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Nachmittags gegen 2 Uhr in unsere Hände gekommen. Nachher wurde mit dem linken Flügel der Angriff erneuert, wobei bie Stadt Schleswig umgangen und bis zur Chaussee nach Flensburg vorgedrungen wurde. Um halb 8 Uhr war das Gefecht beendet. In Folge der Umgehung ist das Schloß Gottorp von den Dänen geräumt worden. Der königl. preußische General der Kavallerie, v. Wrangel." Nähere zuverlässige Berichte über den Verlust auf beiden Seiten waren bis zum 27. April Morgens 11 Uhr in Rendsburg noch nicht bekannt.

Ueber das Vorpostengefecht bei Altenhof tragen wir noch Folgendes nach derHamb. Börsenhalle" nach: Es sind leider auch einige Gefangene von den Dänen gemacht worden, nament­lich' 10 bis 12 von der Kölner Freischaar, welche die Bagage deckten. Die Dänen haben dabei durch einen Kniff die Unsrigen getäuscht, indem sie Freischärler vorgeschoben haben, welche in grünen und schwarzen Blousen, wie die Berliner und Kölner, die deutsche Kokarde aufgesteckt und eine deutsche Fahne entfaltet haben. (!) Auf diese Weise sollen sie auch beim ersten Angriff verfahren und dabei aus Deutsch gerufen haben:Schießt doch nicht auf uns, Kameraden; wir sind ja auch Schleswig- Holsteiner." Dieser Kniff hätte fast zur Umzingelung unseres Freikorps geführt, das, nur gegen 600 Mann stark, 3 feindlichen Bataillonen nebst Freischaaren und Geschütz gegenüberstand. Entscheidend ist ein Bajonnettangriff gewesen, der von der Köl­ner Schaar auf ein feindliches Bataillon mit solchem Erfolge gerichtet wurde, daß der Feind, der den Unsrigen in die Flanke und Altenhof zu umgehen bestimmt war, in schleuniger Flucht sich aus die Schiffe zu retten suchen, mußte, wobei er in die Kartätschen der dänischen Geschütze gelaufen seyn soll, die meh­rere Reihen niedergestreckt.

Frankreich

Paris, 24. April. DieAssemblee nationale" ent­halt heute eine förmliche Denunciation gegen Ledru Rol­lin, L. Blanc, Albert und Flocon. Sie nennt diese vier Mitglieder der Regierung die Chefs einer wahrhaften Verschwörung, die zum Zwecke hatte, die Regierung des Stadthauses durch die 34 Repräsentanten zu ersetzen, deren Liste der Klubb Blanqui veröffentlicht hat. Das genannte Blatt klagt Ledru Rollin und seine Kollegen in bestimmten Ausdrücken an, daß sie die Departementswahlen vertagen, die ganze Magistratur in Masse suspendiren, alle Offiziere, der Armee in Ruhestand versetzen, den Soldaten und Unteroffizieren die Ernennung ihrer Chefs übertragen, und die fortschreitende Steuer, die Theilung aller Erbschaften mit dem Staate, so wie der Zwangs-Assoziation der Arbeitgeber mit den Arbeitern proklamiren wollten. DieAssemblöe nationale" sagt: Wir denunziren diese Männer laut vor dem Lande und wir werden vor keiner Folge unserer Anklage zurückschrecken.

DasJournal des Debats" sagt in seinem wöchent­lichen Börsenberichte: Die öffentlichen Fonds und Bahn-Aktien sind ziemlich gestiegen. Die Börse hat wieder Muth gewonnen seit dem Tage, wo die Nationalgarde zusammentreten konnte, um jedem Versuche gegen die provisorische Regierung Wider­stand zu leisten. Seitdem scheint Paris das Vertrauen gewon­nen zu haben, daß die Ordnung nicht gestört werden kann und daß der Regierung, sobald sie will, eine unwiderstehliche Macht zu Gebote steht. Dies erste Wiederauftreten der Nationalgarde hat für die Sache der Republik mehr gethan, als alle Einladungen zum Vertrauen und Kredit, die seit sechs Wochen ohne Antwort blieben. Die Fonds gingen sofort höher, der Preis des Geldes fiel und die kaum mehr zu findende Baarschaft erschien wieder im Ueberflusse auf dem Markte.

' Die Untersuchung in Bezug auf das Komplott, welches sie Demonstration des vorigen Sonntags herbeiführte, dauert ort. Man soll unter dem Stadthause in einer Höhle Pulver- âffer gefunden haben, durch welche dasselbe in die Luft ge- prengt werden sollte. Auch Gewehre halte man an verschie­denen Punkten niedergelegt und die Aufwiegler waren mit einem Theile der Besatzung der Mairie von Paris im Ein­verständnisse ; gleichzeitig mit dem Stadthause sollte das Finanz­ministerium überfallen werden und das Invaliden-Hotel war zu einem der Waffenplätze des Aufstandes bezeichnet, der sich zugleich im Bereiche der Arbeiter des Marsfeldes befunden hätte. Auch bei den Tuillerien sollten die Insurgenten einer wichtigen Stellung sich bemächtigen. Die Regierung soll Haft­befehle gegen eine Anzahl Personen erlassen haben, die ^aber noch in Freiheit sind.

