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Hoffentlich haben übrigens schon die Gymnasial-Lehrer von dem ihnen nach pos. III der Adresse noch zukommenden Rechte der Belehrung Gebrauch gemacht, und die dem Gymnasium fer­ner Stehenden dürfen daher wohl ihrerseits die Sache für er­ledigt halten.

~ Dillerubuxg, .7. Mai. Unsere Bergwerks- und Hüttenindustrie kommt mit jedem Tage mehr in's Stocken, obgleich der gute Willen und die Anstrengungen der Gewerks­besitzer und Bergbehörde diesem verderblichen Uebel nach Kräf­ten zu wehreu suchen. Selbst in unserer Stadt macht sich in Folge dieser Gewerbslähmung eine gedrückte Stimmung ^be­merklich, die um so aufsallerrder hervortritt , als die hiesige^ Bevölkerung an der neuen Errungenschaft den lebhaftesten Antheil genommen hat, und während der Wahltage die -Stadt ein sehr "festliches und belebtes Ansehen hatte. Wir sehen hier­mit der größten Spannung.der Entwicklung unserer Zukunft entgegen, wobei wir es uns nicht verhehlen, daß die.Zeit mit jedem Tage ernster wird.

0 Aus dem Dillthal, 7. Mai. Es wird Ihnen schon bekannt geworden seyn, -daß in dem Wahlbezirk Dilleubu r g- Herborn Prokurator Schenk zu Dillenburg, Kaufmann Wenkebach zu Herborn und Pfarrer Hatzfeld zu Breit­scheid zu Landtagsabgeordneten ernannt worden sind. Daß Herr Prokurator Schenk demnach die doppelte Mission erhal­ten hat, unseren Bezirk bei der konstituirenden Versammlung zu Frankfurt zu vertreten und zugleich bei unserer Volkskam­mer, könnte leicht als ein Zeichen der Armuth an fähigen Männern in hiesiger Gegend ausgelegt werden; dieses ist je­doch keineswegs dèr Fall, und diese Doppelwahl ist einzig dem Umstande zuzüschreiben, daß sich drei rivalisirende Städte Dillenburg, Haiger und Herborn über andere Kandidaten nicht einigen konnten.

Frankfurt, 6. Mai. (S. 30 Die vorgestrige Sitzung des Fünfzigerausschusses bot für den besonnenen Beobachter ein eige­nes, nicht sehr erfreuliches Schauspiel. Viele warme Worte der Sympathie für Polen, aber die stärksten Ausfälle gegen Preußen, gegen den Bundestag, weil sie nicht unbedingt alle aus Frankreich rückkehrenden Polen dahin lassen, wo diese mit deutscher Unterstützung Zurückkehrenden die Zahl und Macht Derjenigen vermehren, welche unsere deutschen Brüder im Groß- herzogthum Posen bekriegen und ermorden. Keine oder höchstens ein paar schüchterne Worte des Mitgefühls für deutsche Noth und Verzweiflung, keine nationale Empörung über die an Deutschen verübten Frevel, über den Undank, der mit Recht die anfängliche Theilnahme des Vorparlaments in das Gegentheil verkehrt.

Es scheint, wir Deutsche sind -noch immer mehr sentimental als politisch, mehr kosmopolitisch als deutsch. Oder wollte man etwa vor dem französischen Gesandten, welcher der Sitzung bei­wohnte, einen Einklang mit den Gefühlen des französischen Vol­kes beurkunden! Aber gewiß würden Franzosen in unserem Falle so nicht sprechen. Den Franzosen fällt nicht ein, uns Deutschen das Elsaß wieder zu geben, und der ^anzösische Gesandte, obwohl selbst ein Deutscher, mag wohl im Stillen über Herrn Blum's Klage gelächelt haben, daß der deutsche Bund die Grenzfestung Posen den uns jetzt so feindlichen Polen nicht in aller Gutmüthigkeit überliefert. Vergebens suchte Herr Blum die Jedem vorschwebende Parallele mit der franzö­sischen Grenzfestung Straßburg zu verrücken: Posen ist gegen Osten für uns, was Straßburg für Frankreich. Wann einmal Frankreich uns Straßburg wiedergibt, das ganz deutsch, dann wollen wir Posen zurückgeben, das doch nur halb polnisch.

A Offenburg, 7. Mai 1848. Durch ein Mißverständ- niß war mir mitgetheilt worden, daß der in Straßburg arre- tirte Badische Artillerie-Offizier in Uniform daselbst gewesen ^sey, dieser Herr war in Zivilkleidern daselbst gewesen, jedoch als Badischer Offizier erkannt worden. Durch diese Abände- derung kann jedoch nur noch die in jenem Artikel geäußerte Ansicht um so größere Anerkennung finden.

Lörrach, 4. Mai. (A. Z.) Wie die Dinge jetzt stehen, ist eine Rückkehr der auswärtigen in Baden stehenden Truppen in ihre Garnisonen noch nicht in Aussicht, indem Hecker und Struve, welche sich in Baselland herumtreiben, neue Freischaaren zu bilden suchen; ihre Emissäre gehen nach allen Richtungen, die -armen Verblendeten werden jedoch auf gleiche Weise empfangen werden, wie das erstemal, und es ist unverantwortlich, daß ihre Führer mit Menschenleben in solcher Weise zu spielen wagen. Täglich werden noch gefangene Freischärler eingebracht. Die Stimmung der Truppen ist die beste.

