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ausgerüsteter, sondern auch ein höchst erfahrener Kriegsmann, der schon in seiner frühen Jugend, in den Jahren 1812 -15, und dann später im Jahre 1830 mit der höchsten Auszeichnung die Waffen für sein Vaterland trug, und in der Zeit, wo keine Feldzüge ihn in Anspruch nahmen, sein sehr bedeutendes Tale tt auf das Studium der Kriegswissenschaften verwendete. Viele patriotische Männer haben lange in dem weiten Kreise des Vater­landes umhergeschaut, zweifelnd, wem die höchste Stelle in un­seren Heeren anzuvertrauen sey; allein Diejenigen, die es am besten wußten, haben ihre Augen auf ihn geworfen, und mit der innigsten Trauer stehe ich nun an seinem Grab. Lassen Sie uns ein Zeichen unserer Theilnahme geben, mit diesem Zeichen der Theilnahme an dem Verlust dieses ausgezeichneten Mannes aber den Ausdruck des tiefsten Abscheues vor der Rotte, die ihn m e u ch l i n g s g e m o r d e t hat, verbinden. Stehen Sie mit mir auk!" (Sämmtliche Mitglieder erheben sich zum Zeichen ihrer Zustimmung von ihren Sitzen.)

Heidelberg, 23. April. (F. I.) Man hatte hier gestern ernstliche Unruhen für den Abend befürchtet, und ein Putschversuch der Republikaner schien in nicht ferner Aussicht zu stehen. Aber es war zeitig Vorsorge getroffen: 500 Mann Bürgerwehr waren aufgeboten, und patrouillirten in starken Zügen. Die zurückgebliebenen zwei Kompagnien Nassauer hiel­ten den Eisenbahnhof besetzt. Um halb 10 Uhr Abends wurde ein großes Feuer auf dem Königsstuhle bemerkt, der Feuerlärm wurde aber sogleich wieder unterdrückt, als man sich überzeugte, daß die Flamme auf dem Thurme, der auf der Spitze des Ber­ges steht, brannte und bald wieder erlöschte. Es scheinen meh­rere Fackeln gewesen zu seyn, und es sollte damit wohl ein Signal für die Umgegend gegeben werden. Die Straßen füll­ten sich, und es fielen einige Schüsse. Die Brücke wurde von Bürgerwehr besetzt, und deren rechtzeitiges Auftreten hatte den Erfolg, daß sich alles auf einigen Lärm in den Straßen und Kneipen beschränkte. Heute, Ostersonntag, ist Alles ruhig.

Freiburg, 23. April. (Karlsr. Z.) Ein trauriger und angstvoller Ostertag ist über uns hereingebrochen. Es bildete sich gestern unter dem Vorwande einer bewaffneten Volksver­sammlung, welche schon vor mehreren Tagen ausgeschrieben wurde, inmitten unserer von aller Besatzung entblößten Stadt eine Freischaar zu dem unverhohlen und öffentlich ausge,pro- chenen Zwecke, Hecker zu Hülfe zu ziehen, dessen Nieder­lage bei Kandern und im Wlesenthale auf höchst merkwürdige Weise entstellt erzählt, oder als nicht erheblich dargestellt wird.

Diese Freischaaren, bestehend aus Tausenden mit Sensen, Stöcken, Schießgewehren, Mistgabeln re. bewaffneter Landleute (nicht Bauern, sondern aus dem besitzlosen Stande) terrorisir- ten gestern unsere Stadt auf fürchterliche Weift. Sie besetz­ten Haupt- und Thorwache und liefen in aufgelösten Schaaren mit ihren Spießen und Sensen, taumelnd, schießend, zuweilen auf Vorübergehende nach Art Betrunkener scherzweise zielend, in der Stadt herum. Auch verlangten sie mit bestimmten Gebärden von dem einen oder andern Vorübergehenden Unter­stützung oder irgend Etwas, dessen sie benöthigt zu seyn glaub­ten. Abends um vier Uhr nahmen sie gewaltsam einen Wagen voll Brod, Käse und andere Lebensmittel, welche für ein in der Nähe kampirendes Bataillon Hessen bestimmt waren, ohne weitere Umstände und ungeachtet der Protestation der dabei sichenden Gemeinderäthe weg und zogen damit beladen durch die Stadt. Endlich verlangten sie einquartiert zu werden, und drohten, selbst als der Gemeinderath sie in die Wirths­häuser auf Kosten der Stadt verlegen ließ, sich Quartiere in Privathäusern mit Gewalt zu nehmen.

Es war ein bezeichnender, aber schlimmer Umstand, daß diejenigen Zuzüger, die ein besseres Gefühl hatten, sich von der Sache trennten und Abends nach Hause zogen. Glück­licher Weise verging die Nacht, ohne daß die Drohungen gegen eine ziemliche Anzahl hiesiger Einwohner und Eigenthümer, wozu diese Horden aufgestachelt waren, in Erfüllung gingen, da die Eindringlinge durch das anhaltende Toben den Tag über zu ermüdet waren.

Heute früh sammelten sie sich schon wieder, und erwarten neuen Zuzug, um sodann zu Hecker zu stoßen, der bald da-, bald dorther erwartet wird. Da die Stadt von allen Seiten durch starke Truppenkorps eingeschloffen ist, so sind diese Hor­den buchstäblich in die Stadt eingesperrt. . Wir erwarten einen schlimmen Ostertag!

Berl in, 19. April. (D. A. Z.) So enthusiasmirt hier Alles für die Sache der Polen war, so schnell ist man jetzt durch die Posener Berichte nicht blos abgekühlt worden, sondern auch ln's Extrem verfallen, und spricht schon jetzt von Frei- jchaarenftndungen nach Posen, um dort die Rechte unserer

deutschen Brüder mit deutschem Muth und Blut vertheidiqen zu helfen.

