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Händen des bärtigen Ungethüms. Ein kräftiger Rippenstoß hatte tem Rgubauz so ziemlich den Athem versetzt.He, holla! was ist denn los?" fragte eintretend der keuchende Hausherr. Nischen gab Bescheid: Der Herr will mich alleweil küssen," klagte sie.Das lass' Er sich vergehen," rief Xaver, ganz nah an den Hauptmann hintretend und ihm keck in die Augen schauend,sonst reden wir mitsammen. Versteht mich der Herr? Ich heiße Franz Xaver Rainmaier." In bar­schem Ton antwortete Possow:Ich versteh' deutsch, Gott Lob, und wollte dem Herrn schon gehörig Bescheid geben, wenn der Herr ein Eavalier wäre." Der Cornet lachte mit in­grimmigem Hohn:Eavalier heißt zu deutsch ein Reitersmann." Ja, ein adeliger."Ein kaiserlicher Offizier ist immer von Adel, und ich bin Cornet bei Mvntecuculi. Will mir der Herr Genugthuung geben oder soll ich sie nehmen?"

Der Raubauz zog nun andere Saiten auf.Wenn ich den Herrn Cameraden beleidigt hätte," sagte er geschmeidig, so würd' ich mir's zur Ehre schätzen, einen Gang mit Ihm zu machen. Doch-einem erprobten Kriegsmann wie mir bringt's keine Schmach, ein Mißverständniß gütlich auszutragen. Wenn der Herr Ansprüche an die Jungfer hat, so hab' ich sogar Seinen Dank verdient."Oho, das wäre?" Bin ich doch dazu gekommen, wie dieser schwarze Rügel vor ihr auf den Knieen lag, und sie im Begriff stand, ihm in die Arme zu fallen. Sollt' ich zugeben, daß schnöder Ruß diese Lilien und Rosen beflecke?"

Der Meister kehrte sich zornig zum schwarzen Gesellen, versetzte ihm einen derben Streich mit dem spanischen Rohr und fragte:Jst's wahr, Schwab'?"Thu's Maul auf, Schuft," fuhr der Hauptmann den Rußigen an, froh, auf solche Weise vom Cornet loskommen. Woraus der Schwab': Ich bin des Herrn Schuft nicht. Mein Meister darf mich schlagen und schimpfen, so viel er will. Von einem Fremden lass' ich wir's nicht gefallen/ und will Ihm schon den Ruß herunterkratzen."

Nischen fiel ihm in die Rede:Und die Sache ist ganz anders, als der Herr sagt. Der Jörgel ist gar nicht auf den Knieen gelegen, sondern ganz ehrenfest auf beiden Füßen ge­standen. Aber der Herr schleicht mir überall nach, wie die Katz' dem Spatz, und weil die Mutter just nicht daheim ist, so hat er gemeint, er könnte ankommen. Da hat's ihn denn gewaltig gegiftet, daß ich dem Schwaben willig zuhörte. Dem Herrn spring ich freilich immer davon."

Der Hauptmann machte zu dieser Auskunft eine krause Stirn; eine noch krausere der Meister. Er brummte und murmelte etwas in den Bart, bevor er fragte, was der Ge­selle denn eigentlich zu sagen gehabt, gleichviel ob stehend oder knieend.

Nischen erröthete; der Feuerrüpel vermuthlich auch, nur daß unter dem Nuß nichts davon zu sehen war.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag

Darf ich's nicht wissen?" fragte der Meister.

Ja freilich," antwortete der Schwab:es muß tccb: einmal zu Tag kommen. Drum soll die Rauchfangkehrerei zu Austädt vergeben werden. Der alte Meister ist ohne Kin^ und Kegel gestorben, und der Herr Syndteus will sich ver­wenden, daß ich auf's Plätzle hinkomm'. Der Meister Kobuèk wird wohl auch ein gutes Wörtle einlegen?"

(Fortsetzung folgt.)

Miszellen.

t Der Parlamentsabgeordnete S. fuhr dieser Tage auf der TaumN eisenbah» von Frankfurt nach Wiesbaden. Er hatte seinen grau (einem Reisekittel an und saß, wie sich's für einem schlichten, anspruchslosen Maii^ recht wohl geziemt, in der vierten Wagenklaffe. Sein Nachbar im Wagci ein Handwerksbursche redete ihn als Kollegen an und fragte ihn, ob er fa gegenwärtig in Frankfurt aufhalte. Der Abgeordnete bejahte dies.Ihi wo arbeiten S i c?"I m Parlament!" war die lakonische Antwort

Stettin, 14. Mai. Unsere Stadt hat eine in ihrer Art einzige ins sehr schätzbare, freilich ganz vereinzelte Münzsammlung, welche durch eine Ukas der, in Stettin gebornen, Kaiserin Katharina von Rußland entstand Die Kaiserin bestimmte nämlich, daß von jeder in Rußland neugeprâgt« Münze und von jedem Denk- und Schaustücke einige Exemplare in Stettin niedergelegt würden. Bei den Stadtverordneten ist jetzt der Vorschlag ge-I macht worden, diese Sammlung von etwa 7000 Thlr. Werth dem Staat/ zum Einschmelzen zu überliefern. Ob der Magistrat darauf eingegangen ist! weiß man noch nicht.

Wien, 12. Mai. (Allg. Ztg). Die obere und untere Backerstraßc (nächst der Universität) haben die Namen Märzstraße und Sind entcn- straße erhalten. Die Einbrüche und die Conflicte vervielfältigen,sich; heute Nacht wurde das Gewölbe eines Uhrmachers ausgeraubt, wahrscheinlich nur um das Bonmotder Dieb müsse ein Urwähler" (Uhrwähler) gewesen sein aufs Tapet zu bringen.

Ueberhaupt scheint die Witzader der Wiener wieder fließen zu,wollen. S ward die Wahl derReitschule" zur Lokalität der Abgeordnetenkammer ins dem Grunde gutgeheißen, weildas Umsatteln" dort am Platze sey, ins die Verlegung des Senats nach dem Redoutensaale erschien darum paffens weil man dort gewohnt sey Masken zu sehen. Es ist aber gut wenn etwa-1 Witz unter die Leute kommt, denn die Zeit ist so schrecklich ernst!

Man besorgt, daß die Bevölkerung der Neucaledonia Island- die Mannschaft zweier englischer Schiffe umgebracht und der letzter» sich bs mâchtigt habe. Der Walfischfahrer Vaugnard von Sydney entging zu Ar fange Oktobers dieser Gefahr, mußte jedoch seinen Capitain und 10 Seeleute welche zum Abholen von Sandelholz ans Land gegangen waren, da die Ein- gebornen sich vorher aufs freundlichste bezeigt hatten, znrücklassen. Per 4050 Kanoes, mit 30 Kriegern jedes, bedroht, blieb nur davon segeln üb rig. Es ist sogleich Befehl nach Neuseeland ergangen, ein Kriegsschiff zn> Rettupg des Capitains und seiner Begleiter oder zur Genugthuung für ihn« widerfahrends Unheil abzusenden.

Der Philolog Ernesti hatte die Gewohnheit, wenn jemand einen Besuch über zehn Minuten ausdehnte, aufzustehen, nach einer großen UH zu weisen und zu sagen: Sie sind schon zehn Di i nuten hier gewesen,

der L. S ch el le n b er g'schen Hof-Bnchhandlung in Wies baden.