbüll sammeln; zu diesem Zwecke rückten ungefähr um 6 Uhr Morgens die Preußen aus Flensburg und der General v. Wrangel verließ um 7 Uhr die Stadt in der Absicht, um 5 Uhr Abends desselbigen Tages von gedachter Feier zurück zu kehren. Statt seiner traf aber gegen 6 Uhr die Meldung ein, daß aus der Parade sich ein sehr bedeutendes Gefecht gegen die Dänen entsponnen habe. Dänische Patrouillen hatten sich in der Nähe von Gravenstein gezeigt und war dem General v. Wrangel die Meldung bereits zugegangen, daß die Dänen mit bedeutenden Streitkräften gelandet seyen und sich in der Gegend von Düppel zum Kampfe aufgestellt hätten. Hier führte Herr von Wrangel )as Bundeskorps dem Feinde entgegen. Das Gefecht war ehr blutig und bedeutender als das bei Schleswig. Die 'kindlichen Truppen werden auf 16,000 Mann geschätzt, unterstützt von einer Unzahl von Kanonenböten. 5 Battaillone Hannoveraner haben den ersten Angriff muthig ausgehalten, edoch sehr bedeutenden Verlust erlitten. Erst gegen Abend tnb unsere preußischen Truppen ins Feuer geführt und haben o heldenmüthig geschlagen, daß die Dänen sich bereits vollständig nach Sonderburg zurückgezogen haben. Das Füsilier - Bataillon deö 31. preußischen Regiments hat zwei Kanonenböte der Dänen vollständig desarmirt, indem die darauf befindlich gewesenen 120 Dänen durch die gut gezielten Schüsse unserer Truppen sämmtlich getödtct sind. Die