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Beiblätter

3«r Naffn urschen Allgemeinen Leitung

für Literatur, Kunst und gemeinnützige Interessen.

â 38.

Montag den 2$h Mai

1848»

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L e n a t e w rr

Eine Erzählung von W. G Simms.

(Fortsetzung.)

Viertes Kapitel.

Alles gestaltete sich nun für uns glücklich. Lenatew» be­wog den alten Micco bald zum Frieden, da er nur in die Feindseligkeiten gewilligt, weil der schwarze Häuptling ein Onkel des jungen Micco, der auch seine Ursachen haben mochte, ihn aus dem Wege zu räumen ihm gesagt hatte, Lenatewâ sey von den Weißen ermordet. Ties hatte den alten HäupU Ung zur Verzweiflung und zur Wuth gegen uns gebracht. !Als er nun die Wahrheit erfuhr und sah, wie freundlich wir gegen seinen Sohn gewesen, wußte er nicht genug zu danken. Gr schwur, mein Freund zu bleiben, so lange die Sonne schci- mcn, die Gewässer fließen und die Berge stehen würden, und ich glaube, der gute Alte hätte seinen Schwur gehalten, wenn er so lange gelebt hätte. ' Er hielt ihn jedoch bis an seinen Tod und ebenso sein Sohn, der ihm als Micco Glucco folgte.

Jahre vergingen, und wenn gleich häufige Feindseligkei­ten zwischen den Indianern und den Weißen stattfanden, so berührten sie doch nicht unsere Niederlassungen Lenatewu hatte seinen Totem an unsere Bäume gemacht, wodurch die i Indianer wußten, daß diese Gegend unverletzbar sey. Nach einem Zeitraum von elf Jahren indeß wurde es anders. Der junge Prinz schien unsere Freundschaft vergessen zu haben, und wir sahen ihn jetzt nie mehr unter uns. Unglücklicher Weise hatten einige unserer jungen Leute drei junge Krieger vom Nipparee-Stamme getödtet, die auf dem Pfervediebstahl ertappt worden. Mich erfüllte dies mit Besorgniß, denn ich fürchtete die Folgen, die uns denn auch erreichten, und zwar zu einer Zeit, wo wir es am wenigsten erwarteten.

Ich hatte alle Ursache zu hoffen, daß Senateiva den Krieg von meiner kleinen Familie entfernt halten würde, dachte, aber freilich nicht daran, daß er nur der Fürst eines Stammes und nicht der der Nation sey. Der jetzige Krieg war ein all ge­

rn einer, in dem das ganze Volk der Cherokesen unter Waf- fen war. Es leben auch wohl noch Manche, die sich jenes schrecklichen Krieges erinnern, und wie die Bewohner Earoli- na's die Indianer znlctzt demüthigten ; doch ist hier jetzt nicht der Platz von all' dem Blutvergießen, von denen, die skakpirt wurden, und von dem Elend, was Junge und Alte, Männer, Weiber und Kinder erduldeten, zu reden.

Unsre Niederlassung war immer weitläufiger geworden, so daß wir endlich ein ansehnliches Blockhaus errichten muß­ten , und dies mit Vorrath aller Art versahen, um uns im Nothfall dahin zurückziehen zu können. Wir verfügten uns auch da hinein, als wir durch unsere Späher erfuhren, daß sie Spuren der Indianer entdeckt, und ließen dort unsere Wei­ber und Kinder unter einer sichern Wache. Ueber Tage be­stellten wir dann unser Feld und kehrten Nachts zu unsern Familien zurück. Auf diese Weise hatten wir etwa fünf Wochen verlebt, ohne durch den Feind beunruhigt zu werden. Die Zeichen feiner Nähe verschwanden all malig wieder; und wir glaubten, der Sturm sey glücklich vorübergezogen, ja viel­leicht durch Lenatewâ's alte Freundschaft von unsern Häuptern abgewendet.

Hierdurch ermuthigt, ließen wir in unserer Wachsamkeit nach, die Männer brachten auch des Nachts auf ihren Besitzun­gen zu, Und'Tages nahmen sie ihre Frauen , ja einige selbst ' die Kindet mit dorthin. Ich rieth ihnen mehr Vorsicht an, doch' sie verlachten mich und meinten, ich fange an alt und furchtsam zu werden. Ich dachte zwar:wartet nur und sehet dann, wer zuerst furchtsam ist." Da ich indeß bei meinem Um? herstreifen auch keinen Indianer mehr entdeckte, fing ich an, die Meinung der klebrigen zu theilen, und nahm Betty dann und wann mit mir nach unserer Besitzung, doch hielt sie es vor mir geheim, daß sie einige Male mit Lucie allein ohne irgend einen männlichen Schutz, dorthin gegangen sey. Da unser Gehöft indeß kaum eine halbe Stunde vom Blockhause entfernt lag, und wir von den Indianern nichts hörten oder sahen, so schien ein solcher Gang nicht so gewagt zu seyn.

Eines Tages hörten wir, daß sich etwa vier Meilen