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unter diesen der jüngste Bruder deS Majors, in die Heimath entlassen wurden.

Diese Jahre waren ihm die schwersten seines Lebens. Unter einem Zelte, ohnweit Breda, dichtete er damals die erste Strophe jenes schönen Liedes an den Bruder Heinrich:

O Nacht, sei auf der Heide mir willkommen,

Wo sich des Lagers lange Linie dehnt.

Die Trommel schweigt, die Feuer sind verglommen,

Der Lärm verstummt, und durch die Stille dröhnt

Der Wache abgemessneS Schreiten.

Ich lieg im staubbedeckten Zelt,

Wo thatenlose Pflicht mich hält,

Doch die Gedanken sind im Weiten.

Bald steiget die Vergangenheit herauf,

Bald hebt die Zukunft ihren Schleier auf,

Und auf des Traumes vielverschlung'nen Wegen

Kommt stets Dein Bild, o Bruder, mir entgegen.

Das lange thatenlose Weilen im fremden Lager ließ ihn den Zustand seines deutschen Vaterlandes, das mit jedem Jahre tiefer sank, mehr als je empfinden. Sein gerechter Unwille, im Leben meist verstummend, bricht wiederholt in der Dichtung hervor, aus der hier ein weiter Klang ertönen mag, damit der Mann, wie er war und dachte, sich völlig zeige. Freilich hat seitdem das Blatt sich so gewendet, daß sich die Guten der zor­nigen Anklagen gern enthielten, zu klein sich fühlend da, wo Gott selber straft und richtet, und zu groß, wo ohne Gefahr zahllose Stimmen, die früher stumm geblieben, jetzt so frech, wie feig, die alte Unbill hundertfältig vergelten. Er. ruft zuerst die Erinnerungen von Heidelberg nach dem Freiheits­kriege zurück:

Wie da des Lebens Pulse rascher schlugen.

Wie hoch unS der Begeist'ruug Flügel trugen,

Da saß nicht bange Vorsicht mit zu Rath,

Der Wunsch war Vorsatz, und das Wort war That.

Zornglühend hatten wir die Siegstrophäen,

Die Frankreich unserer Zwietracht abgewann,

In seinen Hallen aufgehängt gesehen,

Gehört, wie eS auf neue Siege sann.

Verschwinden sollten diese Fahnen,

Durch die der Fürsten List unS schied

Und an die Feinde uns verrieth,

Die an getilgte Schande mahnen.

Nur eine deutsche Fahne sollte wehen,

Dom Ostseestrand bis zu der Alpen Höhen,

Und uns're Losung war: Ein Deutschland sei,

Ein Vaterland, groß, mächtig, einig, frei!

Wie eitel sie sich in dem Purpur brüsten,

Die der Erob'rer Könige genannt,

Weil er zu deS Triumphes stolzen Lüsten

Nur Könige vor seinen Wagen spannt!

Als noch des Schicksals Schale schwankte,

Wie da ihr Mund die Freiheit pries,--

Indem Ihr Ketten schmiedet, Kerker baut

Und euer Wort bald deutelt und bald brecht,

Rüstet der Franke sich, und lüstern schaut

Er nach dem Rhein. Als wär's sein gutes Recht,

Erbaut der Russe seine Festen

Dort an der Donaumündung Strand,

Hier in der Weichsel blut'gen Sand,

Es droht der Feind von Ost und Westen--

Das einzige, was ihn aufrichten mochte in seiner Betrachtung, war der erweiterte Bund der Brüder, zu denen von nun an auch der vierte, Moriz, in nassauischem Zivildienste, gehört, und deren Lebensschicksale er mit innigster Theilnahme ver­folgte. Hören wir die Worte, die er sofort stärkend an Hein­rich richtete :

Die Muse neigt die wehmuthsvollen Blicke,

Sie hängt die goldne Leier auf und schweigt,

Die Unbewaffnete tritt scheu zurücke,

Wo drohend sich des Kampfes Bote zeigt.

Es schallt bei Vaterlandsgefahren

Der Wächter freies, ernstes Wort,

Du Bruder stehst ein fester Hort,

Um unser heilig Recht zu wahren.

O wie ich freudig Deiner Rede lauschte,

Wenn sie aus tief bewegtem Busen rauschte,

Und mit der Ueberzeugung Silberklang

Vom Herzen kommend in die Herzen drang.

Um im Senat zu wirken und zu walten

Verlieh Dir die Natur Beredsamkeit,

Du hast, um die Gemüther festzuhalten,

Den hohen Sinn, die deutsche Biederkeit.

Du, den der Flitter nicht besticht,

Du, den der Fürsten Zorn nicht schreckt,

Du, den der Schild der Ehre deckt

Der Du so freudig Deiner Pflicht

Zum Opfer brachtest Deines Lebens LooS,

Du steh'S dem Haß, doch nicht dem Tadel blos,

Du kannst im Kampf mit edlem Selbstvertrauen

Jedwedem Gegner kühn in's Auge schauen.

O laß nicht ab zu ringen und zu wagen,

Du bist des edlen Strebens Dir bewußt.

Mag kluge Feigheit nach dem Kampfpreis fragen,

Wo Ehre ruft, ist Kampf des Tapfern Lust.

Wenn Alle auch schon muthlos zagen,

Den Besten selbst die Hoffnung schwand.

Dann sollst Du noch mit fester Hand

DeS Rechtes fliegend Banner tragen,

Und will das Glück dann um die Stirn deS Schlechten

Schmachvollen Sieges dürre Kränze flechten:

Auch ohne Lorbecrkranz ist dèr ein Held,

Der für die gute Sache steht und fällt.

(Fortsetzung folgt.)

Das Pstanzerleben im Westen Nord- Amerikas

(Fortsetzung.)

DaS Glück schien uns günstig; denn der Irländer berich­tete, daß, etwa vier englische Meilen entfernt, ein Schuster vor einiger Zeit sich niedergelassen, der aber wenig Neigung