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scheiden und letztere mit der Milde, die mit der Gerechtigkeit verträglich ist, behandeln.

Heute Nachmittag 4 Uhr wurden die im Kampfe gegen die Freischaaren hier gefallenen Soldaten (8 an der Zahl) mit mili­tärischen Ehren begrüben.

Von der Schweizergränze, 24. April. (Karlsr. Z.) Wahrscheinlich wird in diesem Augenblick in der Umgegend zwischen badischen Truppen und den vom Elsaß herübergekommenen Frei­schaaren gekämpft. Ein zuverlässiger Mann, der heute um halb 1 Uhr durch Kandern kam, sah dort Letztere versammelt, zum großen Theil mit Gewehren, theilweise auch mit Sensen be­waffnet. Die in unserer Umgegend liegenden Truppen hatten zu guter Zeit Kenntniß von dèm stattgefundenen Einfall erhalten, und zogen deßhalb diesen Vormittag eiligst gegen Kandern. Ob auch Truppen von Schliengen aufwärts sich bewegen, wissen wir nicht. Man versichert, daß es diesen Nachmittag zu einem Treffen gekommen sey. Die Zahl der französischen Freischaaren wurde auf 1700 angegeben, wahrscheinlich ist aber die Angabe stark übertrieben.

* In Erlangen ist ein st a u n e n s w e r t h e r Fortschritt geschehen! Man berathschlagte dort über die Zulassung der Juden zum Erwerb des Bürgerrechtes und beschloß zuletzt eine Adresse an den Magistrat des Inhaltes:daß jedem Israeliten in der Folge die Niederlassung gestattet werden solle, welcher ein Ver­mögen von mindestens 20,000 fl. nachweise und sich ver­bindlich mache, ein Haus zu kaufen und nicht en détail seine Waaren abzusetzen."

Die Juden werden sich freuen über diese großartige Förde­rung der Emanzipationssache.

In den Nârnb. Bl. lesen wir verschiedene bemerkenswerthe Bekanntmachungen. So ermahnt Dr. Eisenmann in einer der­selben dazu, daß man wachen möge, damit die ultrakatholische Partei nicht die Wahlen Bayerns zum deutschen Parlament in die Hand bekomme. Sie habe bereits in der A. Postztg. ihre Kandidatenliste veröffentlicht und ihn (Eisenmann) eines Satzes in seinenIdeen zur Reichsverfassung" wegen zu verdächtigen gesucht.

Dr. Heidenreich in Ansbach macht bekannt, daß er veran­laßt worden sey, die Vorstandschaft des Ansbacher Volksaus­schusses niederzulegen, weil er Ludwig Feuerbach in Bruck­berg zur Wahl nach Frankfurt vorgeschlagen habe.

Bonn, 25. April. (Köln. Ztg.) Sicherem Vernehmen nach hat der Kultusminister, Graf v. Schwerin, die ordent­lichen Professoren der preußischen Universitäten aufgefordert, über eine Reorganisation der Universitäten ihr Gut­achten abzugeben. Der Herr Minister hat dadurch die Mitwir­kung der außerordentlichen Professoren und Privat-Dozentcn an dieser wichtigen Angelegenheit gelähmt.

Köln, 26. April. (Köln. Ztg.) Der gestrige Abend hat uns eine, wenn auch unbedeutende, Ruhestörung gebracht. Zwi­schen 8 und 9 Uhr erschien eine Anzahl Arbeiter vor dem Hause des beigeordneten Bürgermeisters Sonore, welchem die Leitung der städtischen, gerade um der brotlosen Arbeiter willen mit gro­ßen Kosten unternommenen Arbeiten übertragen ist. Der Haufe verlangte in stürmischer Weise den Beigeordneten zu sprechen, ohne sich jedoch Thätlichkeiten zu Schulden kommen zu lassen. Da die den Arbeitern gewordene Antwort dieselben nicht zu beschwichtigen vermochte, so wurde in einigen Kompagnien der Bürgerwäche Alarm geblasen, worauf sich in sehr kurzer Frist mehrere Kompagnien der Bürgerwehr, vielleicht 800 bis 1000 Mann stark, an Ort und Stelle einfanden. Die Arbeiter ent­fernten sich bald; es hatte sich indessen in den benachbarten Straßen eine Menge Volk versammelt, weßhalb es nöthig wurde, die Ausgänge der Straßen zu besetzen, und als einige Stein- würfe auf die Bürgerwehr fielen, wodurch vier Personen, jedoch nicht wesentlich, verletzt wurden, die Lärmenden, meistens Kna­ben, aus den benachbarten Straßen und namentlich vom Heu­markte zu entfernen. Sobald die Ruhe gesichert schien, zog sich die Bürgergarde zurück; nur zogen noch bis gegen Mitternacht zahlreiche Patrouillen durch die Stadt. Der Eifer, mit dem die Bürgergarde zusammentrat und ihre Pflichten erfüllte, ist auch diesmal rühmend anzuerkennen.

Berlin, 24. April. Nach den Mittheilungen des stati- stischen Bureau's enthielt der preußische Staat zu Ende 1846 im Ganzen 16,112,938 Einwohner. Es sind jetzt nach der ge­nauen Schätzung 3,661,992 oder 22, Proz. der Bevölkerung stimmberechtigte Urwähler. Die Zahl der Wahlmänner beträgt letzt 32,226.

In großen Durchschnitten hätten hiernach je 114 Urwähler tn der Monarchie Einen Wahlmann zu wählen.

