Einzelbild herunterladen
 

Männer Deutschlands! bisher waren es die 300,000 Sach­en in Siebenbürgen, die muthig für ihr Deutschthum gegen die Anmaßungen der Magyaren in die Schranken traten; es war ein harter Kampf, denn die Ucbcrmacht war auf der Seite der Magyaren. Daher können die Sachsen die Vereinigung Sie­benbürgens mit Ungarn nur wünschen, wenn ihnen als deutschem Volk die gehörigen Garantien ihres na­tionalen Fortbestehens geboten werden, und diese Garantien bestehen einzig und allein in der Gleichstellung der deutschen mit der ungarischen Sprache, in der Vertretung der 1% Millionen Deutschen in Ungarn auf dem Reichstage, wenngleich diese die Schmach der magyarischen Sprachtyrannei ohne Murren jahrelang zu ertragen vermochten, ja sogar die gelichteten Reihen der Magyaren mit Abtrünnigen aus ihrer Mitte wieder ausfüllten.

Die 4 Mill. Magyaren wollen jetzt unter 4 Mill. Slawen, 3 Mill. Walachen, fast 2 Mill. Deutschen die Herren spielen, sie wollen beim Gericht, beim Heer, in der Münze ihre Sprache geltend machen, sie wollen, indem sie sich der französischen Republik zu nähern im Schilde führen, eine Politik verfolgen, über die bei allen übrigen Bewohnern des ungarischen Reichs nur Eine Stimme des Unwillens herrscht. Den Deutschen in Ungarn und Siebenbürgen droht jetzt eben sowohl von den Ma­gyaren als von den Slaven und Walachen Gefahr; sie kann nur verschwinden, wenn alle vier Völker gleiche Rechte erhalten, wenn kein Volk über das andere herrscht.

Bereits haben die Feindseligkeiten zwischen Magyaren und Slaven begonnen, möge Oesterreich und mit ihm Deutschland keinen Augenblick zögern, die Dcut- schen in Ungarn und Siebenbürgen zu schützen, damit diese sich nicht genöthigt sehen, im Bunde Mit Slaven und Walachen sich ihr Recht zu er­zwingen."

D e u t f ch l a n d.

* Wiesbaden, 11. Mai. Die Frankfurter Lcsegesell- schast hat durch eine große Zahl ihrer Mitglieder an den Vor­stand das Verlangen gestellt, die Neue Züricher Zeitung aus den Räumen der Gesellschaft zu verbannen. Eine Mittheilung des Frankfurter Journals, welche dies berichtet, fügt hinzu: Ganz Deutschland liest mit Entrüstung die empörenden Schmäh­artikel , die jene Zeitung aus der Mitte eines stammverwandten Volkes über unsere Gauen hinschleudert; die öffentliche Stimme unseres großen, selbstbewußten Volkes spricht eine entschiedene Achtslrklärung gegen das Benehmen der Züricherschen Buchhand­lung Orell-Füßli aus, welche, als Verlegerin jener Zeitung, die von letzterer ausgehenden Verunglimpfungen duldet; gegen eine Buchhandlung, welche großentheils mit deutschem Gelde jene Federn besoldet, die geworben sind, Deutschland zu schmähen und herabzuwürdigen. Die Verachtung des deutschen Volkes sey ihr Lohn!

Das Verfahren jener Mitglieder der Lescgesellschaft ist ganz recht und freut uns von Herzen. Aber, so fragen wir weiter, gibt es nicht auch noch deutsche Zeitungen, die da jubeln, wenn die Oesterreicher geschlagen werden, die es immer noch für libe­ral halten, daß man den Polen das Wort rede weil es Anno 1830 in der That liberal gewesen ist! Das ist doch wahrlich ein sehr konservativer Liberalismus. Keinem Volk der Erde hält es so schwer, sich überall auf den Standpunkt der nationa­len Politik zu versetzen, als dem deutschen, keinem liegt es näher aus Verblendung das Vaterland zurückzusetzen.

tt Wiesbaden, 11. Mai. Bei den heute Morgen hier vorgenommenen Wahlen zur Erweiterung des Stadt­vorstandes erhielten folgende Bürger die Stimmenmehrheit:

Rohr, Goldarbeiter,

Röhr, Fabrikant,

Reinhard Wolff,

F. Bender, Schmied,

Louis Wintermayer,

Spieß, Professor,

Altstädter, Kaufmann, Gustav Querfeld, Maurermeister.

Die weiteren 4 Wahlen werden morgen vorgenommen.

Aus dem Dillthale. In dem ArtikelEinige Er­läuterungen zu den neuen Verordnungen vom 4. Mai" in Nr. 38 der Nassauischen Allgemeinen Zeitung vom 9. Mai ist in Beziehung auf die von Seiten der Negierung in Aussicht gestellte Generalsynode gesagt, daß eine Generalsynode der Geist­lichen eigentlich von den Geistlichen selbst schon längst hätte ver­

anstaltet werden sollen, und es würde den Pfarrern außerordent­lich genützt haben, wenn auch sie in den Tagen der allgemeinen Bewegung zusammengestanden und aus sich selbst heraus auf eine freiere Kirchenversassung gedrungen hätten.

