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bk diesen Edelsten seiner Söhne kannten, war seiner Ankunft -uvorgekommen.

Sie sahen in ihm wohl einen jener Führer und Lenker im Sturm, wie er sie, ohne an sich selbst zu denken, vormals besungen:

Die Rebe, welche keine Stütze findet,

Kriecht an dem Boden ärmlich, krank und fahl;

Doch an der Ulme hohem Stamme windet

Sie freudig sich empor zum Sonnenstrahl.

Das Volk bedarf des Führers Mahnung,

Des Lenkers in des Sturmes Drang,

Bedarf des Dichters Hochgesang,

Der Sprache gibt der stummen Ahnung.

Der jetzt dem Vaterlande fich versagt,

Er hätt' sein Leben gern dafür gewagt.

Gieb Du ein würdig Ziel nur seinem Streben,

Der Mensch wird vom Gemeinen sich erheben.

(Schluß folgt.)

^ Don den Mitteln

zur Erweckung des Sinnes für Sparsamkeit, zur wirklichen Erzielung von Ersparnissen und zur Vermeidung unnöthiger Ausgaben unter den Arbeitern.

Wer gleich den verheiratheten Arbeitern von geringem Einkommen eine Familie zu ernähren hat, muß unausgesetzt darauf bedacht seyn, für die Zeiten, da der Verdienst mangelt, da außergewöhnliche Ausgaben eintreten, etwas zurückzulegen, ferner, was er anschaffen muß, so wohlfeil als möglich zu kaufen oder von Lebensmitteln sich selbst zu ziehen und endlich alle unnöthigen Ausgaben auf'S Gewissenhafteste zu vermeiden.

1) WaS die Mittel zur Erweckung des Sinnes für Sparsamkeit betrifft, so ist von solchen vor Allem die Gründung von Sparkassen zu erwähnen, welche aber gach kleine Summen annehmen. Man hat dergleichen Kassen, wo schon 12 kr. eingelegt werden können. Ueber die zweckmäßigste Einrichtung und hohen Vortheile der Sparkassen ist schon so viel geschrieben worden, daß eS überflüssig scheint, hierauf ein­zugehen, um so mehr, als solche schon an so sehr vielen Orten bestehen, desgleichen, weil kurze Mittheilungen wenig Nutzen bringen würden, für sehr ausführliche aber eS hier an Raum gebricht. Der Beweis, daß durch die Sparkassen wirklich der Sinn für Sparsamkeit geweckt wird, liegt darin, daß überall die Zahl der Einleger in sehr bedeutender Zunahme begriffen ist, indem alljährlich mehr Personen manchen Kreuzer, den sie sonst in'S Wirthshaus trugen, wenn Gelegenheit zu rentirlicher Anlage kleiner Geldbeiträge gegeben wird, in die Sparkassen bringen.

Bei manchen Sparkassen sind zur Erweckung des Sinnes für Sparsamkeit noch besondere Vorkehrungen getroffen, wofür

wir ein paar Beispiele anführen wollen. Mehrere schottische Sparkassen geben für länger stehen bleibende Summen beson­dere Prämien. AuS der Aachener Sparkasse erhalten Hand­arbeiter einen beträchtlich höheren Zins, deßgleichen von den ersten 20 Thalern Ersparniß eine Ertraprämie von 4'/, Sgr. per Thaler (15 Prozent), jedoch nur ein für allemal. Eine brittische Parlamentsakte von 1833 bewilligt Jedem, der vom 20. bis 30. Jahr wöchentlich 5 Schilling in einer Sparkasse einlegt, vom 60, Jahre an eine Leibrente von 20 Pfd. Sterl.

Ein weiteres, die Sparsamkeit sehr begünstigendes Mittel ist Verbreitung von Bildung unter den Arbeitern, zu welchem Behufe Einrichtung von Unterrichtsstunden und Anlage von Sammlungen gemeinfaßlicher, belehrender und unterhaltender Bücher und Zeitschriften sehr anzuempfehlen ist. Wenn hierdurch einmal der Sinn für Lesen geweckt ist, so kömmt eS bald dazu, daß die Arbeiter gern viele ihrer Frei­stunden zu Hause zubringen, statt im Wirthshaus?, wo sie nur zu unnöthigen Ausgaben verleitet werden. Außerdem wirkt daS Lesen guter Schriften durch die zunehmende Bildung sicher mächtig fördernd auf die sittliche Erhebung und Haltung der Arbeiter, wodurch wiederum daS Vermögen, mancherlei sinnli­chen Genüssen zu entsagen, gekräftigt und die Unterlassung überflüssiger Ausgaben veranlaßt wird.

2) Unter den Mitteln zur wirklichen Erzielung von Ersparnissen sind mancherlei anzuführen, welche wir nach der Reihe sogleich näher besprechen wollen.

a) Gründung von Verein en zur Anschaffung von Lebensmitteln im Großen. ES ist eine bekannte Sache, daß die unbemittelten Arbeiter die nothwendigen Lebens­mittel, Brennmaterialien und sonstigen Bedürfnisse von Klein­händlern in sehr geringen Mengen zu sehr hohen Preisen kau­fen, und daß sie, wenn sie im Stande wären, jene Dinge un­mittelbar vom Landwirth oder sonstigen Produzenten im Gro­ßen anzukaufen, dieselben oft um ein höchst Bedeutendes billiger bekommen würden. Diesen Vortheil können die Arbeiter sich dadurch verschaffen, daß sie Vereine bilden, Geld zusammenschie- ßen und den Ankauf gemeinschaftlich besorgen; hierdurch wird der Zwischenhandel umgangen, der Arbeiter der Nothwendig­keit überhoben, die höchst bedeutenden Prozente, welche die Zwischenhändler gewöhnlich auf die^Waaren schlagen, zu bezah­len und so dem ersteren die Möglichkeit gegeben, bedeutende Ersparnisse zu machen. Vereine solcher Art haben sich bekannt­lich bei dem Nothstände des vorigen Frühjahres in vielen gro­ßen Städten gebildet und als sehr vortheilhaft bewährt. Rei­chen die Geldvorräthe des Einzelnen auch nur hin, ganz kleine Vorräthe zu kaufen, so hat dieses nichts zu sagen; durch den Zusammentritt Vieler ergibt sich doch ein großer Gesammtbedarf, der sich bedeutend wohlfeiler ankaufen lassen wird. Die Ein­richtung kann auch so getroffen werden, daß, falls daS Geld vorschußweise nicht zusammengebracht wird, unter solidarischer Haftung aller Gesellschaftsglieder solches entlehnt oder auf