Im ganzen preußischen Staate sind 402 Abgeordnete zu wählen.

Posen, 22. April, Morgens. (Köln. Ztg.) Die Gerüchte über den beabsichtigten Deutschen- und Juden mord nah­men gestern eine so bestimmte Gestalt an, daß Hr. General von Steinäcker sich veranlaßt fand, außer den Truppen, welche seit dem 20. März auf dem Kanonenplatze ununterbrochen lagern, auch auf dem Wilhelmsplatze 2 Kompagnien Infanterie , zwei Kanonen und 20 Mann Husaren aufmckrschiren zu lassen, welche die Nacht über auf demselben bivouakirten; und damit hat man es denn auch erreicht, die durch den strengen Dienst und die vielen Hin- und Hermärsche ermüdeten Truppen noch mehr zu ermüden. Die Nacht ist still vorübergegangen, und die Juden haben vergeblich eine Nacht voller Angst durchwacht. Aber die Angst hat noch kein Ende; denn was heute Nacht nicht geschah, soll morgen oder übermorgen geschehen, so sagt das Gerücht; wir aber denken, heute und morgen so sicher zu schlafen, wie bisher.

Eine Privatnachricht aus Warschau meldet, daß eine Unzahl russischer Agenten von dort in das Großherzogthum ab­gesandt sei, um Unfrieden zu stiften, und warnt vor ihnen.

Posen, 19. April. <Bresl.Ztg.) Gestern früh marschirten wieder zahlreiche Truppen mit 4 Geschützen nach Grätz, Samter und Buk aus, weil die Nachricht gekommen war, daß sich in dieser Gegend wieder bedeutende Jnsurgenten-Haufcn zusammen­gezogen hätten.

Heute eingetroffenen Nachrichten gemäß soll Buk bedeutend verbarrikadirt, doch nach Anmarsch des Militärs sofort geräumt, dagegen ein in der Nähe der Stadt befindliches Dorf von etwa 800 Sensenmännern besetzt worden seyn. Auch aus anderen insurgirten Orten erfährt man, daß dieselben stets bald nach Ankunft des Militärs verlassen worden sind, wogegen man aller­dings hört, daß sich ein Theil der Zerstreuten wieder an andern Orten des Großherzogthums zusammenziehen soll. Das Ganze scheint sich zu einem Parteigänger-Kriege einrichten zu wollen.

* Die sogen.Vereine für religiöse Freiheit" gewinnen, wie wir vorauSgesehen hatten, eine immer größere Verbreitung. Nassau, Hessen, Westfalen nun kommt auch noch Oldenburg hinzu. Dort agitirt nämlich die katholische Geistlichkeit gleichfalls für die Parlamentswahlen und nennt dies für religiöse Freiheit wirken! Wir werden die weiteren Verzweigungen dieser Wirksamkeit aufmerksam ver­folgen, da wird sich's bald herausstellen, daß sie über ganz Deutschland geht und auch noch ein gutes Slückchen weiter.

Hamburg, 24. April. (Köln. Z.) Gestern Abend wurde es bekannt, daß die Deutschen, ohne Widerstand zu finden, In er nförbe ein gerückt w aren; heute Mittag bringt der Bahnzug die Nachricht, daß die Deutschen den größten Theil der Stadt Schleswig besetzt haben. Die Dänen hatten sich von verschiedenen (seifen stark verschanzt und viele Minen angelegt. Mehrere dieser Verschanzungen wurden de- montirt und die Besatzung daraus vertrieben. Am heißesten ging es am Mittelpunkte zu, beim sogenannten alten Danne­werk, das in den letzten vierzehn Tagen nach Kräften verpal- lisadirt und geschützt worden war? Und ohne die Kanonen abzuwarten, haben die Preußen mit dem Bayonnett die Ver­schanzungen erstürmt und genommen. Leider hat der Kampf viele Menschenleben gekostet. Ein Theil des deutschen Heeres soll bereits zu Wasser übergesetzt seyn und jenseits Schleswig stehen. Man hat Hoffnung, die Dänen von der See abzu­schneiden, und ein Rückzug durch Angeln und Cappeln würde die ganze Bauerschaft auf die Beine bringen und jedenfalls den Dänen ungeheure Verluste zufügen.

Rendsburg, 23. April, Abends. Die Dänen, ostwärts verfolgt, haben sich bei Missunde über die Schlei gerettet und vom jenseitigen Ufer durch Kleingewehrfeuer den Ünfrigcn den Uebergang zu wehren versucht. Ihre "dort aufgepflanzten Ka- nonen waren demontirt worden. Von den Preußen sollen das 20. und 31. Regiment am meisten gelitten haben.

Rendsburg, 24. April, Morgens. Die Einnahme der Stadt Schleswig durch die Preußen ist gestern erfolgt. In ver­flossener Nacht soll jedoch das Schloß Gottorff noch in den Händen der Dänen gewesen seyn. Zwei Abtheilungen Dänen sollen sammt einigen Dragonexn übergegangen seyn.

Die letzte uns zugekommene Nachricht ist folgende Depesche des Generals Wrangel:Hauptquartier Schleswig, 23. April 1848, Abends 11 Uhr. An eine hohe provisorische Regierung der Herzogtümer Schleswig-Holstein. Einer hohen Regierung theile ich die freudige Nachricht mit, daß nach einem mehrstün­digen, hartnäckigen Gefechte die Dänen zurnekgeworfen worden und die Stadt Schleswig bis zum Gottorper Schloßdamme