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glückt, daß von einer Bürgerversammlung der offene Aufruhr heilig gesprochen wird. Sie sehen, dies fängt ebenso an, wie in Baden, und wird auch wahrscheinlich noch weiteren Fortgang nehmen.

Stuttgart, 24. April. (D. 30 Für Forst- und Jagd­vergehen ist durch eine soeben erschienene königliche Verordnung Amnestie ertheilt worden.

Berlin, 24. April. (D. A. Z.) Eine Wachsamkeit zur wirklichen Befestigung und Sicherung unserer neuen Staatszu­stände scheint in diesem Augenblicke mehr als je nöthig, da die Reaktion sich schon so weit vorbereitet glaubt, daß sie in ein­zelnen Organen mit der größten Kühnheit ihr Haupt erhebt. So hat vor einigen Tagen Hengstenberg in der Evangelischen Kirchenzeitung die Berliner Revolution geradezu eineschmu­tzige Versündigung" genannt und den Geistlichen, welche bei der Bestattung unserer Märztodten (dieser Feier, die ein trunkenes Volk augenscheinlich zur Verherrlichung der Opfer offener Empörung anstellte") im Ornate erschienen, eine Pflicht- vergessenheit gegen ihr heiliges Amt zum Vorwurf gemacht.

Berlin, 25. April. (Köln. Z.) In diesem Augenblicke erfahre ich aus einer durchaus zuverlässigen Quelle, daß in un­serm Kriegsministerium vielleicht schon in den nächsten 24 Stun­den die wichtigsten Veränderungen vorgehen werden. Während ich diese Zeilen schreibe, wird dem Könige eine Kabinets-Ordre zur Unterzeichnung in Potsdam unterbreitet, welche den bisheri­gen Flügeladjutanten des Königs, Herrn General v. Belon, zum Kriegsminister ernennt.

Demnächst sind, wie ich aus derselben Quelle erfahre, dem Könige folgende Aenderungen zur Bestätigung vorgelegt. Die erste derselben betrifft die Auflösung des Garde-Land- wehr-Korps als Vorläufer einer gleichen Auflö­sung des Garde-Korps. Die zweite, noch ungleich wich­tigere bestimmt die Aufhebung sämmtlicher Kadetten­häuser, aus welchen sodann Arbeiterstellen gebildet, die Wohnungen für Arbeiter eingerichtet werden sollen. Diese Maß­regeln werden, wenn sie bestätigt werden sollten, woran wir keinen Augenblick zweifeln, einen der folgenreichsten Schritte bilden zur Neugestaltung des Staates gegen die sociale Zu­kunft hin.

Posen, 23. April, Abends. (Kön. Z.) Die gefürchteten drei Tage sind nunmehr ruhig vorüber gegangen, und zwar ruhig und harmlos. Nur ein leeres Gerücht oder eine Lüge .kaun es gewesen seyn, das Volk sey einige Tage vorher von den Kanzeln aufgefordert worden, hier über Deutsche und Ju­den herzufallen. ' In der niedern Klasse hegt man allerdings eine große Erbitterung gegen die Juden und Preußen (wie man die Beamten zur Unterscheidung von den übrigen deutschen Einwohnern nennt), weil man es ihren Intriguen allein zu­schreibt, daß die Wünsche der Polen nicht erfüllt worden sind; dagegen finde ich aber keine Spur, daß man einen Angriff auf sie beabsichtigt habe, oder daß nur eine Anregung dazu von irgend einer Seite gegeben worden sey. Das Militär bivouakirt übrigens noch immer auf dem Wilhelmsplatze.

Rendsburg, 24. April. Unmittelbar vor dem Beginn der Feindseligkeiten wurde den Truppen der nachstehende Tagesbefehl vorgelesen:Soldaten! die Rechte Deutschlands sind von den Dänen verletzt und Ihr bestimmt, dieselben auf­recht zu erhalten. Vom deutschen Bunde zu Eurem Obergeneral ernannt, betrachte ich es als ein hohes Glück und als eine besondere Ehre, berufen zu seyn, Euch zu diesem Zweck in den Kampf -führen zu können. Eure bewährten Führer und Eure Tapferkeit find mir Bürge für den Erfolg.Vorwärts für Deutsch­land!" sey fortan unser gemeinsames Losu gswort und mit Gott im Herzen wird der Sieg dann unser seyn. Es lebe unser gemeinsames Vaterland, es lebe Deutschland, Hoch! und nun vorwärts! Rendsburg, den 22. April 1845. Dey ckvnigl. preuß. General der Kavallerie, (gez. v. Wrangel.)"

Schleswig, 24. April. .(Rendöb. Tagebl.) Gestern Morgens war hier Alles in größter Ruhe, die dänischen Solda­ten waren zur Kirchenparade beordert, Niemand dachte an eine Annäherung des Feindes, als plötzlich der Generalmarsch geschla­gen und die Truppen in größter Eile nach Bustorf gesandt wur­den. Gegen 10 Uhr standen die Regimenter Kaiser Franz, Alexander und das 20. mit 2 Kanonen vor dem Dannewerk und erstürmten dasselbe mit dem Bajonnette binnen einer Viertel- Hunde.

