Komitös, die Bürger von der Theilnahme an den gesetzlich bestehenden indirekten Wahlen abzumahnen und statt dessen aus eigene Faust direkte Wahlen zu veranstalten, trägt durchaus den Charakter der Revolution an sich und mußte unterdrückt werden. . „
Der Stadtvorstand hat auch dielen Leuten osten ausgesprochen, daß er sie als Anarchisten betrachte, wofür schon allein der Name des mitunterschriebenen Metternich völlig beweist. Die Mehrzahl der hiesigen Bevölkerung billigt diesen Schritt vollkommen, aber die republikanische Partei wird es nicht dabei bewenden lassen. Wie es heißt, steht eine Entwaffnung der hiesigen Bürger bevor, mit minderer Wahrscheinlichkeit spricht" man sogar davon, daß unsere Festung in Belagerungszustand gesetzt werden solle.
Freiburg, 28. April. (Freib. Ztg.) Vorige Nacht hatten wir eine Erscheinung, welche schließen läßt, daß leider die aufständisch Gesinnten immer noch das Trostlose ihrer Lage nicht vollständig eingesehen haben. Der Wachtposten auf dem Schloßberg zündete ein Bivouakfeuer an. Alsbald sah man korrespon- dirènde Feuerzeichen aus den entfernteren Bergen und über dem Rhein. Das Militärkommando, dem man die Sache angezeigt, hat sogleich die entsprechenden Anordnungen getroffen.
Wie meuchelmörderisch sich die Rebellen auch in Freiburg benahmen, beweist folgende Thatsache: Nachdem die Truppen bereits in Freiburg eingedrungen waren und fast die ganze Stadt besetzt hatten, erschien ein Rebell bei einem Kommando Artillerie und fragte nach dem Befehlshaber. Major Ludwig trat vor; der Rebell erklärte, er habe ihm etwas Wichtiges mitzutheilen, und als Ludwig sich anschickte, die Nachricht zu vernehmen, feuerte plötzlich der Unmensch eine Pistole auf chn ab, die jedoch glücklicher Weise ihm zwischen der Seite und dem Arme durchfuhr. Mit einem Hiebe schlug hierauf Ludwig den Gegner nieder, und ein neben ihm stehender Unteroffizier gab ihm mit einem Schüsse noch den letzten Rest. Die Rebellen sind nun ganz aus einander gesprengt und irren in den nahen Gebirgen und Waldungen flüchtig umher. Stündlich langen Gefangene an.
(Köln, Ztg.)
Altona, 26. April. (K. 30 600 Verwundete, größtenteils Dänen, sind nach Rendsburg und Kiel gebracht worden. Professor Langenbeck in Kiel hat allein 16 Schenkel abgenommen an Einem Nachmittage. Mehr als 400 Gefangene sind von Flensburg aus eingebracht worden; viele Offiziere, unter andern auch der Oberst Alsten, sind gefangen. Die Braunschweiger, Hannoveraner, Mecklenburger und die Freischaaren haben sich eben so wacker gehalten, wie die Preußen, und es war ein wahres Drängen, um den Feind zu erreichen. Die Dänen find unaufhaltsam im Rückmärsche, da man ihnen weis gemacht hat, daß man sie erschießen würde, sobald sie gefangen genommen werden.
Rendsburg, 24. April. (S.-H. Z.) Mit dem tiefsten Gefühle des Unwillens und der Scham, der schmerzlichen Scham über unsere eigenen Landsleute, veröffentlichen wir solgenden Brief: „Schleswig, Montag in der Frühe. Kaum war das Gefecht bei Schleswig zu Ende, als man aus dem Wahlplatze überall Schleswiger bemerkte, welche die Leichen plünderten. Die Dänen hatten bei Flensburg überall den Leichen ein Tuch über'ö Gesicht gedeckt und Wachen ausgestellt, die freilich nicht verhindern konnten, daß Einzelnen Geld, Uhren u. dgl. abgenommen wurde. Die Deutschen hatten dergleichen versäumt, dieses Versäumniß hat sich fürchterlich gerächt. Der deutsche Pöbel hat die Todten (sollten vielleicht nicht auch schwer Verwundete von diesem gierigen Haufen unter die Zahl der Todten gezählt seyn?) bis auf's Hemd geplündert. Einen schauerlicheren Anblick, als diese Leichen, die ich heute in einer Scheune gesehen, hatte ich noch nie. Zum Theil nackt — ein Offizier war bis auf's Hemd ausgezogen, man hatte ihm den Uniformsrock gelassen, alle geplündert. Hosen, Schuhe, Strümpfe, Hemde, was man gebrauchen kann, fehlte ihnen. Die Marodeure sind der Schrecken des Krieges. Der Anblick war fürchterlich, ich werde ihn nie vergessen. Thun Sie, ich bitte Sie im Namen der Menschheit, Schritte, dergleichen für die Zukunft zu hindern." Der Brief ist im Lager geschrieben, im frischen Zorn über solche Niederträchtigkeit. Unser Berichterstatter ist ein Mann von erprobter Besonnenheit; sollte er dennoch zu schwarz gesehen haben, so wird er und wir darüber hoch erfreut seyn. Wir haben den dänischen Pöbel bei Flensburg kennen gelernt: wir lernen nun, daß der Deutsche ihm nicht nachsteht.
