in Obornik. Auch an andern Orten sollen Gemetzel vorgefallen seyn.
Posen, 15. April. (Köln. 30 Die Besorgniß, daß es in der Gegend zwischen Wreschen, Schroda und Pleschen zu einem Kampfe zwischen den Polen und dem preußischen Heere kommen werde, ist beseitigt. Der General v. Willisen hat mit den Führern der polnischen Korps die Konvention abgeschlossen, daß sich die bewaffneten Versammlungen bei Schroda am 14., bei Xions am 15., bei Wreschen am 16. und bei Pleschen am 17. auflösen sollte; daß die heimkehrenden Landleute zwar im Lager ihre Waffen niederlegen, daß dieselben ihnen jedoch sofort nachgefahren und in der Heimat wieder ausgeliefert werden sollten, und daß endlich aus Freiwilligen, doch auf deren Kosten, 4 Bataillone zu 600 Mann, 4 Schwadronen zu 120 Pferden or- ganisirt würden, welche unter Anführung des preußischen Obersten v. Brand die Städte Wreschen, Pleschen re. bis zur Beendigung der Reorganisation des Großherzogthums Posen besetzt zu halten hätten. Gestern hat die Auflösung des ersten Korps in Schroda stattgefunden, die übrigen werden in der vorgeschriebenen Reihe nachfolgen, und damit würde dann das Hinderniß, das dem Beginne der Reorganisation noch entgegenstand, am 17. gehoben seyn.
Altona, 17. April. (Köln. Z.) Die Danen stehen jetzt südwärts herunter von Schleswig, bei Kropp, ungefähr auf halbem Wege zwischen Schleswig und Rendsburg. Der dane- werker Wall, das „Dannevirke", wird von ihnen bedeutend verstärkt; auch sollen sie auf dem Hesterberg bei Schleswig eine Schanze aufgeworfen und mit Kanonen besetzt haben. Ihnen gegenüber stehen zu Sorgbrücken, eine halbe Stunde diesseits Kropp, preußische Infanterie und die fünf Schwadronen schleswig-holsteinischer Dragoner. In der Richtung nach Osten am Eider-Kanal hin stehen die Freikorps, gedeckt durch einige Batterien; nach Westen hin bis Holligstadt formirt sich die Hauptmacht unserer Linie.
Ueber den Angriffsplan beobachtet man ein tiefes Stillschweigen, denn das Spionir- System dauert noch immer fort.
Der Fanatismus unserer Feinde scheint doch etwas in der Abnahme begriffen. Die täglich wachsende Zahl der deutschen Truppen öffnet ihnen die Augen, und der Bundes-Beschluß vom 12. d.,der gestern mittelst eines Erpressen an Friedrichen, abging, wird ihm wohl über das gefährliche Spiel, welches er wagt, keinen weiteren Zweifel lassen. Dazu kommt, daß Orla Lehmann aus London unaünstige Berichte eingesendet hat, welche die Neutralität Englands melden, so lange als sich der Kampf innerhalb der Gränzen von Schleswig-Holstein hält.
Wien, 15. April. (A. Z.) Vorgestern schon wurde durch einen Befehl des Hofkriegsrathes der Haselstock bei der Armee abgeschafft.
Mals, im Vintschgau, 13. April. (A.Z.) Gestern Abends kam mit Eilboten die Nachricht, Italiener seyen diesseits der Wormser-Straße bewaffnet eingefallen. Das Posthaus auf der Franzenshöhe, die Kaserne genannt, sey in Brand gesteckt, und schon bewegen sich die Schaaren gegen Trafoi, die nächste Poststation. Ueber ihre Anzahl schwankten die Angaben von 200 bis 400 Mann ; doch sollen nicht alle mit Schießgewehren bewaffnet gewesen seyn. Mit Blitzesschnelle verbreitete sich die Nachricht in der ganzen Umgegend; nach Botzen und Innsbruck wmden Estafetten entsendet? Ueberall zeigte sich indessen bereitwilliger Geist zur kräftigen Abwehr des Ueberfalles. Bewaffnete zogen unverzüglich an die zunächst bedrohten Posten. In allen Orten bereitete sich reisiger Zuzug. Schreiber dies war auf der Reise von Meran hier unterwegs, als ihn die Nachricht ereilte. Er fand alles in größter Aufregung; in jedem Dorfe war die waffenfähige Mannschaft versammelt. Laut waren die Klagen, daß keine Gewehre, keine Munitionen vorhanden seyen, alles wäre sonst mit Freuden erbötig, gegen die Eindringlinge zu ziehen. Was indessen Waffen besitzt, rüstet sich zum Aufbruch.
Frankreich.
Paris, 17. April. Sämmtliche pariser Zeitungen und sogar das „Journal des Debats" sind darüber einstimmig, die Manifestation vom 16. April als einen Triumph für die Sache der Ordnung zu betrachten und darin feste Bürgschaften für eine bessere Zukunft zu erblicken.