Solingen, 6. Mai. Es ist als gewiß zu betrachten,; daß Professor Arnd t in Bonn in unserem Kreise zum Abge-i ordneten nach Frankfurt gewählt werden wird.

Berlin, 7. Mai. (B.N.) Einem gestern hier eingegan-i guten Schreiben aus Pinne (Großh. Posen) entnehmen wirZ daß die preußische Garnison des Städtchens Buk in ihrem Quartier vonden.polnischen Wirthen im Schlafe e rdrosselB worden ist. Nur wenigen ist es gelungen, sich nach dem etwa vier Meilen entfernten Pinne zu retten.

In Posen dauert die wildeste Anarchie fort. Ein qual­voller Zustand lastet auf der Provinz; immer mehr Menschen­blut wird vergossen. Die Empörung greift immer weiter um sich. Der General von Hirsschseldt ist am 2. Mai nicht von den Polen bei Wreschen geschlagen worden, sondern hat sie besiegt. DiePosener Ztg." meldet darüber Folgendes:

Am Abend des 2. d. rückte General von Hirschfeld vor Wreschen, welches er unbesetzt glaubte. Von den Windmühlen- Höhen erst bekam er die dichten polnischen Schaaren zu Gesicht; er zog sich zurück, wurde angegriffen und ließ nun lange Zeit das schwere Geschütz mit Kartätschen und Shrapnells arbeiten. Die Verheerung, die dadurch in den polnischen Reihen angerichtet worden ist, soll grausig seyn. Auf preußischer Seite sind 8 Mann gefallen, auf polnischer 5 - bis 600 Mann. Es heißt, jedes Haus in Wreschen sey ein Lazareth; so sollen in einem Hause 20 Edelleute liegen, denen beide Beine sortgeriffen sind. Alle polnischen Aerzte von hier sind dorthin entboten. Die Frau Gräfin Raczynska ist mit unverzüglicher Einrichtung eines großen Lazareths auf ihrem Gute Rogalin beschäftigt. Dai- Gut Sokolowo und mehrere Vorwerke in der Nähe von Wreschen sind an diesem Abende in Flammen aufgegangen. Auch sonst ist es noch zum Kampfe gekommen. Eine Abtheilung von 40 Mann Infanterie und 20 Husaren, welche einen abenteuerlichen Zug^ zur Befreiung gefangener Landwehrmänner unternahm, wurde; bei Gueczyn von 300 Sensenmännern angegriffen, welche erst nach heftigem Kampfe und mit Verlust von 5 Todten das Feld' räumten.

Die beiden gefangenen Offiziere sind, wie erwähnt, freige­laffen worden, indeß erst, nachdem sie schriftlich versprochen, nicht gegen dieRepublik Polen" zu fechten. Am 4. sind Graf Dzialyuski und Graf E. Poninski, der Anführer in Wreschen,! verhaftet worden. Mackiewicz und Graf Mielzyuski sind ver- i wundet nach Posen gebracht. Am 4. traf auch General von; Pfuel ein. In der Nacht, sagt diePosener Ztg/P.chat von^ der Breslauer Seite her an zwei Stellen eine Annäherung Be-è waffneter an die Festung Statt gefunden. In Folge dessen sind! die Wallischeier und die Grabenbrücke verpallisadirt, die anderen t Brücken abgedeckt und eine Jnundirung steht in Aussicht. Diek beiden Eichwaldswege sind durch Gräben gesperrt, alle Kommuni-s kation dort aufgehoben. Am 5. wurden 800 deutsche Freiwillige j eingekleidet; auch eine Freischaar aus der Neumark ist eingetrofil fen. Die Provinz ist endlich von Neuem unter das Kriegs- gesetz gestellt.

* Aus Po s e n wird uns in getreuer Uebersetzung nach­stehenderBruder grüß" mitgetheilt, der dort unter der pol­nischen Bevölkerung eifrig verbreitet wird:

Brüder, nehmt die Sense in die Hand,

Auf, zum Kampfe laßt uns eilen,

Polens Knechtschaft hat ein Ende!

Sammelt schaarenweise euch,

Alle unsere Feinde, die Deutschen müssen fallen,

Plündert, raubet, seuget, brennt,

Laßt die Deutschen qualvoll sterben:

Wer die deutschen Hunde hängt,

Wird sich Gotteslohn erwerben.

Ich, der Probst, verspreche es euch,

Seht dafür das Himmelreich.

Alle Sünde wird Euch vergeben,

Selbst der wohlbedachte Mord,

Der der Polen freies Leben

Unterstützt von Ort zu Ort.

Aber Fluch dem Bösewicht,

Der bei uns für Deutsche spricht.

Polen soll und muß bestehen,

Pabst und Gott versprach es mir,

Rußland, Preußen muß vergehen,

Heil dem polnischen Panier!

Drum jauchzet froh darein

Polska zic Groß und Klein.

Dafür, daß man uns brüderlichst den Hals abzuschneiden verspricht, sollen wir nun in Begeisterung sür die Polen über­strömen. Wir wünschten, der Füufzigeraus schuß in Franl