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werden muß, so wird man die Theuerung, welche der in allen großen Städten das Gleichgewicht hält, gewiß nicht übertrieben nennen. Unendlich wohlthucnd ist die allgemein hier herrschende wahrhaft holländische Reinlichkeit.

malitiöse Weise den Glauben in die Hand. Der heftige Wind und das starke Schaukeln unseres vor Anker liegenden Fahr­zeuges erregten eine Empfindung in mir, für deren Unannehm- lichkeit keine Beschreibung ausreicht.

(Schluß folgt.)

Auf der heute endlich zu Stande kommenden Haifischjagd machte ich die Bekanntschaft eines Malers, der im wahrhaften Sinne auf daS oft mißbrauchte Prädikat:Künstler" Anspruch machen darf. Er heißt G ädke. Liebe zur Natur und zu sei- ner Gattin, einer reizenden Helgoländerin, fesseln ihn an die Insel, deren großartige Schönheiten sein Pinsel meisterhaft wiedcrgibt. Seine Bilder werden von den reicheren Badegästen sehr gesucht, und gut bezahlt, und zwar mit Recht, denn der Mann erfreuete sich gewiß schon längst eines europäischen Ru­fes, wenn er nicht fortwährend auf Helgoland lebte und nicht zufällig ein Deutscher wäre. Er sowohl als der Badearzt Dr. von Aschen wirken unermüdlich für das Beste der Insel­bewohner. Der Letztere namentlich ist in jeder Beziehung die Seele des kleinen Ländchens. Glühender schwärmt nicht der leidenschaftlichste Bräutigam für seine erste Flamme, als Aschen für sein heißgeliebtes Helgoland, und mit der bereitwilligsten Uneigennützigkeit findet der des Rathes Bedürftige so wie der wirklich Nothleidende jeden Beistand, den der tüchtige Arzt und der wackere Menschenfreund nur zu geben im Stande ist.

Wir fuhren zum Fange der kleinen gefräßigen Ungeheuer auf einer Schaluppe, derKönig von Preußen" benannt, mehr als zwei Meilen weit in die See hinaus. Das Fahrzeug trägt an seinem Schnabel folgende naive Inschrift:

Gott wolle alle bewahren, Die mit dem König von Preußen zur See fahren,"

Die Haye wurden an einer ungeheuer langen Schnur ge­fangen, von welcher 1400 ziemlich starke Angeln in allen Rich­tungen auslaufen, Das ganze Geräthe wird an einer leeren Tonne und einem kleinen Anker befestigt, in's Meer hinaus­geworfen, und dann die Schnur unter dem Schiffe durchgezogen. Die gefangenen Fische werden auf diese Weise gekielholt. Von der ungeheuer frechen Raubgierde dieser Fischpiraten bekamen wir eine Idee durch den Umstand, daß die Schellfische, welche schon an unseren Angeln festsaßen, durch die Haye während deè Heraufziehens aus dem Wasser thcilwcise bis an den Kopf abgefressen wurden. Die Kleinen scheinen blos zur Erhaltung der Großen da zu seyn ein Bild des Lebens. Die grö­ßeren Fische werden an daS Schiff herangezogen und von den FischeAr dann mit ungemeiner Geschicklichkeit mittelst einer Har­pune in dasselbe hineingeschleudert. Auch ein Kabeljau von immenser Größe wurde auf diese Weise erbeutet. Mir wurde die Lust an dieser Jagd auf wahrhaft abscheuliche Weise ver­leidet. Madame Seekrankheit gab mir, die bis dahin ihre Macht über mich höhnisch verläugnet hatte, auf wahrhaft

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag

Miszellen.

Deutsche Nationaltracht. Am Abend des 16. Mai hielt in Kikis der $ Liier Rahl im Bürgerverein einen Vortrag über Nationaltracht. Sri zeigte wie die verschiedenen Nationaltrachten den verschiedenen Sitten, Sebent arten und Bedürfnissen der Völker entsprochen haben und wie unsere heuli-: europäische Kleidung, die in Italien und Norwegen, in Frankreich nur Ms- land dieselbe ist, keineswegs dies thue. Unsere heutige Kleidung sei eine M findung aus der Zeit Ludwigs XIV. Da in unserer Zeit das Nation^ - wieder zur Anerkennung komme, sei es auch an der Zeit, daß wir uns der Herrschaft, welche jenes Zeitalter noch immer in der Form unserer B- klcidnng über uns auSübe, emancipirten. Herr Rahl schlug daher vor, nur nian solle Weste und Kleidrock, welche weder für sich noch zusammen Ar sprächen, welche an sie gemacht würden, genügten, wieder wie eS früher gewesa, vereinen und einen Rock anlegen, der alle Forderungen, die eine Bekleidud« leisten sollte, erfüllt. Er beantragte daher, daß man theils die Blouse, thE das WammS wieder allgemein einführe, und von unserm heutigen Hut ob», etwas abschneide und eS an der Krempe ansetze, damit er gegen Regen ml Sonnenschein gleich schütze. Mit einem WammS, daS Rahl hatte versa tigen lassen, wurden alsdann Versuche gemacht, kleidsamer als unsere Rcâ . wurde es allgemein gefunden. Es genügt aber auch außerdem allen Anfolg dcrungen einer Kleidung. Diese Kleidung ist bequem, schließt sich den Feo men des Körpers an und es lassen sich an derselben alle Verschiedenheitei deS Alters, Standes u. s. w. leicht auSdrückcu. Hut und Rock würden dar« nach auf diese Weise unigeändert werden; wie die Hosen und Stiefel zu fort men seien, darüber war Herr Rahl noch nicht ins Reine gekommen. ViM leicht wird cs auch passend sein, kleine Mäntel, Sommermäntel, wieder ein« zuführen, wie sic zum WammS gehören.

Nachdem noch bemerkt war, daß zum deutschen Parlament eine Anza: Männer in dieser Tracht erscheinen würden, wurde dieselbe auch als Kb dung für die Bürgerbewaffnung vorgeschlagen. So meldet die Schleswig-, Holsteinische Zeitung.

Aus Kreuznach schreibt man der Köln. Ztg. Das hiesige GW na st um wird zum Herbst-Eramen dieses Jahres statt eines Programms r gewöhnlicher Form und Umfassung nur eine kurze Notiz auSgeben, und W dadurch ersparte Summe Geldes (5060 Thlr.) als einen Beitrag zur ÄW streitung dringender Ausgaben an die Staatskasse gelangen lassen. Es isi- | wünschen, daß sämmtliche höhere Lehr-Anstalten des Vaterlandes eben f^ handelten, damit eine Unzahl von nutzlosen Quisquilen ungedruckt bleite ; und der Staatè-Kaffe mehrere Tausend Thaler (vielleicht 10,000 Thal er) W Gute kommen.

Koblenz. Am 18. d. Nachmittags ward von hier aus bei dem Stunde von hier unweit der Stadt Rhense am Rhein gelegenen, seit m* reren Jahren durch gesammelte Beiträge neuerbauten Königsstuhle zur F<>" der Eröffnung der 1. deutschen Nationalversammlung ein großes V o lksM begangen. Dieser Königsstuhl, ein 8- Eck von Hausteinen nach der Form Jahre 1648 neuerbaut, ist ein Stockwerk hoch und enthält oben 7 steint Sitze, auf welchen einstens die Kurfürsten unter freiem Himmel zur keS deutschen Kaisers zusammenkamen.

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der L. Sch eilend er g'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.