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exekutive Staatsgewalt der französischen Republik zur künftigen Verfassung."

Ehe die Diskussion über diese Kommissionsantrage eröffnet wurde, versuchte Brunet die Aufmerksamkeit der Versammlung auf die kommunistische Revolution in Limoges zu lenken, allein die Versammlung verschob die dießfälligen Aufschlüffe. Nach diesem Zwischenfall eröffnete sich zwischen mehrer» Rednern eine lebhafte Debatte für und wider den Kommissionsantrag. Aufmerksamkeit erregte das Auftreten Lacordaire's, des be­rühmten Dominikaners. Er hielt eine kurze und durch zu große Organ-Anstrengung vielleicht erdrückte Rede zu Gunsten feines Vorgängers. Derselbe hatte nemlich eine Regierungs-Kommission vorgeschlagen, welche im Namen der National-Versammlung den Ministerrath zu wählen hätte. Er, Lacordaire, sey zwar kein Republikaner de la veille, sondern ein Republikaner de lendemain; er sey ein alter Monarchist. Indessen wolle er die Besiegten nicht ausschließeu.

Arno ult beschwichtigte den Redner wegen seiner Be­fürchtung, daß die Nationalversammlung irgendwie verlegen seyn könne. Sic sey ebenso wenig verlegen, eine Regierungs­kommission als einen Ministerrath zu ernennen. Er ziehe den letzteren vor und stimme für die sofortige Ernennung von Mi­nistern. Ehastegrie rieth der Versammlung, praktische Män­ner zu wählen, und konnte vor Allem nicht zugestehen, daß man kaum am Anfang der Session schon von Siegern und Besiegten spreche.

Odilon Barrot, der Heros der Legalität und des Justemilieu's seit 1828, der in den letzten zwei Monaten um zehn Jahre gealtert, schilderte die Nothwendigkeit der Annahme des Kommissionsantrags, da ein Beiordnen von Kommissionsglie­dern im Favre'schen Anträge auf praktische Unmöglichkeiten stoße.

Lamartine erhob sich demnächst unter großer Aufmerksam­keit. Es war in der That wichtig, seine Ansicht zu hören. Er gab Barrot vollkommen Recht. Barrot sey in Verwaltungs­sachen eine Autorität, die er anerkenne. Nimmermehr werde er sich einem Fabre'schen Mechanismus unterwerfen. Schwebe irgend eine diplomatische Unterhandlung ob, liege irgend eine wichtige Parteisrage vor, erhitze irgend ein Ereigniß die Ge­müther, so würben tägliche Interpellationen und Zurechenschaft­ziehungen vorfallen, denen kein Mensch sich aussetzen könne, ohne alle Amtsgeheimnisse zu verrathen. Diese Regicrungs- kontrolle am offenen Herde sey unverträglich, so wenig er auch die inneren Parteigetriebe fürchte. Die Ansicht einiger Glieder der Versammlung, der prvv. Regierung die Fortsetzung des Provisoriums aus Anerkennung schuldig zu seyn, müsse er bekämpfen. Die prov. Regierung sey am 24. Februar vom Volke wohlweise aus allen Fraktionen der Gesellschaft berufen worden; keine Partei sei ausschließlich von ihm bevorzugt darum. Dieser Volksbeifall sey die schönste Belohnung für ihr Streben; sie jetzt durch Portefeuilles belohnen zu wollen, müsse er im Namen der prov. Regierung abweisen.

So wichtig auch der Gegenstand war, schien der Versamm­lung eine längere Diskussion nach Lamartins Erklärung für den Kommissionalantrag völlig überflüssig und der Präsident, nicht ohne neuen Kampf über den Stimmen-Modus (wie dies bei einer Verfassung ohne Reglement leicht erklärlich), schritt zur Abstimmung über den Kommissions-Antrag der Commission: zehn Minister direkt durch die Nation« l-Ver Sammlung zu wählen.

Von 796 anwesenden Gliedern stimmten 385 für uns 411 gegen den Antrag der Kommission.

(Schluß in der Beilage.)

-ff Madrid. Telegraphische Depesche vom 7. Mai. Die Revolutionspartei hat am 7. Mai Morgens einen verzweifelten Versuch gewagt. Sie hatten einige Sol daten verführt, die jedoch wieder in ihre Reihen zurückkehrten, und die Rebellen wurden in die Flucht geschlagen. Die Gar nison bewährte eine ausgezeichnete Haltung und das Volk stanl schaarenweise der Regierung bei. Die Ruhe war um 11 Uhl Morgens vollkommen hergestellt.

Frankfurt a. M., bex 11. Mai. Mittags 1 Uhr.

Papier.

Geld.

Oesterreich, 5 % Metalliques . ....

58

57

4

52

9 1/ o/

29 7<

287.

3 % Bankactien o. D.....

1000

500 ft. Loose ........

101

»7

250 ft. Loose........

64

60

Preußen, 50 Thaler Prämienscheine ....

78

76

3% % Staatsschuldscheine â 105 fr. .

72

70

Bayern, 3 7, % Obligationen.......

72'/,

717,

L udw igS -Kan al -A cti en.......

Berbacher-Eisenbahn-Actien.....

49

48

Würtcm berg, 37, % Obligationen.....