Rendsburg, 25. April. (S.-H. Z.) Bis jetzt sind noch wenig detaillirte Nachrichten von unserem rasch vorrückenden Heere eingetroffen. Nur das weiß man aus einem in großer Eile abgefaßten Schreiben des HardesvogtS Jacobsen an die
provisorische Regierung, datirt aus Flensburg von heute Morgens 10 Uhr, daß bereits am Abend des 24. die Stadt Flensburg von der dänischen Hauptmacht geräumt war und daß diesen Morgen 9 Uhr die vordersten unserer Truppen in die Stadt einrückten. Am gestrigen Abend hatte die Avantgarde der Bundesdivifion mit dem Feinde, der sich gut hielt, ein glückliches Gefecht, in welchem 3—400 Gefangene gemacht wurden. Der Verlust der Unsrigen ist nicht angegeben. So weit die zuverlässigen Nachrichten. Nach Aussage einer Ordonnanz vom berittenen Freikorps wären diesen Morgen zwischen 5 und 6 Uhr drei dänische Batterieen bei Stendrup, 2 Meilen südlich von Flensburg an der Chaussee, von unseren Dragonern in der Fronte und von der hannover'schen Kavallerie im Rücken angegriffen, nach einem kaum halbstündigen Gefechte genommen worden. Ob den Dänen der Weg nach Holnis abgeschnitten, weiß man nicht.
Mit dem heutigen Vormittagszuge ist folgende Nachricht eingegangen: „Gestern (25.) Morgens 10 Uhr, rückten die beiden preußischen Garderegimentcr vor; bei Handewit und Bau kam es zu einem Treffen mit den Dänen, in welchem letztere total geschlagen wurden und 12 Kanonen im Stich lassen mußten. Es sollen 50 Dänen und 52 Preußen geblieben seyn.
Posen, den 24. April. (Pos. Z.) Es soll in Berlin beabsichtigt werden, den Provinzial-Verband des Großherz ogthums aufrechtzuerhalten, und im Regierungsbezirk Posen zwei kleine Regierungen, eine deutsche und eine polnische, die wahrscheinlich beide ihren Sitz in Posen, das sonach die Provinzialhauptstadt bleiben würde, haben sollen, zu errichten, und zwar so, daß von jeder die Rechte der Einzelnen hinsichtlich der Sprache gewahrt würden. Statt des Ober-Präsidenten, dessen Stelle eingehen soll, würde eine Abtheilung des Staatsministeriums in Berlin die Posener Angelegenheiten bearbeiten. Ueber die Demarkationslinie, durch welche die deutschen und polnischen Theile der Provinz administrativ von einander geschieden werden sollen, scheint nicht sowohl hinsichtlich des Grundsatzes, über welchen eine Meinungsverschiedenheit nicht mehr vorhanden seyn soll, als hinsichtlich der Ausführung in allen Einzelnheiten ein definitiver Beschluß noch nicht gefaßt zu seyn, doch fehlt es nicht an bedeutsamen Anzeichen dafür, daß Stadt und Festung Posen innerhalb der deutschen Demarkationslinie fallen werden.
Wien, 23. April. (A.Z.) Man darf jeden Tag darauf gefaßt seyn, die Nachricht einer Revolution aus den Donaufürstenthümern zu hören. Das Gerücht der Verjagung der Hospodare in Jassy und Bucharest hat sich zwar bis jetzt nicht bestätigt, aber der Wille dazu ist im Volk vorhanden, die Aufregung ist groß, und mit jedem Tage wächst der Sturm auf dem flachen Lande, wo der Bauer, wie in Galizien, auch das Joch der Edelleute abschütteln oder sie todtschlagen will.
Die liberale Partei der gebildeten Städter verlangt ausgedehnte'Reformen, Volksvertretung, Preßfreiheit.
In Bulgarien, am ganzen Donau-Ufer von Belgrad bis zu den Sulina-Mündungcn spukt eben so der revolutionäre Geist, der das türkische Joch und das russische Protektorat sich zu gleicher Zeit vom Halse schaffen will.
In Galizien sind die Edelleute und alle Polenfreunde in Verzweiflung; denn alle Versuche, selbst mit gänzlichem Nachlaß der Robot, den Bauer für die polnische Sache zu gewinnen, sind gescheitert.
Von Tarnow bis Lemberg stehen hunderttausend Dreschflegel, Mistgabeln und Sensen erhoben, nicht um die polnischen Flüchtlinge' aus Frankreich zur Wiederherstellung des alten Polens zu unterstützen, sondern vielmehr sie beim ersten Versuch dazu sammt den Edelleuten, und die gan^e in Schnürröcke gekleidete fashio- nable polnische Gesellschaft zu spießen und todtzudreschen. Wahrlich schlimme, sehr schlimme Aussichten für Polens Wiedergeburt! Furchtbar rächt sich die Sünde des Feudalunwesens, welche der polnische Adel heute wieder gut zu machen sucht — aber, nun erheben auch die polnischen Bauern den großen Völkerschrei unserer Tage: Es ist zu spät!
Bülletin aus Botzen, 23. April. Am 21. haben die Oesterreicher bei Bevilacqua eine 500 Mann starke Schaar von Kreuzfahrern und päpstlichen Freiwilligen geschlagen, und sind als Sieger in Cologna (links der Etsch, in der südlichen Mitte von Verona und Padua) eingezogen. Am 24. April. Schloß und Ort Bevilacqua sind den Flammen übergeben. Am 19. unternahmen die Piemontesen (nach der Aussage eines Gefangenen zwei Jnfanterieregimcnter, ein Kavallerieregiment und eine Batterie von acht Geschützen) eine Demonstration gegen das Fort Belfiore, wurden aber von der Mantuanr,chcn Besatzung mit Verlust znrückgctrieben. Der Gefangene sagte sc.»