Wir müssen darauf vorerst erwidern, daß es den Geist­lichen nicht um Synoden von Geistlichen zu thun ist. Sie sehen vielmehr nur diejenigen Synoden für die rechten an, welche aus Geistlichen und Gliedern von Gemeinden zusammen­gesetzt sind. Sodann liegt es in keiner, auch nicht in der freie­sten Kirchenversassung, daß die Geistlichen aus sich eine Synode veranstalten, die in diesem Falle aller Berechtigung ermangeln würde. Ueberall hat nur die Kirche, d. h. in ihrem Namen die in der Kirche verfassungsmäßig mit der vollziehenden Gewalt betraute Autorität Synoden zu berufen. Dieses steht bei uns nach den Bestimmungen des kirchlichen Organisationsedikts vom 8. April 1818 dem Herzoge zu. Etwas Anderes als Synoden sind freie Versammlungen. Von dem Rechte dazu haben die evangelischen Geistlichen übrigens in der fraglichen Beziehung Gebrauch gemacht. Wenn der Verfasser jenes Artikels von Ver­sammlungen , die von Geistlichen zu dem Zwecke, eine freiere Kirchenversassung hervorzurufen, gehalten wurden, und von denen theilweise auch in öffentlichen Blättern Nachricht gegeben wor­den ist, nichts erfahren hat, so ist das kein Grund zu behaupten, daß nichts dafür geschehen sey. Wollte der Verfasser sich davon überzeugen, daß wirklich aus der Geistlichkeit heraus das Verlangen nach Zusammenberufung von Synoden, jedoch nicht der Geistlichen, sondern der Geistlichen und frei gewählten Glieder der Kirchengemeinden hervorgegangen ist, so wurden ihn die deßfallsigen Anträge, wie sie an die Landesregierung und das Staatsministerium ergangen sind, aus allem Zweifell setzen. Es ist den Geistlichen schon lange bekannt, daß diesenI Anträgen von Seiten des Kirchenregiments Folge gegeben wer­den sollte. Daher war es nicht nöthig, weitere Schritte zu thun und insbesondere größere Versammlungen deßwegen zu halten. Es muß ja nicht alles Bessere mit imponirender Oeffentlichkeit erstrebt werden. Auch die stillere Bewegung zum Fortschritt hat ihre Berechtigung, und sie ist ganz besonders auf dem kirchlichen Gebiete am rechten Orte. Matth. 12, 19. t

A Vom Westerwalde, 8. Mai. In einem Artikel derNassauisch en Zeitung" wurde auf die nunmehrige Nutzlosigkeit der s. g. Sicherheitskomites hingewiesen, deren i humoristische Seite auch bei uns Manchem zur Uebung des Mutterwitzes Veranlassung gibt. So lange aber die kompètnl-1 ten Verwaltungs- und Polizeibehörden, dem allgemeinen Wun-s sche zum Trotze, fortfahren, die AbUrtheilung einschlagender j Streitsachen, worüber bestimmte Gesetze vorliegen, an jene,| oft unter sich sehr getheilten Komitemitglieder zu weisen, wie- es nicht selten bei uns geschieht, kann von einem kräftigen R echts z ustand e keine Rede seyn. Allgemein macht man aber die Erfahrung, daß gerade diejenigen Beamten, welche sich früher wie ächte Pascha's benahmen, und Niemanden die gewöhnlichste Höflichkeit erwiesen, jetzt vor jedem Bauern die Mütze abziehen, die sonst nie betretene Kirche regelmäßig zu besuchen für ratsam halten, und überhaupt durch ihre Zag­haftigkeit der Reaktion in die Hände spielen. Da jetzt wieder ein faktisches Ministerium besteht, warum gibt diese Oberbehördè nicht sämmtlichen Unterbeamten entschiedene Weisungen? Der ganze Westerwald wünscht sehnlichst die Wiederkehr der gesetzliche» Ordnung; noch mehr aber würde das Erscheinen desLan- de s für st e n in diesem treuen Landestheile den Landmann erfreuen und beruhigen, und den schlagendsten Beweis liefern, daß dir fast einstimmige Wahl des Herrn M. v. Gagern zum Ver­treter bei dem deutschen Parlamente nicht erkünstelt, sonder» aus tiefem Bewußtseyn hervorgegangen ist.

In Betreff des Entwurfs zu dem Staatsgrundgesetze Höri man hier und da die Ansicht äußern, daß die Erblichkeit eines deutschen Kaisers, sowie das Zweikammersystem unzeitgemäß sch Als aber Herr von Gagern vor sämmtlichen Wahlmänner» und sonstigen Bürgern in der Kirche zu Hadamar dieses hoch­wichtige Aktenstück verlas und erläuterte, und später bei eine» ihm zu Ehren gegebenen Festmahle die Diskussion darüber ver­anlaßte, fühlte Niemand, der bestimmtesten Aufforderungen ungeachtet, den Beruf oder die Kraft, mit ihm in die Schranke« zu treten. Erst nach seiner Abreise hörte man von ein« Versammlung zu diesem Zwecke, wo die Redner leichteres Sp^ haben mochten.

Mit einer Art von Entsetzen sahen unsere Bürger kürzlich ein Muster der grausenhaften Beilsense, womit, wie man hört ein Theil der Bürgerwehr bewaffnet werden soll. Einerseits wird diese Waffe als unpraktisch bezeichnet; andererseits âbe> klebt an diesem ominösen Werkzeuge die Erinnerung an st