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eine Verbindung gebracht worden, die es nicht zweifelhaft läßt, daß man sogar einen Theil der Vorschläge des Protokolls durch dieselbe verwirklicht sieht, und daß aus diesem Allen hervorgeht, wie der Bundestag seine Stellung und seinen Standpunkt ver­kennt, erklärt der Fünfziger-Ausschuß zu Pro­tokoll, daß er die Rechte der konstituirenden Ver­sammlung hiermit vollständig gegen jeden Ein­griffwahrt und das Pro memoria wie das Verfahren der Bu n desv er samm lu n g mit demselben der Beur­theilung der öffentlichen Meinung Deutschlands übergiebt!" Gleichzeitig wurde beschlossen, die Sache der konstituirenden Versammlung zu überweisen.

Während der Berathung über diesen Gegenstand lief ein Schreiben des- Ministers v. Gagern ans Darmstadt an den Präsidenten des Ausschusses ein, des Inhalts: Die großh. Hess. Regierung habe den Vorschlag in Betreff des Trium­virates als jedenfalls verspätet abgelehnt; das Promemoria des großh. Hess. Bunvestagögesandten sey ohne Kenntnißnahme der Regierung und ohne bereu Instruktion bei der Bundesversammlung eingereicht worden ; die darin aus­gesprochenen Ansichten über den Beruf und die Kompetenz der konstituirenden Versammlung und die Stellung ter, Regierun­gen zu derselben von der großh. Regierung mißbilligt werben und dieselbe demnächst eine offizielle Erklärung darüber zu ver­öffentlichen gedenke; daß endlich die Bundesbeschlüsse vom 3. und 4. d. M. im Sinne der Hess. Regierung keine absichtliche Beziehung zu einander hätten.

Dieser mit großem Beifall aufgenommenen Erklärung schloß sich die mündliche des Hrn. Hergenhahn an, daß er sowohl als Ausschußmitglied wie in seiner sonstigen politischen Stellung nu5. allen Kräften die Ueberzeugung, die konstituirende Versammlung allein sey befugt, die deutsche Verfassung zu Stande zu bringen, aufrecht halten und eher seinem Amte als dieser Ueberzeugung entsagen werde. Bezüglich des Bundestagöprotokolls vom 8. d. wurde der mo- difizirte Abegg'sche Antrag angenommen, des Inhalts: daß der Fünfziger-Ausschuß die Erwiderung der Bundesversammlung vom 8. d. auf seinen Beschluß vom 5. Mai für durchaus un­gerechtfertigt erkläre, sich auf das Entschiedenste gegen alle aus dieser Erwiderung etwa abzuleitenden Konsequenzen verwahre, seine Zustimmung zu der beabsichtigten Erekutivgewalt des Bundes zurückziehe, und sich von jeder, wenn auch nur gut­heißenden Mitwirkung an derselben loösage.

Von der badischen Rhein gränze, 8. Mai. (A.Z.) Man spricht allgemein von einer bedeutenden Reduktion per deutschen B undestruppen, welche längs der. Gränze auf- gestellt sind. Die Gemüther sind bei weitem nicht mehr so auf­geregt als vor vierzehn Tagen. Auf unserer Eisenbahn stellt sich allmählich eine bessere Frequenz wieder ein, und man hofft, daß die so sehr getrübten Aussichten für die Bäder sich bald wieder günstiger gestalten werden.

Posen, 8. Mai. (D, A. Z.) Unsere heutigen Nachrichten vom Schauplatze des Kampfes in unserm Großherzogthum lauten so günstig, als man es nur irgend erwarten durfte: Mieroslawski ist mit seinem Hauptkorps jetzt so vollständig ein- geschlossen, daß er fallen oder sich ergeben muß. Er hat des­halb auch bereits heute früh eine Deputation hierher geschickt, um dem General v. Pfuel unter gewissen Bedingungen seine Unterwerfung anzubieten, der General aber hat dem Verneh­men nach geantwortet: mit Rebellen unterhandle er nicht, Mie­roslawski müsse sich auf Gnade und Ungnade ergeben.

Schon in der verflossenen Nacht wurde wieder General­marsch geschlagen, und die sämmtlichen Truppen der Garnison eilten schnell aus die Sammelplätze, angeblich weil die Nachricht eingegangen war, der Partisanenchef Krotowsky (Krauthofer) sey mit seiner Schaar im Anrücken auf Posen begriffen. Indes­sen kam er der Stadt nicht nahe, und diesm.il bekamen wir den unheimlichen Kanonendonner nicht zu hören; inzwischen wurde ein starkes Detachement, aus Infanterie, Kavallerie und Artille­rie bestehend, noch während der Nacht gegen ihn abgeschickt, welches ihn auch heute früh bei Rogalin, etwa 2 Meilen von hier an der Warthe gelegen, erreichte und ihm eine vollständige Niederlage beibrachte. Bis 1 Uhr Mittags hörten wir Kanonen­schuß auf Kanonenschuß. Seine ganze Kriegskasse, aus nur 6000 Thalern bestehend, war schon heute früh genommen und wurde gegen Mittag .hier eingebracht. Eben (Nachmittags 4 Uhr) geht die Nachricht ein, daß Rogalin vom Major v. Schim­melpfennig genommen, und das Krauthofer'sche Korps an die

Warthe gedrängt worden ist, in welcher sehr Viele ihren Tod gefunden haben sollen.*)

Die Ortschaften Kicin und Rogalin sind dabei theilweise in Feuer aufgegangen. Vier Kanonen sind in die Hände unserer Soldaten gefallen, die in allen diesen Gefechten eben so viel Muth als Ausdauer an den Tag legten. Dem Rittmeister von Mitzlaff vom 2. Husarenregiment, durch die Schnelligkeit seiner Expeditionen rühmlich bekannt, ist es gelungen, sechs polnische Edelleute* Häupter der Insurgenten, darunter 2 Grafen Brinski, v. Zoltowski u. A., von denen zwei bei der Massakre in Buk eine bedeutende Rolle gespielt haben sollen, in Sädy zu verhaf­ten und heute früh hier abzuliefern.

