nicht meine Truppen allem, sondern die Stadt Friedericia ausgewählt und dort durch ihr Wurffeuer mehrere Häuser ange- zündet und eine bedeutende Anzahl der Bewohner, darunter Weiber und Kinder, getödtet und verwundet. 3) Fridcricia steht jetzt unter Deutschlands Schutz. Als Beweis, daß ich nicht ungerechte Akte der Grausamkeit an Schützlingen Deutschlands begehen lasse, hat am Abende des 8. meine Artillerie Gleiches mit Gleichem vergolten und das stark von dänischen Truppen besetzte Mittelfahrt in Brand geschossen. 4) Daß eine weiße Fahne auf den gegen das Ufer vorspringenden Häusern geweht habe, ist nicht bemerkt worden; wäre cs meinen Truppen bekannt gewesen, daß dieselbe den Schutz von Verwundeten beanspruchen solle, so würde das Feuer gewiß nur gegen die feindliche Batterie gerichtet worden seyn. 5) Wenn Ew. Hochwohlgeboren aussprechen, daß die dänische Marine für das Bombardement von Middelfahrt an Häfen der Ostsee Rache nehmen werde, so lassen Sie es sich gesagt seyn, daß für jedes Haus, welches die dänische Marine an deutschen Küsten in Brand schießen sollte, ein Dorf in Jütland brennen wird! Mein Name bürgt Ihnen dafür, daß es geschehen würde. 6) Ich nehme das Land, welches bis jetzt Kriegsschauplatz war, ich nehme die verwundeten und gefangenen Dänen zu Zeugen, daß ich mich bisher bemüht habe, den Krieg auf eine Weise zu führen, welche zivilisirter Nationen würdig ist. (Schlesw.-Holst. Z.)
Wien, 9. Mai. (W. 30 Nach den heutigen Nachrichten aus Conegliano vom 6. hatte Feldzeugmeister Graf Nugent am Abend dieses Tages die Piave passirt und Sonntags sollte der Weg nach Treviso sorcirt werden. Die Verbindung der Posten und Reisenden zwischen Conegliano und Udine ist bereits hergestellt. Am 5 sind Truppen des linken Flügels der Armee des Feldmarschalls Radetzky unter Anführung des Generals Roßbach von Belluno herabgerückt, und sonach ist die Armee des Marschalls Radetzky und die des Feldzeugmeisters Nugent vereinigt, Die heutigen Nachrichten aus dem Hauptquartier Verona vom 5 besagen, daß F. M. L. Melden mit den Tyrolern bis auf 2 Stationen von Verona angekommen war, und daß man die Vereinigung der Hauptarmee und seines Armeekorps noch an eben diesem Tage erwartete. Es läßt sich sonach binnen wenigen Tagen wichtigen Nachrichten entgegensehen. Flüchtige Bauern aus der Gegend von Treviso sagen aus, seit der Blokade Venedigs hätten sich daselst zwei Parteien, eine österreichische und eine Republikanische gebildet, welche sich um die momentane Herrschaft streiten.
Schweden.
Stockholm, 4. Mai. Hier werden nunmehr ernsthafte Kriegsrüstungen gemacht. Unmittelbar nach der Ankunft der letzten Nachrichten aus Schleswig wurde noch an demselben Tage (verwichenen Sonntag) das Konseil außerordentlich zusammenberufen, und gleich darauf gingen Befehle ab, um die sämmtlichen Regimenter des südlichen Schwedens aufzubieten. Auch die hiesigen Garderegimenter haben, wie verlautet, Marschbefehle erhalten. Eine Armee von 16,000 Mann regulärer Truppen wird sich vor Ende dieses Monats in Schonen versammeln.
It a l t c ii.
Verona, 9. Mai. (A. Z.) In vergangener Nacht wurden neun Geistliche hier festgenommen, weil die Behörde Kenntniß und Beweise erhalten hatte, daß sie den Beichtstuhl mißbrauchten, um die italienischen Soldaten zu Abfall und Verrath zu verführen. Zu diesem Zwecke händigten sie ihnen nach abgelegter Beicht und Seitens des Geistlichen erfolgter mündlicher Zusprache schriftliche Aufforderungen nebst baarem Gelde ein. Einer dieser würdigen Diener der Kirche wurde bei diesem Manöver in Flagranti ergriffen.
Unsere Stadt ist ruhig, obgleich sich die Sympathien für „das Schwert Italiens" so wenig zu verbergen für nothwendig halten, daß unlängst (am 50 während der heftigsten Kanonade in der Nähe der Hauptwache freudigst bankettirt worden seyn soll. Auch durch Signale von den Dächern soll man thätig bemüht gewesen seyn , dem ersehnten Feinde allen Vorschub zu thun.
N a ch s eh r i f t
□ Paris, 13. Mai. Für heute Mittag haben sich ungefähr 30,000 Mann, meistentheils aus den Klubs, auf dem
RevolutionSplatze ein Stelldichein gegeben, um von dort der gegenübersitzenden Nationalversammlung eine Petition zu Gunsten Polens zu überreichen. Diese Demonstration wird von Vielen nur als der Vorläufer neuer bedenklicher Volksbewegungen betrachtet.
