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Von der Schlei, 26. April. (Brem. Ztg.) Holnis, Ueberfahrt nach Hendewitt, wo die Dänen sich verschanzt hatten, ist genommen und hier eine Batterie aufgeführt.

Die Preußen sind in Apcnrade eingerückt. Der Friedrichsberg in Schleswig sieht an einigen Stellen sehr schlimm aus. 102 Getödtete wurden gestern auf dem Friedrichs- berger Kirchhofe beerdigt. Tausende von Menschen wohnten dem öffentlichen Gottesdienste bei. Die Siege sind nicht blutlos gewesen. Zn unseren vielen Lazarethen liegen viele Menschen. Man rechnet in Schleswig die Zahl auf 5 bis 600. Zn den sogn. Königszimmern auf dem Schlosse werden großartige Laza- reihe angelegt; auf dem Schlosse liegt auch das heldenmüthige 2. Bataillon Kaiser Franz Regiment, so wie hier auch Gefan­gene untergebracht worden sind. Zm Ganzen ist die Mannszucht der Dänen gut gewesen.

Verfügung. In Folge des gegenwärtigen Kriegszustan­des verfügt die provisorische Regierung wie folgt: Es sind die bestehenden Postverbindungen zwischen den Herzog- thümern Schleswig-Holstein und Dänemark bis weiter aufgehoben. Die betreffenden Postämter haben bei Beförderung von Briefen, Frachtpostsachen und Diligencen in Uebereinstimmung mit dieser Verfügung zu verfahren. Rends­burg, den 27. April 1848. Die provisorische Regierung. Bese- ler. M. T. Schmidt.

Schleswig, 25. April, Abends 9 Uhr. So eben kommt ein Kommando der braunschweigischen Freiwilligen mit der heute den Dänen nördlich von Flensburg abgenommenrn Kriegs- kasse und einer Menge Wagen hier an. Die Kasse soll 52,000 Rbthlr. enthalten.

Schleswig, 27. April, 87, Uhr Morgens. Auch Apen­rade ist von den Deutschen besetzt. Wo diè Dänen geblieben, weiß Niemand genau. Es heißt, daß ein Theil sich über Sun- dewitt nach Sonderburg begeben, ein anderer sich eingeschifft, der Rest sich nach Norden zu gezogen habe. Gestern werden sie wohl noch in Hadersleben gewesen seyn; doch glaubt man nicht, daß sie da stehen bleiben werden. Zn der Nähe von Bau, 2 Meilen nördlich von Flensburg so erzählt ein Freiwilliger habe er weder Dänen gesehen, noch in Erfahrung gebracht, wo sich Dänen befänden.

Rendsburg, 27. April, Morgens 9 Uhr. (Alt. M.) Die Zahl der successive eingebrachten, in Flensburg, Schleswig und Rendsburg detinirten Gefangenen wird, vielleicht noch etwas zu hoch, auf circa 7800 Mann angeschlagen, unter denen sich gegen 12 Offiziere befinden sollen. Man erzählt sich, daß die dänischen Offiziere, ungeachtet der unglücklichen Wendung der Dinge für die dänische Sache und der sehr gedrückten und muth- losen Stimmung der dänischen Truppen, mit vieler Bravour sich geschlagen haben.

Die Mannszucht der deutschen Truppen, und insbesondere der preußischen, die ausgezeichnete militärische Bravour derselben findet überall die rühmlichste Anerkennung. Deutschland darf auf solche Truppen stolz seyn.

Mittags 2 Uhr. Vom Kriegsschauplätze ist nichts Neues zu berichten. Unsere Truppen rücken heute von Flensburg wieder aus. Der Rückzug ist von den Dänen sehr schnell und von eini­gen Kanonen abgesehen, ohne einen bedeutenden Verlust an Kriegsmaterial bewerkstelligt.

Frankreich.

Pari-, 28. April. Die Regierung hat dem General- Gouverneur von Algerien, Cavaignac, durch den Tele­graphen den Befehl zugehen lassen, sich sofort nach Paris zu begeben.

Nach demCommerce" hat die Regierung heute ent­schieden, daß alle Banken zu einer einzigen vereinigt wer­den sollen. Sämmtliche Departements-Banken haben auch mit Ausnahme der Bank von Bordeaux, die sich noch nicht aus­gesprochen hat, dem Plane bereits beigepflichtet. In letzter Woche ist der Baarvorrath der Bank unverändert geblieben.

DreAssemblee nationale" behauptet, daß Ledru- Rolltn seinen vor einigen Tagen angekündigten Entschluß, aus der Regierung auszutreten, gestern widerrufen habe.

