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E ein offener, von einem Kampfe begleiteter Raub könnte einen so kühnen Plan gelingen machen. Dieser aber würde in der Nacht selbst schon größeres Aufsehen gemacht haben.

Der Kommunistenklubb Blanqui's war vorgestern Aeeud der Schauplatz stürmischer Austritte. Nach Blanqui, welcher der Regierung vorwarf, daß sie die Wahlen zu verfalichen nahm einer seiner Schüler, Namens Eonslant, das ^vort und erklärte das Sckaffot für nothwendig, um den Gang der Republik zu sichern. Seine Rede, dre einem Marat und Carrier Ehre gemacht hätte, wurde mit stürmischem Verfalle ausgenommen und ein Einzelner der pfiff, wäre fast von den tobenden Terroristen umgebracht worden.

Zu St. Gaudens sagte der Negierungskommlstar Iolv in einer Rede an die dortigen Wähler:Wenn Zbr nicht die Per­sonen wählt, welche ich Euch Vorschläge, so habt Ihr eine Erneuerung der Bluttage des 20. Aug. und 2. Sevt. zu fürch t en."

R n £ I ö n d.

St. Petersburg, Anfangs April. Der Kaiser hat nachträglich zu dem letzten Manifest erklären lassen, daß die darin ausgesprochene Defensive so weit zu verstehen sey,, daß selbst kann, wenn Freischaaren die russische Gränze überschrei­ten würden, diese bloß zurückgeschlagen werden sollen, ohne daß Rußland in solchen einen Friedensbruch erkennen würde. Gleich nach der Erklärung Karl Alberts hat Rußland den russischen Gesandten von Turin zurückberufen und dem sardinischen Ge­sandten zu St. Petersburg seine Paffe zustellen Men.

Von der russischen Gränze, 19. April. (D.A.Z.) Paskewitsch hat in Warschau eine Proklamation erlassen, in welcher er bei dem ersten Versuche zu einem Ausstande die Stadt in einen Aschenhaufen zu verwandeln droht, auf wel« chem er einen Galgen errichten werde für die Aufrührer. Aber man bereitet das Volk auf einen heiligen Krieg vor. Die Popen erzählen dem Volke, daß es auf seine heilige Religion abgesehen sey. Der Papst stehe nämlich an der Spitze einer allgemeinen Bewegung der lateinischen Kirche gegen die grie­chische.

N o ch s ch r i f t

Dessen tliche Keka « nt « ach » ng.

IlL

Zn der Bekauntmachung vom 25. dieses Monats haben wir bereits erwähnt, daß das 1. Bataillon des 2. Regiments der Nassauischen Truppen an den Gefechten, welche die Einnahme von Freiburg begleiteten, wesentlichen Antheil genommen hat.

Da der inmittelst etwas verspätet eingegangene Bericht des Kommandanten des Herzog!, zweiten Regiments d. d. Freiburg den 2-1. April darüber nähere Nachrichten enthält, so werden dieselben hierdurch mitgetheilt.

Unsere Truppen fuhren am 23. dies, um 8 Uhr Abends von Karlsruhe über Offenburg nach Freiburg. Um halb G Uhr Morgens kamen sie in dem dortigen Bahnhöfe an. Sie sor- mirten sich dort sehr bald, und stellten sich zur Deckung der Eisenbahn aus. Nach 8 Uhr langten daselbst noch ein badisches und zwei hessische Bataillone an, sowie zwei Schwadronen und vier Geschütze.

Der zweiten leichten Kompagnie unseres Bataillons wurde die Deckung des Bahnhofes anvertraut.

Der nun beginnende Kampf wurde aus beiden Seiten der Stadt durch Tirailleurgefechte und Beschießen der Barrikaden vor der Stadt mit Artillerie eröffnet. Auf dem linken Flügel kommandirte Obristlieutenant Gerau, auf dem rechten Major

r ^ als unsere Kolonne nach dem Kanonenfeuer zum An­griff schritt, wurde sie aus den vor dem Thore liegenden Garten­häusern beschossen; Freiwillige von unseren Truppen vertrieben die Aufständischen aus denselben oder nahmen sie gefangen.

Unser Bataillon marschirte darauf mit den Badenern gegen das Thor. Als sie um die Ecke des Wegs bogen, erhielten sie eine Kartätschenladung, die besonders den Badenern viele Leute verwundete. Die Tirailleure machten darauf eine Bewegung in die Flanke, worauf sie rasch in die Stadt gelangten.

Das Bataillon erbeutete zwei Kanonen und zwei Fahnen.

