wig'schen Äodcns durch eine einzige Kompagnie als eine Kriegs- c^Hdrang Preußens nehmen werde und dann zu Wasser und Land, auch außerhalb der Grenzen dieser Herzogthümer, den Krieg führen werde." Demzufolge ist denn der Krieg erklärt. Nur eine völlige Demüthigung Dänemarks und die Fvribeit des Sundes kann den Krieg beendigen.
Von der Niederelbe, 13. April. (Wes.-Z.) Man versichert , daß die nach Kopenhagen gebrachten deutschen Gefangenen (in der Namensliste findet fich übrigens auch mancher seitdem hier Angekommene) zur Arbeit auf den Schiffswerften für 2‘, Schilling täglich verwendet werden. Wir wünschten, daß sich' dies nicht bestätigte, da sonst die Behandlung der auf holsteinischem Gebiete zurückgebliebenen dänischen Offiziere und Beamten fortan leicht weniger milde werden könnte.
Rendsburg, 12. April. Unsere Truppen halten nur noch den Grenzpunkt des Herzogtums Schleswig an der Eider bei Schestedt und die angrenzende Gegend besetzt und die Vorposten des preußischen Heeres sind auf dem Boden deS gedachten HerzogthumS längs der Sorge aufgepflanzt. Man kann zwar nicht sagen, daß das Herzogthum mit Ausnahme jener kleinen Theile im Besitz der Dänen ist, da sie den ganzen Westen des Landes noch kaum betreten haben; allein von unsrer Seite wird dort nichts besetzt gehalten. Das Eindringen der Dänen in die schleswigschen Marschen, namentlich in Eid erste d t, welche so viele natürliche Mittel der Vertheidigung darbieten, wird von dem wohlbewaffneten tapfern Friesenstamme ohne Zuziehung regulären Militärs abgewehrt werden. Heute Morgen ist die Stadt Eckernförde, deren offener Hafen den Zugang von Kriegsfahrzeugen ungehindert gestattet, ffowohl von der Seeseite als auch vom Lande her von den Dänen okkupirt worden. Westlich stehen die Dänen von Danewirkc bis über Hollingstedt hinaus. —
In Eckernförde als einer Seestadt übt der Feind die empörende Barbarei, daß er alle Männer zwischen dem zwanzigsten und fünfzigsten Jahre fortschleppt, um sie als Matrosen auf den dänischen Schiffen dienen zu lassen. —
Die Beamten und eine große Anzahl Bürger der Stadt, sowie fast alle Gutsbesitzer und Pächter auf den Gütern bis zur holsteinischen Grenze haben ihre Heimath verlassen, um persönlichen Mißhandlungen der Dänen zu entgehen. —
Frankreich
Paris, 14. April. Nach der „Presse" hat die Regierung den General Cavaignac, indem sie an den Grundsatz des militärischen Gehorsams appellirt, förmlich aufgefordert, das Kriegs- ministerium zu übernehmen.
Nach dem Wochenberichte der Bank von Frankreich hat ihr Metallvorrath abermals Um 4,450,000 Fr. abgenommen und beträgt jetzt hier und in den Zweigbanken 92.300,000 Fr., während Billets für 310,250,000 Fr. im Umlaufe sind.
Der bekannte Savoie ist zum Geschäftsträger der Republik zu Frankfurt ernannt worden.
Großbritannien.
London, 13. April. (Köln. Z.) „Die Demonstration der Chartisten am Montag kostet uns, wenn man Alles berech- net, hunderttausend Pfund Sterling!" sagte ein praktischer Engländer. „Das mag sein!" antwortete sein Freund. „Aber was wir gewonnen haben, Ruhe und Vertrauen, ist mehr werth, als eine Million." Die Blätter sind noch immer voll froher Betrachtungen über den großen Sieg, welchen die gegenwärtige Ordnung der Dinge erfochten. Doch dauert der kleine Krieg fort. In einer großen Versammlung in Nottingham — man spricht von 10 bis 12,000 Mann — ward wieder beschlossen, nicht zu ruhen, bis das Volk seine Rechte erlangt hätte, aber, so lauten die Worte des Beschlusses, ohne die Rechte eines Andern zu verletzen.
In Folge der glücklich erhaltenen Ruhe sind nicht nur die StaoEspapiere gestiegen, sondern auch aus den gewerbtreibenden Gegenden laufen etwas günstigere Nachrichten ein.
London, 14. April. Die drohende Haltung Dänemarks gegen Deutschland hat bereits ernsthafte Besorgnisse wegen der Schifffahrt in der Ostsee hervorgerufen. Die VersicherungsGesellschaften nehmen von englischen Schiffen und Ladungen 2 Proz. mehr wegen der Kriegsgefahr. Deutsche Schiffe müssen auch weit mehr bezahlen. Für eine Ladung von Rio Janeiro nach Bremen in einem Bremer Schiff wurde 15 Pfd. 15 Sch. gefordert.
Sprechsaal für Stadt und Land.