73'/,

7271

4 V, % neue Obligationen . . .

87%

69 71

86% ;

Baden, 3'/2 % Obligationen von 1842 ....

6871

Lotteric-Anl. â 50 ff. bei G. n. S. . .

36 71

35 ff. Loose vom Jahr 1845 ....

237,

23%

Darmstadt, 3'/, °/o Obligationen.....

7371

7171

4 % .....

80

50 ft. Loose........

54

53 7.

25 ft. Loose.........

1971

Kur Hessen, Friedrich-Wilhelms-Nordbahn-Actien

30

297,

40 Thlr. Loose bei Rothschild. . .

2171

207.

Naffau, 3'/2 % Obligationen bei Rothschild . .

25 ff. Loose..........

77

75

19 71

187,

Frankfurt, 3 % Obligationen.......

73

37, % von 1839 . . .

90

88

37, von 1846^ . . .

83

82

Tau uns-Eisenbahn-Actien â 250 fl. . . .

260

255

ff tf ,/ '/ ,/ PI* Ult.

255

Holland, 27, °/o Integralen .......

4271

42

Spanien, 3% Innere Schuld.......

187,

18

5 Ardoin incl. 15 Coup.....

137.

127

P olen, 300 fl. Lotterie-Loose.......

75

70

500 fl. .......

50

48

Sardinien, 36 Fres. Loose bei Gebr. Bethmann

187,

Disconto ..............

3

Bekanntmachungen.

Geschäfts Errichtung.

76] Ich setze das verehr! iche Publikum in Kennt­niß , daß ich in der Virnselmühle dahier das Mahl- unt Mehtgefchäft im Großen wie I im Kleinen errichtet habe, nebst Verkauf von Bohnen, Erbsen und Linsen und allen sonstigen dahin einschlagenden Artikeln, und bitte um ge­neigten Zuspruch.

Zugleich bringe ich zur allgemeinen Kennt­niß, daß bei mir ein Logis, bestehend in 4 Zimmern, Küche, Keller und Holzstall, zu ver- mietben ist und gleich bezogen werden kann.

Herz Herrheimer, in der Birnselmühle.

78] Zu den Vorträgen über Pflanzen-Be­stimmen und zu botanischen l^^kursioncn, welche im Laufe der nächsten Woche beginnen, werden Lusttragende von dem Unterzeichneten freundlichst eingeladen.

Wiesbaden, den 11. Mai 1848.

Dr. Schirm.

75] Nr. 1 in der Langgaffe sind ein auch mehrere Zimmer zu vermiethen und gleich zu beziehen.

Ein Landhaus, an der Schwalbacher Chaussee gelegen, ist im Ganzen oder auch getheilt zu vermiethen. DaS Nähere bei Ant Kogler in der Stadt Frankfurt hier. 74]

Für die Seidenzüchter

Der Verkauf der Maulbeerblätter hat bereits feinen Anfang genommen und werden den Züchtern in das Haus gebracht, wenn sie Namen, Straße und Hausnummer in der Filanda anzeigen. Man kaufe nur für einen Tag, damit stets frische Blätter gefüttert werden. Die Seide wird in der Filanda auch moulinirt und kann mithin wie sie aus der Filanda kommt, entweder verkauft oder zum eignen Gebrauch an den Seidenweber abgegeben werden. Mit diesem ist dahin ein Vertrag geschlossen, daß er für die Elle Taffet 15 kr. Weberlohn erhält und aus 2 Loth Seide eine Elle Taffet zu liefern hat. 77]

66] In einem Landhause, nahe bei der Stadt, ist der obere Stock, bestehend aus 2 Salons, 4 Zimmern, Küche Speicher, Magdkammer, Keller, verschließbaren Holzplatz, Mitgebrauch der Wasch­küche und Pumpe zu vermiethen; auch ist in dem­selben Hause 1 3immer nebst Cabinet mit oder ohne Möbel abzugeben. Das Nähere bei der Expedition dieses Blattes.

73] In der Schellenberg'schen Hofbuch­handlung in Wiesbaden ist vorräthig: Die Geschichte der Deutschen

von Joh. G. August Wirth.

Zweite durchaus verbesserte Auflage in 4 Bdn. Preis 5 fl. 24 kr.

Auf Adamsthal

ist den 14. d. M. Kaffee- und Weinwirth- schaft eröffnet.

79] H. Hildebrand.

In der L. Schellenberg'schen Hofbuch­handlung in Wiesbaden ist erschienen unk daselbst in allen Buchhandlungen zu haben:

Leichenrede OCoiiiieirs.

Gehalten von P ater Lacordaire

in der Kirche Nötre Dame zu Paris am

10. Februar 1848.

Preis 15 kr.

Der Dominikaner-Mönch Lacordaikt der radikale Pater" gibt uns hier in der Leichenrede OConnells ein Bild katholischer An­schauung. Wie siegend widerlegt er den Haupt- und Grundirrthum unserer Tage: daß nâmW die Kirche sich nicht vertrage mit dem ersten und dringendsten Bedürfnisse des Jahrhunderts dem Fortschritte und der Freiheit!

68] Ein geübter Mühlarzt kann sogleich «ul dauernde Zeit Arbeit erhalten. DaS Nähere bei Gebrüder Dofflein in Mainz.

Verantwortlicher Nedakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.