Einzelbild herunterladen
 

i den Fünfziger-Ausschuß deshalb zu verdächtigen. Nach Schleswig- : Holstein, wo die deutschen Bundestruppen gegen fremde Unter- ! drücker kämpfen, hält man deren Einzug für sehr angemessen, aber in die eigenen Staaten, wo ein noch gefährlicherer Feind sein Haupt erhoben hat, will manfremdes Militär" nicht ziehen lassen. Besonders wies man daraus hin, daß würtembergisches, hessisches, bayerisches und nassauisches Militär in Baden einrückt, um die dortigesouveräne Bewegung des Volkes zu unter­drücken, indem man meint, daß die volksthümliche Selbstbestim­mung jedes Standes jetzt allgemein anerkannt sey u. s. w. Die Unterzeichneten stimmen nicht mit dieser^Ansicht überein; sie fühlen sich vielmehr gedrungen, den ergriffenen Maßregeln zur Unterdrückung eines unheilvollen, die wahre Freiheit untergra­benden Parteikampfes vollkommen beizustimmen und dies mit dankbarer Anerkennung hiermit dem Fünfziger-Ausschuß ge­genüber auszusprechen. Eine Truppenkonzentrirung längs den französischen Gränzen erscheint außerdem für das Eintreten mög­licher Fälle vollkommen gerechtfertigt, ja dringend nothwendig.

Wenn eine Partei/ sey es nun eine republikanische oder eine konstitutionell-monarchische, ohne den Ausspruch der bevor­stehenden Nationalversammlung abzuwarten, mit den Waffen in der Hand die Gauen Deutschlands durchzieht, und, statt mit Gründen einer freien Ueberzeugung, gewaltsam und mit Blut besiegelt ihre Bestrebungen verwirklichen will, wenn sie sich im Bewußtseyn ihrer Schwäche nicht scheut, Hülfstruppen in Frankreich anzuwerben, um einen unseligen Bürgerkrieg und die Fackel der Zwietracht auf vaterländischem Boden zu entzün­den, so können wir, wenn nicht Verblendung oder unheilvoller «Irrthum dem Allem zu Grunde liegt, eine solche Manifestation des Parteiwillens nicht des Volks willens nur als einen Verrath an der heiligen Sache der Freiheit und des Vater­landes erklären."

Vom Rheine, 1. Mai. (K. Z.) Die Zentral-Rhein- schifffahrtS- Kommission wird sich demnächst versammeln. An Arbeit fehlt es ihr nicht, und hoffentlich wird auch für sie end­lich einmal die Zeit gekommen seyn, entschieden aufzutreten. Von Seiten der französischen Regierung sollen in diesem Betreff I den verschiedenen Uferstaaten Eröffnungen gemacht worden seyn, j Will man dem so sehr gedrückten Schifferstand auf eine wirk­same Weise zu Hülfe kommen, so wäre es nicht mehr als billig, ! die Rheinzölle wenigstens um 5060 Proz. zu ermäßigen.

A Offeuburg, den 1. Mai 1848. (Aus dem Nassauischen Lager.) Heute Morgen ist eine mobile Kolonne unter Kommando des Herrn Major Welz aus dem ! 2. Bataillon des 2. Regiments, 30 badischen Dragonern und und zwei badischen Geschützen abgegangen. Dieselbe wird un­gefähr 3 Tage ausbleiben und ihre Direktion über Achern, Seeburg und Oppenau nehmen. Die Aufgabe derselben ist, die Gegend von den einzelnen Freischärlern zu reinigen. Nachdem bet' Zustand des Herrn Lieutnants Eyring sich sehr verschlimmert hatte, sind heute wegen seines Befindens erfreuliche Nachrichten eingetroffen. Sergeant Ernst wird binnen wenigen Tagen aus dem Hospital zu Freiburg entlassen werden können; dagegen ist das Bein des Soldaten Best bedeutend angeschwollen, da man bis jetzt die Kugel nicht finden konnte.

Leipzig, 2. Mai. Soeben wird dahier die erste Nummer einerLeipziger Arbeiter-Zeitung" ausgegeben, redigirt von Drechsler Büttner, Schreiner Kirsinger und Buch­drucker Skrobek, bei Brockhaus gedruckt. Die Nummer ent­hält lauter von Arbeitsleuten verfaßte Artikel, die sich dadurch auszeichnen, daß nicht nach sozialen Theorieen, nach pariser Ex­perimenten u. dgl. gehascht wird, sondern daß die, sämmtlich dem Arbeiterstande angehörigen Verfasser praktische Forde­rungen mit Nachdruck geltend zu machen suchen. Der Rein­gewinnst der Zeitung soll zur Gründung einer Arbeiterunter­stützungskasse verwandt werden.

Breslau, 30. April. (D. A. Z.) Auf Anordnung des hiesigen Oberpräsidenten sollen 200 Emigranten, deren jetzt mit den aus Paris neu Hinzugekommenen in Allem 600 hier sind, heute Nachmittag die Stadt auf der Märkischen Eisenbahn verlassen, und die andere Hälfte morgen früh, sobald nicht der heutige Nachmittagszug der oberschlesischen Eisenbahn aus Wien für sie günstige Nachrichten bringt. Als ihr nächster Bestim­mungsort wird Köpnick angesehen. Man kann sich denken, daß diese Maßregel unter den Emigranten eine große Mißstimmung hervorgerufen hat, indem die Unglücklichen, kaum daß sie ihr Vaterland erblickt, selbst aus dessen Nähe entfernt werden sollen. Sie machen daher der Stadt Breslau den nicht ganz ungegrün­deten Vorwurf des Mangels an Gastfreundschaft, sie beschweren sich über das unbegründete Mißtrauen, das von Sei­ten unserer Behörden in sie gesetzt wird.

