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Der bisher gar heitere Blick deck' Bauernmädchens ver­düsterte sich.

Sie suchte lange in dem Täschchen unter der Schürze, bis sie noch ein paar Kreuzer fand und zu den übrigen legte.

Allein der Küster schüttelte abermals den Kopf und meinte, eS müßten wenigstens sechs Batzen seyn, wenn die Seele ihrer Mutter erlöst werden solle.

Das Mädchen weinte bitterlich sie hatte nicht so viel.

Der Küster aber blieb steif und ungerührt stehen und keine der wichtigen, salbungsvollen Mienen seines Gesichtes verzog sich auch nur um ein Haar breit.

Die Frau des Legationsraths wir wollen sie bei ihrem Vornamen Mathilde nennen wollte aufspringen, um das arme Mädchen von seiner Pein zu befreien, aber ihr Mann hielt sie zurück.

Und siehe da, er hatte Recht gehabt, denn als der Küster sah, das kein Geld weiter für den Opferstock seines Heiligen- Hauschens herauszubringen sey, gab er nach, und meinte, wenn das Mädchen statt der fehlenden acht Kreuzer noch sech­zehn Paternoster betete dann könne doch wohl auch die Seele ihrer Mutter aus dem Fegefeuer erlöst seyn. Für ganz ge­wiß wolle er es nun freilich nicht ausgeben.

Das heißt doch das Spiel weit treiben mit der Einfalt des Volkes!" rief der Legationsrath, als die Beiden verschwun­den waren.

Nicht doch!" fiel Mathilde ein, freundlich belehrend, mit zarter, wohltöncnder Stimme.Es ist ja kein Spiel, es ist ein voller Ernst. Sah'st Du nicht aus den Thränen dieses Mädchens, daß es im ungetrübten, festen Glauben sein Geld für die Seele der Mutter hingeben wollte? Also ist's kein Spiel. Denn was der Mensch glaubt, das ist für ihn Wahrheit; für Andere mag es vielleicht eine Täuschung seyn, eine Gaukelei. So kommt Alles zuletzt auf das persön­liche Glauben, Wähnen, Meinen, auf die eigene Illusion hin­aus. Unsere Liebe ist nur unsere Selbsttäuschung, darum ist sie für den Dritten stets ein eben so großer Selbstbetrug, ein solches Spiel, wie Dir der fromme Glaube dieses Bauern­lindes schien, so auch unser Haß, unser Glück, unser Elend!"

Valheim horchte sinnend auf. Es war, als ob ihn diese Worte tief berührt hätten.Es liegt eine schreckliche und doch auch eine tröstliche Wahrheit in dem was Du gesagt! Und dann wäre wohl auch unser Fürchten, die geheime unbekannte Qual, die uns manchmal martert, nur eine solche Selbsttäuschung, nichts Wirkliches, Vernünftiges? Alle Furcht nur eine Gespensterfurcht?"

Es schien, als ob die düstere Wolke, vvn welcher mir seine Freunde erzählt hatten, jetzt wieder vor des Mannes Seele aufzöge.

Er ist mitunter in seltsamen Antipathien befangen," flü­sterte mir Mathilde zu, sichtlich erschrocken über die letzte Rede

ihres Gatten.Ich war so thöricht, die einzige verstimmte Saite seines Gemüthes zu berühren."

Während sie dies sagte, trat des Mondes blasse Sichel in dem abendlichen Dämmerlichte über dem Kreuze des Hei- ligenhâuschens hervor. Valheim blickte starr hinauf zu der­selben.

Wir wollen aufbrechen!" rief er dann und faßte krampf­haft meine Hand, und ich fühlte, wie die seinige erzitterte.! Und während wir tiefer in den Wald hineingingen, blickte er[ immer wieder nach dem blassen Halbmond zurück, und jedes­mal war es dann, als bebte seine Hand viel heftiger in der meinigen. Erst als der weiße Schein des aufgehenden Nacht­gestirns für uns durch die Wipfel der Bäume verdeckt war ward der räthselhafte Mann wieder vollkommen ruhig.

Er mochte es fühlen, daß ich einem Geheimniß, welch« verschlossen tief in seiner Brust ruhte, in dieser schwache» Stunde nahe getreten war, d'rum sprach er zu mir:Meint Stimmung muß Ihnen auffallend, unerklärlich erschienen sey? Ich hatte so manches mit Ihnen zu reden; Sie habend wenigen Tagen mein Vertrauen gewonnen, was sonst gaiz Manchem in Monaten nicht gelang. Ich weiß selber nichts wie das zugegangen ist. Wollen Sie mich morgen Abend M dieselbe Stunde besuchen? "

Ich versprach es, nicht wenig gespannt auf das, was et wohl würde zu enthüllen haben.

(Fortsetzung folgt.)

Die armen Lent' von Au. Von W. v. Chèzy.

(Fortsetzung.)

Welch ein Rennen durch alle Gaffen? Wo brennt'S! Nur in den Köpfen, sonst brennt's nirgends. Es ist übrigen! schon der Mühe werth, daß die Nachbarn laufen und fragen Schauerliche Geschichten werden erzählt, von Mund zu Mm! vergrößert, wie wenn ein Schneesturz vom BergeShang ahn# Gestern ist beim Rothmantelschlag im Hohlweg die freM Herrschaft erschlagen worden, welche zu Nacht im Dreikmi gelegen. Wer die Herrschaft gewesen, darüber sind die Stil- men getheilt. Die sagen: ein Graf von Mannsfeld; jene eine Fürstin oder Herzogin aus Spanien; wieder andere: dl- Gesandtschaft des Großmoguls an den Priester Johanns viele wollen sogar wissen, der Unfall habe den abenteuerlich!' Moskowiter getroffen, der wie der ewige Jud' die Welt dmâ pilgere, um menschliche Sitte und Kunst kennen zu lernen mi in sein kaltes Reich zu verpflanzen. Schad' um den Pe^ wenn er'ö war; schon hat er seine Russen soweit gebracht, M sie Stutzperücken und Zwickelstrümpfe tragen, mit der essen, und das Pulver nicht über die Kugel laden! Dafür soll- den ruchlosen Mördern schlimm ergehen. Schinden, mit ^'