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rückende Abtheilung überzeugte sich sehr bald, daß die Dänen, nachdem sie die dänische Fahne aufgepflanzt und Leute gepreßt, sich wieder eingeschifft hatten.

Als die Freiwilligen die Fahne wieder entfernen wollten, wurde ihnen vorgestellt, daß die Dänen daraus Veranlassung nehmen würden, die Stadt zu beschießen, und sie fanden daher eine Besprechung mit dem bei der andern Abtheilung befindlichen Befehlshaber nothwendig. Als sie zu dem Zwecke die andere Abtheilung aufsuchten, trafen die beiden Abtheilungen Nachts um 12 Uhr vor Eckernförde zusammen. Man rief sich gegenseitig <ln. In der Dunkelheit der Nacht und da von dem Gene- ralkommando keine Parole noch Feldgeschrei aus- gegeben worden war, konnte man sich nicht verständigen; auf den aus einer der Abtheilungen erschallenden Ruf: die Dänen! siel ein Schuß, der mit einem Pelotonfeuer erwidert wurde. Als der Irrthum sich aufklärte, fand sich, daß durch die Schüsse ein Mann getödtet und vier bis sechs verwundet worden waren. Drei der Verwundeten liegen in Kiel im Hospital.

(A. M.) Der Verlust des 16. Bataillons ist zuverlässig dahin zu berichtigen, daß 30 Mann gefallen und ungefähr 55 verwundet oder vermißt sind. Die deutschen Gefangenen, welche nach Sonderburg und Kopenhagen gebracht wurden, sind von den'Dänen sehr schleckt behandelt worden. In Kopenhagen wurden die mit dem Dampfschiff Iris angelangten 121 Ge­fangenen, darunter 4 Offiziere, die übrigen größtenteils Stu- denten, zwei bei zwei gebunden, ins' Kastell transportirt. Unterwegs mußten sich Alle ohne Unterschied mit Wasser und Brod und Speck behelfen.

Von Reisenden wird berichtet, daß eine dänische Feldwache von den Preußen aufgehoben worden und höchst erstaunt gewesen sey, dieselbe als Feinde im Schleswigschen zu treffen. Dies sckemt mit der Art übereinzustimmen, wie man die Hülse Preußens in Kopenhagen dargestellt hat.

Wahrhafte Scheußlichkeiten sind vor Flensburg an den 'deutschen Truppen verübt worden. So erzählt die Börsen- Halle: Eines schmählichen Todes sind sechs schleswig-holstei- mische Dragoner gestorben, welche in dem nächtlichen Brande einer Scheune zu Adelbyeland bei Flensburg umkamen. Man ist allgemein der Ansicht, daß verruchte Brandstifter in mord- brennerischer Absicht das Feuer angezündet haben.

Kein Deutscher mehr in Feindes Dienst.

Dulce et decorum est pro patria mori.

Nationalgefühl und Nationalbewußtseyn sind in Deutsch­land endlich aus ihrem langen Schlummer, aus ihrer stum­pfen Apathie erwacht, und schwellen die Brust des deutschen Volkes wieder mit ihrem belebenden Hauche. Der Volkswille hat den Hrn. v. Pechlin genöthigt am deutschen Bundestage die Vertretung der Interessen einer undeutschen Macht nieder­zulegen, weil sie dem eigenen Vaterlande seindlich waren. Dies Beispiel ist gut und heilsam, aber es muß überall befolgt werden,

Deutschland darf nirgends mehr zulassen, daß seine eignen Söhne treulos und verrâtherisch ihre Kräfte, sey es in den Waffen oder auf andern Feldern, gegen das Vaterland kehren. Würde es das kerngesunde englische Nationalgefühl wohl dulden, daß ein Britte am Hofe von St. James als Vertreter einer fremden Macht feindliche Interessen gegen Großbritannien ver­folgte? Und doch dulden wir noch am Berliner Hofe einen Grafen Plessen als dänischen, einen Hrn. v. Meyendorff als russischen Gesandten. Die diplomatischen Beispiele könnten noch vermehrt werden; indeß ist die Frage noch viel weiter zu fassen.

Ein deutsches Heer steht bereits unter den Waffen gegen Dänemark, und wir stehen am Vorabend eines Krieges mit Rußland, der über kurz oder lang unfehlbar ausbricht. _ In der kleinen dänischen Armee wie auf der Flotte dienen Deutsche; zahllose Deutsche stehen in den großen russischen Heeren, zum Theil in hohen Befehlshaberstellen. Hier ist es Zeit, daß einge­schritten werde. Will die Bundesversammlung noch durch eine wahrhaft nationale That sich die Gunst und das Vertrauen des Volkes wiedergewinnen, nun, so säume sie nicht den Vann und die Acht, den unwiderruflichen Fluch des Vater­

landes über jeden Deutschen auszusprechen, der hinfort noch dem AuSlande als Diplomat gegen das deutsche Volk und Land dient, oder der vollends in den Reihen feindlicher Heere die Waffen gegen seine deutschen Brüder trägt.