Nach den Berichten der zuletzt aus Krakau angelangten Emigranten soll General Castiglione in Folge der erhaltenen Wunden am 28. April früh 6 Uhr verschieden seyn.

In Wieliczka und in einigen anderen Orten Galiziens sollen Emigranten verhaftet worden seyn, ohne daß ihnen irgend eine besondere Schuld zur Last gelegt werden konnte.

Posen, 28. April. (Schles. Z.) Vorgestern Abend kam die Nachricht an, daß Obornik und Schrimm, sowie Stadt und Festung Posen von Seiten der preußischen Regierung dem deut­schen Bunde zur Einverleibung dringend empfohlen werden sollen. Dabei ist noch zu bemerken, daß auch das Land im Umkreis eine Meile um Posen laut der oben erwähnten Nachricht zum deut­schen Bunde gerechnet werden soll. Kaum war die Meldung an das deutsche Konnte gelangt, als dasselbe einen Erpressen nach Schwersenz sandte, welches 172 Meilen von der Stadt liegt, um die Bewohner dieser Stadt zu benachrichtigen, daß sie nicht zum deutschen Bunde geschlagen werden würden. Die deut­schen Bürger dieser Stadt (gegen 1700; Polen sind dort etwa 500) entwarfen sofort eine Petition,sammelten noch während der Nacht mehrere Hundert Unterschriften zu derselben und schickten dieses Schriftstück schon gestern Morgen nach Berlin. Wie es heißt, ist auch von unseren Polen eine Petition an den Kaiser von Rußland abgegangen, die zum Zweck hat, ihn zu bitten, den Herzog von Leuchtenberg zum König aller sla­wischen Völker (sogar Ungarn soll dazu genommen werden) unter Oberhoheit des russischen Czaaren zu machen.

Vom Kriegsschauplätze haben wir erfahren, daß schon am 25. April unter ernstem Gefecht Neustadt a. d. W. von den Preußen besetzt worden sei. Gegen Miloslaw, wo sich die Haupt­macht der Polen befindet, sind 2 Regimenter Infanterie, 6 Schwadronen Kavallerie, 4 Geschütze und 100 Jäger ausgerückt, um diesen Punkt heute mit Gewalt zu nehmen, eben so das provisorisch befestigte Winnagora. Hier soll eine polnische Stück­gießerei angelegt und bereits 10 Stück Geschütze nebst nöthiger Munition angefertigt sein.

So eben kommt uns die Nachricht zu, daß auch in Buk gestern wieder Unruhen ausgebrochen seyen und deßhalb heute früh dorthin 1 Eskadron Husaren abmarschirt ist.

Altona, 1. Mai. (Köln. Z,) Der Krieg in Holstein und Schleswig ist mit der Räumung Schleswigs von den Dä­nen noch nicht beendet, sondern man wird den Feind nach Fünen und Jütland verfolgen. Zu dem Zwecke sollen heute theils mit der Eisenbahn, theils per Dampfboot preußische Pontons hier eintreffen, um mit Hülfe derselben die verbün­deten Truppen nach Fünen überzusetzen. Dänemark soll und wird also bis in sein innerstes Mark für die Frechheit, deutsche Schiffe wegzunehmen, verfolgt werden. Aber auch nur auf diese Weise ist Dänemark zu einem vernünftigen Frieden zu zwingen. Durch seinen Parlamentär in Flensburg erbat es statt Frieden nur einen Waffenstillstand, welcher aber von General Wrangel abgeschlagen wurde.

Das dänische Heer hat sich in zwei Operations-Korps ge­theilt. Das sich nach Norden zurückziehende Korps soll schon wieder die Königsau beschritten haben, wogegen das zweite Korps in Begriff ist, die Insel Alsen zu verlassen und auf Fünen überzusetzen (?). Im Westen haben die Dänen gleich­falls Tondern wieder verlassen, und so ist das Land wieder frei von den nordischen Ueberwältigern, welche nun die Skandi­navier zu Hülfe rufen müßten. Denn noch immer will die krasse dänische Partei keinen Frieden und hofft noch immer auf Unterstützung von der einen oder der andern Seite.

Graf Moltke, der nach Fridericia in's dänische Hauptquartier zum Könige berufen worden war, konnte mit seinen Friedens­vorschlägen gegen die dänische Partei gleichfalls nicht durchdringen. Die Stimmung in den Herzogthümern ist sehr entschieden, man will keine Vereinigung wieder mit dem Königreiche, keine fer­neren dynastischen Kämpfe und vorläufig das Fortbestehen der provisorischen Regierung, bis über die Verfassung Deutschlands entschieden seyn wird. Was man in Frankfurt bestimmen wird, damit wird Schleswig-Holstein einverstanden seyn.

Prag, 29. April. Heute Nachmittag waren die HH. Kanz­ler v. Wächter, Dr. Schilling und J. Kuranda, als Deputirte von Frankfurt an die böhmische Nation, in der aus Anlaß ihrer Anwesenheit veranstalteten außerordentlichen Sitzung der Sektion des Nakionalvereins für die auswärtigen Angelegen­heiten , und erhielten daselbst von den anwesenden Mitgliedern, etwa 15 an der Zahl, die Antwort auf ihre Anträge und Wün­sche. Dr. Schilling sprach von der dringenden Nothwendigkeit, daß auch Böhmen sich an's deutsche Parlament anschließen müsse, da ja Oesterreich sich der deutschen Nation anzuschlieyen