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sich über ihre Leiven unb bad Unrecht, was ihnen geschehen, oder hatten möglicher Weise angezogen von den Habseligkeiten der Weißen, das Verlangen, diese Schätze in Masse zu besitzen, welche ihnen bis dahin nur in geringem Maaße zu Theil wurden. Ihre Klagen und Wünsche theilten sie ihren im In­nern lebenden Brüdern mit, und unsere Ansiedler wurden durch die Veränderungen, welche sie in ihrem Verkehr mit den ver­schiedenen Stämmen und in deren Gesinnungen wahrnahmen, oft beunruhigt.

Wir verweilen nicht bei einer näheren Beschreibung der sich vorbereitenden Feindseligkeit, die schon an anderen Orten hinreichend mitgetheilt ward, genug daß unsere kleine Kolonie dieselbe bald bemerkte und besonders Daniel Nelson aufmerk­sam darauf war. Er wurde besorgt aber nicht ängstlich, und während er sich als ein guter Ehemann bemühte, seine Frau durch seine Mittheilung nicht zu erschrecken, hielt er doch für seine Pflicht, sie auf das Schlimmste vorzubereiten. Nachdem er dies gethan, fühlte er sich etwas erleichtert, doch wenn er sein 5jähriges Mädchen auf das Knie nahm, und den kleinen Knaben auf der Mutter Schooße anblickte, erneuerte sich seine Besorgniß. Er entschloß sich daher, die in letzterer Zeit ver­nachlässigten Vorsichtsmaßregeln wieder zu erneuern, und so­bald er das Abendessen eingenommen, steckte er sein Jagdmesser zu sich, nahm seine Flinte und rief seinen treuen Hund Clinch, um den Wald in der Nähe seiner Wohnung zu durchstreifen.

Bei dieser Beschäftigung verstrich einige Zeit, und da die Lüft mild war, und ein glänzender Sternenhimmel die Nacht erhellte, er sich selbst auch in etwas zu unruhiger Gemüths­stimmung fand , so entschloß er sich durch den Walis nach der wohl vier engl. Meilen entfernten Niederlassung Jacob Ran- som's zu gehen, um ihn und durch ihn seine übrigen Gefähr­ten auf die Nothwendigkeit der Erneuerung ihrer frühern Wachsamkeit aufmerksam zu machen.

Die Begebenheiten dieser Nacht überladen wir nun seiner eigenen Mittheilung, wie wir sie ihn hundertmal haben und zwar in einem Alter erzählen hören, wo er, dem Grabe nahe, weder eine Unwahrheit noch sonst etwas gesagt haben würde, wovon er nicht selbst fest überzeugt gewesen wäre.

(Fortsetzung folgt.)

Auf Helgoland.

(Fortsetzung.)

Ich eilte wieder auf's Verdeck. Schaaken neugieriger Möven umschwärmten kreischend den Hintertheil des Schiffes, zwei Delphine umspielen dasselbe in ziemlicher Entfernung in tollen Sprüngen, Purzelbäume schlagend, und in der Weite erhebt sich ein kleiner Punkt, welchen der freundliche Führer unseres Dampfers für das Ziel unserer Reise erklärt.

Alles geräth in freudige Bewegung, die Vorsichtigeren wollen zu ihrem Gepäck eilen, unterlassen dies aber mit bedeu­

tend verlängertem Gesichte, als sie hören, daß wir in Faun dritthalb Stunden Helgoland erreichen können. Endlich will der rothe Felsblock deutlich sichtbar, mit seinen auf der Höhe zerstreuten Häusern, mit den kahlen, jeder Vegelation barer Ufern. Der Leuchtthurm streckt seinen glänzenden Schädel neu gierig dem ankommenden Fahrzeuge entgegen, wetteifernd ini: den Schaaren der herbeigeströmten Helgoländer und ihrer Bade gäste, welche letztere die Ankunft eines Schiffes als ein freu diges Ereigniß betrachten, das dem von allem Verkehr abge schnittenen Binnenländer frische Gesellschaft, frische Lebensmittel und frische Stadtneuigkeiten zuführt.

Ein den Leipzigern wohlbekannter Hotelbesitzer, berjeii Helgoländer Badegast, den ich in Hamburg noch von meine baldigen Ankunft unterrichtet hatte, erwartet mich am Strands sorgt für den Transport meiner Effekten, stellt mich der Gesell schaft vor, führt mich in die voraus gemiethete Wohnung und seiner Freundlichkeit habe ich es zu danken, daß ich nach einer halben Stunde schon vollkommen eingerichtet undup Helgoland heimisch war.

Der Abend ist schön, die frische Seeluft, deren Balsam der Ankommende mit Wollust und starken Zügen schlürft, du majestätische untergehende Sonne laden zu einer Spazierfaha um die Insel, zur Besichtigung derselben ein. Wie soll id) den gewaltigen Eindruck schildern, den der Anblick dieser groß­artigen Schöpfung auf mich ervorgcbracht?!

Diese Felsenwände, deren sonderbare und abenteuerlich Gestalten in dem letzten Scheine der Abendsonne erglühen diese Unzahl Fischerboote, welches" wie unbefestigt, sich wei hinaus in die See wiegen, der Insel gegenüber die Sanddim einem Schneegebirge gleich zu uns her leuchtend besser schwankende, dem Untergange geweihte User den Leichen, welch das treulose Element hier oft att'S Land wirst, die letzte Ruhe­stätte bieten, und deren umrauschende Wogen dem entnervte» Städter neue Lebenskraft verheißen; diese gewaltigen Stete trümmer, welche der Sturm, im Verein mit seiner treuen Toch ter, der tosenden Brandung, vom Land gerissen und ins Mea geschleudert, die sonderbare Tracht unserer Schiffer, dazu da ferne Schall der Abendglocke und das Getön der Bademusil diese Hunderte von winzigen Fahrzeugen, welche, des Fisch fanges wegen, die Insel umkreisen, hier der plumpe Fall eines aufgeschreckten Seehundes in die Fluth, dort eine Schaar 90 scheuchter Möven, kreischend aus der Schlucht auffliegend in ihr heimathliches Element, rings um uns die unabsehbar! Wasserwüste mit der vor uns liegenden Oase: Helgoland - dies Alles zusammen giebt ein Bild, wie es kein Pinsel malm kein armes Wort beschreiben kann!

Die Aussicht von meiner Wohnung im Oberlande bk Block's ist über alle Beschreibung reizend. Meinen Fenster' gegenüber liegt der Badeplatz, die Düne, der kleine Sandstrich an welchen die Existenz der armen Helgoländer gekettet