Stal i e n

Rom , 18. April. (D. Z.) Die Kirchen güt er, welche seit der Restauration angesammelt worden sind, betragen, wie

setzt nachgewiesen worden ist, den Werth von 120 Mill. Scudi. Ein großer Theil derselben ist aus Legaten, die die Geistlichkeit auf dem Todtenbette der Kirche zuzuführen gewußt hat, erwach­sen. Da dieselben nun dem Staate zugänglich geworden sind, so werden sich die Finanzen des Kirchenstaats bald wahrschein­lich eines festeren Kredits erfreuen dürfen, als die von ir­gend einem anderen Staat Europa's.

Nachschrift

* Wiesbaden, 2. Mai. In der gestern dahier voll­zogenen Wahl von 4 Landtazsabgeordnèten für die Aemter Wiesbaden und Hochheim wurden gewählt: Franz Bertram von hier mit 223 Stimmen, Archivar Habel von Schierstein mit 318 St., Paul Weilbächer von Weilbach mit266 und Professor Fresenius von hier mit 253 Stimmen.

+ Wiesbaden, 2. Mai. Herr Regierungsrath Graf von Bismark und Herr Assessor' von Lemberg sind dem Vernehmen nach ihres Dienstes entlassen. Herr Präsident Magdeburg hat seine Entlassung genommen.

A. Offenburg, 30. April 1848 Gestern ertheilte der Generallieutenant von Hofmann dem I. Bataillon des 2. Regiments die Ordre, von Freiburg nach Offenburg zu fahren. Zugleich erschien ein Tagsbefehl, worin erden braven Nassau­ern bei ihrem Scheiden von dem Freiburger Truppen-Korps daS herzlichste Lebewohl bis zur Wiedervereinigung" wünschte. Als daS Bataillon in Freiburg antrat, um nach der Eisenbahn zu marschiren, kam Herr Oberst Alefeld an. DaS Bataillon empfing ihn mit einem Hurrah! und rührend war eS, wie sich jeder einzelne Soldat bemühte, seinem Chef die Hand zu rei­chen. Bei der Ankunft in Offenburg wurden die Kompagnien . nach Offenburg, Bühl, BolSbach, Griesheim und WindSkloeg 1 dislozirt, während die Kompagnien des 2. Bataillons in Appen- weyer, Ortenberg und Offenburg liegen.

Man hofft, daß heute noch daS 1. Regiment und die Ar­tillerie dahier eintreffen wird. Tie mobilen Truppen sink und werden nun der Art ausgestellt, daß bei Lörrach die Württem­berger und Badner, bei Freiburg die Badner und Hessen, bei Offenburg die Nassauer und in Karlsruhe, Heidelberg und Mannheim die Kurhessen stehen.

Z- Paris, 29. April. Das definitive Ergebniß der Wahlen des Seinedistrikts liegt vor. Von allgemein bekannten Namen lesen wir folgende auf der Liste der Gewählten:

Lamartine mit 259,600 Stimmen, Dupont (del'Eure) mit245,983 St., Arago mit 243,640 St., Garnier-Pagès mit 240,890 St., Marrast mit 229,166 St., Crömieur mit 210,699 St., Beranger mit 204,271 St., Duvivier mit 182,775 St., Cavaignac mit 144,187 St., Cormenin mit 135,050 St., Cassidière mit 133,779 St., Albtrt mit 133,041 SL, Ledru-Rollin mit 131,587 St., Flocon mit 121,865 St., Louis Blanc mit 121,140 St., kamen- nais mit 104,871 Stimmen.

52] Ein junger gebildeter, gerade nicht sehr häßlicher Mann, sehr verträglichen Charakters, dem seine Berufsgeschäfte nicht füglich erlauben, viele Zeit für Damenbekanntschaften zu ver- weuden, sucht auf diesem Wege eine Frau im ungefähren Alter von 2024 Jahren. Damen, die hierauf vielleicht refiektiren möchten, wollen ihre Adresse an die Erped. der Nassauischen Allgemeine» Zeitung unter der Chiffre H. L. 20 ein­reichen , worauf dann persönliche Besprechung erfolgen wird. Uebrigens wird die strengste Diskretion und Verschwiegenheit hiermit auf Ehrenwort zugesichert.

591 Warnung.

Ich halte es für meine Pflicht, alle, einen Dienst Suchenden, auf den Eommisfionär C Leyendecker aufmerksam zu machen. Ich bezahlte demselben für Einschreibegebühr 12 kr.; später ließ er mir sagen, daß i» einem Gasthause die Stell« eines Hausknechts offen sey. Ich verständigte mich mit dem Gasthalter und als ich Hrn. Leyendecker sagte, daß >4 die Stelle angenommen, mußte ich ihm noch 3 fl. 36 kr. bezahlen. AuS eigenem Antrieb gab ich nun noch 30 kr. für seinen Diener, wovon derselbe aber nur 12 kr. erhielt. Ph. Mangold,

im TaunuShotel.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der 8. Schellen berg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.