. Die Urtheile der Hauptorgane der pariser Presse lauten aber im Wesentlichen, wie folgt:
„Journal des Debats": „Wir hegen über den gestrigen Tag eine Zufriedenheit, welche das ganze Land mit uns feilen
wird. Die Erfolge desselben berechtigen uns zu großen Hoffnungen für die Zukunft. Der Geist der Ordnung und der Erhaltung hat den Geist der Unordnung und der Anarchie zurückgedrängt, und die pariser Bevölkerung hat bewiesen, daß sie die großen Interessen der Gesellschaft am Tage der Gefahr würde zu vertheidigen wissen.
„National": „Das war ein vortrefflicher Tag. Die pariser Bevölkerung hat nochmals gezeigt, daß sie die Republik will und die Aufrechthaltung der Regierung, welche dieselbe vertritt."
„Presse": „Das Datum des 16. April wird fortleben; es ist das Datum des schönsten Tages, welchen die Republik seit dem 24. Februar aufzuweisen hat."
„Constitutionnel": „Dieser Tag ist eine Lehre für die drohenden Freunde des Konununismus, des folgerechten sowohl als des unfolgerechten Kommunismus. Dieser Tag ist eine Antwort an die Terroristen" u. s. w.
„Siècle": „Dieser Tag bezeugt, wie einstimmig die Gesinnung der guten Bürger und wie groß die Macht ist, welche in dieser Einstimmigkeit liegt."
„Union": „Dieser Tag ist ein großer Sieg für die gesellschaftliche Ordnung, da er gegen den Kommunismus, gegen die Anarchie ausgefallen ist, da er die Freiheit gerettet hat."
Endlich schreibt die „Demokratie pacifique": „Die Stadt Paris ist seit einem Monate vielleicht die am besten bewachte, die ruhigste Stadt Frankreichs, die Stadt, wo die Ordnung und die Obrigkeit am besten geachtet wurden. Aufregung, Unordnung hat in Paris bloß in den Köpfen einiger Männer Statt gefunden, welche, ohne Vertrauen zu dem praktischen Werthe ihrer eigenen Ideen, ohne Vertrauen zu dem Geiste von ganz Frankreich, Zwietracht und Aufgeregtheit um sich verbreitet haben." Ganz Paris war übrigens am Abende des 16. April wie durch einen Zauberschlag beleuchtet.
Strasburg, 15. April. (F. I.) Die Pariser deutschdemokratische Legion hat unterm Heutigen „an ihre deutschen Mitkämpfer aus Frankreich und der Schweiz und an das deutsche Volk" eine Proklamation erlassen, in welcher es unter Anderem heißt:
„Wir sind keine Freischaaren! Wir sind deutsche Demokraten, wollen Alles für das Volk, Alles durch das Volk! — Wir wollen die deutsche Republik mit dem Völker verbindenden Wahlspruche: Freiheit! Gleichheit! Bruderliebe! Wir sind keine Freischaaren! Wir sind ein wohlgerüstetes Hülsskorps im Dienste deutschen Volkes, bereit für Deutschlands Freiheit und Größe zu fechten bis auf den letzten Mann gegen innere und äußere Feinde." „Kampfgerüstet stehen wir am Rheine, und doch treibt uns nicht blinde, ungestüme Kampfeslust, — wir wünschen, daß unsere Mission eine friedliche seyn könne, daß der Sieg ohne Blut, die Freiheit ohne Menschenopfer errungen werden möge u. f. w. . . . . . „Wir erklären Euch aber auch zugleich, daß wir ungerufen nicht kommen, daß es ferne von uns liegt, gewaltsam in Deutschland einzudringen, und daß, falls Ihr unglücklicher Weise Deutschland für die vollständige Staatsform der Freiheit: die Republik, noch nicht reif wähnt, wir weit entfernt sind, Euch unsere Ueberzeugung aufzudringen, oder Euch zu zwingen, freie Republikaner zu werden, wenn Ihr Unterthanen bleiben wollt. — Darum aber bleiben wir Republikaner mit Leib und Seele, und werden einzeln, jeder in seinem Kreise die großen Grundsätze und Lehren der Revolution von 1848 mit Wort und That verbreiten. In diesem Falle aber befürchtet nur die propagandische Gewalt unserer Grundsätze, aber nicht unserer Waffen. Wir werden dann dem neu erwachenden Polen zu Hülse eilen, gegen Rußland kämpfen oder für Schleswig-Holsteins deutsche Rechte in den Kampf ziehen; — als Freiheitsarmee des deutschen Volkes werden wir an der Weichsel oder an der Ostsee stets nur für Deutschlands Größe, Freiheit und Sicherheit fechten. Dies ist unser Glau« benöbekenntniß, dies unser offener fester Wille; Niemand wird uns davon abbringen, — und eher würden wir unsere Waffen zerbrechen und in die Verbannung zurückkehren, ehe wir uns bewegen lassen würden, sie gegen unsere deutschen Bruder zu rich- ten und die Schrecken der Zerstörung über unser geliebtes Vaterland zu bringen."
Unterzeichnet ist der Aufruf vom Präsidenten der deutsch- demokratischen Legion in Paris, Georg Herwegh, und dessen Sekretär F. Rauch.
I t a l t e 11.
Die Mailänder provisorische Regierung hat ein Gnetz über die Vertheidigung des Vaterlandes erlassen. Zeder Burger von 18 bis 60 Jahren muß dem Vaterland persönlich mit