Wiesbaden, 14. April.
Willkühr muß gerügt werden, wo und wie sie sich zeigt.
Von jeher bestand am landwirthschaftlichen Institute auf dem Geisberge der tadelnswerthe Gebrauch, daß den die Anstalt verlassenden Schülern nur vom Direktor ausgestellte, ganz allgemein gefaßte Zeugnisse verabfolgt wurden, in denen zum Beispiel bloß gesagt war, der Schüler N. N. habe mit lobenswerthem Fleiß und entsprechendem Erfolg die Anstalt besucht oder bergt Sollen Zeugnisse Werth haben und einer Anstalt nicht zur Schande gereichen, so müssen sie in's Einzelne gehend und wahr seyn; denn ein Kind sieht ein, daß ein Schüler im Jünglingsalter, je nach seiner Neigung, seinem inneren Triebe, je nach seiner Vorbildung und Fähigkeit, in den mannigfaltigen Fächern, welche am landwirthschaftlichen Institute gelehrt werden, sehr ungleichen Fleiß entwickeln und sehr verschiedenartige Fortschritte machen kann. Er kann sich ausgezeichnete Kenntnisse in Landwirthschaft und Thierheilkundc, genügende in Chemie und Physik, sehr geringe in Mineralogie und Botanik erworben haben und umgekehrt, daS ist ganz leicht möglich, zumal auch die Gediegenheit des Lehrers und die Art, wie er seinen Stoff bearbeitet und darbietet, vom eut# schiedensten Einflüsse ans die Lernfreudigkeit der Schüler und den Erfolg ihrer Bestrebungen ist. Sollen also die Zeugnisse wahr sein, so müssen sie ausgestellt seyn von den einzelnen Lehrern und sich beziehen auf die von denselben vorgepragenen Lehrgegenstände, — nicht aber dürfen sie eine willtorhcf^-^ | allgemeine, und somit nichtssagende Fassung erhalten von dem Direktor, am allerwenigsten dann, wenn derselbe, wie es im vorliegenden Falle Statt findet, seiner Kränklichkeit halber schon Jahre lang selbst nicht mehr unterrichten kann, (daß der Direktor der Anstalt im vergangenem Semester nach dem 4. März I noch 3 oder 4 Wochen lang wöchentlich ein Paar Vorlesungen ; hielt, kann hier nicht in Betracht kommen); ihm bleibt in solchem Falle als Aufgabe nur die, die Zeugnisse der einzelnen Lehrer in einen gemeinschaftlichen Rahmen zu fassen und durch seine Unterschrift zu beglaubigen. —
Was aber, so frage ich mit Nachdruck weiter, ist von zu- sammengefaßten Zeugnissen deS Direktors zu halten, wie sie âm Schluffe dieses Winter-Semesters ertheilt worden sind, in deren Eingang der Satz vorkommt, nach dem Urtheile sämmtlicher Lehrer sey das Zeugniß ausgestellt worden, und die durch ihre Fassung darthun,' daß sie im grellen Widerspruche mit den von den Hauptlehrern der Anstalt dem Direktor eingelieferten Ein- zelzeugnissen stehen, — in welchnu Lichte muß eine Anstalt erscheinen, wenn Schüler bei'm Abgänge von allen Haupt- Lehrern sehr gute oder ausgezeichnete Privatzeugnisse erhalten und diese Jedermann vorzeigen, zugleich mit dem allgemeinen Zeugniß des Direktors, welches dem Urtheil der Lehrer entnommen zu seyn vorgibt und thatsächlich in mehreren Fällen mit ersteren im grellsten Widersprüche steht? Ist es da zu verwundern, wenn die Schüler über eine derartige Direktorial- Willkühr, zumal sie mit persönlichen Verhältnissen zusammenhängt, gerechtem Unwillen Raum geben, wenn sie fast einmüthig erklären, unter solchen Verhältnissen nicht wieder in die Anstalt zurückkehren zu wollen?
Die freie Presse muß seyn ein zweischneidiges Schwert, geführt von gerechter und mutiger Hand, abschneidend jegliche Willkühr, kämpfend für Wahrheit und Recht; sie wird auch Sorge tragen, daß eine Anstalt, welche, wenn sie besser geleitet und zeitgemäß umgestaltet seyn wird, dem Lande von, höchstem Nutzen ist, nicht von demjenigen zu Grunde gerichtet , wird, welcher sie zu schützen überall vorgibt. * * * *
An Nassaus edle Frauen und Jungfrauen!
Eure Väter, Eure Gatten und Brüder sind zu den Fahnen des Vaterlandes berufen.
Auch Euer Patriotismus kann sich durch baldige Einsendung von Charpie und gebrauchter Leinwand werkthätig zeigen.
Wiesbaden, 17. April 1848.
»r Ebhardt.
Verantwortlicher Redakteur: W. H, Riehl. — Druck und Verlag der L, Schcllcuberg'schcn Hof-Buchhandlung in Wiesbaden.