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then, daß er alle sozialen und politischen Theorien der moder­nen Welt beim rechten Namen nennen könne?

Er ist ein Kommunist!" wiederholte der Amtmann in fürchterlich feierlichem Tone.Die Sache beginnt kriminell zu werden; hier reicht die Gerichtsbarkeit eines Amtes nicht mehr aus. Das Kriminalgericht wird auch noch anderen Schel­menstücken auf die Spur kommen" (bei diesen Worten flüsterte er dem Amtsdiener ein paar Worte zu, der bald mit dem wohlbekannten dreieckigen Hute zurückkam)Ihr ver­steht es, wie wir gesehen haben, erst zu stehlen, und wenn dann die Wache kommt, davonzulaufen und zu rufen: Haltet den Dieb! Entsinnt Euch recht; den Kniff habt Ihr nicht zum erstenmale ausgeführt" bei diesen Worten nahm der Amtmann den dreieckigen Hut und setzte ihn dem Schlossers­gesellen zum großen Gelächter aller Anwesenden auf den Kopf der Hut paßt! Ihr seyd der Rädelsführer bei dem schänd­lichen Reichenborner Attentat gewesen. Was hättet Ihr sonst zu solcher Stunde mitten im Walde zu schaffen gehabt? Als Ihr den Streich zu Ende gespielt, warft Ihr Hut und Rock von Euch und thatet, als ob Ihr mein Retter wäret Alles, damit Ihr sicher ausgehen möchtet bei der saubern Geschichte"

Erlauben Sie mir nur Ein Wort," fiel der Schlossers­geselle ruhig ein,wie habe ich's dann angefangen, die drei Kerle zu prügeln, wenn ich selber einer von den Dreien ge­wesen bin?"

Der Amtmann kam in nicht geringe Verlegenheit; er zupfte hin und her an den Papierbogen, die vor ihm auSge- breitet lagen, es war als ob ihm bei der gewaltsamen An­strengung, mitten im Getobe der Leidenschaft klar nachzuden­ken, jeder Begriff neckisch aus den Händen schlüpfte, während er sich endlos marterte, ihn fest zu halten. Endlich rief er mit erstickter Stimme:Er ist Kommunist; das genügt! Ich habe immer gelesen, daß der Kommunismus da anfange, wo die gesunde Vernunft aufhört, dr'um mag der Teufel wissen, wie ein Kommunist das fertig bringt, sich mit sich selber herum- zubalgen, er selbst zu seyn und doch wieder ein Anderer nnd am Ende wohl gar vor sich selber fortzulaufen!"

Mit diesen Worten verließ der Amtmann die Gerichts­stube. Martin ward in sein Gefängniß zurückgeführt. Auf dem Wege dahin begegnete ihm der Kanzleigehülfe. Er klopfte ihm auf die Schulter und flüsterte:Ihr habt Euch wacker gehalten. Fürchtet Euch nicht! Unrecht kommt an Tag und lâg' es klaftertief warum nicht auch das Recht?"

Martin blickte den rasch vorüber Gehenden befremdet an nnd wußte nicht, was erdenken sollte; schon die leisen Aeuße­rungen des Kanzleigehülfen im Gerichtssaale waren ihm so überraschend ausgefallen. Allein die wenigen Worte des Man­nes erquickten ihn zugleich wie ein Trost der vom Himmel kommt, und dessen bedurfte er wahrlich sehr; denn fast mehr noch als seine eigene Lage quälte ihn der Gedanke an Betty. _____________________ (Fortsetzung folgt.)

General Friedrich v» Gagern. (Fortsetzung.)

In den Niederlanden wird der Deutsche nicht leicht ganz heimisch werden. Auch er, der doch bei den edelsten Männern Freundschaft und Anerkennung gefunden, sagte doch wohl ein­mal scherzhaft mit Ovidius: barbarus hic ego sum, quia non intclligor ulli. Dennoch wirkte er ununterbrochen mit der frischesten Thätigkeit, besonders in Gent, wo er mehrere Jahre den Arbeiten deö Generalstabs vorstand und zugleich den jüngeren Offizieren des Stabes Vorlesungen über Mathe­matik und Kriegswissenschaften hielt.

Die Jahre 1830 und 1831 waren für niederländische Dienstzeit des Majors v. Gagern die wichtigsten. Durch dl? Pflicht war er im Kampfe gegen die Belgier gefteHt; obgleich ' er lange unter ihnen gelebt hatte und sie ohne Zweifel auf seine Unterstützung gerechnet hatten. Die unter den Hollän- . dern herrschenden landschaftlichen und konfessionellen Vorur- theile waren ihm ganz fremd; für die Wallonen hatte er sogar als Soldat eine Vorliebe.

In dem Herbste 1830, gleich nach dem Verlust von Brüssel, wurde er Chef des Stabs bei dem Korps des tapferen Herzogs Bernhard von Weimar, dessen Hochachtung und Landschaft er sich zu jeder Zeit erfreute. Bei der traurigen AufkMH der Armee, aus welcher die Belgier theils zurücktraten, theils entlassen wurden, nahm er an den meisten wichtigen Gefechten bis zu dem entschlossenen Bombardement der Stadt Antwerpen Theil. In diesen Gefechten stand ihm als Freiwilliger sein jüngster Bruder Maximilian zur Seite, der im Jahre vorhc: in dem Zivilbienste im Kabinet des Königs Wilhelm I. ange­stellt worden war. Auf die Entwickelung und das Schicksal dieses Bruders hatte er von nun an durch das Beispiel HeiM sittlichen und religiösen Ernstes den entschiedensten Einfluß. ;

Im März 1831 wurde er, während der Herzog Bernhari Generalgouverneur in Luxemburg war, mit den Verhandlungen am Bundestage wegen schützender Besetzung dieses Theiles bei. Bundesgebietes beauftragt; die Erfolglosigkeit dieser Bemühung die sich noch jetzt so schwer rächt, machte ihm großen KumM Es gereichte ihm daher zur willkommenen Ableitung, als < sehr bald darauf mit seinem Divisionschef von Luxemburg V das Lager von Nordbrabant abberufen wurde, von wo aus - und sein Bruder Mar an dem kurzen, aber ausgezeichnet Feldzuge von 1831 Theil nahmen. Der edle Herzog bat M König für dasjenige, was besonders in den bedeutenden Treffen bei Hasselt und Löwen (8. u. 12. August) die zwc!" Division als Vorhut geleistet, daS Hauptverdienst dem O des Stabes, Major von Gagern zuzuerkennen.

In den folgenden Jahren (bis 1838) stand die nieder!^ dische Armee fortwährend in den Kantonirungen und Lagen von Nordbrabant, von wo aber im Jahr 1833 die Freiwillige"!