den Waffen dienen. Das bewaffnete Volk heißt National- garde»
In Parma hat (9. April) die Regentschaft abgedankt, und verbleibt nur noch so lange auf ihrem Posten bis ein provisorisches Gouvernement ernannt ist. Der parmesische Staat steht unter dem Schutz und Schirm Karl Alberts: der Herzog von Parma hat oder ist abgedankt.
Die Sizilianer verlangen wirklich einen minderjährigen Sohn Ferdinands zum König.
Vom italienischen Kriegsschauplatz verlautet bis heute nichts Bestimmtes oder Belangreiches. Vorpostengesechtc fallen auf den beiden Flügeln der Armee zahlreich vor, wobei die österreichischen Truppen sich durchweg aus der Defensive halten. Karl Albert ist offenbar im Vortheil, da die zahlreichen Jnsur- aentenschwärme seine Armee in der Fronte und in den Flanken als Tirailleurs schirmen. Die ganze Masse des Heeres kann so fest beisammen bleiben und wirken, während Marschall Radetzky zum Schutze seiner Flanken Truppen entsenden und sich schwächen muß. —
Donaufürstenthümer.
Bukarest, 12. April. (D. A. Z.) Wir sind vor der Hand dem Ausbruche einer gewaltsamen Umwälzung entgangen, doch ist die Gefahr nicht beseitigt, und das Feuer glimmt unter der Asche fort. Eine Verschwörung der Bojaren erster Klaffe ist entdeckt worden. Ihr hauptsächlicher Zweck war, die Absetzung der Minister und Regulirung des Gerichtswesens. Die Furcht vor Plünderung und Brand steigt von Tag zu Tag. Der Fürst selbst hat alle seine Kostbarkeiten auf sein im Gebirge nahe bei Kronstadt gelegenes Gut Komarnik bringen lassen. Noch weitere vier Stück Sechspfünder sind aus den Kasernen in seinen Hof gebracht worden, und alle Wachen sind bei Tag und Nacht verdoppelt.
Rußland.
St. Petersburg, 8. April. (B. N.) Zufolge eines höchsten Tagbefehls am 29. März vom Kriegsministerium erlassen, wird in Beziehung aus den Ukas von 8. März, der die Einberufung aller auf bestimmten und unbestimmten Urlaub entlassenen subalternen Krieger anordnete, besohlen, niemanden in der ganzen Armee mehr von beregten subalternen Kriegern, welche die dafür bestimmte Frist ausgedient Haden, bis auf weitere Ordre auf unbestimmten Urlaub zu entlassen.
Auf den Ankauf von Pferden, welche für die zum Dienst einberufenen Reserven der Kavallerie in verschiedenen Theilen des Reichs bewirkt wurden, hat sich der lievländische Adel aus freier Bewegung zur Stellung von 1200 Pferden für den Dienst des Kaisers, ohne jede Entschädigung, verpflichtet. Der Kaiser hat dieses Anerbieten angenommen.
Sprechsaal für Stadt und Land.
f Es ist wahrhaft ergötzlich, zu sehen, wie tief die Neigung zu Zensur- und Polizei-Streichen bei uns eingewurzelt ist.
Dahin rechnen wir namentlich die in unsern Blättern so häufig vorkommenden Aufforderungen an die Verfasser miß beliebig er Artikel, ihre Namen zu nennen. In solchen Aufforderungen wird durchgängig gegen Feigheit und Anonymität tapfer zu Felde gezogen, ohne daß in der Sache selbst das Geringste widerlegt würde, und hierdurch eine Art Terrorismus gegen die Preßfreiheit, eine Zensur unter anderer Form einzuführen versucht.
Das Gesagte gilt in vollem Maße von der Leisler'schen Aufforderung, welche keinen Zweifel darüber läßt, daß sie — aus freilich sehr nahe liegenden Gründen — lediglich von der Waffe der Verdächtigung der Persönlichkeit Gebrauch zu machen beabsichtigt.
Zur Beschönigung dessen sagt Hr. Leisler: „Bei persönlichen Angriffen fragt sich vor Allem, von Wem sie ausgehen!" Wir antworten ihm darauf: Das ist grundfalsch, so weit es sich um Angriffe gegen Personen handelt, die öffentlich auftreten, also eine politische Rolle spielen wollen — und zu diesen will doch Hr. Leisler ohne Zweifel gerechnet seyn.
Solche Personen müssen sich natürlich auch eine öffentliche Kritik ihrer öffentlichen Handlungen und Reden, also auch das gefallen lassen, daß, wenn Jemand der Ansicht ist, sie hätten Lächerliches oder Unbegründetes gesprochen, er dieß mittelst der Presse ausdrückt, wenn er auch grade — aus Gründen, worüber er Niemandem Rechenschaft zu geben schuldig ist — keine Lust hätte, dieß persönlich dem Redner zu erklären. Ä
Gegen einen solchen Angriff gibt es nun offenbar nur eine Bertheidigungsart, nämlich die Widerlegung. ^Diefe versuche Hr. Leisler, wenn er sich sicher fühlt, und er wird, wenn ihm solche gelungen ist, einen viel größeren Sieg über seinen Angreifer erfochten haben, als wenn er dessen Person noch so geringschätzig in den Augen des Publikums hinstellt!
Zur Erläuterung für Hrn. Leisler sey es übrigens hier bemerkt, daß der Aufsatz in Nro. 5 der Taunusblätter grade von demjenigen, welcher seine, zu einer gewissen Art von Berühmtheit gelangte Rede in den 4 Jahreszeiten anzuhören das Glück hatten, mit dem allgemei- sten und entschiedensten Beifall ausgenommen worden ist, ohne daß man sich groß den Kopf über den Verfasser zerbrochen hätte; sowie daß der EmMver vorstehender Zeilen weder Gewißheit über den wirklichen Verfasser hat, noch mit dem gemuthmaßten — auf den auch Hr. Leisler hinzudeuten scheint — in irgend einem Verhältnisse steht.
Der Zweck dieser Zeilen ist lediglich, der versuchten Einschüchterung der freien Meinungs-Aeußerung auf das Entschiedenste entgegenzutreten.
Bekanntmachungen.
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Meinen Freunden und Kunstliebhaber mache ich hiermit die ergebenste Anzeige, daß ich meine seitherige Wohnung verlassen und eine andere bei Herrn Uhrmacher Mahr am Kranz dahier bezogen habe. Zugleich halte ich mich im Malen von Portraits, Landschaften sowie in Fertigung von Handzeichnungen bestens enipfohlen und ertheile auf Verlangen auch hierin Unterricht.
Wiesbaden, im April 1848.
Karl Portmann, Maler.
39] Die unterzeichnete Deputation der am 13. d. M. in Lim burg abgehaltenen Lehrerversammlung benachrichtigt hiermit die Mitglieder
dieser Versammlung, sowie alle übrigen Amtsbrüder des Landes, daß sie kraft der ertheil- : ten Vollmacht sich heute mit dem Wiesbadener | Comite in Einverständniß gesetzt hat und daß; demgemäß die provisorische Leitung unserer Angelegenheiten, mit Berücksichtigung der gefaßten Beschlüsse, dem genannten Comite übertragen ist. Wiesbaden, den 16. April 1848.
Becker. Liebler. Probekk.
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Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. — Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.