Die Dänen setzten sich nun im Haddebyer-Gehölze und im Dorfe Bustorf, wo sich ein hartnäckiger Kampf entspann, der noch sortdaucrte, als um 12 Uhr etwa die übrige preußische Infanterie, 12 holsteinische Kanonen, mehrere holsteinische Ba­taillone, die Gardeschützen sind das Bracklow'sche Scharsschützen­

korps anlangten. Die dänische Artillerie war auf einer Anhöhe neben dem Dorfe aufgefahren, von wo sie bedeutenden Schaden unter den Unsrigen anrichtete; sie ward endlich unschädlich ge­macht durch eine errichtete Gegenbatterie. Endlich wurden um halb 2 Uhr etwa die Dänen völlig geworfen; ein Theil zog sich auf die an der Schlei belegenen Wiesen zurück und wurde hier größtentheils aufgerieben. Einige retteten sich durch Schwimmen, Andere ertranken . . .

Eine an her Anhöhe bei der Pulvermühle aufgepflanzte Batterie soll fast eine ganze Eskadron dänischer Dragoner, die sie zu nehmen beabsichtigte, mit Einer Salve niedergestreckt haben. Endlich mußten sie auch hier sich zurückziehen; schon vorher war Schloß Gottorp geräumt und die Garde sehr eilig abgezogen. Von da an war an eine Vertheidigung nicht mehr zu denken; der Rückzug sah einer Flucht wenigstens sehr ähnlich.

Heute sind alle unsere Truppen auf dem Wege nach Flens­burg, nur 2 Bataillone Garde stehen noch in Schleswig; heute Abend sollte Flensburg angegriffen werden. Die Preußen haben sich bei der Affaire mit glänzendem Muthe geschlagen; ihr Vor­dringen im Anfang ist so unaufhaltsam gewesen, daß an keinen erfolgreichen Widerstand zu denken. An Gefangenen zählt man gegen 200; die Zahl der Todten ist noch nicht konstatirt; jeden- falls ist der Verlust auf dänischer Seite bei Weitem größer. Zwei Kanonen und mehrere Munitionswagen sind in unsere Hände gerathen.

Ein Wort über den Jubel der Schleswiger, als die Be­freier erschienen:Als wir die frohen Gesichter unter den Haus­thüren, das eifrige Herbeischleppen von Erfrischungen, die lange Reihe schwarz-roth- goldener Fahnen sahen, während wenige Schritte davon noch die dänischen Kanonenkugeln aus dem Schlosse in die Häuser schlugen, da gingen manchem Manne die Augen über, der lauge nicht geweint hatte. Wir hatten keine Empfeh­lung, als daß wir keine Dänen waren, aber dennoch nahmen uns die Bürger bei der Hand, zogen uns in ihre Häuser hinein und setzten uns die Fleischschüsseln vor, die für die Dänen be­stimmt waren, wobei es denn an launigen Bemerkungen über die uimmersatten Danske, die mißlautende Sprache und ähnliche Dinge nicht fehlte."

Altona, 25. April. (Köln. Z.) Die verbündeten Truppen sind nach einer so eben mit dem ersten Bahnzuge eintreffenden Nachricht in Flensburg eingerückt. Alle Positionen südlich davon sind nun für die Dänen für immer verloren; dagegen glaubt man, daß sie sich nördlich von Flensburg, viellercht wiederum in der Nähe von Bau aufstellen und eine offene Feldschlacht anbieten werden. Ist es auch nicht Hoffnung auf Sieg, so ist es Verzweiflung, da sie augenblicklich der widri- aen Winde wegen zur See nicht entrinnen können. Kein Schiff kann aus einem Hafen und es wäre daher sehr leicht möglich, daß das eine oder das andere Schiff genommen werden könnte, selbst ohne den Besitz einer Flotte. Im Laufe von 3 Wochen wird nun allem Anscheine nach jeder Kampf beendet sein, min­destens auf deutschem Gebiete, und es könnte sehr leicht kommen, daß es sich die deutschen Truppen eben so lange in Jütland bequem machten, wie cs die Dänen in Schleswig gethan haben.

Mitten in diesem Kriegögewirre hat man eine Volks-Ver­sammlung nach Neumünster ausgeschrieben, welche heute abge­halten wird, um sich über die Wahl der Deputirten in's Parla­ment zu besprechen und zu berathen; wir glauben, daß sie eine sehr besuchte seyn wird, da die politische Bewegung in den Her- zogthümern jetzt sehr bedeutend ist; in allen Kreisen finden grö­ßere oder geringere Besprechungen Statt.

Frankreich.

Paris, 25. April. (Köln. Z.) Es sind wichtige Er­eignisse beim Votiren eingetreten, und ich glaube mich mcht zu irren wenn ich voraussage, daß sie Gelegenheit zu großen ÄSÄ-i-tt-l-b--in..

len geben werden. Man hat nämlich, wie man sagt, aus Unvorsichtigkeit doppelte Wahlkarten ausgegeben, die als­dann verkauft worden sind. Vielleicht ist dies ein Handstreich der Ultra, die gemerkt hat, daß ihr die geringere Stimmen­zahl zufällt. Auf diese Weise könnte man bie für die gemäßigte Partei ausfallenden Wahlen sehr leicht für ungültig erklären, und die Manöver von Neuem beginnen.

Nachschrift. So eben höre ich, daß heute Nacht zwei Zettel-Kasten in der Mairie des 10. Arrondissements entwen det worden sind. Dieses Geschrei denn mehr dürfte es schwer­lich sein kann den eben ausgesprochenen Verdacht nur bestär­ken. Die Zettel-Kasten werden Abends von der Natinal-Garde nach den Mairiecn gebracht, eingeschloffen und stark bewacht; also ein Diebstahl der Art könnte gar nicht Statt finden, und