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übrigen Thelluehmern ihres verbrecherischen Unternehmens zur Fahndung ausgeschrieben. Für den Bezirk Weinheim, Ladenburg wird unverzüglich eine neue Abgeordnetenwahl an Heckers Stelle angeor'onet.

Freiburg, 30. April. (Fr. 3D Alle bisherigen Exkursio­nen in die Umgegend haben bewiesen, daß die Macht der Frei- schaaren gänzlich gebrochen ist. Man bringt gewöhnlich Waffen und zersprengte Flüchtlinge ein, so daß sich die Zahl der Ge­fangenen täglich mehrt.

Würtemberg, 30. April. Einer unserer Reichstagsabge­ordneten, der Obersteuerrath Moritz Mohl, hatte schon im Vor­parlamente die Abschaffung des Adels beantragt und er­klärte nun auch seinen Wählern, diesen Antrag im Reichstage verfolgen zu wollen. Was haben nun unsere schwäbischen Junker zu thun? Bekämpfen sie vielleicht den Gedanken mit Geist, mit Wissen, mit Gründen? Bewahre Gott, wer wird so plebejisch seyn. Sie rücken ihm mit Zeugen und Pistolen aus's Zimmer, sie nennen ihn einen Verleumder, einen Hundsfott, lassen sich von ihm die Treppe hinabweisen. Dies muß ja den Ungläubig­sten überzeugen, daß Privilegien einen Mann gebildet, brauch­bar und nothwendig machen; daß die Standesherren und Ritter ihre bisherige Stellung in den Kammern lediglich zum Wohle des Volkes und zur Beseitigung von Jagdunfug, von Feudal- lasten, von befreitem Gerichtsstände, von Steuerbefreiungen, von Bevorzugung in der Repräsentation benützten!

Köln, 23. April. Willich ist nicht wie es hieß im Gefecht geblieben; er hat vielmehr an seinen Freund Anneke geschrieben, cs fehle den Republikanern besonders an Führern, And vorgestern soll Anneke zur Unterstützung jenes beklagens- werthen Unternehmens abgereist seyn.

Altona, 30. April. (Wes.Ztg.) (Durch den optischen Telegraphen.) Aus Schleswig wird gemeldet, daß sich dort 5600 Verwundete befinden, woruter keine 200 Deutsche sind. Auch sind dort 400 Gefangene untergebracht und in Rendsburg 500. Drei dänischen Kriegsschiffen soll der Rückzug bei Holnis abgeschnitten seyn.

. Rendsburg, 28. April. Heute Morgen wurden 11-1 Nische Offiziere kriegsgefangen hier eingebracht, und diesen Nach­mittag erwartet man 400 gefangene dänische Soldaten.

Unsere Truppen sollen bereits die jütländische Grenze überschritten haben; die Dänen sind nirgends zu finden, nur ein Theil hat sich nach der Insel Alsen gewandt, wahrscheinlich um sich dort einzuschiffen; sie werden verfolgt.

Unter den gefangenen Dänen ist besonders zahlreich das zweite Jägerkorps vertreten, welches sich so wacker in dem Ge­fechte zwischen Oeversee und Bilschau gehalten hat. Nach der Er­zählung des die Gefangenen eskortirenden Offiziers war dieses Korps auf eine Koppel hinaufgedrängt und hier zuerst von den mecklenburger Dragonern, aber ohne Erfolg, angegriffen worden, da diese in einer sumpfigen Niederung stecken blieben und un­fehlbar von den Jägern aus kurzer Entfernung niedergeschossen wären, wenn diese sie nicht als Mecklenburger erkannt hätten. Den schleswig-holsteinischen Dragonern, wofür man sie erst ge­halten, war der Tod geschworen worden.

Als nachher das hannoversche 5. leichte Bataillon und das braunschweigische 2. Bataillon sic mit großer Uebermacht an­griffen, vertheidigten sie sich noch lange hartnäckig, was daraus abzusehen ist, daß von den 350, die sich zuletzt ergaben, nur 250 hierher transportirt werden konnten; die übrigen sind theils todt, theils schwer verwundet, wenigstens transportunfähig.

Den Freischaaren ist offiziell angezeigt worden, daß, . wer wolle, sich nach Hause zu seinen friedlichen Beschäftigungen zurückbegeben könne; was jetzt noch zu thun sey, werde mehr Sache des regulären Militärs seyn, und für die Freischaaren nur noch etwa Vorpostendienst und die Bewachung aufrührerischer , Bauern übrig bleiben. In Folge dieser Eröffnung haben sich , denn auch schon heute gegen 60 Freiwillige, unter ihnen viele , aus Hamburg und den Nheingegen den, beim hiesigen , Bureau für die Freikorps gemeldet, theils mit Entlassungsscheinen, , theils auf 7tägigen Urlaub. Ihre Strapazen sind nicht gering , gewesen in diesen heißen Tagen des Kampfes und der Ver­folgung.