Hannover, 20. April. (Wes.-Z.) Der Kommandant Retberg, welcher zur Unterdrückung der Unruhen nach Hil­desheim gesandt war, hat, weil er nicht energisch genug ver­fahren, seinen Abschied erhalten. Er hatte nämlich der Stadt mit seinem Ehrenworte das Versprechen gegeben, bis zur Rück­kunft einer nach Hannover entsandten Deputation nichts Feind­liches zu unternehmen.

Heute sind 27 Verhaftete, worunter mehrere Advokaten, von Hildesheim hier angekommen. Die hiesige Justizkanzlei wird kommisiorisch ihren Prozeß führen.

Ht Königsberg, 19. April, Die starken Gold- und Silber-Ausfuhren aus Rußland haben zu den abenteuerlichsten Gerüchten Veranlassung gegeben. Nach zuver­lässigen Privat-Nachrichten erklärt sich die angeführte Thatsache ganz einfach dadurch, daß die russischen Staatspapiere im Aus­lande 15 Prozent niedriger stehen, als in Rußland selbst. Die russischen Geldmonarchen lassen daher viele Papiere im Auslande ankaufen, und remittiren dafür Gold und Silber, da sie miss diese Weise gegen die in Petersburg zur Zeit bestehenden Wechsel­kurse mehr als 7 Prozent gewinnen.

Rendsburg, 21. April, Nachmittags. Heute Morgen hatten wir ein fünfstündiges heftiges Gefecht. Die Dänen, die sich bei Eckernförde verschanzt haben, und an der Südseite der Eckernförder Bucht Kriegsschiffe liegen hatten, suchten Morgens 4A Uhr unsere Vorposten durch einen schnellen Angriff zu überrumpeln; diese bestanden aus 560 Mann Frei­willigen, Kieler, Altonaer, Hamburger, Berliner, Kölner und Bonner. Die Dänen waren über 2000 Mann stark und er­öffneten das Gefecht mit Kartätschenfeuer; die Studenten kämpften mit Heldenmuth, aber keine Kanone, kein Kaval­lerist, kein regulärer Soldat stand ihnen zur Seite! Tirailleur- Linien feuerten gegen einander mit wechselndem Glück. Kar­tätschen fielen in die Reihen unserer Tapferen; endlich wagten wir einen Bayonnett-Angriff Carrö formirt! Carro fertig! und die Dänen liefen spornstreichs davon. Anfangs schleppten sie ihre Todten und Verwundeten sehr eilfertig auf die Schiffe, beim Bayonnett-Angriff aber blieben sie am Strande liegen, und Musketen, Terzerole k. wurden unsere Beute.

Hätten wir nur eine Schwadron Cavallerie, nur eine Kanone gehabt! aber wir mußten allein den Strauß auS- fechten; wir verloren 7 Todte, 21 meist schwer Verwundete; die Dänen sicher weit mehrere. Der Kampf hatte von 41/» bis 10 Uhr gedauert. Was 560 Freiwillige 2000 Dänen mit Kartätschen gegenüber zu leisten vermochten, haben sie wahr­haftig geleistet. Endlich, endlich haben die preußischen Regi­menter Befehl zum Vorrücken aus Sonnabend Nachmittag; schon morgen Abend kann es eine Schlacht geben. Die Preu­ßen, namentlich die Garden, sind sehr kampflustig. (K. Z.)

Frankreich

Paris, 21. April. Ich beeile mich, Ihnen einiges Inter­essante aus der heute um 4 Uhr erschienenen dritten Nummer der Revue retrospektive" mitzutheilen. In der Korrespondenz des Hrn. Guizot mit Personen allerlei Geschlechts und allerlei Schlages befindet sich unter Anderm ein Brief von Lady Russell. Die Hohe erbittet vom Minister des Auswärtigen ein Tabakbureau für ihre ehemalige Kammerfrau. In einem Schreiben des Hrn. Genie an den genannten Mi ister beschwert sich jener Secretâr über Hrn. Dumon, Minister der öffentlichen Bauten, daß dieser so knauserig gegen Hrn. v. Rothschild verfahren und so arg über die Zeit geschachert habe, die Rothschild zur Ausbeutung der Nordbahn verlangte. Auf der Liste der Personen, die aus den geheimen Fonds jährliche Gehalte bezogen, befinden sich vier deutsche Literaten, die zu nennen ich nicht der Erste sey» mag. Auf derselben Liste befindet sich ein Herr von Klind­worth, dessen Tochter am 21. Januar im Auftrage ihres Vaters an Hrn. Guizot ein Schreiben richtet, worin sie über den Inhalt eines Gespräches zwischen Hrn. Thiers und einem seiner intimen Freunde Bericht erstattet. In diesem Gespräche soll Thiers sich dahin geäußert haben, Frankreich gehe mit Riesenschritten einer Katastrophe entgegen, die entweder noch vor dem Tode des Königs, wenn dieser noch lange am Leben bleibe, oder bald nach seinem Tode ausbrechen müsse. Bürgerkrieg, Revision der Charte und Personenwechsel in den höhern Regionen stän­den alsdann bevor. Das Land werde keine Regentschaft dulden, sie müßte denn etwas Großes thun, wodurch sie von Neuem die Nation für sich gewänne. , Wäre Na­poleon II. noch am Leben, er werde den gegenwärtigen ersetzen. Europa werde Frankreich noch einmal auf seinem Wege be­gegnen. Für jetzt sei nichts zu thun, er (Thiers) wolle für