Und wenn der Bundestag sich nicht mehr dieses Verdienst erwerben will, so sey ein Beschluß in solchem Sinne eine der ersten Handlungen deS neuen Reichstages, und möge der Fünfziqerausschuß in Frankfurt den Entwurf dazu vorzubereiten l

(Allg. Ztg.)

Deutschland.

cf Darmstadt, 16. April. Vor einigen Tagen deser- tirten 12 oder 15 Mann von hier mit dem Gewehr unter An­führung eines Feldwebels. Sie zogen nach Straßburg; dort aber schickte sie der Maire unter Begleitung wieder zurück, und so sind sie denn mit ihren Waffen wieder hier angekommen.

Der Maire einer französischen Stadt hat hiermit allen deutschen Ausreißern eine gute Lehre gegeben. Vielleicht klärt das manchen Soldaten gründlich auf, der, von Hetzern verführt, sich lieber denfreien Franzosen" in die Arme werfen will, als für sein Vaterland fechten. Den Franzosen sind aber derartige landesverrätherische Feiglinge zu schlecht, sie mögen sie gar nicht in's Land einlassen, wie wir auch Franzosen ähnlicher Art nicht geschenkt haben möchten.

Es ist aber an der Zeit, die Soldaten aufzuklären über die Bedeutung der gegenwärtigen Tage und über die doppelte Schmach der Feigheit und des Landesverraths, welche jetzt auf jeden Fahnenflüchtigen fällt. Wer nicht so viel Vaterlandsliebe hat, daß sie ihn fest bei seiner Fahne hält, jetzt, wo es nicht mehr bloße Kammaschenknöpferei und Paradespiel, sondern Lanbesvertheibigung nach Innen und Außen gilt, den sollte wenigstens das Schamgefühl bewegen, seinem Eide treu zu bleiben!

Göttin gen, 13. April. (W. 30 Aus sehr guter Quelle kann ich Ihnen berichten, daß in Folge der Göttinger Petition an den König, in welcher um sofortige Zurückberufung der sieben Professoren angehalten wird, der neue Kurator DK Braun bereits die Professoren Albrecht und Wilh. Weber in Leipzig nach Göttingen berufen hat.

Albrecht war bekanntlich Eichhorns Nachfolger und las Privatrecht, Staatsrecht und Rechtsgeschichte, während Wilh. Weber, der Bruder des berühmten Anatomen und Physiologen Ernst Heinrich Weber zu Leipzig, Physik hier vortrug und Di­rektor des physikalischen Kabinets war.

Altona, 13. April. (Hamb. K.) So eben, 8 Uhr Abends, sind die sehnlich erwarteten Hannoveraner mit 2 Batterien, zu- sammen 12 Kanonen und 4 Haubitzen, nebst Bespannung und Mannschaft von Harburg in Altona angelangt. Sonnabend folgen zwei reitende Batterieen. Der alte tapfere Generals- Lieutenant Halkett ist bereits heute früh nach Rendsburg hier durchgereist. Das ganze an der Elbe stehende Korps hat Be­fehl, nachzurücken, die Gemeinen ließen sich vor brennender Un­geduld kaum halten und hatten in einer Petition an ihren König um schleunigen Aufbruch gebeten, der ihnen bereitwillig gewährt wurde. Eine große Menschenmasse hatte sich trotz des strömen­den Regens zu ihrem Empfange versammelt und begrüßte die Bundestruppen mit dem lautesten Jubel.

Indessen hatten die hannov. Truppen am 14. noch keine Ordre, weiter vorzurücken. Unerklärlich ist noch immer der Grund dieser Zögerung.

Posen, 12. April. (D.A.Z.) Soeben trifft die Nachricht hier ein, daß die bewaffneten Polenschaaren sich von Schroda und Wreschen zurückgezogen haben. In einigen kleinen Städten, wie in Czerniejewo, hat man sich den Ein­laß durch Kanonenkugeln erzwingen müssen.

Wien, 11. April. (Bresl. 30 Aus Krakau sind die gestrigen Briefe einigermaßen beunruhigend. Das Volk ver­langt die Entfernung aller deutschen Beamten. In Betreff einer russischen Invasion war man etwas beruhigter. Der russische General Rüdiger hatte an der Grenze erklärt, daß alle militärischen Anstalten blos zur Vertheidigung des König­reichs Polen gegen jeden Angriff gerichtet seyen.

Verantwortlicher Redakteur: W. H. Riehl. Druck und Verlag der L. Schellenberg'schen Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.