Die Ausgaben an Diäten für die Mitglieder der National­versammlung werden sich, wenn die Session 6 Monate dauert, auf etwas über 3 Mill. Fr. belaufen; man ist jedoch überzeugt, daß die wohlhabenden Repräsentanten auf ihre täglichen 25 Fr. freiwillig verzichten werden.

Nachschrift

Mannheim, 26. April, ^2 Uhr. (F.J.) Heute hatte unsere Stadt plötzlich ein kriegerisches Ansehen erhalten. Während ich dieß schreibe, schlägt es Generalmarsch, tönen die Glocken dumpf zusammen und anhaltendes Gewehrfeuer vom Rhein her verkün­det einen entsponnenen Kampf. Die Bürgerwehr steht unter den Waffen, gerüstet mit scharfen Patronen. Alt und Jung, Groß und Klein bewaffnen sich mit Aorten, Prügeln, Heugabeln rc. und durchlaufen die Straßen, an welchen Steine aus dem Boden gerissen und dichte Barrikaden errichtet werden. Unterdessen zieht eine Anzahl au die Rheinbrücke, um den Bayern den Ueber- gang zu verwehren; Barrikaden werden ebenfalls auf der Mitte errichtet, und man ist gerade im Begriff, mehrere Joche abzu- reißen, als ein heftiges Pelotonfeuer von Seiten der Bayern eröffnet wird. Kanonen werden drüben aufgefahren, und eS sieht ganz schwarz von Militär aus. Drei Personen, worunter zwei Sensenmänner, sind tödtlich verwundet und liegen lebens­gefährlich darnieder; viele Andre, darunter Kinder, sind leicht verwundet. Das Feuern wird von unseren Scharfschützen er­wiedert, und cs sollen 6 Bayern stark verwundet und einer geblieben seyn. Eine Anzahl Polen, mit der Eisenbahn ange­kommen, konnte das zur Abfahrt bereit liegende Boot nicht besteigen, weil der Kapitain durch das heftige Feuer am Diri- giren verhindert wurde. Die an der Brücke liegenden Nassauer flüchteten über den Rhein, und die in der Stadt Herum­wandernden flogen wie rasend vor Wuth in die Kaserne, wohin auf Veranlassung der Stadtbehörde alles NMrtair konsignirt wurde. Eine Deputation wurde augenMkklich an's Kriegsministerium nach Karlsruhe gesandt, um zu bewirken, daß die Nassauer unverzüglich abmarschiren und die Stadt überhaupt vonfremden!" Truppen verschont bleibe; wird diesem Ver­langen nicht entsprochen, so haben wir noch ernstliche Vorfälle I zu befürchten.

Der Anlaß der ganzen Katastrophe entstand, wie mau sagt durch Zwistigkeit und Händelsucht zwischen einigen Nas- ; sauern und Sensenmännern ; es kam schnell zum Handgemenge, das Militär machte sogleich von seinen Waffen Gebrauch und so war in einem Nu die Straße von einigen Hunderten ge­füllt. Na chschrift. So eben (4 Uhr) zieht eine.MM von der Brücke herein mit der Nachricht solche sey abgeführt; ein Mädchen hatte zuerst Hand an's Werk gelegt, und wurde mit einer Triumphfahne unter zahlreicher Begleitung in die Stadt geführt.

Sprechsaal für Stadt und Land.

$ Wiesbaden. Warum werden nicht kräftigere Maß­regeln ergriffen, um die vielen fremden arbeitslosen Menschen, die sich in der letzten Zeit bettelnd auf den Straßen und finden Häusern herum treiben, aus der Stadt sortzuweisenT^swa da­durch, daß man die Polizeimannschaft durch Reservisten verstärkt? Diese Menschen sind nicht bloß belästigend für die Bewohner der Stadt und Gefahr drohend für die öffentliche Sicherheit, sondern es wird durch sie auch manchen wahrhaft Bedürftigen in der Stadt das Almosen entzogen oder geschmälert. An Reisende, die sich gehörig .legitimiren können und ohne Mittel sind, gebe man lieber etwas aus dem Rathhause und veranlasse zu diesem Zwecke eine Kollekte oder Subskription.

Der Urwähler-Ausschuß des elften Viertels hiesiger Stadi- Gemeinde macht hiermit bekannt, daß in der am 18. d. stall­gehabten Wahl-Versammlung nachstehende 10 Bürger zu Wahl­männern für die konstituirende Reichs-Versainmlung in Frankfurt und für die nassauische Stände-Versammlung erwählt worden siu^

1) Herr Schreinermeister Georg Dambmann;

2) Schreinermeister u. KirchenvorsteherB. Gaab;

3) Hosmetzger Wilhelm Ries;

4) Ph. Chi Hofmann, Bade-Wirth;

5) Adam Seulberger, Kaufmann;

6) Ph. Zahn, Bademeister;

7) Wilhelm Berger, Bäcker 'cister;

8) Balthasar Faust, Schuhm. chermeister;

9) Louis Keck, Schuhmachermeister;

10) Ph. Herber, Bade-Wirth. '

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.