Wir glauben versichern zu können, daß der Krieg zwischen Frankreich und Oesterreich seit heute gewiß ist.
Obige wichtige Nachricht wird vom Commerce gegeben. Dieses Blatt hat durch einen seiner Redakteure Aron Cremt eur, Vetter des Justizministers, eine feine Nase.
Diesen Morgen deckten drei erwähnenswerthe Proklamationen unsere Mauern: 1) Das Polenkomite weist die Einladung zum Fest zurück, indem es unmöglich dem Vergnügen in einen Augenblicke die Hand bieten könne, wo seine Brüder auf des heimathlichen Erde bluten. 2) Die Pariser Gewerke, die bishei im Luxemburg vertreten wurden, weigern sich, am Feste Theil zu nehmen. 3) Eine dritte Proklamation, die der Constitutione! vom 13. mittheilt, ruft alle Barrikaden-Chefs zu einer vor-- bereitenden Versammlung.
Der Lärm in der vorgestrigen ersten öffentlichen Sitztm des Frauen-Klubs war so groß, daß wir nicht alle Anzeigen der Präsidentin verstehen konnten. Heute hören wir zu unsa rem Vergnügen, daß das Ministerium in jedem Bezirk weil! liche Arbeitssäle anlegen wird, mit denen auch gleichzeitig K ü ch en verbunden werden sollen, welche denjenigen Mütter» und Arbeiterinnen, die zum Selbstkochen keine Zeit und Gelr! genheit haben, eine Schüssel Brühe mit Gemüse und Rindsieisine bst einem Stück Brod für 20 Gentimen zu liefern versprich So ist es recht.
Die Arbeiter der Nordbahn sind in völligem Aufruhr gi gen die Kompagnie Rothschild's. Sie verlangen 1 Franker höheren Lohn, wenn die Bahn Privateigenthum bleibt, M wollen für den alten Lohn fortarbeiten, wenn sie Staatseiger thum wird. So schlagen die kommunistischen Ideen täglich tiefere Wurzeln.
Louis Blanc und Albert erhalten täglich zahlreich Arbeiterbesuche, die ihnen für die Festigkeit danken, welche sie bn Vertheidigung der Proletarierinteressen an den Tag legen. Bemerkenswerth ist, daß viele Arbeiter, deren Hoffnung bisher auf freie Konkurrenz und Privatindustrie gesetzt war, plötzlich unv schwenken, und dem Assoziationslager, trotz der gleichen Lohnhöhe zuströmen.
Die Nationalversammlung hat einen großen Berg überstiegen: sie hat sich mit ziemlicher Schnelligkeit durch die übli chen Förmlichkeiten, Reglements, Ausschußernennungen rc. durchgearbeitet. Von Montag an werden ihre Sitzungen wahrscheinlich europäisches Interesse bieten. Auch dürste sm die Kommission ernennen, welche die neue Verfassung ausasi beiten soll. Sie besteht laut ihres gestrigen Beschlusses aus 18 Gliedern, zu denen folgende Namen als die bekannteste gewählt werden dürften. Cormenin, Lamennais, Reg naud, Marrast, Buchez, Louis Blanc, (Cordon w Peu p in um den Arbeitern zu schmeicheln), Pa scal, Dupra- Crepu und Lefranc, Journalisten, Lichtenberger uu- Martin aus Strasburg, Bac, Dupont, Vignerte Bonjean, (Advokaten). Natürlich sind die Stammvâb D upin, Odilon Barrot, Vivien, Remusat, Tocqur ville und Gustav von Beaumont unerläßlich. Es frâz sich nur, ob die Jesuiten Lacordaire und Montalember auch der neuen Entbindung als Aerzte beistehen werden?
Eines der giftigsten Blätter gegen alles Erhabene ist ei- neues Abendblatt, la Montagne (der Berg). Der wahr Sansculottismus 1
t Madrid, 8. Mai. Der Kampf zwischen Volk un' Militär war ernster, als die Berichte Anfangs angaben. Gm ral Fulgosio ist an seinen Wunden gestorben. Dreizehn Reb^ len, darunter 8 Soldaten (!) und 5 Bürger, welche am gewißen Morgen mit den Waffen in der Hand ergriffen wurder sind am Nachmittage erschossen worden. An die Straße Madrids ist eine neue Proklamation geheftet, worin Juan t Pezuela, Generalbefehlshaber der Nationalârmee und Gener^ kapitän Neu-Kastiliens die Hauptstadt der Monarchl in Kriegsstand erklärt. Während Volk und Mittelklassen i den Waffen greifen, bereitet das Kapital (der hohe Gommers wie sich Heraldo ausdrückt) eine Repräsentation bei W Königin, um sie seines Beistands behufs Unterdrückung W Ruhestörer zu versichern. Wer wird siegen: die Arbeit (Voll oder das Kapital (Commercio), die Jacke oder die Uniform der Bürger oder das Militär?
Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Drück und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.