Die Stadt Buk ist nach offiziellen Berichten völlig ver­wüstet und fast ganz ausgestorben; die Mehrzahl der Einwohner ist hierher geflüchtet, im Odeum allein sind 56 ganz verarmte Menschen untergebracht. Noch gestern lagen die Leichen unbe­erdigt auf dem Markte und in den Straßen von Buk. Nach den neuesten Berichten sind daselbst von unsern Soldaten 30 Mann (von einer einzigen Kompagnie!) geblieben, Leichen der Insurgenten wurden 90 gesunden. Gestern Abend ist der Oberst v. Stauenhagen wieder hier cingetroffen, und zwar auf weiten Umwegen, weil die Insurgenten ihm den Weg verlegt hatten. Gleichzeitig ist der Beseht eingegangen, daß das 18. und 19. Laudwehrregiment, größtentheils Polen, nach Bamberg mar- schiren sollen, sie müssen am 26. Mai schon in Erfurt eintreffen.

Aus dem Großherzogthum Posen, 8.Mai. (B.N.) Daß wir im Großherzogthum mit sehr gefährlichen Feinden zu kämpfen haben, unterliegt nunmehr keinem Zweifel. Dies sind die Jesuiten, die sich hier, da sie die allgemeine Aufklärung des Volks aus anderen Ländern vertreibt, ihr Nest einrichten wollen. Sie geben Geld, sie wiegeln in Gemeinschaft der Pfaf­fen das arme, dumme Volk auf, indem sie ihm Seligkeit, Unver­letzlichkeit, materielle Belohnung, mit Hinweisung auf das Eigen­thum der deutschen Juden, verheißen u. s. w. Es ist den Jesui­ten gelungen, Karten von einzelnen Kreisen des Großherzogthums aus dem großen Generalstabc zu entfernen. Die Insurgenten benutzen dies, indem sie gerade diese Kreise zu ihren Operationen wählen. (Unsern Truppen fehlen nun natürlich diese Karten.) Dies ist faktisch, und durch keine jesuitischen Ränke wegzuleugnen.

Königsberg, 7. Mai. (D. Z.) Die Nachricht trifft hier ein, daß in dem nur 4 Meilen von hier entfernten Städt­chen Domnau ernstliche Unruhen ausgebrochen sind und ein großer Theil der Stadt in Flammen steht. Beim Abgänge der Estaffette sollen bereits 45 Gebäude niedergebrannt seyn, auch die Stadlkirche ist durch das Feuer zerstört worden. Die Unruhen in hiesiger Gegend mehren sich von Tag zu Tag, und wir werden von den schrecklichsten anarchischen Zuständen bedroht.

Altona, 10. Mai. (Köln. Z.) Die Vorbereitungen zu einem Uebergange unserer Truppen nach Alfen werden eifrig betrieben, und man erwartet in den nächsten Tagen einen ent­scheidenden Schlag. Denn die Hauptmacht der Dänen, gegen 12,000 Mann, ist auf der Insel vereinigt, und das Haupt­quartier des Generals Hedemann befindet sich in Sonderburg. Die wichtigste Nachricht ist wohl die Erklärung eines schwedi­schen D efensiv -Bündnisses mit Dänemark für den Fall, daß die deutschen Truppen die Königsau überschreiten würden.

, Kolding, 8. Mai, Abends 6 Uhr. (Hamb. B.-H.) So eben geht hier die zuverlässige Nachricht ein, daß Fridericia seit heute früh 7 Uhr bis 12 Uhr von den Dänen mit 24 bewaff­neten Schiffen hart beschossen worden und dabei die Stadt an zwei Stellen in Brand gerathen ist. Die preußische Artillerie mit 8 Geschützen hat kräftig geantwortet und ein großes Ge­schütz-Schiff (nach einer späteren Mittheilung drei Kanonen- Boote) in Grund geschossen.

Sprechsaal für Stadt und Land.

** Entgegnung.

Herrlich und rühmlich ist es zu allen Zeiten gewesen, ein Opfer zu bringen; aber leicht, über alle Begriffe leicht ist es, ein Opfer von einem Andern zu verlangen, wenn man sich auch dabei das Ansehen gibt, daß es zu einem edeln Zwecke gebracht werbe.

Ein Herr Pzi. fordert im Sprechsaal dieses Blattes die Mitglieder des Orchesters auf, die bei den Kurgartenkonzerten

*) Hierdurch wird also die durch einen direkten Brief aus Posen bereits in der gestrige« Nummer der Nass. Allgem. Ztg. mitgetheilte Nach­richt bestätigt. Die Neo.