Leider hat sich die erste Nachricht, daß nur wenige leicht verwundet seyen, nicht bestätigt. Soldat Wilhelm Michel ist geblieben. Lieutenant Eyring wurde schwer blessirt; die Aerzte hoffen indeß seine Genesung; Sergeant Ernst und Korporal

Best wurden stark blessirt. Außerdem erhielten nur noch Wenige leichte Wunden, die nicht zum Kampfe unfähig machten.

Unter den Aufständischen wurde auch eine Anzahl Franzosen und Schweizer gefangen genommen ein Beweis, daß die Führer des Aufstandes frcinde Hülfe zur gewaltsamen Durch­setzung ihrer Plane herbeigerufen haben.

Nach den letzten offiziellen Nachrichten vom 26. d. steht das !. Regiment mit beiden Bataillonen und einer halben Nas- sauischen Batterie in Mannheim, das zweite Bataillon des 2. Re­giments in Bruchsal, das erste Bataillon des 2. Regiments in Freiburg.

Ausser dem Gefecht in Freiburg vom 24. d. bat nach obl- gen Berichten kein Kampf stattgefunde».

Die Ereignisse in Mannheim beschränken sich, was unsere Truppen betrifft, auf unblutige Reibungen zwischen einigen Sol­daten und Sensenmännern. Unser Bataillon wurde in die Ka­serne konsignirt. Der Nassauische Wachtposten an der Rheinbrücke, aus einem Sergeant und 16 Mann bestehend, zog sich vor einem andringenden bewaffneten Volkshausen über die Brücke in die Rheinschanze zurück.

Zwischen Bayerischen Truppen und den Revolutionärs in Mannheim ist es zu einem Gefechte gekommen, dessen Einzel­heiten noch nicht näher bekannt sind.

Wiesbaden, den 27. April 1848.

Herzog!. Nassauisches Staats-Ministerium.

H e r g e n h a h n.

Eine Depesche des optischen Telegraphen von Altona, 25. April Abends, meldet diese Nachricht:

Schleswig, Gotorf, wie auch Flensburg ist i"n unsern Händen. Ein Bataillon Dänen ist grßangcn und ein Bataillon ist in die Schlei getrieben."

Flensburg, wird erzählt, soll mit Sturm genommen seyn , wobei von beiden Seiten sehr viele Menschen gefallen seyen; der Kirchhof sei 4 Fuß hoch mit Todten ganz über­deckt gewesen. Ungefähr 700 Dänen sollen ins Wasser getrie­ben worden und ertrunken seyn , 800 gefangen genommen, eine große Menge zu ben Siegern übergegangen, so wie viele Schiffe erobert seyn.

511 Lchwurgericht!

Jedermann muß «Ich jegt über Oeffcutlichkeit, Schwur- uns Geschworenengericht unterrichten;

die eben in 2ter Auflage erschienene Schrift:

I u r y,

Schwur- oder Geschworenengericht als Rechtsanstalt und als politisches Institut.

Die großen Gebrechen unserer deutschen Strafrechts pflege und das Schwurgericht als das einzige Mittel ihnen gründlich abjuhelfen.

Von Carl Theodor Welcker. badischer BundcStagSgesandter. welche diesen so wichtigen Gegenstand auf das Gründlichste und populär be handelt, ist in allen Buchhandlungen Deutschlands zu haben. Preis 1 fl. 30 fr. In Wiesbaden in der V. Schellenberg'schen Hofbuchhand­lung oorrâthig.

Altona im April 1848. Joh. Fr. Hammerich.

so! Konversation

Ein deutscher Jurist (Kurgast) wünscht Austausch deutschen oder italienischen Unterricht» (conversation) gegen englischen. Adresse: Erve- dition L. Z. - ~ '

52] Ein junger gebildeter, gerade nicht sehr häßlicher Mann, sehr verträglichen Charakters, dem seine Berufsgeschäfte nicht füglich erlauben, viele Zeit für Damenbekanntschaften zu ver­wenden, sucht auf diesem Wege eine Frau im ungefähren Alter von 2024 Jahren. Damen, die hierauf vielleicht reflektiren möchten, wollen ihre Adresse an die Erped. der Nassauischen Allgemeinen Zeitung unter der Chiffer H. L. 20. ein« reichen, worauf dann persönliche Besprechung erfolgen wird. UebriaenS wird die strengste Diskretion und Verschwiegenheit hiermit auf Ehrenwort zugefichert.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Rieht. Druck und Verlag der L. Schell enberg'schen Hof-Buchhandlung in WieSbaden. .