In der am 26. in Rendsburg abgehaltenen Bürger- Versammlung wurde der Prof. Dahlmann in Bonn als der f würdigste Kandidat für den zweiten holsteinischen Wahldistrikt in ( Vorschlag gebracht und von der Versammlung einstimmig ange- I nommen. ;

Ein Auszug aus einer Depesche des General-Lieutenant I Halkett an den König meldet, daß Halkett am 2^. seinen : Marsch nach der Insel Alsèn antreten wolle. Die Dänen ar­beiten auf der Insel an Verschanzungen, die den Uebergang - dahin verhindern sollen. Es scheint, daß Alsen noch ziemlich : stark von regulärem Militär, mit bewaffneten Bauern vermischt, : besetzt ist; auch liegen mehrere Fregatten und andere armirte Schiffe in der Nähe. Die Dänen sind augenscheinlich in einem etwas desorganisirten Zustande zurückgegangen; wäre es möglich gewesen, den Feind gestern noch zu treffen, so würde er gewiß noch einen beträchtlichen Verlust erlitten haben.

Stralsund, 25. April. (D. Z.) Was uns Noth thut zur Vertheidigung der hiesigen Seeküste, was uns allein nützen kann bei der Enge und Seichtigkeit des hiesigen Fahrwassers, bei den selbst meilenweit entfernt von der Küste so häufig sich findenden Untiefen, das sind Kanonenboote, nach Art der schwedischen Schcerenflotte, die leicht gebaut und flach­gehend, durch die Beschaffenheit der Ufer nirgend ein Hinderniß finden. Als Schwedisch-Pommern an Preußen kam, lagen hier im Hafen sechs solcher Boote, sie sind seitdem verfault, und Alles, was von der Marine jener Zeit übrig geblieben, ist ein alter pensionirter Oberst, dessen theoretische Kenntnisse uns indeß im gegenwärtigen Falle von großem Nutzen seyn könnten, praktische Seeoffiziere müßten wir dagegen in England und Schweden anwerben.

Berlin, 30. April. Heute Morgen sind die Setzer und Drucker zur Arbeit zurückgekehrt.

Posen, 28. April. (D. Z.) Die Nachricht von der Fest­setzung der unser Großherzogthum in einen polnischen und einen deutschen Theil sondernden Demarkationslinie hat hier bei allen Deutschen einen ungeheuern Jubel hervorgerufen, da es nunmehr definitiv entschieden ist, daß Stadt und Festung Posew fortan dem Deutschen Bund angehören. Die Polen sind in eben dem Grade bestürzt, ja erbittert, denn daß es so kommen könne, hatten sie freilich nicht erwartet, nachdem ihre maßlosen Wünsche sich sogar schon bis nach Danzig erstreckt hatten.

Die Demarkationslinie läuft etwa eine halbe Meile östlich an Posen vorbei, so daß die nur eine kleine Meile von hier ge­legene Stadt Schwersenz sowie Podewitz schon in den polnischen Antheil fallen. Die Einwohner des erster», fast ganz von Deutschen (Juden) bewohnten Orts sind darüber so bestürzt, daß sie noch gestern Abend eine Deputation mit einer Protcsta- tion nach Berlin abgeschickt haben. Die Polen erhalten über­haupt jetzt abermals von allen Seiten eine bittere Lehrer Nie­mand will unter einem polnischen Gouvernement stehen! Wie die Linie jetzt gezogen, ist der überwiegend größere Theil der Provinz deutsch, der polnische dürfte wohl die Stadt Gnesen zum Haupt- und Zentralpunkt erhalten.

Wien, 26. April. Der Freimüthige enthält folgende Notiz: Preßburger Juden sind in Schaaren hier eingetroffen. Mord und Todtschlag wüthete gegen sie, Kranke wurden aus den Betten gerissen und auf die Straße geworfen, Greife und Kinder gemordet! Gottes Fluch treffe die Mörder !

Triest, 26. April. (A. Z.) Gestern ging eine österrei­chische Flotille, bestehend aus drei Hafenwachtschiffen (Peni- chen) und sieben anderen Fahrzeugen, jedes mit 5 Kanonen und 40 Mann , unter Segel, um zur Verhinderung der Aus­fuhr von Lebensmitteln und Bauholz nach Venedig die Flußmün­dungen in Friaul zu blokiren. Wir hören, daß nächstens auch die Blokirung Venedigs selbst vorgenommen werden soll.

Frankreich

Aus dem Elsaß, 1. Mai. Die deutschen Republikaner verlassen allmälig unsere Provinz und begeben sich nach den ihnen angewiesenen Departementen. Heinzen und Struve haben einen Ausruf erlassen, in welchem sie anzeigen, daß sich in Stras­burg ein provisorischer Zentralausschuß gebildet habe, dessen Auf­gabe sey, die vereinzelten Bestrebungen der republikanischen Par­tei zu einigen und die zerstreuten Kräfte nach einem Ziele zu richten.

Galizien.

Auf Seiten der Oesterreicher bei dem Kamps in Krakau sollen 265 Mann Todte und Verwundete geblieben sein. Wel­chen Verlust die krakauer Einwohnerschaft erlitten, ist noch nicht bekannt. In der Nacht vom 26. zum 27 April wurde Ols­zewski meuchlings von einer österreichischen Patrouille erdrosselt.

Verantwortlicher Redakteur: W. H, Niehl. Druck und Verlag der L. Schellcnberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.